MySQL-Referenzhandbuch

This is a translation of the MySQL Reference Manual that can be found at dev.mysql.com. The original Reference Manual is in English, and this translation is not necessarily as up to date as the English version.


Inhaltsverzeichnis

Preface
1. Allgemeine Informationen über MySQL
2. Vorbemerkungen zum deutschen Handbuch
2.1. Über dieses Handbuch
2.1.1. Konventionen in diesem Handbuch
2.2. Was ist MySQL?
2.2.1. Die wichtigsten Features von MySQL
2.2.2. Wie stabil ist MySQL?
2.2.3. Wie groß können MySQL-Tabellen sein?
2.2.4. Jahr-2000-Konformität
2.3. Was ist MySQL AB?
2.3.1. Geschäftsmodell und Dienstleistungen von MySQL AB
2.4. MySQL Support and Lizensierung
2.4.1. Support den MySQL AB anbietet
2.4.2. Copyrights und Lizenzen, die von MySQL verwendet werden.
2.4.3. MySQL-AB-Logos und -Schutzmarken
2.4.4. MySQL-Lizenzpolitik
2.5. MySQL 4.0 kurz und bündig
2.5.1. Schritt für Schritt
2.5.2. Für den sofortigen Entwicklungseinsatz
2.5.3. Eingebettetes MySQL
2.5.4. Weitere ab MySQL 4.0.0 verfügbare Features
2.5.5. Zukünftige Features in MySQL 4.0
2.5.6. MySQL 4.1, das folgende Entwicklungs-Release
2.6. MySQL-Informationsquellen
2.6.1. MySQL-Portale
2.6.2. MySQL-Mailing-Listen
2.7. Wie Standard-kompatibel ist MySQL?
2.7.1. An welche Standards hält sich MySQL?
2.7.2. MySQL im ANSI-Modus laufen lassen
2.7.3. MySQL-Erweiterungen zu ANSI SQL92
2.7.4. MySQL-Unterschiede im Vergleich zu ANSI SQL92
2.7.5. Bekannte Fehler und Design-Unzulänglichkeiten in MySQL
2.8. MySQL und die Zukunft (das TODO)
2.8.1. Dinge, die in Version 4.0 enthalten sein sollten
2.8.2. Dinge, die in naher Zukunft erledigt werden müssen
2.8.3. Dinge die irgendwann gemacht werden müssen
2.8.4. Ein paar Dinge, für deren Umsetzung wir keine Pläne haben
3. Installation von MySQL
3.1. Schnelle Standard-Installation von MySQL
3.1.1. MySQL auf Linux installieren
3.1.2. Installation von MySQL unter Windows
3.2. Allgemeine Installationsthemen
3.2.1. Wie man MySQL erhält
3.2.2. Betriebssysteme, die von MySQL unterstützt werden
3.2.3. Welche MySQL-Version Sie benutzen sollten
3.2.4. Installationslayouts
3.2.5. Wann und wie Updates veröffentlicht werden
3.2.6. MySQL-Binärdistributionen, die von MySQL AB kompiliert wurden
3.3. Installation der Quelldistribution
3.3.1. Schnellinstallation, Überblick
3.3.2. Wie man Patches anwendet
3.3.3. Typische configure-Optionen
3.3.4. Installation vom Entwicklungs-Source-Tree
3.3.5. Probleme beim Kompilieren?
3.3.6. Anmerkungen zu MIT-pThreads
3.3.7. Windows-Quelldistribution
3.4. Einstellungen und Tests nach der Installation
3.4.1. Probleme mit mysql_install_db
3.4.2. Probleme mit dem Start des MySQL-Servers
3.4.3. MySQL automatisch starten und anhalten
3.5. MySQL aktualisieren (Upgrade / Downgrade)
3.5.1. Upgrade von 3.23 auf Version 4.0
3.5.2. Upgrade von einer Version 3.22 auf 3.23
3.5.3. Upgrade von Version 3.21 auf Version 3.22
3.5.4. Upgrade von Version 3.20 auf Version 3.21
3.5.5. Upgrade auf eine andere Architektur
3.6. Betriebssystem-spezifische Anmerkungen
3.6.1. Linux (alle Linux-Versionen)
3.6.2. Anmerkungen zu Windows
3.6.3. Anmerkungen zu Solaris
3.6.4. Anmerkungen zu BSD
3.6.5. Anmerkungen zu Mac OS X
3.6.6. Anmerkungen zu anderen Unixen
3.6.7. Anmerkungen zu OS/2
3.6.8. Anmerkungen zu BeOS
3.6.9. Anmerkungen zu Novell NetWare
3.7. Anmerkungen zur Perl-Installation
3.7.1. Installation von Perl unter Unix
3.7.2. Installation von ActiveState-Perl unter Windows
3.7.3. Installation der MySQL-Perl-Distribution unter Windows
3.7.4. Probleme bei der Benutzung von Perl DBI/DBD-Schnittstelle
4. Einführung in MySQL: Ein MySQL-Tutorial
4.1. Verbindung zum Server herstellen und trennen
4.2. Anfragen eingeben
4.3. Eine Datenbank erzeugen und benutzen
4.3.1. Eine Datenbank erzeugen und auswählen
4.3.2. Eine Tabelle erzeugen
4.3.3. Daten in Tabellen einladen
4.3.4. Informationen aus einer Tabelle abfragen
4.4. Informationen über Datenbanken und Tabellen
4.5. Beispiele gebräuchlicher Anfragen (Queries)
4.5.1. Der höchste Wert einer Spalte
4.5.2. Die Zeile, die den höchsten Wert einer bestimmten Spalte enthält
4.5.3. Höchster Wert einer Spalte pro Gruppe
4.5.4. Die Zeilen, die das gruppenweise Maximum eines bestimmten Felds enthalten
4.5.5. Wie Benutzer-Variablen verwendet werden
4.5.6. Wie Fremdschlüssel (Foreign Keys) verwendet werden
4.5.7. Über zwei Schlüssel suchen
4.5.8. Besuche pro Tag berechnen
4.6. mysql im Stapelbetrieb (Batch Mode)
4.7. Anfragen aus dem Zwillings-Projekt
4.7.1. Alle nicht verteilten Zwillinge finden
4.7.2. Eine Tabelle über den Zustand von Zwillingspaaren zeigen
4.8. MySQL mit Apache benutzen
5. MySQL-Datenbankadministration
5.1. MySQL konfigurieren
5.1.1. mysqld-Kommandozeilenoptionen
5.1.2. my.cnf-Optionsdateien
5.1.3. Viele Server auf derselben Maschine installieren
5.1.4. Viele MySQL-Server auf derselben Maschine laufen lassen
5.2. Allgemeine Sicherheitsthemen und das MySQL-Zugriffsberechtigungssystem
5.2.1. Allgemeine Sicherheitsrichtlinien
5.2.2. Wie Sie MySQL gegen Cracker sicher machen
5.2.3. Startoptionen für mysqld in Bezug auf Sicherheit
5.2.4. Was das Berechtigungssystem macht
5.2.5. Wie das Berechtigungssystem funktioniert
5.2.6. Von MySQL zur Verfügung gestellte Berechtigungen
5.2.7. Verbinden mit dem MySQL-Server
5.2.8. Zugriffskontrolle, Phase 1: Verbindungsüberprüfung
5.2.9. Zugriffskontrolle, Phase 2: Anfrageüberprüfung
5.2.10. Gründe für Access denied-Fehler
5.3. MySQL-Benutzerkonten-Verwaltung
5.3.1. GRANT- und REVOKE-Syntax
5.3.2. MySQL-Benutzernamen und -Passwörter
5.3.3. Wann Berechtigungsänderungen wirksam werden
5.3.4. Einrichtung der anfänglichen MySQL-Berechtigungen
5.3.5. Neue MySQL-Benutzer hinzufügen
5.3.6. Limiting user resources
5.3.7. Passwörter einrichten
5.3.8. Wie Sie Ihre Passwörter sicher halten
5.4. Katastrophenschutz und Wiederherstellung
5.4.1. Datenbank-Datensicherungen
5.4.2. BACKUP TABLE-Syntax
5.4.3. RESTORE TABLE-Syntax
5.4.4. CHECK TABLE-Syntax
5.4.5. REPAIR TABLE-Syntax
5.4.6. Benutzung von myisamchk für Tabellenwartung und Absturzreparatur
5.4.7. Wartungsplan für Tabellen erstellen
5.4.8. Informationen über eine Tabelle erhalten
5.5. Datenbankverwaltung Sprachreferenz
5.5.1. OPTIMIZE TABLE-Syntax
5.5.2. ANALYZE TABLE-Syntax
5.5.3. FLUSH-Syntax
5.5.4. KILL-Syntax
5.5.5. SHOW-Syntax
5.6. MySQL-Lokalisierung und internationaler Gebrauch
5.6.1. Der für Daten und Sortieren benutzte Zeichensatz
5.6.2. Nicht englische Fehlermeldungen
5.6.3. Einen neuen Zeichensatz hinzufügen
5.6.4. Die Zeichen-Definitions-Arrays
5.6.5. Unterstützung für Zeichenketten-Vergleich
5.6.6. Unterstützung für Multi-Byte-Zeichen
5.6.7. Probleme mit Zeichensätzen
5.7. Serverseitige Skripte und Dienstprogramme für MySQL
5.7.1. Überblick über serverseitige Programme und Dienstprogramme
5.7.2. safe_mysqld, der Wrapper um mysqld
5.7.3. mysqld_multi, Programm zur Verwaltung mehrerer MySQL-Server
5.7.4. myisampack, MySQL-Programm zum Erzeugen komprimierter Nur-Lese-Tabellen
5.7.5. mysqld-max, ein erweiterter mysqld-Server
5.8. Clientseitige Skripte und Hilfsprogramme von MySQL
5.8.1. Überblick über die clientseitigen Skripte und Dienstprogramme
5.8.2. Das Kommandozeilen-Werkzeug
5.8.3. mysqladmin, Verwaltung eines MySQL-Servers
5.8.4. Benutzung von mysqlcheck für Tabellenwartung und Wiederherstellung nach Abstürzen
5.8.5. mysqldump, Tabellenstrukturen und -daten dumpen
5.8.6. mysqlhotcopy, MySQL-Datenbanken und Tabellen kopieren
5.8.7. mysqlimport, Daten aus Textdateien importieren
5.8.8. Datenbanken, Tabellen und Spalten anzeigen
5.8.9. perror, Erklärung der Fehler-Codes
5.8.10. Wie SQL-Befehle aus einer Textdatei laufen gelassen werden
5.9. Die MySQL-Log-Dateien
5.9.1. Die Fehler-Log-Datei
5.9.2. Die allgemeine Anfragen-Log-Datei
5.9.3. Die Update-Log-Datei
5.9.4. Die binäre Update-Log-Datei
5.9.5. Die Anfragen-Log-Datei für langsame Anfragen
5.9.6. Wartung und Pflege der Log-Dateien
5.10. Replikation bei MySQL
5.10.1. Einführung in die Replikation
5.10.2. Replikationsimplementation
5.10.3. Wie man Replikation aufsetzt
5.10.4. Replikationsfeatures und bekannte Probleme
5.10.5. Replikationsoptionen in my.cnf
5.10.6. SQL-Befehle in Bezug auf Replikation
5.10.7. Replikation - Häufig gestellte Fragen
5.10.8. Problemlösung bei Replikation
6. MySQL-Optimierung
6.1. Überblick über Optimierung
6.1.1. MySQL-Design-Einschränkungen
6.1.2. Portabilität
6.1.3. Wofür benutzen wir MySQL?
6.1.4. Die MySQL-Benchmark-Suite
6.1.5. Wie Sie Ihre eigenen Benchmarks benutzen
6.2. SELECTs und andere Anfragen optimieren
6.2.1. EXPLAIN-Syntax (Informationen über ein SELECT erhalten)
6.2.2. Anfragen-Performance abschätzen
6.2.3. Geschwindigkeit von SELECT-Anfragen
6.2.4. Wie MySQL WHERE-Klauseln optimiert
6.2.5. Wie MySQL DISTINCT optimiert
6.2.6. Wie MySQL LEFT JOIN optimiert
6.2.7. Wie MySQL LIMIT optimiert
6.2.8. Geschwindigkeit von INSERT-Anfragen
6.2.9. Geschwindigkeit von UPDATE-Anfragen
6.2.10. Geschwindigkeit von DELETE-Anfragen
6.2.11. Weitere Optimierungstipps
6.3. Sperren (Locking)
6.3.1. Wie MySQL Tabellen sperrt
6.3.2. Themen, die Tabellensperren betreffen
6.4. Optimierung der Datenbank-Struktur
6.4.1. MySQL-Datenbank-Design-Überlegungen
6.4.2. Wie Sie Ihre Daten so klein wie möglich bekommen
6.4.3. Wie MySQL Indexe benutzt
6.4.4. Spalten-Indexe
6.4.5. Mehrspaltige Indexe
6.4.6. Wie MySQL Tabellen öffnet und schließt
6.4.7. Nachteile der Erzeugung großer Mengen von Tabellen in derselben Datenbank
6.4.8. Warum gibt es so viele offene Tabellen?
6.5. Optimierung des MySQL-Servers
6.5.1. System / Kompilierzeitpunkt und Tuning der Startparameter
6.5.2. Serverparameter tunen
6.5.3. Wie Kompilieren und Linken die Geschwindigkeit von MySQL beeinflusst
6.5.4. Wie MySQL Speicher benutzt
6.5.5. Wie MySQL DNS benutzt
6.5.6. SET-Syntax
6.6. Festplatte, Anmerkungen
6.6.1. Symbolische Links benutzen
7. MySQL-Sprachreferenz
7.1. Sprachstruktur
7.1.1. Literale: Wie Zeichenketten und Zahlen geschrieben werden
7.1.2. Datenbank-, Tabellen-, Index-, Spalten- und Alias-Namen
7.1.3. Groß-/Kleinschreibung in Namen
7.1.4. Benutzer-Variablen
7.1.5. Kommentar-Syntax
7.1.6. Ist MySQL pingelig hinsichtlich reservierter Wörter?
7.2. Spaltentypen
7.2.1. Numerische Typen
7.2.2. Datums- und Zeit-Typen
7.2.3. Zeichenketten-Typen
7.2.4. Den richtigen Typ für eine Spalte auswählen
7.2.5. Spaltentypen anderer Datenbanken benutzen
7.2.6. Speicherbedarf von Spaltentypen
7.3. Funktionen für die Benutzung in SELECT- und WHERE-Klauseln
7.3.1. Nicht typenspezifische Operatoren und Funktionen
7.3.2. Zeichenketten-Funktionen
7.3.3. Numerische Funktionen
7.3.4. Datums- und Zeit-Funktionen
7.3.5. Weitere Funktionen
7.3.6. Funktionen zur Benutzung bei GROUP BY-Klauseln
7.4. Datenmanipulation: SELECT, INSERT, UPDATE, DELETE
7.4.1. SELECT-Syntax
7.4.2. INSERT-Syntax
7.4.3. HANDLER-Syntax
7.4.4. INSERT DELAYED-Syntax
7.4.5. UPDATE-Syntax
7.4.6. DELETE-Syntax
7.4.7. TRUNCATE-Syntax
7.4.8. REPLACE-Syntax
7.4.9. LOAD DATA INFILE-Syntax
7.5. Datendefinition: CREATE, DROP, ALTER
7.5.1. CREATE DATABASE-Syntax
7.5.2. DROP DATABASE-Syntax
7.5.3. CREATE TABLE-Syntax
7.5.4. ALTER TABLE-Syntax
7.5.5. RENAME TABLE-Syntax
7.5.6. DROP TABLE-Syntax
7.5.7. CREATE INDEX-Syntax
7.5.8. DROP INDEX-Syntax
7.6. Grundlegende Befehle des MySQL-Dienstprogramms für Benutzer
7.6.1. USE-Syntax
7.6.2. DESCRIBE-Syntax (Informationen über Spalten erhalten)
7.7. Transaktionale und Sperrbefehle von MySQL
7.7.1. BEGIN/COMMIT/ROLLBACK-Syntax
7.7.2. LOCK TABLES/UNLOCK TABLES-Syntax
7.7.3. SET TRANSACTION-Syntax
7.8. MySQL-Volltextsuche
7.8.1. Volltext-Einschränkungen
7.8.2. MySQL-Volltextsuche fein einstellen
7.8.3. Neue Features der Volltextsuche in MySQL 4.0
7.8.4. Volltextsuche TODO-Liste
7.9. MySQL-Anfragen-Cache
7.9.1. Wie der Anfragen-Cache funktioniert
7.9.2. Anfragen-Cache-Konfiguration
7.9.3. Anfragen-Cache-Optionen in SELECT
7.9.4. Anfragen-Cache-Status und -Wartung
8. MySQL-Tabellentypen
8.1. MyISAM-Tabellen
8.1.1. Für Schlüssel benötigter Speicherplatz
8.1.2. MyISAM-Tabellenformate
8.1.3. MyISAM-Tabellenprobleme
8.2. MERGE-Tabellen
8.2.1. MERGE-Tabellenprobleme.
8.3. ISAM-Tabellen
8.4. HEAP-Tabellen
8.5. InnoDB-Tabellen
8.5.1. Überblick über InnoDB-Tabellen
8.5.2. Mit InnoDB anfangen - Optionen
8.5.3. InnoDB-Tabellenplatz (Tablespace) erzeugen
8.5.4. InnoDB-Tabellen erzeugen
8.5.5. Hinzufügen und Entfernen von InnoDB-Daten- und -Log-Dateien
8.5.6. Datensicherung und Wiederherstellung einer InnoDB-Datenbank
8.5.7. Eine InnoDB-Datenbank auf eine andere Maschine verschieben
8.5.8. InnoDB-Transaktionsmodell
8.5.9. Tipps zur Performance-Steigerung
8.5.10. Implementation des Multiversionings
8.5.11. Tabellen- und Index-Strukturen
8.5.12. Verwaltung von Datei-Speicherplatz und Festplatten-Eingaben / -Ausgaben
8.5.13. Fehlerbehandlung
8.5.14. Beschränkungen von InnoDB-Tabellen
8.5.15. InnoDB-Kontaktinformationen
8.6. BDB- oder Berkeley_db-Tabellen
8.6.1. Überblick über BDB-Tabellen
8.6.2. BDB installieren
8.6.3. BDB-Startoptionen
8.6.4. Kennzeichen von BDB-Tabellen
8.6.5. Was in naher Zukunft bei BDB in Ordnung gebracht werden muss
8.6.6. Betriebssysteme, die von BDB unterstützt werden
8.6.7. Fehler, die bei der Benutzung von BDB-Tabellen auftreten können
9. MySQL-APIs
9.1. MySQL-PHP-API
9.1.1. Allgemeine Probleme mit MySQL und PHP
9.2. MySQL-Perl-API
9.2.1. DBI mit DBD::mysql
9.2.2. Die DBI-Schnittstelle
9.2.3. Weitere DBI/DBD-Informationen
9.3. MySQL-ODBC-Unterstützung
9.3.1. Wie Sie MyODBC installieren
9.3.2. Wie Sie die verschiedenen Felder im ODBC-Administrator Programm ausfüllen
9.3.3. Verbindungsparameter für MyODBC
9.3.4. Wie Sie Probleme mit MyODBC berichten
9.3.5. Programme, die bekanntermaßen mit MyODBC zusammenarbeiten
9.3.6. Wie man den Wert einer AUTO_INCREMENT-Spalte in ODBC erhält
9.3.7. Probleme mit MyODBC berichten
9.4. MySQL-C-API
9.4.1. C-API-Datentypen
9.4.2. C-API-Funktionsüberblick
9.4.3. C-API-Funktionsbeschreibungen
9.4.4. C-Threaded-Funktionsbeschreibungen
9.4.5. C-Embedded-Server-Funktionsbeschreibungen
9.4.6. Häufige Fragen und Probleme bei der Benutzung der C-API
9.4.7. Client-Programme bauen
9.4.8. Wie man einen threaded Client herstellt
9.4.9. libmysqld, die eingebettete MySQL-Server-Bibliothek
9.5. MySQL-C++-APIs
9.5.1. Borland C++
9.6. MySQL Java Connectivity (JDBC)
9.7. MySQL-Python-APIs
9.8. MySQL-Tcl-APIs
9.9. MySQL-Eiffel-Wrapper
10. MySQL erweitern
10.1. Hinzufügen neuer Funktionen zu MySQL
10.1.1. CREATE FUNCTION / DROP FUNCTION-Syntax
10.1.2. Hinzufügen einer neuen benutzerdefinierten Funktion
10.1.3. Hinzufügen einer neuen nativen Function
10.2. Hinzufügen neuer Prozeduren zu MySQL
10.2.1. PROCEDURE ANALYSE
10.2.2. Eine Prozedur schreiben
10.3. MySQL-Interna
10.3.1. MySQL-Thread
10.3.2. MySQL-Test-Suite
A. Probleme und häufige Fehler
A.1. Wie man feststellt, was Probleme verursacht
A.2. Einige gebräuchliche Fehler bei der Benutzung von MySQL
A.2.1. Access denied-Fehler
A.2.2. MySQL server has gone away-Fehler
A.2.3. Can't connect to [local] MySQL server-Fehler
A.2.4. Host '...' is blocked-Fehler
A.2.5. Too many connections-Fehler
A.2.6. Some non-transactional changed tables couldn't be rolled back-Fehler
A.2.7. No free memory-Fehler
A.2.8. Packet too large-Fehler
A.2.9. Kommunikationsfehler / Abgebrochene Verbindung
A.2.10. The table is full-Fehler
A.2.11. Can't create/write to file-Fehler
A.2.12. Command out of sync-Fehler in Client
A.2.13. User ignored-Fehler
A.2.14. Table 'xxx' doesn't exist-Fehler
A.2.15. Can't initialize charset xxx-Fehler.
A.2.16. File Not Found
A.3. Installationsbezogene Themen
A.3.1. Probleme beim Linken mit der MySQL-Client-Bibliothek
A.3.2. Wie man MySQL als normaler Benutzer laufen läßt
A.3.3. Probleme mit Dateirechten
A.4. Administrationsbezogene Themen
A.4.1. Was zu tun ist, wenn MySQL andauernd abstürzt
A.4.2. Wie ein vergessenes Passwort zurückgesetzt wird
A.4.3. Wie MySQL mit vollen Festplatten umgeht
A.4.4. Wohin MySQL temporäre Dateien speichert
A.4.5. Wie Sie die MySQL-Socket-Datei /tmp/mysql.sock schützen oder ändern
A.4.6. Zeitzonen-Probleme
A.5. Anfragenbezogene Themen
A.5.1. Groß-/Kleinschreibung beim Suchen
A.5.2. Probleme bei der Benutzung von DATE-Spalten
A.5.3. Probleme mit NULL-Werten
A.5.4. Probleme mit alias
A.5.5. Zeilen aus verwandten Tabellen löschen
A.5.6. Probleme bei keinen übereinstimmenden Zeilen lösen
A.6. Tabellendefinitionsbezogene Themen
A.6.1. Probleme mit ALTER TABLE.
A.6.2. Wie man die Reihenfolge der Spalten in einer Tabelle ändert
A.6.3. TEMPORARY TABLE-Probleme
B. Danksagungen
B.1. Entwickler bei MySQL AB
B.2. Kontributoren zu MySQL
B.3. Unterstützer von MySQL
C. MySQL-Änderungsverlauf (Change History)
C.1. Änderungen in Release 4.0.x (Entwicklung; Alpha)
C.1.1. Änderungen in Release 4.0.2
C.1.2. Änderungen in Release 4.0.1
C.1.3. Änderungen in Release 4.0.0
C.2. Änderungen in Release 3.23.x (Stabil)
C.2.1. Änderungen in Release 3.23.43
C.2.2. Änderungen in Release 3.23.42
C.2.3. Änderungen in Release 3.23.41
C.2.4. Änderungen in Release 3.23.40
C.2.5. Änderungen in Release 3.23.39
C.2.6. Änderungen in Release 3.23.38
C.2.7. Änderungen in Release 3.23.37
C.2.8. Änderungen in Release 3.23.36
C.2.9. Änderungen in Release 3.23.35
C.2.10. Änderungen in Release 3.23.34a
C.2.11. Änderungen in Release 3.23.34
C.2.12. Änderungen in Release 3.23.33
C.2.13. Änderungen in Release 3.23.32
C.2.14. Änderungen in Release 3.23.31
C.2.15. Änderungen in Release 3.23.30
C.2.16. Änderungen in Release 3.23.29
C.2.17. Änderungen in Release 3.23.28
C.2.18. Änderungen in Release 3.23.27
C.2.19. Änderungen in Release 3.23.26
C.2.20. Änderungen in Release 3.23.25
C.2.21. Änderungen in Release 3.23.24
C.2.22. Änderungen in Release 3.23.23
C.2.23. Änderungen in Release 3.23.22
C.2.24. Änderungen in Release 3.23.21
C.2.25. Änderungen in Release 3.23.20
C.2.26. Änderungen in Release 3.23.19
C.2.27. Änderungen in Release 3.23.18
C.2.28. Änderungen in Release 3.23.17
C.2.29. Änderungen in Release 3.23.16
C.2.30. Änderungen in Release 3.23.15
C.2.31. Änderungen in Release 3.23.14
C.2.32. Änderungen in Release 3.23.13
C.2.33. Änderungen in Release 3.23.12
C.2.34. Änderungen in Release 3.23.11
C.2.35. Änderungen in Release 3.23.10
C.2.36. Änderungen in Release 3.23.9
C.2.37. Änderungen in Release 3.23.8
C.2.38. Änderungen in Release 3.23.7
C.2.39. Änderungen in Release 3.23.6
C.2.40. Änderungen in Release 3.23.5
C.2.41. Änderungen in Release 3.23.4
C.2.42. Änderungen in Release 3.23.3
C.2.43. Änderungen in Release 3.23.2
C.2.44. Änderungen in Release 3.23.1
C.2.45. Änderungen in Release 3.23.0
D. Anmerkungen zur Portierung auf andere Systeme
D.1. Einen MySQL-Server debuggen
D.1.1. MySQL zum Debuggen kompilieren
D.1.2. Trace-Dateien erzeugen
D.1.3. mysqld unter gdb debuggen
D.1.4. Einen Stack-Trace benutzen
D.1.5. Log-Dateien benutzen, um Gründe für Fehler in mysqld zu finden
D.1.6. Einen Testfall herstellen, wenn Sie Tabellenbeschädigung feststellen
D.2. Einen MySQL-Client debuggen
D.3. Das DBUG-Paket
D.4. Sperrmethoden
D.5. Anmerkungen zu RTS-Thread
D.6. Unterschiede zwischen verschiedenen Thread-Paketen
E. Umgebungsvariablen
F. Beschreibung der MySQL-Syntax für reguläre Ausdrücke
G. GNU GENERAL PUBLIC LICENSE
H. GNU LESSER GENERAL PUBLIC LICENSE
Stichwortverzeichnis

Preface

Das ist das Handbuch für das MySQL-Datenbanksystem. Diese Version gehört zur MySQL-Version 5.0.6-beta. Sie finden ein Handbuch zu jeder älteren Version von MySQL in der Binär- oder Quelldistribution der entsprechenden Version.

Kapitel 1. Allgemeine Informationen über MySQL

MySQL ist ein sehr schneller und robuster, Multi-Thread und Multi-User SQL-Datenbank-Server (SQL = Structured Query Language, strukturierte Abfrage-Sprache). Die Einsatzgebiete des MySQL Server liegen in Hochleistungsapplikationen und in der Einbindung in weit verbreitete Massen-Software. MySQL ist eine Schutzmarke von MySQL AB.

Die MySQL Software steht unter einer Doppellizenz. Sie können sie entweder frei im Sinne der GNU GENERAL PUBLIC LICENSE (http://www.gnu.org/licenses/) verwenden, oder Sie erwerben eine komerzielle Lizenz, wenn Sie nicht durch die Restriktionen der GPL gebunden sein wollen. See Abschnitt 2.4.4, „MySQL-Lizenzpolitik“.

die MySQL Homepage enthält die letzten Informationen über MySQL.

Die folgende Liste beschreibt nützliche Teile des Handbuchs.

WICHTIG:

Berichte zu Fehlern (oft Bugs genannt) sowie Fragen und Bemerkungen sollten an die Mailingliste geschickt werden: . See Abschnitt 2.6.2.3, „Wie man Bugs oder Probleme berichtet“. Das mysqlbug Skript sollte benutzt werden, um Fehlerberichte zu erzeugen.

Bei Quelltext-Distributionen liegt das mysqlbug Skript im scripts Verzeichnis. Bei Binärdistributionen liegt mysqlbug im bin Verzeichnis. Wenn Sie einen empfindlichen Sicherheits-Bug in MySQL gefunden haben, sollten Sie eine E-Mail an schicken.

Kapitel 2. Vorbemerkungen zum deutschen Handbuch

Die Übersetzung einer so umfangreichen technischen Dokumentation wie des MySQL-Referenzhandbuchs ist schon eine besondere Herausforderung. Zumindest für jemanden, der seine Zielsprache ernst nimmt:

  • In diesem Handbuch wird nicht geupdated, sondern aktualisiert.

  • Eine MySQL-Distribution wird nicht gedownloaded, sondern herunter geladen.

  • Und Transaktionen werden nicht gerollbackt, sondern zurückgerollt.

Womit wir auch schon bei der besonderen Herausforderung wären: Jeder, der sich mit Transaktionen auskennt, weiß, dass beim Fehlschlagen einer solchen ein Rollback-Befehl ausgeführt wird. Dieses Hauptwort ins Deutsche zu übersetzen, würde zum Verständnis wenig beitragen - im Gegenteil.

Damit bleiben alle technischen Fachbegriffe, die sich so und nicht anders etabliert haben, englisch:

  • Ein SQL-Statement wird nicht als "Erklärung in der Strukturierten AbfrageSprache (SAS)" übersetzt.

  • Abkürzungen wie TCP/IP werden nicht zu ÜSP/ZP (ÜbertragungsSteuerungsProtokoll/ZwischennetzProtokoll).

  • Ein Client bleibt ein Client, und ein Server ein Server.

Die Fallstricke einer Übersetzung stecken allerdings in den Details:

  • Jeder SQL-Kenner weiß, was eine "query" ist. In diesem Handbuch ist das eine Anfrage.

  • Gibt es Probleme bei der Übermittlung einer Anfrage, kann es sein, dass eine Zeitüberschreitung eintritt. Der Profi hätte wahrscheinlich nach "Timeout" gesucht.

  • Manche Dinge sind einfacher: Ein "string" ist eine Zeichenkette (obwohl für Profis vielleicht ungewohnt), ein "hex value" ein hexadezimaler Wert.

Richtig spannend wird die Übersetzung bei Wörtern, die in der deutschen Fachsprache zumeist englisch verwendet werden, obwohl es passende deutsche Entsprechungen gibt:

  • Im Hauptspeicher ("RAM") zwischengespeicherte Daten werden auf die Festplatte zurückgeschrieben. Im Englischen heißt das "flushed to disk", und im Deutschen werden die Daten häufig "geflushed".

  • Daten werden zwischengespeichert ("gecached").

  • Speicher wird zugewiesen. Man kann auch "alloziert" sagen, was dem englischen "allocated" näher kommt.

Alle diese Entsprechungen, bei denen die deutsche Sprache eher in Vergessenheit geraten ist, wurden zweisprachig aufgenommen. Beispiele:

  • Alle Daten werden zwischen Anfragen auf die Festplatte zurück geschrieben (flush).

  • Aktualisieren Sie (Update), wenn alles in Ordnung ist.

  • Auf eine höhere Version von MySQL aktualisieren (Upgrade) ...

Gelegentlich wird auch in diesem Handbuch die "Performance getuned", neue "Features" eines MySQL-"Release" werden beschrieben usw. Anregungen für eine weiter gehende Eindeutschung nimmt der Übersetzer gern entgegen. Insbesondere gilt das auch für Hinweise zur Verkürzung deutscher Ausdrücke. Beispielsweise heißt "case sensitive" (14 Buchstaben) im Handbuch "abhängig von der verwendeten Groß-/Kleinschreibung" (44 Buchstaben).

Letzter Punkt: Die Übersetzung erfolgte in äußerst enger Anlehnung an das englischsprachige Original. Nichts wurde hinzugefügt (ausser diesem Vorwort), geändert oder weggelassen (Ausnahme: die Geschichte der Änderungen (ChangeLog) vor Version 3.23). Es liegt in der Natur der Dinge, dass weder Original noch Übersetzung frei von Fehlern sind (obwohl wir das anstreben). Berichten Sie bitte Übersetzungsfehler, stilistische "Bugs", die das Verständnis beeinträchtigen und sonstige Anmerkungen zur Übersetzung direkt an:

Stefan Hinz,

Berlin, im Februar 2002

Stefan Hinz

2.1. Über dieses Handbuch

Das ist ein Referenzhandbuch. Es enthält keine allgemeinen Anleitungen zu SQL oder relationalen Datenbankkonzepten.

Da die MySQL Datenbank Software eine laufende Weiterentwicklung erfährt, wird das Handbuch regelmäßig aktualisiert. Die jeweils aktuellste Version dieses Handbuchs befindet sich unter http://www.mysql.com/documentation/. Dieses Handbuch ist gegenwärtig verfügbar in Texinfo, als Klartext (plain text), Info, HTML, PostScript und PDF. Das Primärdokument ist die Texinfo-Datei. Die HTML-Version wird automatisch produziert, indem eine modifizierte Version von texi2html benutzt wird. Die Klartext- und Info- Versionen werden mit makeinfo hergestellt. Die PostScript-Version wird mit texi2dvi und dvips produziert. Die PDF-Version wird mit pdftex hergestellt.

Wenn Sie Schwierigkeiten haben, Informationen zu finden, beachten Sie bitte auch die durchsuchbare PHP Version des Handbuchs unter http://www.mysql.com/doc/.

Wenn Sie Vorschläge für Hinzufügungen oder Korrekturen dieses Handbuchs haben, schicken Sie sie bitte an das Handbuch-Team: .

Dieses Handbuch wurde geschrieben und wird gewartet von David Axmark, Michael (Monty) Widenius, Jeremy Cole, und Paul DuBois. Andere Kontributoren sind unter Anhang B, Danksagungen aufgelistet. Die deutsche Übersetzung stammt von Stefan Hinz. Für die Aktualität ist Jan Lehnardt zuständig.

Das Copyright (2002) für dieses liegt bei der schwedischen Firma MySQL AB. See Abschnitt 2.4.2, „Copyrights und Lizenzen, die von MySQL verwendet werden.“.

2.1.1. Konventionen in diesem Handbuch

Dieses Handbuch benutzt bestimmte typographische Konventionen:

  • constant

    Schriftart gleicher Breite (nicht-proportionale Schrift) wird für Befehle und Optionen benutzt, für SQL-Statements, Datenbank-, Tabellen- und Spaltennamen, für C- und PERL-Code und für Umgebungsvariablen. Beispiel: ``Um festzustellen, wie mysqladmin funktioniert, rufen Sie den Befehl mit der --help Option auf.''

  • filename

    Schriftart gleicher Breite, die von Anführungszeichen umgeben ist, wird für Datei- und Pfadnamen benutzt. Beispiel: ``Die Distribution wird im Verzeichnis /usr/local/ installiert.''

  • c

    Schriftart gleicher Breite, die von Anführungszeichen umgeben ist, wird auch benutzt um Zeichenfolgen anzuzeigen. Beispiel: ``Um ein Platzhalterzeichen einzugeben, benutzen Sie das ‘%’ Zeichen.''

  • italic

    Kursivschrift wird für Hervorhebungen verwendet, wie in diesem Beispiel.

  • boldface

    Fettschrift wird für Namen von Zugriffsrechten verwendet (zum Beispiel: ``Gewähren Sie das process Zugriffsrecht nicht leichtfertig'') und gelegentlich, um besonders starke Hervorhebungen zu kennzeichnen.

Wenn Befehle gezeigt werden, die durch ein bestimmtes Programm ausgeführt werden sollen, wird dieses Programm durch einen Prompt (Eingabeaufforderung) vor dem Befehl angezeigt. Der shell> Prompt zum Beispiel zeigt an, dass Sie den Befehl von Ihrer Login-Shell aus ausführen sollen. mysql> zeigt an, dass Sie den Befehl vom mysql Client-Programm aus ausführen sollen:

shell> geben sie hier ein shell-kommando ein
mysql> geben sie hier ein mysql-kommando ein

Shell-Befehle werden mit der Bourne-Shell-Syntax dargestellt. Wenn Sie eine csh-Shell benutzen, müssen die Befehle evtl. etwas anders eingegeben werden. Das folgende Beispiel zeigt, wie mit der Bourne-Shell eine Umgebungsvariable gesetzt wird und anschließend ein Befehl abgesetzt wird:

shell> VARNAME=wert irgendein_befehl

Um csh auszuführen, würden Sie folgende Sequenz ausführen:

shell> setenv VARNAME wert
shell> irgendein_befehl

Oft müssen Datenbank-, Tabellen- und Spaltennamen in konkreten Befehlen ersetzt werden. Um anzuzeigen, dass eine solche Ersetzung notwendig ist, benutzt dieses Handbuch db_name, tbl_name und col_name. Sie könnten zum Beispiel folgendes Statement sehen:

mysql> SELECT spalten_name FROM datenbank_name.tabellen_name;

Wenn Sie ein ähnliches Statement eingeben wollen, müssen Sie Ihre eigenen Datenbank-, Tabellen- und Spaltennamen eingeben, zum Beispiel wie folgt:

mysql> SELECT autor_name FROM bibliothek.autorenliste;

SQL-Statements können in Groß- und Kleinschreibung geschrieben werden. Wenn dieses Handbuch SQL-Statements darstellt, wird Großschreibung verwendet, um spezielle Schlüsselworte in diesem Kontext hervorzuheben. Kleinschreibung wird für den Rest des Statements verwendet. Folgendes könnten Sie im Kontext des SELECT Statements sehen:

mysql> SELECT count(*) FROM tabellen_name;

Im Kontext der COUNT() Funktion hingegen könnte dasselbe Statement wie folgt geschrieben werden:

mysql> select COUNT(*) from tabellen_name;

Wenn keine besondere Hervorhebung beabsichtigt wird, werden alle Schlüsselworte in Großschreibung dargestellt.

In Syntax-Beschreibungen werden eckige Klammern (‘[’ und ‘]’) benutzt, um wahlfrei (optionale) Wörter oder Klauseln anzuzeigen:

DROP TABLE [IF EXISTS] tabellen_name

Wenn ein Syntaxelement aus einer Anzahl von Alternativen besteht, werden die Alternativen durch gerade Striche (‘|’) voneinander getrennt. Wenn genau ein Element aus einer Anzahl von Möglichkeiten ausgewählt werden (kann), werden die Alternativen mit eckigen Klammern aufgelistet (‘[’ und ‘]’):

TRIM([[BOTH | LEADING | TRAILING] [remstr] FROM] str)

Wenn genau ein Element aus einer Anzahl von Möglichkeiten ausgewählt werden muss, werden die Alternativen innerhalb geschweifter Klammern aufgelistet (‘{’ und ‘}’):

{DESCRIBE | DESC} tbl_name {col_name | wild}

2.2. Was ist MySQL?

MySQL, die populärste Open Source SQL-Datenbank, wird von MySQL AB zur Verfügung gestellt. MySQL AB ist ein kommerzielles Unternehmen, dessen Geschäft darin besteht, Serviceleistungen rund um die MySQL-Datenbank zur Verfügung zu stellen. See Abschnitt 2.3, „Was ist MySQL AB?“.

  • MySQL ist ein Datenbank-Managementsystem.

    Eine Datenbank ist eine strukturierte Sammlung von Daten. Das kann alles sein - von einer einfachen Einkaufsliste über eine Bildergalerie bis zu riesigen Informationsmengen in einem Unternehmensnetzwerk. Um Daten zu einer Computer-Datenbank hinzuzufügen, auf sie zuzugreifen und sie zu verarbeiten, benötigen Sie ein Datenbank-Managementsystem wie MySQL. Weil Computer sehr gut darin sind, große Datenmengen zu handhaben, spielt Datenbank-Management eine zentrale Rolle im Computer-Bereich, sowohl bei Anwendungen, die allein laufen (Stand-Alone-Utilities) als auch als Teil anderer Anwendungen.

  • MySQL ist ein relationales Datenbank-Managementsystem.

    Eine relationale Datenbank speichert Daten in separaten Tabellen, anstatt sie alle in einem einzigen großen Speicherraum unterzubringen. Hierdurch werden hohe Geschwindigkeit und Flexibilität erreicht. Die Tabellen werden durch definierte Beziehungen verbunden (Relationen), was es möglich macht, Daten aus verschiedenen Tabellen auf Nachfrage zu kombinieren. Der SQL-Teil von MySQL steht für "Structured Query Language" (strukturierte Abfragesprache) - die verbreitetste standardisierte Sprache für Datenbankzugriffe.

  • MySQL ist Open-Source-Software.

    Open Source bedeutet, dass es für jeden möglich ist, solche Software zu benutzen und zu verändern. Jeder kann MySQL aus dem Internet herunter laden und benutzen, ohne irgend etwas zu bezahlen. Jeder, der daran interessiert ist, kann den Quelltext studieren und den eigenen Bedürfnissen entsprechend verändern. MySQL benutzt die GPL (GNU General Public License) http://www.gnu.org, um festzulegen, was Sie mit der Software tun dürfen und was Sie nicht tun dürfen, abhängig von unterschiedlichen Situationen. Wenn Ihnen die GPL Probleme bereitet oder wenn Sie MySQL in eine kommerzielle Anwendung einbetten müssen, können Sie eine kommerziell lizensierte Version von uns erwerben.

  • Warum sollten Sie MySQL benutzen?

    MySQL ist sehr schnell, zuverlässig und leicht zu benutzen. Wenn Sie nach diesen Eigenschaften suchen, sollten Sie MySQL ausprobieren. MySQL besitzt eine ganze Reihe praktischer Features, die in enger Kooperation mit unseren Benutzern entwickelt wurden. Einen Performance-Vergleich zwischen MySQL und einigen anderen Datenbank-Managementsystemen finden Sie auf unserer Benchmark-Seite. See Abschnitt 6.1.4, „Die MySQL-Benchmark-Suite“.

    MySQL wurde ursprünglich entwickelt, um sehr große Datenbanken handhaben zu können, und zwar sehr viel schneller als existierende Lösungen. Es wurde mehrere Jahre in höchst anspruchsvollen Produktionsumgebungen eingesetzt. Heutzutage bietet MySQL eine umfangreiche Reihe sehr nützlicher Funktionen. Connectivity, Geschwindigkeit und Sicherheit machen MySQL äußerst geeignet, um auf Datenbanken über das Internet zuzugreifen.

  • Die technischen Features von MySQL

    Weiter führende technische Informationen finden Sie unter Kapitel 7, MySQL-Sprachreferenz. MySQL ist ein Client-Server-System, das aus einem multi-thread SQL-Server besteht, der unterschiedliche Backends, verschiedene Client-Programme und -Bibliotheken, Verwaltungswerkzeuge und etliche Programmschnittstellen unterstützt.

    Wir stellen MySQL auch als multi-thread Bibliothek zur Verfügung, die Sie mit Ihren Anwendungen verknüpfen können, um ein kleineres, schnelleres und leichter zu bedienendes Produkt zu erhalten.

  • MySQL stellt beigesteuerte (contributed) Software in großer Menge

    zur Verfügung.

    Es ist sehr wahrscheinlich, dass Ihre Lieblingsanwendung oder -sprache bereits MySQL unterstützt.

Offiziell wird MySQL 'Mai Ess Ku Ell' ausgesprochen (nicht 'Mai Siekwel'). Wir vermeiden allerdings, Leute zu korrigieren, die Mai-Siekwel sagen.

Wir fingen ursprünglich mit der Intention an, den mSQL-Code zu benutzen, um unsere eigenen Tabellen anzusprechen, wobei wir unsere eigenen schnellen Low-Level-Routinen (ISAM) benutzten. Nach einigem Testen gelangten wir allerdings zur Überzeugung, dass mSQL weder schnell noch flexibel genug wäre, um unsere Anforderungen abzudecken. Dies resultierte in einer neuen SQL-Schnittstelle zu unserer Datenbank, allerdings mit fast derselben API-Schnittstelle, wie sie mSQL benutzt. Diese API wurde gewählt, weil sie es erlaubte, Code von Drittanbietern einfach zu portieren. Die Entstehung des Namens MySQL ist nicht völlig geklärt. Unser Basis-Verzeichnis und eine große Anzahl unserer Bibliotheken und Werkzeuge hatten immer schon das Präfix ``my'' während mehr als 10 Jahren. Wie auch immer, auch Montys Tochter (einige Jahre jünger) heißt My. Welcher der beiden Umstände MySQL den Namen gab, ist immer noch ein Rätsel, sogar für uns.

2.2.1. Die wichtigsten Features von MySQL

Die folgende Liste beschreibt einige wichtige Charakteristika von MySQL:

  • Voll multi-thread unter Benutzung von Kernel-Threads. Das bedeutet, dass Sie sehr einfach mehrere Prozessoren benutzen können, falls verfügbar.

  • C-, C++-, Eiffel-, Java-, Perl-, PHP-, Python- und Tcl-APIs. See Kapitel 9, MySQL-APIs.

  • Läuft auf vielen verschiedenen Plattformen. See Abschnitt 3.2.2, „Betriebssysteme, die von MySQL unterstützt werden“.

  • Viele Spaltentypen: vorzeichenbehaftete / vorzeichenlose Ganzzahlen (Integer), die 1, 2, 3, 4 und 8 Byte lang sind, FLOAT, DOUBLE, CHAR, VARCHAR, TEXT, BLOB, DATE, TIME, DATETIME, TIMESTAMP, YEAR, SET, und ENUM Typen. See Abschnitt 7.2, „Spaltentypen“.

  • Sehr schnelle Joins durch Benutzung eines optimierten Multi-Joins in einem Durchgang (one-sweep multi-join).

  • Volle Operator- und Funktionsunterstützung in SELECT- und WHERE-Teilen von Anfragen. Beispiel:

    mysql> SELECT CONCAT(vorname, " ", nachname) FROM tabellen_name
               WHERE einkommen/dependents > 10000 AND age > 30;
    
  • SQL-Funktionen sind durch eine hoch optimierte Klassenbibliothek implementiert und sollten so schnell sein, wie es geht! Üblicherweise gibt es überhaupt keine Speicherzuordnung (memory allocation) nach der Initialisierung von Anfragen.

  • Volle Unterstützung für SQL-GROUP BY und ORDER BY- Klauseln. Unterstützung für Gruppierungsfunktionen (COUNT(), COUNT(DISTINCT ...), AVG(), STD(), SUM(), MAX() und MIN()).

  • Unterstützung für LEFT OUTER JOIN und RIGHT OUTER JOIN mit ANSI-SQL und ODBC-Syntax.

  • Sie können Tabellen aus unterschiedlichen Datenbanken in ein und derselben SQL-Anfrage benutzen (ab Version 3.22).

  • Ein System von Zugriffsberechtigungen und Passwörtern, das sehr flexibel und sicher ist, und das Host-basierende Verifizierung erlaubt. Passwörter sind sicher, weil jeder Passwort-Verkehr verschlüsselt wird, wenn Sie sich mit einem Server verbinden.

  • ODBC (Open-DataBase-Connectivity) Unterstützung für Win32 (mit Quelltext). Alle ODBC 2.5 Funktionen und viele weitere. Sie können zum Beispiel MS Access benutzen, um sich mit Ihrem MySQL-Server zu verbinden. See Abschnitt 9.3, „MySQL-ODBC-Unterstützung“.

  • Sehr schnelle B-tree disk Tabellen mit Index-Kompression.

  • Bis zu 32 Indexe pro Tabelle erlaubt. Jeder Index kann aus 1 bis 16 Spalten oder Teilen von Spalten bestehen. Die maximale Indexlänge beträgt 500 Bytes (das ändert sich evtl., wenn MySQL kompiliert wird). Ein Index kann das Präfix eines CHAR- oder VARCHAR-Felds benutzen.

  • Datensätze fester und variabler Länge.

  • Im Arbeitsspeicher gehaltene Hash-Tabellen, die als temporäre Tabellen benutzt werden.

  • Kann große Datenbanken handhaben. Wir selbst benutzen MySQL bei einigen Datenbanken, die 50 Mio. Datensätze haben und wir kennen Benutzer, die MySQL mit 60.000 Tabellen und etwa 5 Milliarden Zeilen benutzen.

  • Alle Spalten können Vorgabewerte (Defaults) haben. Sie können INSERT benutzen, um eine Untermenge der Tabellenspalten mit Werten zu bestücken. Diejenigen Spalten, die nicht explizit angesprochen werden, werden auf ihre Vorgabewerte gesetzt.

  • Benutzt GNU Automake, Autoconf und Libtool aus Portabilitätsgründen.

  • Geschrieben in C und C++. Getestet mit großen Anzahl verschiedener Compiler.

  • Ein sehr schnelles Thread-basierendes Speicherzuordnungs-System (memory allocation system).

  • Keine Speicherlecks (memory leaks). MySQL wurde mit Purify getestet, einem kommerziellen Werkzeug zur Entdeckung von Speicherlecks.

  • Beinhaltet myisamchk, ein sehr schnelles Dienstprogramm zur Überprüfung, Optimierung und Reparatur von Tabellen. Die gesamte Funktionalität von myisamchk steht auch über die SQL-Schnittstelle zur Verfügung. See Kapitel 5, MySQL-Datenbankadministration.

  • Volle Unterstützung für mehrere unterschiedliche Zeichensätze, incl. ISO- 8859-1 (Latin1), big5, ujis und weitere. So sind zum Beispiel die skandinavischen Zeichen `a*', `ä' und `ö' in Tabellen- und Spaltennamen erlaubt.

  • Alle Daten werden mit dem ausgewählten Zeichensatz gespeichert. Alle Vergleiche für normale Zeichenkettenvergleiche sind unabhängig von Groß- und Kleinschreibung.

  • Die Sortierung ist abhängig vom gewählten Zeichensatz (schwedisch als Vorgabe). Das kann beim Start des MySQL-Servers geändert werden. Um beispielsweise eine sehr fortgeschrittene Sortierung zu sehen, sehen Sie sich den tschechischen Sortier-Code an. MySQL unterstützt viele unterschiedliche Zeichensätze, die bei der Kompilierung und während der Laufzeit festgelegt werden können. Der neue Zeichensatz 'latin_de' sorgt für eine korrekte deutsche Sortierreihenfolge.

  • Aliase auf Tabellen und Spalten sind erlaubt, wie im SQL92-Standard festgelegt.

  • DELETE, INSERT, REPLACE und UPDATE geben die Anzahl der Zeilen zurück, die geändert wurden (bzw. betroffen sind). Es ist statt dessen auch möglich, die Anzahl der übereinstimmenden Zeilen zurückzugeben, indem beim Verbindungsstart zum Server ein entsprechendes Flag gesetzt wird.

  • Funktionsnamen kollidieren nicht mit Tabellen- oder Spaltennamen. ABS zum Beispiel ist ein gültiger Spaltenname. Die einzige Einschränkung besteht drin, dass in einem Funktionsaufruf keine Leerzeichen zwischen Funktionsname und der öffnenden runden Klammer, die diesem folgt ‘(’, erlaubt ist. See Abschnitt 7.1.6, „Ist MySQL pingelig hinsichtlich reservierter Wörter?“.

  • Alle MySQL-Programme können mit der --help oder -? Option aufgerufen werden, um Online-Hilfe zu erhalten.

  • Der Server kann Clients Fehlermeldungen in verschiedenen Sprachen zur Verfügung stellen. See Abschnitt 5.6.2, „Nicht englische Fehlermeldungen“.

  • Clients können sich mit dem MySQL-Server über TCP/IP Sockets, Unix Sockets (Unix) oder Named Pipes (NT) verbinden.

  • Der MySQL-spezifische SHOW-Befehl kann benutzt werden, um Informationen über Datenbanken, Tabellen und Indexe zu erhalten. Der EXPLAIN-Code kann benutzt werden um festzustellen, wie der Optimierer eine Anfrage auflöst.

2.2.2. Wie stabil ist MySQL?

Dieser Abschnitt beschäftigt sich mit den Fragen ``Wie stabil ist MySQL?'' und ``Kann ich mich auf MySQL bei diesem Projekt verlassen?'' Wir werden versuchen, einige Dinge klar zu stellen und einige der wichtigeren Fragen zu beantworten, die offensichtlich viele Leute beschäftigen. Dieser Abschnitt wurde aus Informationen zusammen gestellt, die aus der Mailing-Liste gesammelt wurden (die sehr aktiv beim Berichten von Bugs ist).

Bei TcX funktioniert MySQL ohne jegliche Probleme in unseren Projekten seit Mitte 1996. Als MySQL einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, fiel uns auf, dass es einige Teile von ``ungetestetem Code'' gab, die schnell von neuen Benutzern gefunden wurden, die Anfragen machten, die von unseren eigenen abwichen. Seitdem hat jedes neue Release weniger Portabilitätsprobleme als das vorhergehende (obwohl jedes viele neue Features hat).

Jedes Release von MySQL war benutzbar. Probleme gab es nur, wenn Benutzer anfingen, Code aus den ``Grauzonen'' zu benutzen. Natürlich wissen Benutzer von ausserhalb nicht, was diese Grauzonen sind, daher versucht dieser Abschnitt, die momentan bekannten aufzuzeigen. Die Beschreibungen hier beziehen sich auf Version 3.23 von MySQL. Alle bekannten und berichteten Bugs werden in der letzten Version behoben, mit Ausnahme der Bugs, die im Bugs-Abschnitt aufgelistet sind, was Dinge sind, die auf das Design zurückzuführen sind. See Abschnitt 2.7.5, „Bekannte Fehler und Design-Unzulänglichkeiten in MySQL“.

MySQL ist in mehrfachen Ebenen (Layers) und verschiedenen unabhängigen Modulen geschrieben. Diese Module sind im Folgenden aufgeführt, wobei angezeigt wird, wie gut getestet jedes von ihnen ist:

  • Der ISAM Tabellen-Handler --- stabil

    Dieser verwaltet Speicherung und Abfrage aller Daten in MySQL Version 3.22 und früher. In allen Releases von MySQL gab es nicht einen einzigen (berichteten) Bug in diesem Code. Die einzige Möglichkeit, eine zerstörte (korrumpierte) Tabelle zu erhalten, besteht darin, den Server mitten während eines Updates zu killen. Selbst dadurch ist es unwahrscheinlich, dass Daten unwiederbringlich zerstört werden, denn alle Daten werden zwischen Anfragen auf die Festplatte zurück geschrieben (flush). Es hat nicht einen einzigen Bug-Bericht gegeben, in dem von verlorenen Daten aufgrund von MySQL-Bugs berichtet wurde.

  • Der MyISAM Tabellen-Handler --- stabil

    Dieser wurde in MySQL Version 3.23 hinzu gefügt. Er basiert zum großen Teil auf dem ISAM Tabellen-Code, hat aber eine Menge neuer und sehr nützlicher Features.

  • Der Parser und lexikalische Analysator --- stabil

    Es hat seit sehr langer Zeit keinen einzigen berichteten Bug in diesem System gegeben.

  • Der C Client-Code --- stabil

    Keine bekannten Probleme. Im frühen 3.20 Release gab es einige Einschränkungen hinsichtlich der Größe des Sende- / Empfangs-Puffers (buffer size). Ab Version 3.21 ist die Puffergröße jetzt dynamisch, bis zu einem Vorgabewert von 16 M.

  • Standard-Client-Programme --- stabil

    Dies beinhaltet mysql, mysqladmin, mysqlshow, mysqldump und mysqlimport.

  • Basis-SQL --- stabil

    Die grundlegenden SQL-Funktionen, Zeichenketten-Klassen und dynamisches Speicher-Handling. Nicht ein einziger berichteter Bug in diesem System.

  • Anfragen-Optimierer (Query optimizer) --- stabil

  • Bereichs-Optimierer (Range optimizer) --- stabil

  • Join-Optimierer (Join optimizer) --- stabil

  • Sperren (Locking) --- Gamma

    Dies ist sehr system-abhängig. Auf einigen Systemen gibt es große Probleme, wenn Standard-Betriebssystem-Sperren verwendet wird (fcntl()). In solchen Fällen sollten Sie den MySQL-Daemon mit dem Flag --skip-locking laufen lassen. Bekannt ist, dass solche Probleme auf manchen Linux-Systemen vorkommen sowie auf SunOS, wenn NFS- gemountete Dateisysteme verwendet werden.

  • Linux-Threads --- stabil

    Das hauptsächliche Problem fand sich im fcntl()-Aufruf, der durch Benutzung der --skip-locking-Option bei mysqld behoben werden kann. Einige Leute haben Lockup-Probleme mit Version 0.5 berichtet. Linux-Threads müssen rekompiliert werden, wenn Sie mehr als 1000 gleichzeitige Verbindungen benutzen wollen. Obwohl es möglich ist, so viele Verbindungen mit den vorgabemäßigen Linux-Threads laufen zu lassen (obwohl man nie über 1021 kommen wird), macht das vorgabemäßige Stack-Spacing von 2 MB die Applikation unstabil, und wir konnten einen Coredump reproduzieren, nachdem 1021 Verbindungen im Leerlauf (idle connections) hergestellt wurden. See Abschnitt 3.6.1, „Linux (alle Linux-Versionen)“.

  • Solaris 2.5+ pthreads --- stabil

    Wir benutzen dies für unsere gesamte Produktionsarbeit.

  • MIT-pthreads (andere Systeme) --- stabil

    Seit Version 3.20.15 gab es keine berichteten Bugs mehr, und keine bekannten Bugs seit Version 3.20.16. Auf einigen Systemen gibt es ein ``Misfeature'', das heißt einige Operationen sind recht langsam (1/20 Sekunde Schlafzyklus zwischen jeder Anfrage). Natürlich können MIT- Threads alles ein bisschen verlangsamen, aber Index-basierende SELECT-Statements werden üblicherweise in einem Zeit-Frame ausgeführt, also sollte es kein mutex locking/thread juggling geben.

  • Andere Thread-Implementierungen --- Beta - Gamma

    Die Ports zu anderen Systemen sind noch sehr neu und können Bugs haben, möglicherweise auch in MySQL, aber in den meisten Fällen in der Thread- Implementierung selbst.

  • LOAD DATA ..., INSERT ... SELECT --- stabil

    Einige Leute dachten, hier Bugs gefunden zu haben, aber üblicherweise haben sich diese als Missverständnisse heraus gestellt. Bitte sehen Sie zuerst im Handbuch nach, bevor Sie Bugs berichten!

  • ALTER TABLE --- stabil

    Einige Änderungen in Version 3.22.12.

  • DBD --- stabil

    Wird jetzt von Jochen Wiedmann gewartet (). Danke!

  • mysqlaccess --- stabil

    Geschrieben und gewartet von Yves Carlier (). Danke!

  • GRANT --- stabil

    große Änderungen in MySQL Version 3.22.12.

  • MyODBC (benutzt ODBC SDK 2.5) --- Gamma

    Scheint mit einigen Programmen gut zu laufen.

  • Replikation -- Beta / Gamma

    Wir arbeiten noch an der Replikation, also erwarten Sie nicht, dass diese schon felsenfest steht. Auf der anderen Seite benutzen MySQL- Benutzer diese bereits mit guten Resultaten.

  • BDB-Tabellen -- Beta

    Der Berkeley-Datenbank-Code ist sehr stabil, aber wir verbessern immer noch die Schnittstelle zwischen MySQL und BDB-Tabellen, also wird es einige Zeit dauern, bevor dies so gut wie andere Tabellentypen getestet ist.

  • InnoDB-Tabellen -- stabil

    Der transaktionale Tabellen-Handler InnoDB wurde im MySQL 3.23-Baum stabil erklärt, ab Version 3.23.49. InnoDB wird in großen hochbelasteten Produktionssystemen eingesetzt.

  • Automatische Wiederherstellung von MyISAM-Tabellen - Beta

    Dies betrifft nur den neuen Code, der beim Öffnen einer Tabelle nachsieht, ob diese korrekt geschlossen wurde und ein automatisches Überprüfen / Reparieren der Tabelle ausführt, falls das nicht der Fall war.

  • MERGE-Tabellen -- Beta / Gamma

    Die Benutzung von Schlüsseln bei MERGE-Tabellen ist noch nicht sehr ausgetestet. Der restliche Teile des MERGE-Codes ist recht gut getestet.

  • FULLTEXT -- Beta

    Textsuche scheint zu funktionieren, wird aber noch nicht viel eingesetzt.

MySQL AB stellt E-Mail-Support für zahlende Kunden bereit, aber die MySQL-Mailingliste bietet üblicher Weise Antworten für die meisten Fragen. Bugs werden meist direkt mit einem Patch behoben; für schwerwiegende Bugs gibt es fast immer ein neues Release.

2.2.3. Wie groß können MySQL-Tabellen sein?

MySQL Version 3.22 hat eine Begrenzung auf 4G bei der Tabellengröße. Mit dem neuen MyISAM in MySQL Version 3.23 wurde die maximale Tabellengröße auf 8 Millionen Terabytes (2 ^ 63 bytes) hochgeschraubt.

Beachten Sie allerdings, dass Betriebssysteme ihre eigenen Dateigrößen- Beschränkungen haben. Hier sind einige Beispiele:

BetriebssystemDateigrößen-Beschränkung
Linux-Intel 32 bit2G, 4G oder mehr, abhängig von der Linux-Version
Linux-Alpha8T (?)
Solaris 2.5.12G (möglich sind 4G mit Patch)
Solaris 2.64G
Solaris 2.7 Intel4G
Solaris 2.7 ULTRA-SPARC8T (?)

Auf Linux 2.2 kann man größere Tabellen als 2G benutzen, wenn man den LFS-Patch für das ext2 Dateisystem benutzt. Auf Linux 2.4 existiert zusätzlich ein Patch für das ReiserFS, um Unterstützung für große Dateien zu erhalten.

Letztlich wird die Tabellengröße für MySQL normalerweise durch das Betriebssystem begrenzt.

Vorgabemäßig haben MySQL-Tabellen eine maximale Größe von etwa 4G. Sie können die maximale Tabellengröße für eine Tabelle mit dem SHOW TABLE STATUS-Befehl überprüfen oder mit myisamchk -dv tabellen_name. See Abschnitt 5.5.5, „SHOW-Syntax“.

Wenn Sie größere Tabellen als 4G benötigen (und Ihr Betriebssystem dies unterstützt), sollten Sie die AVG_ROW_LENGTH- und MAX_ROWS-Parameter benutzen, wenn Sie Ihre Tabelle anlegen. See Abschnitt 7.5.3, „CREATE TABLE-Syntax“. Sie können diese auch später setzen, mit ALTER TABLE. See Abschnitt 7.5.4, „ALTER TABLE-Syntax“.

Falls auf Ihre große Tabelle nur mit Lesezugriff zugegriffen wird (read-only), können Sie auch myisampack benutzen, um mehrere Tabellen zu vereinen (merge) und sie zu einer zu komprimieren. myisampack komprimiert eine Tabelle üblicherweise mindestens um 50%, also können Sie effektiv viel größere Tabellen benutzen. See Abschnitt 5.7.4, „myisampack, MySQL-Programm zum Erzeugen komprimierter Nur-Lese-Tabellen“.

Sie können die Dateibegrenzung des Betriebssystems für MyISAM Daten-Dateien umgehen, indem Sie die RAID-Option benutzen. See Abschnitt 7.5.3, „CREATE TABLE-Syntax“.

Eine weitere Lösung kann die MERGE-Bibliothek darstellen, die Ihnen erlaubt, eine Sammlung identischer Tabellen zugleich zu benutzen. See Abschnitt 8.2, „MERGE-Tabellen“.

2.2.4. Jahr-2000-Konformität

MySQL selbst hat keine Probleme mit der Jahr-2000-Konformität:

  • MySQL benutzt Unix-Zeitfunktionen und hat keine Probleme mit Datumsangaben bis 2069. Alle zweistelligen Jahresangaben werden als Angaben zwischen 1970 und 2069, betrachtet, was bedeutet, dass, wenn Sie 01 in einer Spalte speichern, MySQL dies als 2001 behandelt.

  • Alle MySQL Datumsfunktionen sind in einer Datei sql/time.cc gespeichert und sehr sorgfältig kodiert, um Jahr-2000-sicher zu sein.

  • In MySQL Version 3.22 und später kann der neue Spaltentyp YEAR Jahre 0 und von 1901 bis 2155 in 1 Byte speichern und sie mit 2 oder 4 Ziffern anzeigen.

Probleme können Sie bekommen, wenn Sie MySQL mit Applikationen benutzen, die MySQL auf eine Art benutzen, die nicht Jahr-2000-sicher ist. Zum Beispiel speichern oder ändern viele alte Applikationen Jahresangaben, indem sie zweistellige Werte benutzen (was mehrdeutig ist), anstatt vierstellige Werte zu nehmen. Dieses Problem kann durch Applikationen verschlimmert werden, die Werte wie 00 oder 99 als Anzeiger ``fehlender'' Werte benutzen.

Leider sind diese Probleme möglicherweise schwer zu beheben, weil verschiedene Applikationen von unterschiedlichen Programmierern geschrieben sein können, von denen jeder einen anderen Satz von Konventionen und Funktionen benutzt haben kann, was die Handhabung von Datumsangaben betrifft.

Hier ist eine einfache Demonstration, die zeigt, dass MySQL keine Probleme mit Datumsangaben bis zum Jahr 2030 hat:

mysql> DROP TABLE IF EXISTS y2k;
Query OK, 0 rows affected (0.01 sec)

mysql> CREATE TABLE y2k (date date, date_time datetime, time_stamp timestamp);
Query OK, 0 rows affected (0.00 sec)

mysql> INSERT INTO y2k VALUES 
    -> ("1998-12-31","1998-12-31 23:59:59",19981231235959),
    -> ("1999-01-01","1999-01-01 00:00:00",19990101000000),
    -> ("1999-09-09","1999-09-09 23:59:59",19990909235959),
    -> ("2000-01-01","2000-01-01 00:00:00",20000101000000),
    -> ("2000-02-28","2000-02-28 00:00:00",20000228000000),
    -> ("2000-02-29","2000-02-29 00:00:00",20000229000000),
    -> ("2000-03-01","2000-03-01 00:00:00",20000301000000),
    -> ("2000-12-31","2000-12-31 23:59:59",20001231235959),
    -> ("2001-01-01","2001-01-01 00:00:00",20010101000000),
    -> ("2004-12-31","2004-12-31 23:59:59",20041231235959),
    -> ("2005-01-01","2005-01-01 00:00:00",20050101000000),
    -> ("2030-01-01","2030-01-01 00:00:00",20300101000000),
    -> ("2050-01-01","2050-01-01 00:00:00",20500101000000);
Query OK, 13 rows affected (0.01 sec)
Records: 13  Duplicates: 0  Warnings: 0

mysql> SELECT * FROM y2k;
+------------+---------------------+----------------+
| date       | date_time           | time_stamp     |
+------------+---------------------+----------------+
| 1998-12-31 | 1998-12-31 23:59:59 | 19981231235959 |
| 1999-01-01 | 1999-01-01 00:00:00 | 19990101000000 |
| 1999-09-09 | 1999-09-09 23:59:59 | 19990909235959 |
| 2000-01-01 | 2000-01-01 00:00:00 | 20000101000000 |
| 2000-02-28 | 2000-02-28 00:00:00 | 20000228000000 |
| 2000-02-29 | 2000-02-29 00:00:00 | 20000229000000 |
| 2000-03-01 | 2000-03-01 00:00:00 | 20000301000000 |
| 2000-12-31 | 2000-12-31 23:59:59 | 20001231235959 |
| 2001-01-01 | 2001-01-01 00:00:00 | 20010101000000 |
| 2004-12-31 | 2004-12-31 23:59:59 | 20041231235959 |
| 2005-01-01 | 2005-01-01 00:00:00 | 20050101000000 |
| 2030-01-01 | 2030-01-01 00:00:00 | 20300101000000 |
| 2050-01-01 | 2050-01-01 00:00:00 | 00000000000000 |
+------------+---------------------+----------------+
13 rows in set (0.00 sec)

Das zeigt, dass die DATE- und DATETIME-Typen für zukünftige Datumsangaben keine Probleme bereiten werden (sie handhaben Datumsangaben bis zum Jahr 9999).

Der TIMESTAMP-Typ, der zur Speicherung der aktuellen Zeit benutzt wird, hat nur einen Bereich bis zu 2030-01-01. TIMESTAMP hat einen Bereich von 1970 bis 2030 auf 32-Bit-Maschinen (vorzeichenbehafteter Wert). Auf 64-Bit-Maschinen handhabt dieser Spaltentyp bis zu 2106 (vorzeichenloser Wert).

Obwohl MySQL Jahr-2000-kompatibel ist, sind Sie dafür verantwortlich, mehrdeutige Eingaben zu vermeiden. Siehe Abschnitt 2.2.4, „Jahr-2000-Konformität“ wegen der Regeln, die MySQL anwendet, wenn mehrdeutige Datumsangaben gemacht werden (Datumsangaben, die zweistellige Jahreswerte verwenden).

2.3. Was ist MySQL AB?

MySQL AB ist das Unternehmen der MySQL Gründer und Hauptentwickler. MySQL AB wurde ursprünglich in Schweden von David Axmark, Allan Larsson und Michael Monty Widenius gegründet.

Alle Entwickler des MySQL Servers sind Angestellte dieses Unternehmens. Wir sind eine virtuelle Firma mit Mitarbeitern, die über die ganze Welt verstreut in aller Herren Länder sitzen. Der Hauptteil unserer Kommunikation untereinander, mit unseren Anwendern, Unterstützern und Partnern wird über das Internet abgewickelt

Wir haben uns der Entwicklung und Verbreitung des MySQL Datenbankservers verschrieben. MySQL hält das Copyright der MySQL Quelltexte, des MySQL Logos und dieses Handbuchs.. See Abschnitt 2.2, „Was ist MySQL?“.

Die MySQL-Kernwerte zeigen unsere Verpflichtung gegenüber MySQL und Open Source.

Wir wollen, dass MySQL folgendes ist:

  • Die beste und meist benutzte Datenbank der Welt.

  • Verfügbar für alle. Alle sollen sich MySQL leisten können.

  • Leicht zu benutzen.

  • Kontinuierlich verbessert, trotzdem immer schnell und sicher bleibend.

  • Es soll Spass machen, MySQL zu benutzen und zu verbessern.

  • Frei von Bugs.

MySQL AB und die Leute von MySQL AB:

  • Verbreiten die Open-Source-Philosophie und unterstützen die Open-Source-Community.

  • Bemühen sich, gute Bürger zu sein.

  • Bevorzugen Partner, die unsere Werte und unsere Geisteshaltung teilen.

  • Beantworten Mail und geben Support.

  • Sind ein virtuelles Unternehmen, das mit anderen im Netzwerk zusammenarbeitet (networking).

  • Arbeiten gegen Software-Patente.

2.3.1. Geschäftsmodell und Dienstleistungen von MySQL AB

Eine der uns häufig gestellten Fragen ist: Wie kann man von etwas leben, das man kostenlos abgibt? Hier ist die Antwort: MySQL AB verdient Geld mit Support, Dienstleistungen, kommerziellen Lizenzen und Lizenzgebühren, das wir dazu verwenden, die Produktentwicklung zu finanzieren und die MySQL-Geschäftsfelder auszubauen.

Unser Unternehmen läuft seit der Gründung profitabel. Im Oktober 2001 akzeptierten wir eine Risikokapitalfinanzierung durch führende skandinavische Investoren und eine Handvoll Business-Angels. Die Investitionen werden genutzt, um unser Geschäftsmodell auf solide Füße zu stellen und eine Grundlage für nachhaltiges Wachstum zu schaffen.

2.3.1.1. Support

MySQL AB gehört den Gründern und Haupt-Entwicklern der MySQL-Datenbank und wird von ihnen betrieben. Die Entwickler fühlen sich verpflichtet, Kunden und anderen Benutzern Support zu bieten, um mit deren Bedürfnissen und Problemen in Kontakt zu bleiben. Unser gesamter Support wird durch qualifizierte Entwickler geleistet. Wirklich schwierige Fragen werden von Michael Monty Widenius beantwortet, der der erste Entwickler des MySQL-Servers ist. See Abschnitt 2.4.1, „Support den MySQL AB anbietet“.

Um Support unterschiedlicher Grade zu bestellen, besuchen Sie bitte die Bestellseite unter https://order.mysql.com/. Wenn Sie nur beschränkten Zugriff auf das Internet haben, setzen Sie sich bitte mit unserem Vertrieb unter in Verbindung.

2.3.1.2. Training und Zertifizierung

MySQL AB führt Schulungen zu MySQL und verwandten Themen weltweit durch. Wir bieten sowohl offene Kurse als auch In-house-Trainings an, die auf die speziellen Bedürfnisse Ihres Unternehmens zugeschnitten sind. MySQL-Schulungen werden auch durch unsere Partner durchgeführt, die Authorised MySQL Training Center.

Unsere Schulungsmaterialien benutzen dieselben Beispiel-Datenbanken wie unsere Dokumentation und unsere Beispiel-Applikationen und werden ständig aktualisiert, um den Entwicklungsstand der neusten MySQL-Version widerzuspiegeln. Unsere Trainer erhalten Rückhalt vom Entwicklungsteam, um die Trainingsqualität und die kontinuierliche Entwicklung des Schulungsmaterials sicherzustellen. Das stellt auch sicher, dass keine während der Kurse aufgetretenen Fragen unbeantwortet bleiben.

Wenn Sie an unseren Schulungen teilnehmen, können Sie sicher sein, die Ziele zu erreichen, die Sie mit Ihren MySQL-bezogenen Applikationen anstreben. Ausserdem haben Sie folgende Vorteile:

  • Sie sparen Zeit.

  • Sie verbessern die Performance Ihrer Applikation(en).

  • Sie verringern die Notwendigkeit zusätzlicher Hardware, was Kosten spart.

  • Sie verbessern Ihre Sicherheit.

  • Sie erhöhen die Zufriedenheit Ihrer Kunden und Mitarbeiter.

  • Sie bereiten sich auf die MySQL-Zertifizierung vor.

Wenn Sie an unseren Schulungen Interesse als möglicher Teilnehmer oder Trainingspartner haben, besuchen Sie bitte die Seite unter http://www.mysql.com/training/. Wenn Sie nur beschränkten Zugriff auf das Internet haben, setzen Sie sich bitte mit unserem Trainingspersonal unter in Verbindung.

Die Veröffentlichung des MySQL-Zertifizierungsprogramms ist für 2002 geplant. Details finden Sie unter http://www.mysql.com/training/certification.html. Wenn Sie stets die neusten Informationen über das MySQL-Zertifizierungsprogramm haben wollen, schicken Sie bitte eine E-Mail an .

2.3.1.3. Beratung

MySQL AB und seine authorisierten Partner bieten Benutzern des MySQL-Servers und denen, die ihn in ihre Software einbetten wollen, Beratungsleistungen, weltweit.

Unsere Berater können Ihnen helfen, Ihre Datenbanken zu entwerfen und zu optimieren, effiziente Anfragen zu konstruieren, Ihre Plattform auf optimale Performance zu tunen, Migrationsprobleme zu lösen, Replikation aufzusetzen, robuste transaktionale Applikationen zu bauen und vieles mehr. Wir helfen auch Kunden dabei, den MySQL-Server für den Großflächigen Einsatz in ihre Produkte und Applikationen einzubauen.

Unsere Berater arbeiten in enger Kooperation mit unserem Entwicklungsteam, was die technische Qualität unserer Dienstleistungen sicherstellt. Beratungsaufgaben erstrecken sich von zweitägigen Power-Start-Sessions bis zu Projekten, die Wochen und Monate dauern. Unsere Kompetenz deckt nicht nur den MySQL-Server ab, sondern auch Programmier- und Skripting-Sprachen wie PHP, Perl und andere.

Wenn Sie an unseren Beratungsleistungen interessiert sind oder ein Consulting-Partner werden wollen, besuchen Sie bitte unsere Seite unter http://www.mysql.com/consulting/. Wenn Sie nur beschränkten Zugriff auf das Internet haben, setzen Sie sich bitte mit unserem Beratungspersonal unter in Verbindung.

2.3.1.4. Kommerzielle Lizenzen

Die MySQL-Datenbank wird unter der GNU General Public License veröffentlicht (GPL). Das bedeutet, dass die MySQL-Software kostenlos unter der GPL benutzt werden darf. Wenn Sie nicht an die GPL-Bedingungen gebunden sein wollen (was in der Folge bedeutet, dass auch Ihre eigenen Applikationen GPL werden), können Sie eine kommerzielle Lizenz für dasselbe Produkt unter https://order.mysql.com/ erwerben.

Weil MySQL AB das Copyright am MySQL-Server besitzt, können wir eine duale Lizensierung einsetzen, was heißt, dass dasselbe Produkt sowohl unter der GPL als auch unter einer kommerziellen Lizenz erhältlich ist. Das berührt in keiner Weise die Verpflichtung von MySQL AB gegenüber Open Source. Wegen Details, wann eine kommerzielle Lizenz erforderlich ist, sehen Sie bitte unter Abschnitt 2.4.4, „MySQL-Lizenzpolitik“ nach.

Wir verkaufen auch kommerzielle Lizenzen von Open-Source-GPL-Software Dritter. Ein gutes Beispiel hierfür ist der InnoDB-Tabellen-Handler, der ACID-Unterstützung, Sperren auf Zeilenebene, Wiederherstellung nach Abstürzen, Multiversionierung, Fremdschlüsselunterstützung und vieles mehr bietet.

2.3.1.5. Partnerprogramme

MySQL AB hat ein weltweites Partnerprogramm, dass Schulungskurse, Support, Beratung, Lösungen, Publikationen plus Weiterverkauf und Vertrieb von MySQL und verwandten Produkten beinhaltet. Partner erscheinen unter http://www.mysql.com/ auf der Website und erhalten das Recht, spezielle Versionen der MySQL-Schutzmarken zu benutzen, um ihre Produkte zu identifizieren und ihr Geschäft voranzutreiben. Wenn Sie interessiert sind, ein MySQL-AB-Partner zu werden, schicken Sie bitte eine E-Mail an .

Das Wort MySQL und das MySQL-Delphin-Logo sind Schutzmarken von MySQL AB. See Abschnitt 2.4.3, „MySQL-AB-Logos und -Schutzmarken“.

2.3.1.6. Werbung

Die MySQL-Website (http://www.mysql.com/) ist bei Entwicklern und Benutzern beliebt. Im Oktober 2001 bedienten wir 10 Millionen Seitenanfragen (PageViews). Unsere Besucher repräsentieren eine Gruppe, die Kaufentscheidungen und Empfehlungen sowohl für Software als auch für Hardware trifft. 12% unserer Besucher genehmigen Kaufentscheidungen, lediglich 9% sind überhaupt nicht an Kaufentscheidungen beteiligt. Mehr als 65% haben innerhalb des letzten halben Jahres online eingekauft, 70% planen, in den nächsten Monaten einzukaufen. Wenn Sie Interesse haben, Werbebanner auf unserer Website http://www.mysql.com/ zu schalten, setzen Sie sich bitte mit in Kontakt.

2.3.1.7. Kontaktinformationen

Die MySQL Website (http://www.mysql.com/) enthält die neusten Informationen über MySQL und MySQL AB.

Für Presseservice und Anfragen aller Art, die in unseren Veröffentlichungen (http://www.mysql.com/news/) nicht behandelt werden, wenden Sie sich bitte an .

Zeitnahe, präzise Antworten auf technische Fragen erhalten Sie, wenn Sie unter order einen unserer Support-Verträge abschließen. MySQL-Support wird von den MySQL-Entwicklern geleistet, weshalb der Standard extrem hoch ist.

Informationen über MySQL Trainig erhalten Sie unter http://www.mysql.com/training/. Wenn Sie einen eingeschränkten Internetzugang haben, kontaktieren Sie bitte unser Trainingspersonal unter . See Abschnitt 2.3.1.2, „Training und Zertifizierung“.

Für Informationen über das MySQL Zertifizierungsprogramm erhalten Sie unter http://www.mysql.com/training/certification.html. Wenn Sie weiterhin über das MySQL Zertifizierungsprogramm informiert werden wollen, schreiben Sie eine E-Mail an . See Abschnitt 2.3.1.3, „Beratung“.

Kommerzielle Lizenzen können online unter https://order.mysql.com/ abgewickelt werden. Dort finden Sie ausserdem Informationen darüber, wie Sie ihre Bestellung per Fax erledigen können. Wenn Sie Fragen bezüglich der Lizensierung haben, oder Sie ein Angebot über eine größere Lizenzerteilung erhalten wollen, füllen Sie bitte Das Kontaktformular auf unserer Website (http://www.mysql.com/) aus, oder schicken Sie eine E-Mail an (für Lizenzfragen) oder an (für Verkaufsinformationen). See Abschnitt 2.4.4, „MySQL-Lizenzpolitik“.

Wenn Sie daran interessiert sind, ein Werbebanner auf unserer Website (http://www.mysql.com/) zu schalten, schicken Sie bitte eine E-Mail an . See Abschnitt 2.3.1.6, „Werbung“.

Wenn Sie ein Unternehmen vertreten, dass an einer Partnerschaft mit MySQL interessiert ist, schicken Sie bitte eine E-Mail an .

Für weitere Informationen über die MySQL Schutzmarkenbestimmungen, beachten Sie bitte http://www.mysql.com/company/trademark.html oder kontaktieren Sie .

See Abschnitt 2.4.3, „MySQL-AB-Logos und -Schutzmarken“.

Wenn Sie an einem der Jobs interessiert sind, die im jobs-Abschnitt aufgeführt sind, schicken Sie bitte eine E-Mail an . Bitte senden Sie ihre CV nicht als Anhang an dieser mail mit, sondern fügen Sie sie lieber am Ende ihrer mail als Klartext (plain text) ein.

Allgemeine Diskussionen mit vielen unserer Benutzer können Sie auf den entsprechenden Mailing-Listen führen.

Fehlerberichte (Auch Bugreporte genannt), sowie Fragen und Kommentare, sollten an die Mailingliste gehen. Wenn Sie ein empfindliches Sicherheitsloch im MySQL Server gefunden haben, sollten

Sie eine E-Mail an schreiben. See Abschnitt 2.6.2.3, „Wie man Bugs oder Probleme berichtet“.

Wenn Sie Benchmarkergebnis haben, die wir veröffentlichen können, kontaktieren Sie uns unter .

Wenn Sie Vorschläge für Hinzufügungen oder Korrekturen dieses Handbuchs haben, schicken Sie sie bitte an das Handbuch-Team: .

Fragen zur Arbeitsweise oder zu Inhalten unserer Website(http://www.mysql.com/) stellen Sie bitte an .

Fragen über das MySQL Portal (http://www.mysql.com/portal/) können an geschickt werden.

Die Datenschutzbestimmungen von MySQL AB können Sie unter http://www.mysql.com/company/privacy.html einsehen. Für irgendwelche Fragen darüber, wenden Sie sich bitte an .

Allgemeine Informationsanfragen schicken Sie bitte an .

2.4. MySQL Support and Lizensierung

Dieser Abschnitt beschreibt die MySQL Support und Lizensierungsvereinbarungen

2.4.1. Support den MySQL AB anbietet

Wir versuchen, technischen Support in einem breiten und umfassenden Blickwinkel zu sehen. Fast jedes Problem im Zusammenhang mit MySQL-Software ist für uns wichtig, wenn es für Sie wichtig ist. Typischerweise suchen Kunden Hilfe dabei, wie man unterschiedliche Befehle und Dienstprogramme zum Funktionieren bringt, wie Performance-Flaschenhälse beseitigt werden können, wie man beschädigte Systeme repariert, wie sich Betriebssysteme oder Netzwerkkonfigurationen auf MySQL auswirken, wie man Datensicherung und Wiederherstellung optimal konfiguriert, wie man APIs benutzt usw. Unser Support deckt nur den MySQL-Server und unsere eigenen Dienstprogramme ab, nicht Produkte Dritter, die auf den MySQL-Server zugreifen, obwohl wir auch hierbei versuchen, zu helfen wo wir können.

Detaillierte Informationen über unsere unterschiedlichen Support-Optionen finden Sie auf https://order.mysql.com/, wo auch Support-Verträge online bestellt werden können. Wenn Sie nur beschränkten Zugriff auf das Internet haben, setzen Sie sich mit unserem Vertrieb unter in Verbindung.

2.4.2. Copyrights und Lizenzen, die von MySQL verwendet werden.

MySQL AB besitzt das Copyright des MySQL-Quellcodes, die MySQL-Logos und (registrierten) Schutzmarken sowie dieses Handbuch. See Abschnitt 2.3, „Was ist MySQL AB?“. Es gibt einige verschiedene Lizenzen, die für MySQL-Distributionen relevant sind:

  1. Der gesamte MySQL-spezifische Quelltext des Servers, die mysqlclient-Bibliothek und der Client sowie die GNU-readline-Bibliothek unterliegen der GNU General Public License. See Anhang G, GNU GENERAL PUBLIC LICENSE. Der Text dieser Lizenz befindet sich in der Datei COPYING in allen MySQL-Distributionen.

  2. Die GNU-getopt-Bibliothek unterliegt der GNU Lesser General Public License. Siehe http://www.fsf.org/licenses/.

  3. Einige Teile des Quelltextes (die regexp-Bibliothek) werden von einem Copyright in Berkeley-Art abgedeckt.

  4. Ältere Versionen von (3.22 und früher) stehen unter einer strikteren Lizenz (http://www.mysql.com/products/mypl.html). Bitte beachten sie die Dokumentation der speziellen Version für weitere Informationen.

  5. Das Handbuch steht nicht unter einer GPL-artigen Lizenz. Die Benutzung des Handbuchs unterliegt den folgenden Bestimmungen.

    • Die Konvertierung in andere Formate ist erlaubt, der Inhalt jedoch darf auf keinen Fall geändert oder bearbeitet werden.

    • Sie können eine gedruckte Version für Ihren Privatgebrauch erstellen.

    • Für alle anderen Zwecke, wie den Verkauf von gedruckten Kopien oder die Verwendung (auch in Teilen) des Handbuchs in anderen Veröffentlichungen, ist eine vorherige Vereinbarung mit MySQL AB erforderlich.

    Bitte senden Sie eine E-Mail an für weitere Informationen oder wenn Sie daran interessiert sind, eine Übersetzung zu erstellen.

Für Informationen darüber, wie die MySQL-Lizenzen in der Praxis angewendet werden, beachten Sie bitte Abschnitt 2.4.4, „MySQL-Lizenzpolitik“. Siehe auch Abschnitt 2.4.3, „MySQL-AB-Logos und -Schutzmarken“.

2.4.2.1. Verwendung des MySQL Servers unter einer kommerziellen Lizenz

Internet Service Provider (ISP) hosten oft MySQL-Server für ihre Kunden. Aufgrund der GPL-Lizenz ist hierfür keine Lizensierung erforderlich.

Auf der anderen Seite ermutigen wir Leute, ISPs zu benutzen, die MySQL-Support haben, und das wird ihnen Vertrauen geben, dass ihr ISP im Falle von Problemen mit ihrer MySQL-Installation helfen wird, das Problem zu lösen (in manchen Fällen mit der Hilfe des MySQL-Entwicklungsteams).

Alle ISPs, die auf dem neuesten Stand der Dinge bleiben wollen, sollten sich in die announce-Mailing-Liste eintragen, um auf der Hut zu sein vor schwerwiegenden Problemen, die für ihre MySQL-Installationen relevant sein könnten.

Beachten Sie bitte, dass ein ISP ohne MySQL-Lizenz seinen Kunden zumindest Lesezugriff auf den Quelltext der MySQL-Installation geben sollte, damit die Kunden feststellen können, dass diese korrekt gepatcht ist.

2.4.2.2. Einen Webserver betreiben, der MySQL benutzt

Wenn Sie MySQL in Verbindung mit einem Webserver unter Unix betreiben, brauchen Sie nicht für eine Lizenz zu bezahlen.

Das gilt selbst dann, wenn Sie einen kommerziellen Webserver betreiben, der MySQL benutzt, weil Sie nicht selbst eine eingebettete MySQL-Version verkaufen. Dennoch bitten wir Sie, in einem solchen Fall MySQL-Support zu kaufen, weil MySQL Ihrem Unternehmen hilft.

2.4.3. MySQL-AB-Logos und -Schutzmarken

Viele MySQL-Datenbankbenutzer wollen auf Ihren Websites, ihren Büchern und Packungsprodukten das MySQL-AB-Delphin-Logo zeigen. Wir begrüßen das und ermuntern dazu, weisen aber darauf hin, dass das Wort MySQL und das MySQL-Delphin-Logo Schutzmarken von MySQL AB sind und nur so benutzt werden dürfen, wie in unserer Schutzmarken-Richtlinie unter http://www.mysql.com/company/trademark.html festgelegt.

2.4.3.1. Das Original-MySQL-Logo

Das MySQL-Delphin-Logo wurde von der finnischen Werbeagentur Priority im Jahr 2001 entworfen. Der Delphin wurde als passendes Symbol für die MySQL-Datenbank gewählt, weil er schlau, schnell und schlank ist und mühelos durch die Daten-Ozeane navigiert. Ausserdem mögen wir Delphine.

Das Original-MySQL-Logo darf nur von Repräsentanten von MySQL AB und von Personen benutzt werden, die eine schriftliche Erlaubnis hierfür haben.

2.4.3.2. MySQL-Logos die ohne schriftliche Erlaubnis benutzt werden dürfen

Wir haben einen Satz spezieller Logos für vorbehaltliche Benutzung angelegt, die von unserer Website unter http://www.mysql.com/press/logos.html herunter geladen werden können und von Dritten auf ihren Websites ohne schriftliche Erlaubnis von MySQL AB benutzt werden dürfen. Der Gebrauch dieser Logos ist - wie der Name anzeigt - nicht völlig uneingeschränkt, sondern unterliegt unseren Schutzmarken-Richtlinien, die Sie auf unserer Website finden. Sie sollten diese Richtlinien lesen, wenn Sie planen, die Logos zu benutzen. Die Anforderungen sind im Wesentlichen:

  • Benutzen Sie das gewünschte Logo von der http://www.mysql.com/- Site. Sie dürfen die Größe nach Ihren Bedürfnissen anpassen, aber keine Farben oder das Design ändern noch die Grafik in sonstiger Form verändern.

  • Heben Sie hervor, dass Sie - und nicht MySQL AB - der Betreiber und Eigner der Site ist, auf der die MySQL-Schutzmarke gezeigt wird.

  • Sie dürfen die Schutzmarke nicht auf eine Weise benutzen, die MySQL AB oder dem Wert der MySQL-AB-Schutzmarken schadet. Wir behalten uns das Recht vor, das Recht zur Benutzung der MySQL-AB-Schutzmarke zu widerrufen.

  • Wenn Sie die Schutzmarke auf einer Website benutzen, machen Sie sie anklickbar, wobei direkt nach http://www.mysql.com/ verlinkt wird.

  • Wenn Sie die MySQL-Datenbank unter GPL in einer Applikation benutzen, muss Ihre Applikation (i) Open Source sein, (ii) in der Lage sein, sich mit einem MySQL-Server zu verbinden.

Setzen Sie sich unter mit uns in Verbindung, um wegen spezieller Arrangements anzufragen, die Ihren Bedürfnissen entsprechen.

2.4.3.3. Wann Sie eine Erlaubnis für die Benutzung des MySQL-Logos benötigen

In folgenden Fällen benötigen Sie eine schriftliche Erlaubnis von MySQL AB, bevor Sie die MySQL-Logos benutzen:

  • Wenn Sie irgend ein MySQL-AB-Logo irgendwo ausser auf Ihrer Website zeigen.

  • Wenn Sie irgend ein MySQL-AB-Logo ausser den oben erwähnten Logos zur vorbehaltlichen Benutzung auf Websites oder anderswo anzeigen.

Aus rechtlichen und kommerziellen Gründen müssen wir die Benutzung der MySQL-Schutzmarken auf Produkten, Büchern usw. beobachten. Üblicherweise verlangen wir eine Gebühr für das Anzeigen von MySQL-AB-Logos auf kommerziellen Produkten, weil wir der Meinung sind, das es vertretbar ist, dass einige der Erlöse für die Weiterentwicklung der MySQL- Datenbank zurückfließen.

2.4.3.4. MySQL-AB-Partnerschafts-Logos

MySQL-Partnerschafts-Logos dürfen nur von Unternehmen und Personen benutzt werden, die eine schriftliche Partnerschaftsvereinbarung mit MySQL AB haben. Partnerschaften beinhalten eine Zertifizierung als MySQL-Trainer oder -Berater. Sehen Sie bitte unter

Abschnitt 2.3.1.5, „Partnerprogramme“ nach.

2.4.4. MySQL-Lizenzpolitik

Die formalen Bedingungen der GPL-Lizenz stehen unter Anhang G, GNU GENERAL PUBLIC LICENSE. Im Wesentlichen ist unsere Lizenzpolitik und die Interpretation der GPL wie folgt:

Beachten Sie bitte, dass ältere Versionen von MySQL immer noch einer strengeren Lizenz unterliegen. Sehen Sie in der Dokumentation der betreffenden Version wegen entsprechender Informationen nach. Wenn Sie eine kommerzielle Lizenz benötigen, weil die GPL-Lizenz nicht zu den Anforderungen Ihrer Applikation passt, können Sie eine Lizenz unter https://order.mysql.com/ kaufen.

Für normalen internen Gebrauch kostet MySQL nichts. Sie brauchen uns nichts zu bezahlen, wenn Sie nicht wollen.

Eine Lizenz wird benötigt:

  • Wenn Sie ein Programm, das nicht freie Software ist, mit Code des MySQL-Servers oder der Client-Programme verbinden, die den GPL-Copyrights unterliegen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Sie MySQL als eingebetteten Server (Embedded Server) in Ihren Applikationen benutzen, oder wenn Sie dem MySQL-Server Erweiterungen hinzufügen, die nicht freie Software sind. In diesen Fällen würden Ihre Applikation bzw. Ihr Code ebenfalls GPL werden, weil die GPL in solchen Fällen wie ein Virus wirkt. Sie können dieses Problem vermeiden, wenn Sie den MySQL-Server mit einer kommerziellen Lizenz von MySQL AB erwerben. Siehe http://www.gnu.org/copyleft/gpl-faq.html.

  • Wenn Sie eine kommerzielle Applikation haben, die NUR mit MySQL funktioniert, und wenn Sie die Applikation zusammen mit dem MySQL-Server ausliefern. Wir betrachten so etwas als Einbindung, selbst wenn es über das Netzwerk geschieht.

  • Wenn Sie eine Distribution von MySQL besitzen und nicht den Quelltext für Ihre Kopie des MySQL-Servers zur Verfügung stellen, so wie es in der GPL-Lizenz festgelegt ist.

In Situationen, wo eine MySQL-Lizenz benötigt wird, brauchen Sie eine Lizenz pro Maschine, auf der der MySQL-Server läuft. Eine Mehrprozessor-Maschine zählt jedoch als eine einzelne Maschine, und es gibt keine Beschränkung hinsichtlich der Anzahl von MySQL-Servern, die auf einer Maschine laufen, oder hinsichtlich der Anzahl von Clients, die zur gleichen Zeit mit einem Server verbunden sind, der auf dieser Maschine läuft!

Falls Sie nicht sicher sind, ob für Ihre spezielle Benutzung von MySQL eine Lizenz erforderlich ist, lesen Sie diesen Abschnitt bitte nochmals, bevor Sie uns kontaktieren. See Abschnitt 2.3.1.7, „Kontaktinformationen“.

Wenn Sie eine MySQL-Lizenz benötigen, ist die Bezahlung am einfachsten, wenn Sie das Lizenzformular auf dem Secure-Server von MySQL unter https://order.mysql.com/ benutzen.

2.4.4.1. Benutzung des Worts MySQL in Druckmaterialien oder

Präsentationen

MySQL AB begrüßt Verweise auf die MySQL-Datenbank, aber das Wort MySQL ist eine Schutzmarke von MySQL AB. Deshalb müssen Sie der ersten oder deutlichsten Erwähnung des Worts MySQL das Schutzmarken-Symbol TM hinzufügen, und wo angebracht deutlich machen, dass MySQL eine Schutzmarke von MySQL AB ist. Details entnehmen Sie bitte unserer Schutzmarken-Richtlinie unter http://www.mysql.com/company/trademark.html.

2.4.4.2. Benutzung des Worts MySQL in Unternehmens- und

Produktnamen

Die Benutzung des Worts MySQL in Produkt- und Unternehmensnamen oder in Internet-Domänen-Namen ist nur mit vorheriger schriftlicher Erlaubnis durch MySQL AB gestattet.

2.5. MySQL 4.0 kurz und bündig

Dateline: 16. Oktober 2001, Uppsala, Schweden

Lange durch MySQL AB angekündigt und lange von unseren Benutzern erwartet: Der MySQL-Server 4.0 ist jetzt in der Alpha-Version zum Herunterladen von http://www.mysql.com/ und unseren Mirrors verfügbar.

Die neuen Haupt-Features des MySQL-Servers 4.0 sind eng mit unserem bestehenden Geschäft und den Community-Nutzern verzahnt. Durch ihn wird die MySQL-Datenbank-Software als Lösung für geschäftskritische Schwerlast-Datenbanksysteme verbessert. Weitere neue Features zielen auf die Benutzer eingebetteter Datenbanken.

2.5.1. Schritt für Schritt

Das Erscheinen des MySQL-Servers 4.0 wird in mehreren Schritten erfolgen, wobei die erste Version 4.0.0 genannt wird und bereits die meisten neuen Features enthält. Zusätzliche Features werden in die Versionen 4.0.1, 4.0.2 usw. eingebaut, höchstwahrscheinlich innerhalb weniger Monate. MySQL 4.0 wird als Beta gekennzeichnet. In MySQL 4.1 werden dann weitere neue Features hinzugefügt. Es wird angestrebt, das Alpha-Release Anfang 2002 herauszubringen.

2.5.2. Für den sofortigen Entwicklungseinsatz

Es wird nicht empfohlen, Produktionssysteme auf den MySQL-Server 4.0 umzustellen, bis dieser in der Beta-Version veröffentlicht wird. Selbst das anfängliche Release hat unsere ausgiebigen Tests ohne jegliche Fehler durchlaufen, auf allen Plattformen, auf denen wir testen. Wegen der großen Zahl neuer Features empfehlen wir daher den MySQL-Server selbst in der Alpha-Version für Entwicklungsarbeiten, wobei in Betracht gezogen werden kann, dass der MySQL-Server 4.0 das Stadium "stabil" erreichen wird, bevor Applikationen hiermit veröffentlicht werden, die jetzt im Entwicklungsstadium sind.

2.5.3. Eingebettetes MySQL

libmysqld macht den MySQL-Server für einen erheblich ausgedehnten Bereich von Applikationen geeignet. Wenn man die eingebettete MySQL- Server-Bibliothek benutzt, kann man den MySQL-Server in unterschiedlichste Applikationen und elektronische Geräte einbetten, bei denen der Endbenutzer keinerlei Ahnung davon hat, dass ihnen eine Datenbank unterlegt ist. Der eingebettete MySQL-Server ist ideal für Benutzung hinter den Kulissen in Internet-Geräten, öffentlichen Kiosken, schlüsselfertigen Hardware-/Software-Einheiten, Hochlast-Internet- Servern oder Datenbanken, die auf CD-ROM vertrieben werden.

Viele Benutzer von eingebettetem MySQL können von der dualen Lizensierung der MySQL-Software profitieren. Neben der GPL-Lizenz sind auch kommerzielle Lizenzen für diejenigen verfügbar, die nicht an die GPL gebunden sein wollen. Die eingebettete MySQL-Bibliothek benutzt dieselbe Schnittstelle wie die normale Client-Bibliothek und ist daher angenehm und leicht zu benutzen. See Abschnitt 9.4.9, „libmysqld, die eingebettete MySQL-Server-Bibliothek“.

2.5.4. Weitere ab MySQL 4.0.0 verfügbare Features

  • Version 4.0 erhöht die Geschwindigkeit des MySQL-Servers in einigen Bereichen noch weiter, zum Beispiel bei Massen-INSERTs, beim Suchen auf komprimierten Indexen, der Erzeugung von FULLTEXT-Indexen oder auch bei COUNT(DISTINCT).

  • Der Tabellen-Handler InnoDB wird jetzt als Feature des standardmäßigen MySQL-Servers angeboten und enthält vollständige Unterstützung für Transaktionen und Sperren auf Zeilenebene.

  • Der MySQL-Server 4.0 unterstützt sichere Kommunikation zwischen Client und Server, wodurch die Sicherheit gegen böswilliges Eindringen und unbefugten Zugriff erheblich erhöht wird. Bei Web-Applikationen, die ein Grundpfeiler der MySQL-Benutzung sind, konnten Web-Entwickler immer schon SSL verwenden, um den Verkehr zwischen Endbenutzer-Browser und der Web-Applikation zu sichern, sei sie nun in PHP, Perl, ASP oder mit irgend einem anderen Web-Entwicklungswerkzeug geschrieben. Der Verkehr zwischen dem Entwicklungswerkzeug und dem mysqld-Serverprozess konnte bislang aber nur dadurch gesichert werden, dass die Prozesse auf Computern innerhalb derselben Firewall residierten. Ab MySQL-Server 4.0 kann der mysqld-Server-Daemon-Prozess selbst Secure Sockets Layer (SSL) benutzen, was ihn in die Lage versetzt, eine sichere Datenübertragung zwischen einer MySQL-Datenbank und beispielsweise einer Windows-Applikation ausserhalb der Firewall aufzubauen.

  • Unsere deutschen, österreichischen und schweizerischen Benutzer werden bemerken, dass es einen neuen Zeichensatz latin_de gibt, der die deutsche Sortierreihenfolge beinhaltet, indem deutsche Umlaute in derselben Sortierung erscheinen wie bei deutschen Telefonbüchern üblich.

  • Zu den Features, die die Migration von anderen Datenbanksystemen zum MySQL-Server erleichtern, gehören TRUNCATE TABLE (wie in Oracle) und IDENTITY a1s Synonym für automatisch hochgezählte Schlüssel (wie in Sybase). viele Benutzer werden sich auch darüber freuen, dass der MySQL-Server jetzt das UNION-Statement unterstützt, ein lang erwartetes Standard-SQL-Feature.

  • Bei der Erstellung neuer Features für neue Benutzer haben wir die Gemeinschaft treuer Benutzer nicht vergessen. Es gibt jetzt Multi- Tabellen-DELETE-Statements. Durch das Hinzufügen von Unterstützung für symbolisches Verknüpfen von MyISAM auf Tabellenebene (und nicht nicht - wie bisher - auf Datenbankebene), sowie durch das vorgabemäßige Anschalten der Verknüpfungen unter Windows hoffen wir zeigen zu können, dass wir Verbesserungsvorschläge ernst nehmen. Funktionen wie SQL_CALC_FOUND_ROWS und FOUND_ROWS() ermöglichen herauszufinden, wie viele Zeilen eine Anfrage ohne eine LIMIT-Klausel zurückgegeben hätte.

2.5.5. Zukünftige Features in MySQL 4.0

Für die kommenden Releases des MySQL-Servers 4.0 (4.0.1, 4.0.2 usw.) können Sie folgende Features erwarten, die noch in der Entwicklung sind:

  • Benutzer des MySQL-Servers für geschäftskritische Hochlast-Anwendungen werden die Ergänzungen unseres Replikationssystems und unsere Online- "Hot"-Datensicherung begrüßen. Spätere Versionen von 4.0 werden absturzsichere Replikation beinhalten, die es bereits in Version 4.0.0 gibt, sowie den LOAD DATA FROM MASTER-Befehl, der bald das Aufsetzen von Slaves automatisieren wird. online backup wird das Hinzufügen eines neuen Replikations-Slaves erleichtern, ohne dass man den Master herunterfahren muss, und es gibt auf Systemen mit vielen Aktualisierungen nur geringe Geschwindigkeitseinbussen.

  • Als Bequemlichkeits-Feature für Datenbank-Administratoren wird hinzugefügt, dass mysqld-Parameter (Startoptionen) bald ohne das Herunterfahren des Servers gesetzt werden können.

  • Die neuen Eigenschaften des MySQL-Servers 4.0 für die Volltext- (FULLTEXT)-Suche ermöglichen die FULLTEXT-Indexierung großer Texte sowohl mit binärer wie auch mit natürlichsprachiger Suchlogik. Benutzer können minimale Wortlängen anpassen und ihre eigenen Stopp-Wort-Listen in jeder menschlichen Sprache festlegen, wodurch gänzlich neue Applikationen ermöglicht werden, die auf dem MySQL-Server aufbauen.

  • Viele Applikationen mit starkem Lesezugriff werden durch die noch weiter erhöhte Geschwindigkeit des neu geschriebenen Schlüssel-Caches profitieren.

  • Viele Entwickler wird auch die MySQL-Befehlshilfe im Client freuen.

2.5.6. MySQL 4.1, das folgende Entwicklungs-Release

Intern wird durch das neue .frm-Dateiformat für Tabellendefinitionen in MySQL-Server 4.0 die Grundlage für neue Features in MySQL-Server 4.1 gelegt, beispielsweise verschachtelte Unterabfragen, gespeicherte Prozeduren und Fremdschlüssel- Integritätsregeln, die ganz oben auf der Wunschliste vieler unserer Kunden stehen. Daneben werden auch einfachere Erweiterungen wie Multi- Tabellen-UPDATE-Statements hinzugefügt.

Nach diesen Ergänzungen werden Kritiker des MySQL-Datenbankservers es noch schwerer haben, auf Schwächen des MySQL-Datenbank-Managementsystems hinzuweisen. MySQL, das seit langem für seine Stabilität, Geschwindigkeit und Einfachheit der Benutzung bekannt ist, wird dann den Anforderungen sehr anspruchsvoller Käufer genügen.

2.6. MySQL-Informationsquellen

2.6.1. MySQL-Portale

Die MySQL-Portale (http://www.mysql.com/portal/) auf unserer Website bieten ein breites Spektrum MySQL-bezogener Informationen und Links. Sie sind so aufgebaut, dass Sie leicht die Dinge finden, die Sie interessieren.

Sie können sich als Benutzer registrieren. In diesem Fall können Sie alle Dinge in den Portalen kommentieren und bewerten und auch selbst Dinge beisteuern. Bei der Registrierung können Sie auch angeben, ob und - wenn ja - welche Newsletter aus welchen Kategorien Sie beziehen wollen.

Einige der momentanen MySQL-Portal-Kategorien:

  • Bücher Hier finden Sie alle möglichen MySQL- oder Computer-bezogenen Bücher, die Sie kommentieren, bewerten oder kaufen können. Während dieses Handbuch (insbesondere die Online-Version) immer noch der richtige Platz für aktuellste technische Informationen ist, ist sein vorrangiges Ziel, alles zu enthalten, was man über das MySQL-Datenbanksystem wissen kann. Manchmal ist es nett, ein gebundenes Buch zu haben, dass man im Bett oder auf Reisen lesen kann. Wenn Sie ein Buch über die angegebenen Hyperlinks kaufen, tragen Sie zur Entwicklung der MySQL-Software bei.

  • Entwicklung Dieses Portal hat Links auf Seiten, die den MySQL-Server für unterschiedliche Zwecke benutzen, mit einer Beschreibung jeder Site. Diese Informationen können Ihnen eine gute Vorstellung davon geben, wer MySQL-Datenbank-Software benutzt und wie der MySQL-Server ihre Anforderungen erfüllt. Teile Sie uns auch Ihre Site oder Erfolgsgeschichte mit!

  • Software Hier finden Sie eine Vielzahl von Applikationen und Wrappern, die den MySQL-Server benutzen, die Sie auch herunter laden können.

  • Distributionen Hier finden Sie die verschiedenen Linux-Distributionen und weitere Software-Pakete, die die MySQL-Software enthalten.

  • Berater Hier finden Sie Informationen über MySQL-Berater.

  • Partner Hier finden Sie alle MySQL-Partner.

2.6.2. MySQL-Mailing-Listen

Dieser Abschnitt führt Sie in die MySQL-Mailing-Listen ein und zeigt einige Richtlinien und ihre Benutzung auf.

2.6.2.1. Die MySQL-Mailing-Listen

Um die MySQL-Haupt-Mailing-Liste zu abonnieren, schicken Sie eine Nachricht an die E-Mail-Adresse .

Um sich aus der MySQL-Haupt-Mailing-Liste auszutragen, schicken Sie eine Nachricht an die E-Mail-Adresse .

Von Bedeutung ist nur die Adresse, unter der Sie Ihre Nachrichten abschicken. Betreffzeile und Text der Nachricht werden ignoriert.

Wenn Ihre Antwortadresse nicht gültig ist, können Sie Ihre Adresse explizit angeben. Fügen Sie einen Bindestrich zum Abonnement- oder Abmelde-Kommando hinzu, gefolgt von Ihrer Adresse, wobei das ‘@’-Zeichen in Ihrer Adresse durch ‘=’ ersetzt wird. Um sich zum Beispiel mit your_name@host.domain einzutragen, schicken Sie eine Nachricht an mysql-subscribe-your_name=host.domain@lists.mysql.com.

Mails an oder werden automatisch vom ezmlm Mailing-Listen-Prozessor bearbeitet. Informationen über ezmlm sind auf The ezmlm Website verfügbar.

Um eine Nachricht an die Liste selbst zu schicken, schicken Sie eine Mail an mysql@lists.mysql.com. Schicken aber bitte keine Mail an , die das Abonnieren oder Austragen betrifft, denn Mails an diese Adresse werden automatisch an tausende anderer Benutzer verteilt.

Wenn Ihre lokale Site viele Abonnenten für hat, sollten Sie evtl. eine lokale Mailing-Liste einrichten, so dass Nachrichten, die von lists.mysql.com an Ihre Site gesandt werden, an die lokale Liste verteilt werden. In solchen Fällen wenden Sie sich bitte an Ihre Systemadministrator, um zur lokalen Mailing-Liste hinzugefügt oder aus ihr gelöscht zu werden.

Wenn Sie wollen, dass der Traffic einer Mailing-Liste in eine separate Mailbox Ihres E-Mail-Programms geleitet wird, setzen Sie einen Filter, der auf die E-Mail-Header (Kopfdaten) reagiert. Sie können dazu entweder den List-ID:- oder den Delivered-To:-Header benutzen, um die Listennachrichten zu erkennen.

Die folgenden MySQL-Mailing-Listen existieren:

Alle Listen abonnieren Sie - und tragen sich wieder aus - auf dieselbe Art wie oben beschrieben. Tragen Sie in Ihre Mail zum Abonnieren oder Austragen die entsprechende Mailing-Liste ein anstelle von mysql. Um sich zum Beispiel für die myodbc-Liste einzutragen, schicken Sie eine Nachricht an oder .

Wenn Sie keine Antwort auf Ihre Fragen von der Mailing-Liste erhalten, ist eine Option, für den Support von MySQL AB zu bezahlen, was Sie in direkten Kontakt mit den MySQL-Entwicklern bringt. See Abschnitt 2.4.1, „Support den MySQL AB anbietet“.

Die folgende Tabelle listet einige Mailing-Listen in anderen Sprachen als englisch auf. Beachten Sie, dass diese nicht von MySQL AB unterhalten werden. Daher können wir nicht für die Qualität dieser Listen garantieren.

2.6.2.2. Wie man Fragen stellt oder Bugs berichtet

Bevor Sie einen Bug berichten oder eine Frage stellen, tun Sie bitte folgendes:

Wenn Sie weder im Handbuch noch in den Archiven eine Antwort finden können, versuchen Sie es mit Ihrem lokalen MySQL-Experten. Wenn Sie immer noch keine Antwort auf Ihre Frage finden, lesen Sie den nächsten Abschnitt über die Mailing-Listen unter .

2.6.2.3. Wie man Bugs oder Probleme berichtet

Einen guten Bug-Bericht zu schreiben braucht Geduld, aber es gleich beim ersten Mal richtig zu machen spart Ihnen und uns Zeit. Ein guter Bug-Bericht enthält einen kompletten Testfall für den Bug, der es sehr wahrscheinlich macht, dass wir ihn im nächsten Release beheben. Dieser Abschnitt hilft Ihnen, Ihren Bericht korrekt zu schreiben, damit Sie Ihre Zeit nicht damit verschwenden, etwas zu schreiben, was uns wenig oder gar nicht weiterhilft.

Wir ermutigen jeden, das mysqlbug-Skript zu benutzen, um einen Bug-Bericht anzufertigen (oder einen Bericht über irgendein anderes Problem), falls das möglich ist. Der mysqlbug findet sich im Skripts-Verzeichnis der Quelldistribution, bzw. im bin-Verzeichnis der Binärdistribution, im Verzeichnis unterhalb Ihres MySQL-Installationsverzeichnisses. Falls es Ihnen nicht möglich ist, mysqlbug zu benutzen, sollten Sie trotzdem alle notwendigen Informationen mitliefern, die in diesem Abschnitt aufgeführt sind.

Das mysqlbug-Skript hilft Ihnen, einen Bericht zu erstellen, der viele der folgenden Informationen automatisch einschließt, aber falls etwas Wichtiges fehlt, fügen Sie es bitte Ihrer Nachricht hinzu! Bitte lesen Sie diesen Abschnitt sorgfältig und stellen Sie sicher, dass alle hier beschriebenen Informationen in Ihrem Bericht enthalten sind.

Für gewöhnlich sollten Sie Ihren Bug-Bericht und Probleme an schicken. Wenn Sie einen Testfall erzeugen können, der den Bug klar demonstriert, sollten Sie ihn an die -Liste schicken. Beachten Sie, dass Sie nur einen kompletten, nachvollziehbaren Bug-Bericht an diese Liste schicken sollten, indem Sie das mysqlbug-Skript benutzen. Falls Sie unter Windows arbeiten, sollten Sie eine Beschreibung des Betriebssystems und der MySQL-Version hinzufügen. Vorzugsweise sollten Sie den Problemfall mit der letzten stabilen oder Entwicklungs-Version von MySQL testen, bevor Sie den Bericht posten! Jeder sollte in der Lage sein, den Bug zu wiederholen, indem einfach mysqltest < Skript auf den beigefügten Testfall angewandt wird. Alle Bugs, die auf dieser Liste gepostet werden, werden im nächsten MySQL-Release behoben oder dokumentiert! Wenn nur kleinere Code-Änderungen betroffen sind, werden wir zusätzlich ein Patch bereitstellen, das das Problem behebt.

Denken Sie daran, dass es immer möglich ist, auf eine Nachricht zu antworten, die zu viele Informationen enthält, aber nicht immer auf eine, die zu wenige Informationen enthält. Oft lassen Leute Fakten aus, weil sie denken, die Ursache eines Probleme zu kennen und annehmen, dass einige Details nicht von Wichtigkeit sind. Ein gutes Prinzip ist folgendes: Falls Sie im Zweifel sind, ob Sie etwas Bestimmtes mitteilen sollten, teilen Sie es mit! Es ist tausendmal schneller und weniger ärgerlich, ein paar Zeilen mehr in Ihrem Bericht zu schreiben, als gezwungen zu sein, noch einmal zu fragen und auf die Antwort zu warten, weil Sie beim ersten Mal nicht genug Informationen geliefert haben.

Die häufigste Fehler besteht darin, dass Leute die Versionsnummer der MySQL-Distribution, die sie benutzen nicht angeben, oder vergessen anzugeben, auf welcher Plattform sie MySQL installiert haben (inklusive der Betriebssystem-Version). Diese Informationen sind äußerst relevant, und in 99 von 100 Fällen ist der Bug-Bericht ohne sie nutzlos! Sehr oft erhalten wir Fragen wie 'Warum funktioniert das bei mir nicht?', nur um herauszufinden, dass das beschriebene Feature nicht in der benutzten MySQL-Version implementiert war, oder dass der Bug, der im Bericht beschrieben wurde, bereits in einer neueren MySQL-Version behoben wurde. Manchmal ist der Fehler plattformabhängig; in solchen Fällen ist es praktisch unmöglich, irgend etwas zu beheben, ohne das Betriebssystem und die Versionsnummer des Betriebssystems zu kennen.

Denken Sie auch daran, Informationen über Ihren Compiler einzuschließen, falls sie MySQL selbst kompilieren. Oft finden Leute Fehler in Compilern und denken, dass das Problem MySQL-bezogen ist. Die meisten Compiler werden permanent weiter entwickelt und werden von Version zu Version besser. Um festzustellen, ob ein Problem von Ihrem Compiler abhängt oder nicht, müssen wir wissen, welcher Compiler benutzt wird. Beachten Sie, dass jedes Compiler-Problem als Bug-Bericht betrachtet und deshalb entsprechend berichtet werden sollte.

Es ist äußerst hilfreich, wenn eine gute Beschreibung des Probleme in Ihrem Bug-Bericht eingeschlossen ist, das heißt ein gutes Beispiel aller Dinge, die Sie getan haben, die zu dem Problem führten, sowie das Problem selbst. Die besten Bug-Berichte sind diejenigen, die ein komplettes Beispiel zeigen, wie man den Bug oder das Problem reproduzieren kann. See Abschnitt D.1.6, „Einen Testfall herstellen, wenn Sie Tabellenbeschädigung feststellen“.

Wenn ein Programm eine Fehlermeldung produziert, ist es sehr wichtig, diese in Ihren Bericht einzuschließen! Wenn wir in den Archiven der Programme suchen, ist es besser, wenn die Fehlernachricht exakt mit derjenigen übereinstimmt, die das Programm produziert. (Sogar Groß-/Kleinschreibung sollte berücksichtigt werden!) Sie sollten nie versuchen, sich daran zu erinnern, was die Fehlernachricht war; stattdessen sollten Sie die gesamte Nachricht per Kopieren und Einfügen in Ihrem Bericht unterbringen!

Wenn Sie ein Problem mit MyODBC haben, sollten Sie versuchen, eine MyODBC-Trace-Datei zu erstellen. See Abschnitt 9.3.7, „Probleme mit MyODBC berichten“.

Bitten denken Sie daran, dass viele Leute, die Ihren Bericht lesen, dabei ein 80-Spalten-Anzeigegerät benutzen. Wenn Sie Berichte oder Beispiele erzeugen, indem Sie das mysql-Kommandozeilen-Werkzeug benutzen, sollten Sie deshalb die --vertical-Option (oder den \G-Statement-Begrenzer) für Ausgaben benutzen, die ansonsten die verfügbare Anzeigebreite überschreiten würden (zum Beispiel beim EXPLAIN SELECT-Statement; siehe dazu das Beispiel weiter unten). Bitte schließen Sie folgende Informationen in Ihren Bug-Bericht ein:

  • Die Versionsnummer der MySQL-Distribution, die Sie benutzen (zum Beispiel MySQL Version 3.23.22). Sie finden heraus, welche Version Sie benutzen, indem Sie mysqladmin version eingeben. mysqladmin findet sich im bin-Verzeichnis unterhalb Ihres MySQL-Installationsverzeichnisses.

  • Hersteller und Modell der Maschine, auf der Sie arbeiten.

  • Name und Version des Betriebssystems. Bei den meisten Betriebssystemen läßt sich diese Information herausfinden, indem man das Unix-Kommando uname -a ausführt.

  • Manchmal ist die Größe des Arbeitsspeichers (real und virtuell) relevant. Im Zweifelsfall schließen Sie diese Werte ein.

  • Wenn Sie eine Quelldistribution von MySQL benutzen, werden Name und Versionsnummer des Compilers benötigt. Wenn Sie eine Binärdistribution haben, geben Sie den Namen der Distribution an.

  • Wenn das Problem während der Kompilation auftritt, schließen Sie die exakte Fehlermeldung (bzw. -meldungen) ein und zusätzlich ein paar Zeilen des Kontextes um den problembehafteten Code herum in der Datei, wo der Fehler auftrat.

  • Falls mysqld abstürzt, sollten Sie auch die Anfrage (Query) mitteilen, die mysqld zum Absturz brachte. Gewöhnlich können Sie das herausfinden, indem Sie mysqld mit angeschaltetem Logging laufen lassen. See Abschnitt D.1.5, „Log-Dateien benutzen, um Gründe für Fehler in mysqld zu finden“.

  • Falls irgend eine Datenbanktabelle mit dem Problem zu tun hat, schließen Sie die Ausgabe von mysqldump --no-data db_name tbl_name1 tbl_name2 ... ein. Das ist sehr leicht zu bewerkstelligen und eine sehr hilfreiche Möglichkeit, Informationen über jegliche Tabelle in einer Datenbank zu erhalten, die uns hilft, eine Situation herzustellen, die mit derjenigen übereinstimmt, die Sie haben.

  • Bei Bugs, die sich auf Geschwindigkeitsprobleme beziehen, oder bei Problemen mit SELECT-Statements, sollten Sie immer die Ausgabe von EXPLAIN SELECT ... einschließen, und zumindest die Anzahl der Zeilen, die das SELECT-Statement produziert. Je mehr Informationen Sie uns über Ihre Situation geben, desto wahrscheinlicher ist es, dass Ihnen jemand helfen kann! Das folgende Beispiel ist ein sehr gutes Beispiel eines Bug-Berichts (es sollte natürlich mit dem mysqlbug-Skript berichtet werden):

    Beispiel unter Benutzung des mysql-Kommandozeilen-Werkzeugs (achten Sie auf die Benutzung des \G-Statement-Begrenzers für Statements, deren Ausgabebreite ansonsten die von 80-Zeilen-Ausgabegeräten überschreiten würde):

    mysql> SHOW VARIABLES;
    mysql> SHOW COLUMNS FROM ...\G
           <Ausgabe von SHOW COLUMNS>
    mysql> EXPLAIN SELECT ...\G
           <Ausgabe von EXPLAIN>
    mysql> FLUSH STATUS;
    mysql> SELECT ...;
           <Eine Kurzfassung der Ausgabe von SELECT,
           inclusive der Zeit, die die Anfrage benötigte>
    mysql> SHOW STATUS;
           <Ausgabe von SHOW STATUS>
    
  • Wenn ein Problem auftritt, während mysqld läuft, legen Sie nach Möglichkeit ein Eingabeskript bei, das die Anomalie reproduziert. Dieses Skript sollte alle notwendigen Quelltextdateien beinhalten. Je exakter das Skript Ihre Situation reproduzieren kann, desto besser. Wenn Sie einen wiederholbaren Testfall erstellen können, sollten Sie ihn an schicken, damit er mit hoher Priorität behandelt wird!

    Falls Sie kein Skript zur Verfügung stellen können, sollten Sie zumindest die Ausgaben von mysqladmin variables extended-status processlist in Ihrer Mail mitschicken, um einige Informationen darüber zu geben, wie Ihr System arbeitet!

  • Falls Sie keinen Testfall mit ein paar Zeilen produzieren können oder falls Ihre Tabelle zu Groß ist, um an die Mailing-Liste geschickt zu werden (mehr als 10 Zeilen), sollten Sie mit mysqldump einen Dump Ihrer Tabellen machen und eine README-Datei erzeugen, die Ihr Problem beschreibt.

    Erzeugen Sie ein komprimiertes Archiv Ihrer Dateien, indem Sie tar und gzip oder zip benutzen, und benutzen Sie ftp, um das Archiv nach ftp://Support.mysql.com/pub/mysql/secret/ zu transferieren. Schicken Sie danach eine kurze Beschreibung des Probleme an .

  • Wenn Sie glauben, dass MySQL auf eine Anfrage hin merkwürdige Ergebnisse liefert, fügen Sie nicht nur das Ergebnis bei, sondern auch, wie das Ergebnis Ihrer Meinung nach aussehen sollte, sowie eine Erklärung, wie Sie zu dieser Meinung gelangt sind.

  • Wenn Sie ein Beispiel Ihres Problems schildern, ist es besser, die Variablen-, Tabellen- etc. Namen zu verwenden, die in Ihrer aktuellen Situation existieren, anstatt sich neue Namen auszudenken. Das Problem könnte nämlich etwas mit dem Namen der Variablen oder Tabelle zu tun haben! Diese Fälle sind zwar selten, aber hier sollte man lieber auf Nummer sicher gehen. Letztlich sollte es für Sie auch leichter sein, ein Beispiel zur Verfügung zu stellen, das Ihre tatsächliche Situation schildert, und es ist in jedem Fall besser für uns. Falls Sie mit Daten arbeiten, die Sie keinen anderen zeigen wollen, können Sie ftp benutzen, um die Daten nach ftp://Support.mysql.com/pub/mysql/secret/ zu transferieren. Falls die Daten streng geheim sind und Sie sie nicht einmal uns zeigen wollen, legen Sie bitte ein Beispiel mit anderen Namen an, betrachten Sie dies aber bitte als allerletzte Möglichkeit.

  • Fügen Sie alle Optionen ein, die den relevanten Programmen übergeben wurden, falls möglich. Geben Sie zum Beispiel die Optionen an, die Sie benutzt haben, als Sie den mysqld-Daemon gestartet haben, und die Sie für Client-Programme wie mysql benutzen, sowie diejenigen, die Sie für die Konfiguration des configure-Skripts nehmen, denn diesen sind oft der Schlüssel für Antworten und deshalb äußerst relevant! Es ist immer eine gute Idee, sie in jedem Fall anzugeben! Wenn Sie Module wie Perl oder PHP benutzen, fügen Sie bitte die Versionszahl von diesen mit ein.

  • Wenn sich Ihre Frage auf das Berechtigungssystem (Zugriffsberechtigungen auf den Datenbank-Server) bezieht, fügen Sie bitte die Ausgabe von mysqlaccess, die Ausgabe von mysqladmin reload und alle Fehlermeldungen, die Sie erhalten, wenn Sie versuchen, sich zu verbinden, bei! Wenn Sie Ihre Zugriffsberechtigungen testen, sollten Sie zunächst mysqlaccess ausführen. Führen Sie danach mysqladmin reload version aus und versuchen Sie dann, sich mit dem Programm zu verbinden, das Probleme macht. mysqlaccess liegt im bin-Verzeichnis unter Ihrem MySQL-Installationsverzeichnis. MySQL-Installationsverzeichnis.

  • Wenn Sie einen Patch für ein Bug haben, ist das gut, aber nehmen Sie bitte nicht an, dass der Patch alles ist, was wir brauchen. Gehen Sie auch nicht davon aus, dass wir den Patch benutzen werden, wenn Sie nicht auch einige notwendige Informationen mitschicken, zum Beispiel Testfälle, die den Bug zeigen, der durch Ihren Patch behoben wird. Möglicherweise finden wir Probleme, die Ihr Patch verursacht, oder wir verstehen ihn überhaupt nicht. Wenn das der Fall ist, können wir ihn nicht benutzen.

    Wenn wir nicht genau feststellen können, wofür der Patch gedacht ist, werden wir ihn nicht benutzen. In diesen Fällen werden uns Testfälle weiter helfen. Zeigen Sie darin auf, dass der Patch all die Situationen bewältigt, die eintreten können. Falls wir einen Grenzfall finden (sogar, wenn es ein seltener ist), bei dem der Patch nicht funktioniert, ist er vielleicht nutzlos.

  • Vermutungen, worin der Bug besteht, warum er auftritt oder wovon er abhängt, sind meist falsch. Selbst das MySQL-Team kann solche Dinge nicht erraten, sondern muss einen Debugger benutzen, um den wahren Grund des Bugs feststellen zu können.

  • Geben Sie in Ihrer Mail zu erkennen, dass Sie das Referenzhandbuch gelesen und die Mail-Archive durchgesehen haben, damit andere wissen, dass Sie versucht haben, das Problem selbst zu lösen.

  • Wenn Sie einen parse error erhalten, überprüfen Sie bitte genau Ihre Syntax! Wenn Sie nichts Falsches darin finden können, ist es sehr wahrscheinlich, dass Ihre aktuelle Version von MySQL die Anfrage, die Sie formuliert haben, nicht unterstützt. Wenn Sie die aktuelle Version benutzen und das Handbuch unter http://www.mysql.com/documentation/manual.php die Syntax, die Sie benutzen, nicht beschreibt, unterstützt MySQL Ihre Anfrage nicht. In diesem Fall bleibt Ihnen nur, die Syntax entweder selbst zu implementieren oder per E-Mail an nach einem Angebot für die Implementation anzufragen!

    Wenn das Handbuch die Syntax, die Sie benutzen, beschreibt, Sie aber eine ältere Version von MySQL benutzen, sollten Sie in der MySQL-Änderungsgeschichte (Change History) nachsehen, wann die Syntax implementiert wurde. In diesem Fall haben Sie die Möglichkeit, ein Upgrade auf eine neuere Version von MySQL vorzunehmen. See Anhang C, MySQL-Änderungsverlauf (Change History).

  • Wenn Sie ein Problem in der Art haben, dass Ihre Daten anscheinend beschädigt sind oder Sie Fehlermeldungen bekommen, wenn Sie auf eine bestimmte Tabelle zugreifen, sollten Sie zunächst Ihre Tabellen überprüfen und anschließend reparieren, indem Sie myisamchk oder CHECK TABLE und REPAIR TABLE benutzen. See Kapitel 5, MySQL-Datenbankadministration.

  • Wenn Sie oft beschädigte Tabellen erhalten, sollten Sie versuchen herauszufinden, wann und warum das geschieht! In diesem Fall kann die mysql-data-directory/'hostname'.err-Datei einige Informationen darüber enthalten, was geschehen ist. See Abschnitt 5.9.1, „Die Fehler-Log-Datei“. Bitte fügen Sie jede relevante Information aus dieser Datei in Ihren Bug-Bericht ein! Normalerweise sollte mysqld NIE eine Tabelle zerstören, ausser wenn der Server mitten während eines Updates gekillt wurde! Wenn Sie den Grund für den Absturz von mysqld herausfinden können, ist es sehr viel einfacher für uns, Ihnen eine Lösung des Problems an die Hand zu geben! See Abschnitt A.1, „Wie man feststellt, was Probleme verursacht“.

  • Falls möglich, sollten Sie die aktuellste Version von MySQL herunter laden, installieren und überprüfen, ob das Ihr Problem löst. Alle Versionen von MySQL werden gründlich getestet und sollten ohne Probleme funktionieren! Wir halten uns daran, alles so abwärtskompatibel wie möglich zu machen. Daher sollte es Ihnen möglich sein, innerhalb von Minuten die MySQL-Version auszutauschen! See Abschnitt 3.2.3, „Welche MySQL-Version Sie benutzen sollten“.

Wenn Sie ein Support-Kunde sind, schicken Sie bitte den Bug-Bericht an , damit dieser eine höhere Priorität in der Bearbeitung erfährt. Schicken Sie ihn gleichzeitig an die entsprechende Mailing-Liste, um zu sehen, ob schon jemand anderes das selbe Problem hatte (und vielleicht gelöst hat).

Informationen zu Bug-Berichten siehe MyODBC und Abschnitt 9.3.4, „Wie Sie Probleme mit MyODBC berichten“.

Lösungen für häufig auftretende Probleme siehe See Anhang A, Probleme und häufige Fehler.

Wenn Ihnen Antworten individuell zugesandt werden und nicht an die Mailing-Liste, wird es als gute Etikette betrachtet, die Antworten zusammenzufassen und die Zusammenfassung an die Mailing-Liste zu schicken, damit andere von den Antworten profitieren können, die Ihnen geholfen haben, Ihr Problem zu lösen!

2.6.2.4. Richtlinien für die Beantwortung von Fragen auf der Mailing-Liste

Wenn Sie davon ausgehen, dass Ihre Antwort auf breites Interesse stößt, sollten Sie an die Mailing-Liste posten, statt direkt der Person zu antworten, die die Frage stellte. Versuchen Sie, Ihre Antwort so allgemein zu halten, dass auch andere als der ursprünglich Fragende von Ihrer Antwort profitieren können. Wenn Sie an die Liste posten, stellen Sie bitte sicher, dass Ihre Antwort kein Duplikat einer vorhergehenden Antwort ist.

Versuchen Sie, den wesentlichen Teil der Frage in Ihrer Antwort zusammenzufassen. Fühlen Sie sich nicht verpflichtet, die gesamte ursprüngliche Nachricht zu zitieren.

Bitte schicken Sie Ihre Mailnachrichten nicht im HTML-Format! Viele Benutzer lesen Nachrichten mit nicht HTML-fähigen Anwendungen!

2.7. Wie Standard-kompatibel ist MySQL?

Dieser Abschnitt beschreibt, wie sich MySQL zum ANSI SQL-Standard verhält. MySQL hat viele Erweiterungen zum ANSI SQL-Standard, und hier steht, welche das sind und wie man sie benutzt. Hier finden Sie auch Informationen über Funktionalität, die MySQL fehlt, und wie man mit diesen Unterschieden umgeht.

2.7.1. An welche Standards hält sich MySQL?

Entry-Level-SQL92. ODBC-Levels 0-2.

Wir beabsichtigen ANSI SQL99 vollständig zu unterstützen. Dies wollen wir jedoch keinesfalls auf Kosten von Geschwindigkeit oder Codequalität erreichen.

2.7.2. MySQL im ANSI-Modus laufen lassen

Wenn Sie mysqld mit der --ansi-Option starten, ändert sich folgendes Verhalten von MySQL:

  • || ist Zeichenketten-Verkettung (Konkatenation) anstelle von OR.

  • Sie können eine beliebige Anzahl von Leerzeichen zwischen Funktionnamen und ‘(’ eingeben. Das führt zwangsläufig dazu, dass alle Funktionsnamen als reservierte Wörter behandelt werden.

  • "’ ist dann ein Quotierungsbezeichner (wie das MySQL- ‘`’-Anführungszeichen) und kein Zeichen, dass einen String einschließt.

  • REAL wird zu einem Synonym für FLOAT anstelle eines Synonyms für DOUBLE.

  • Der Standard-Isolationslevel für Transaktionen ist SERIALIZABLE. See Abschnitt 7.7.3, „SET TRANSACTION-Syntax“.

Das ist dasselbe, als würde man --sql-mode=REAL_AS_FLOAT,PIPES_AS_CONCAT,ANSI_QUOTES,IGNORE_SPACE,SERIALIZE,ONLY_FULL_GROUP_BY benutzen.

2.7.3. MySQL-Erweiterungen zu ANSI SQL92

MySQL beinhaltet einige Erweiterungen, die Sie in anderen SQL-Datenbanken wahrscheinlich nicht finden werden. Passen Sie auf, wenn Sie diese benutzen, denn Ihr Code ist dann nicht mehr kompatibel mit anderen SQL-Servern. In einigen Fällen können Sie Code schreiben, der MySQL-Erweiterungen enthält und dennoch portabel ist, indem Sie Kommentare in der Form /*! ... */ benutzen. In diesem Fall wird MySQL den Code innerhalb des Kommentars parsen und ausführen wie jedes andere MySQL-Statement, aber andere SQL-Server werden die Erweiterungen ignorieren. Zum Beispiel:

SELECT /*! STRAIGHT_JOIN */ col_name FROM tabelle1, tabelle2 WHERE ...

Wenn Sie hinter '!' die Versionsnummer angeben, wird die Syntax nur ausgeführt, wenn die MySQL-Version gleich oder neuer als die benutzte Versionsnummer ist:

CREATE /*!32302 TEMPORARY */ TABLE (a int);

Je höher bedeutet, wenn Sie Version 3.23.02 oder neuer haben, wird MySQL das TEMPORARY-Schlüsselwort benutzen.

MySQL-Erweiterungen sind:

  • Die Feldtypen MEDIUMINT, SET, ENUM und die unterschiedlichen BLOB- und TEXT-Typen.

  • Die Feldattribute AUTO_INCREMENT, BINARY, NULL, UNSIGNED und ZEROFILL.

  • Alle Zeichenkettenvergleiche achten vorgabemäßig nicht auf Groß-/Kleinschreibung, wobei die Sortierreihenfolge vom aktuell verwendeten Zeichensatz abhängig ist (ISO-8859-1 Latin1 als Vorgabe). Wenn Sie das nicht wollen, sollten Sie Ihre Spalten mit dem BINARY-Attribut deklarieren oder den BINARY-Cast benutzen, der dafür sorgt, dass Vergleiche mit der ASCII-Sortierung durchgeführt werden, die der MySQL-Server-Host benutzt.

  • MySQL legt jede Datenbank als Verzeichnis unterhalb des MySQL-data- Verzeichnisses an und Tabellen innerhalb einer Datenbank als Dateien in dem Datenbank-Verzeichnis.

    Das hat ein paar Auswirkungen:

    • Bei Datenbanknamen und Tabellennamen wird auf Unterschiede in der Groß-/Kleinschreibung geachtet, wenn das Betriebssystem auf Groß-/Kleinschreibung achtet (wie auf den meisten Unix-Systemen). See Abschnitt A.5.1, „Groß-/Kleinschreibung beim Suchen“.

    • Datenbank-, Tabellen-, Index-, Spalten- oder Alias-Namen dürfen mit einer Ziffer beginnen (aber nicht ausschließlich aus Ziffern bestehen).

    • Sie können Standard-Kommandos des Betriebssystems benutzen, um Tabellen zu sichern (Datensicherung), umzubenennen, zu verschieben, zu löschen und zu kopieren. Um zum Beispiel eine Tabelle umzubennen, benennen Sie die Dateien .MYD, .MYI und .frm um, die der Tabelle entsprechen.

  • In SQL-Statements können Sie Tabellen aus verschiedenen Datenbanken mit der db_name.tbl_name-Syntax ansprechen. Einige SQL-Syntax stellen dieselbe Funktionalität zur Verfügung, nennen dies aber User space. MySQL unterstützt keine Tablespaces wie in folgendem Beispiel: create tabelle ralph.meine_tabelle...IN mein_tablespace.

  • LIKE ist für numerische Spalten erlaubt.

  • Die Benutzung von INTO OUTFILE und STRAIGHT_JOIN in einem SELECT-Statement. See Abschnitt 7.4.1, „SELECT-Syntax“.

  • Die Option SQL_SMALL_RESULT in einem SELECT-Statement.

  • EXPLAIN SELECT, um eine Beschreibung zu erhalten, wie Tabellen verknüpft werden (Join).

  • Die Benutzung von Index-Namen, Indexen auf ein Prefix eines Feldes, und die Benutzung von INDEX oder KEY in einem CREATE TABLE- Statement. See Abschnitt 7.5.3, „CREATE TABLE-Syntax“.

  • Die Benutzung von TEMPORARY oder IF NOT EXISTS mit CREATE TABLE.

  • Die Benutzung von COUNT(DISTINCT list), wobei 'list' mehr als ein Element ist.

  • Die Benutzung von CHANGE spalten_name, DROP spalten_name, oder DROP INDEX, IGNORE oder RENAME in einem ALTER TABLE-Statement. See Abschnitt 7.5.4, „ALTER TABLE-Syntax“.

  • Die Benutzung von RENAME TABLE. See Abschnitt 7.5.5, „RENAME TABLE-Syntax“.

  • Die Benutzung mehrfacher ADD-, ALTER-, DROP-, oder CHANGE-Klauseln in einem ALTER TABLE Statement.

  • Die Benutzung von DROP TABLE mit the keywords IF EXISTS.

  • Sie können mehrere Tabellen löschen mit einem einzigen DROP TABLE-Statement.

  • Die LIMIT-Klausel des DELETE-Statements.

  • Die DELAYED-Klausel der INSERT- und REPLACE- Statements.

  • Die LOW_PRIORITY-Klausel der INSERT-, REPLACE-, DELETE- und UPDATE-Statements.

  • Die Benutzung von LOAD DATA INFILE. In vielen Fällen ist diese Syntax kompatibel mit Oracles LOAD DATA INFILE. See Abschnitt 7.4.9, „LOAD DATA INFILE-Syntax“.

  • Die ANALYZE TABLE-, CHECK TABLE-, OPTIMIZE TABLE- und REPAIR TABLE-Statements.

  • Das SHOW-Statement. See Abschnitt 5.5.5, „SHOW-Syntax“.

  • Zeichenketten dürfen sowohl durch ‘"’ als auch durch ‘'’ eingeschlossen werden, nicht nur durch ‘'’.

  • Die Benutzung des Escape(‘\’)Zeichens.

  • Das SET OPTION-Statement. See Abschnitt 6.5.6, „SET-Syntax“.

  • Sie müssen nicht alle ausgewählten Spalten im GROUP BY-Teil nennen. Hierdurch ergibt sich eine bessere Performance für einige sehr spezifische, aber recht gewöhnliche Anfragen.

  • Man kann ASC und DESC bei GROUP BY spezifizieren.

  • Um es Benutzern leichter zu machen, die von anderen SQL-Umgebungen kommen, unterstützt MySQL Aliase für viele Funktionen. Zum Beispiel unterstützen alle Zeichenketten-Funktionen sowohl die ANSI-SQL-Syntax als auch die ODBC-Syntax.

  • MySQL kennt die Operatoren || und &&, die logisches Oder und logisches Und bedeuten, wie in der Programmiersprache C. In MySQL sind || und OR Synonyme, wie auch && und AND. Aufgrund dieser freundlichen Syntax unterstützt MySQL nicht den ANSI-SQL-||-Operator für Zeichenketten-Verkettung (Konkatenation); benutzen Sie statt dessen CONCAT(). Weil CONCAT() eine beliebige Anzahl von Argumenten entgegennimmt, ist es leicht, die Benutzung des ||-Operators zu MySQL zu konvertieren.

  • CREATE DATABASE oder DROP DATABASE. See Abschnitt 7.5.1, „CREATE DATABASE-Syntax“.

  • Der %-Operator ist ein Synonym für MOD(). Das heißt N % M ist äquivalent zu MOD(N,M). % wird für C-Programmierer und für Kompatibilität mit PostgreSQL unterstützt.

  • Die =-, <>-, <=-, <-, >=-, >-, <<-, >>-, <=>-, AND-, OR- oder LIKE-Operatoren können in Spaltenvergleichen links von FROM in SELECT Statements benutzt werden. Beispiel:

    mysql> SELECT spalte1=1 AND spalte2=2 FROM tabelle_name;
    
  • Die LAST_INSERT_ID()-Funktion. See Abschnitt 9.4.3.30, „mysql_insert_id().

  • Die REGEXP- und NOT REGEXP-Operatoren für erweiterte reguläre Ausdrücke.

  • CONCAT() oder CHAR() mit einem Argument oder mehr als zwei Argumenten. (In MySQL können diese Funktionen jede beliebige Anzahl von Argumenten entgegennehmen.)

  • Die Funktionen BIT_COUNT(), CASE, ELT(), FROM_DAYS(), FORMAT(), IF(), PASSWORD(), ENCRYPT(), md5(), ENCODE(), DECODE(), PERIOD_ADD(), PERIOD_DIFF(), TO_DAYS() oder WEEKDAY().

  • Die Benutzung von TRIM(), um Teile von Zeichenketten zu entfernen. ANSI SQL unterstützt nur die Entfernung einzelner Zeichen.

  • Die GROUP BY-Funktionen STD(), BIT_OR() und BIT_AND().

  • Die Benutzung von REPLACE anstelle von DELETE + INSERT. See Abschnitt 7.4.8, „REPLACE-Syntax“.

  • Das FLUSH flush_option-Statement.

  • Die Möglichkeit, Variablen in einem Statement mit := zu setzen:

    SELECT @a:=SUM(total),@b=COUNT(*),@a/@b AS avg FROM test_tabelle;
    SELECT @t1:=(@t2:=1)+@t3:=4,@t1,@t2,@t3;
    

2.7.4. MySQL-Unterschiede im Vergleich zu ANSI SQL92

Wir versuchen möglichst, dass MySQL dem ANSI-SQL-Standard und dem ODBC-SQL-Standard folgt, aber in einigen Fällen macht MySQL Dinge auf andere Weise:

2.7.4.1. Sub-Selects

MySQL unterstützt momentan nur Sub-Selects der Form INSERT ... SELECT ... und REPLACE ... SELECT .... In anderen Zusammenhängen können Sie allerdings die Funktion IN() benutzen.

In vielen Fällen können Sie Ihre Anfragen ohne Sub-Selects schreiben:

SELECT * FROM tabelle1 WHERE id IN (SELECT id FROM tabelle2);

Das kann wie folgt umgeschrieben werden:

SELECT tabelle1.* FROM tabelle1,tabelle2 WHERE tabelle1.id=tabelle2.id;

Die Anfragen:

SELECT * FROM tabelle1 WHERE id NOT IN (SELECT id FROM tabelle2);
SELECT * FROM tabelle1 WHERE NOT EXISTS (SELECT id FROM tabelle2 where tabelle1.id=tabelle2.id);

Können wie folgt umgeschrieben werden:

SELECT tabelle1.* FROM tabelle1 LEFT JOIN tabelle2 ON tabelle1.id=tabelle2.id where tabelle2.id IS NULL

Für kompliziertere Unteranfragen (Subqueries) können Sie oft temporäre Tabelle anlegen, die die Unteranfrage enthalten. In einigen Fällen wird diese Option allerdings nicht funktionieren. Am häufigsten treten diese Fälle mit DELETE-Statements auf, wofür Standard-SQL keine Verknüpfungen (Joins) unterstützt. Für solche Situationen sind zwei Optionen verfügbar, solange MySQL noch keine Unteranfragen unterstützt.

Die erste Option besteht darin, eine prozedurale Programmiersprache (wie PHP oder Perl) zu benutzen, um eine SELECT-Anfrage zu erhalten, die die Primärschlüssel enthält, die benötigt werden, um die entsprechenden Datensätze zu löschen, und dann diese Werte zu benutzen, um das DELETE-Statement zu formulieren (DELETE FROM ... WHERE ... IN (key1, key2, ...)).

Die zweite Option besteht darin, interaktives SQL zu benutzen, um automatisch eine Reihe von DELETE-Statements zu formulieren, indem die MySQL-Erweiterung CONCAT() benutzt wird (anstelle des Standard-Operators ||). Beispiel:

SELECT CONCAT('DELETE FROM tabelle1 WHERE pkid = ', tabelle1.pkid, ';')
  FROM tabelle1, tabelle2
 WHERE tabelle1.spalte1 = tabelle2.spalte2;

Sie können diese Anfrage in eine Skriptdatei schreiben und deren Eingabe an den Kommandozeilen-Interpreter mysql leiten und von dort die Ausgabe zurück an eine zweite Instanz des Interpreters:

prompt> mysql --skip-column-names meine_db < mein_skript.sql | mysql meine_db

MySQL 4.0 unterstützt das Löschen aus mehreren Tabellen (multi-table deletes), was benutzt werden kann, um effizient Zeilen zu löschen, basierend auf den Informationen aus einer Tabelle oder sogar aus mehreren Tabellen zur gleichen Zeit.

2.7.4.2. SELECT INTO TABLE

MySQL unterstützt noch nicht die Oracle-SQL-Erweiterung SELECT ... INTO TABLE .... MySQL unterstützt statt dessen die ANSI-SQL-Syntax INSERT INTO ... SELECT ..., die im Prinzip dasselbe ist. See Abschnitt 7.4.3.1, „INSERT ... SELECT-Syntax“.

INSERT INTO tabelle_temp2 (fldID) SELECT tabelle_temp1.fldOrder_ID FROM tabelle_temp1 WHERE
tabelle_temp1.fldOrder_ID > 100;

Alternativ können Sie SELECT INTO OUTFILE... oder CREATE TABLE ... SELECT benutzen, um Ihre Probleme zu lösen.

2.7.4.3. Transaktionen

Weil MySQL heutzutage Transaktionen unterstützt, gelten die folgenden Erörterungen nur, wenn Sie nur Tabellentypen benutzen, die nicht transaktionssicher sind. See Abschnitt 7.7.1, „BEGIN/COMMIT/ROLLBACK-Syntax“.

Oft wird von neugierigen oder kritischen Leuten gefragt: ``Warum ist MySQL keine transaktionale Datenbank?'' oder ``Warum unterstützt MySQL keine Transaktionen?''

MySQL hat sich bewusst entschieden, andere Paradigmen für die Datenintegrität zu unterstützen: ``atomische Operationen.'' Es entspricht unserer Denkweise und unserer Erfahrung, dass atomische Operationen gleiche oder bessere Integrität bei wesentlich besserer Performance gewährleisten. Nichtsdestotrotz schätzen und verstehen wir das transaktionale Datenbank-Paradigma und planen, im Verlauf der nächsten Releases transaktionssichere Tabellen einzuführen, auf der Basis der Transaktionssicherheit pro einzelner Tabelle. Wir werden unseren Benutzern die Entscheidung überlassen, ob Sie in ihren Applikationen den Geschwindigkeitsvorteil atomischer Operationen benötigen oder die transaktionalen Features.

Wie benutzt man die Features von MySQL, um rigorose Integrität beizubehalten, und wie sind diese Features im Vergleich mit dem transaktionalen Paradigma zu bewerten?

Zunächst ist es nach dem transaktionalen Paradigma bequemer, mit Transaktionen zu arbeiten, wenn Ihre Applikationen auf eine Weise geschrieben sind, dass sie in kritischen Situationen ``rollback'' anstelle von ``commit'' aufrufen. Darüber hinaus stellen Transaktionen sicher, dass unbeendete Updates oder zerstörende Aktivitäten nicht an die Datenbank abgesetzt werden; der Server hat die Gelegenheit, ein automatisches Rollback durchzuführen, wodurch Ihre Datenbank gerettet wird.

In fast allen Fällen erlaubt Ihnen MySQL, potentiellen Problemen vorzubauen, indem einfache Überprüfungen eingebaut und einfache Skripte laufen gelassen werden, die die Datenbanken auf Inkonsistenzen prüfen und automatisch reparieren oder Warnmeldungen ausgeben, wenn so etwas passiert. Beachten Sie auch, dass allein durch die Benutzung der MySQL-Logdatei oder durch das Hinzufügen einer speziellen Logdatei Tabellen perfekt repariert werden können, ohne dass ein Verlust an Datenintegrität eintritt.

Darüber hinaus können fatale transaktionale Updates so umgeschrieben werden, dass sie atomisch sind. In der Tat gehen wir so weit zu sagen, dass alle Integritätsprobleme, die Transaktionen lösen, mit LOCK TABLES oder atomischen Update durchgeführt werden können, was sicherstellt, dass Sie nie einen automatischen Abbruch von der Datenbank bekommen, was ein gewöhnliches Problem transaktionaler Datenbanken darstellt.

Nicht einmal Transaktionen können jeden Verlust verhindern, wenn der Server abstürzt. In solchen Fällen können sogar transaktionale Systeme Daten verlieren. Der Unterschied zwischen unterschiedlichen Systemen besteht einzig darin, wie kurz die Zeitverzögerung ist, in der Daten verloren gehen könnten. Kein System ist 100%-ig sicher, sondern lediglich ``sicher genug''. Selbst von Oracle, ansonsten als das sicherste aller transaktionalen Datenbanken berühmt, wird berichtet, dass es manchmal in solchen Situationen Daten verliert.

Um mit MySQL auf der sicheren Seite zu sein, brauchen Sie lediglich Datensicherungen und angeschaltetes Update-Logging. Damit können Sie in jeder denkbaren Situation genau wie mit jeder beliebigen transaktionalen Datenbank Daten wiederherstellen. Natürlich ist es immer eine gute Idee, Datensicherungen zu haben, unabhängig von der verwendeten Datenbank.

Das transaktionale Paradigma hat seine Vor- und Nachteile. Viele Benutzer und Applikationsentwickler verlassen sich auf die Einfachheit, mit der sie um Probleme herum Code schreiben können, dort wo anscheinend ein Abbruch erfolgt ist, oder wo es notwendig ist, haben sie womöglich ein bisschen mehr Arbeit mit MySQL, weil sie anders denken oder mehr schreiben müssen. Wenn Ihnen atomische Operationen neu sind oder Sie vertrauter mit Transaktionen sind (oder Sie sich damit besser fühlen), kommen Sie nicht gleich zur Schlussfolgerung, dass sich MySQL nicht mit diesen Überlegungen beschäftigt hat. Zuverlässigkeit und Integrität stehen für uns absolut im Vordergrund. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass zur Zeit mehr als eine Million mysqld-Server laufen, von denen viele in Produktionsumgebungen eingesetzt werden. Wir hören sehr, sehr selten von Benutzern, die irgendwelche Daten verloren haben, und in fast allen Fällen sind Benutzerfehler im Spiel. Das ist unserer Meinung nach der beste Beweis für die Stabilität und Zuverlässigkeit von MySQL.

Im übrigen lassen die aktuellen Features von MySQL Zuverlässigkeit und Integrität auf Transaktionsebene oder besser zu, wenn in bestimmten Situationen Integrität von höchster Wichtigkeit ist. Wenn Sie Tabellen mit LOCK TABLES sperren, werden alle Updates angehalten, bis jegliche Integritätsprüfungen durchgeführt sind. Wenn Sie nur eine Lesesperre (Read Lock) machen (im Gegensatz zu einer Schreibsperre - Write Lock), werden Lese- und Einfügeoperationen noch zugelassen. Die neu eingefügten Datensätze können von nicht Clients gesehen werden, die eine READ-Sperre haben, bis sie ihre Lesesperre aufheben. Mit INSERT DELAYED können Sie Einfügeoperationen in eine lokale Warteschlange (Local Queue) stellen, solange, bis die Sperren aufgehoben sind, ohne dass der Client warten muss, bis die Einfügeoperationen abgeschlossen sind. See Abschnitt 7.4.4, „INSERT DELAYED-Syntax“.

``Atomisch'', so wie wir es meinen, ist nichts Magisches. Es bedeutet nur, dass Sie sicher sein können, dass kein anderer Benutzer mit irgendeinem laufenden Update in Konflikt kommen kann, und dass es nie ein automatisches Rollback geben kann (was bei transaktionsbasierenden Systemen vorkommen kann, wenn Sie nicht sehr vorsichtig sind). MySQL garantiert auch, dass es keine schmutzigen Lesezugriffe (Dirty Reads) gibt. Sie finden einige Beispiele, wie man atomische Updates schreibt, im Abschnitt über Commits und Rollbacks.

Wir haben reichlich über Integrität und Performance nachgedacht und glauben, dass unser atomisches Paradigma sowohl Zuverlässigkeit als auch extrem hohe Performance gewährleistet, und zwar drei- bis fünfmal schneller, als es die schnellste und optimal eingestellte transaktionale Datenbank schafft. Wir haben Transaktionen nicht deshalb heraus gelassen, weil sie schwer zu machen sind. Der Hauptgrund für die Entscheidung für atomische Operationen gegen Transaktionen liegt darin, dass wir dadurch viele Geschwindigkeitsoptimierungen machen konnten, die auf andere Art nicht möglich gewesen wären.

Viele unserer Benutzer, für die Geschwindigkeit das Wichtigste ist, haben keinerlei Bedenken hinsichtlich Transaktionen. Für sie sind Transaktionen kein Thema. Diejenigen Benutzer, die Sorgen mit Transaktionen haben oder sich darüber wundern, dass MySQL diese nicht unterstützt, gibt es eine ``MySQL-Art'', die wir weiter oben beschrieben haben. Denjenigen, denen Sicherheit wichtiger als Geschwindigkeit ist, empfehlen wir die Benutzung von BDB- oder InnoDB-Tabellen für alle kritischen Daten. See Kapitel 8, MySQL-Tabellentypen.

Ein letzter Hinweis: Wir arbeiten zur Zeit an einem sicheren Replikationsschema, vom dem wir glauben, dass es besser als jedes kommerzielle Replikationssystem ist, das wir kennen. Dieses System wird mit dem atomischen, nicht-transaktionalen Paradigma mit höchster Zuverlässigkeit laufen. Bleiben Sie dran!

2.7.4.4. Gespeicherte Prozeduren und Trigger

Eine gespeicherte Prozedur ist ein Satz von SQL-Kommandos, die kompiliert und auf dem Server gespeichert werden können. Wenn dies einmal geschehen ist, müssen Clients nicht mehr die gesamte Anfrage absetzen, sondern können sich auf die gespeicherte Prozedur beziehen. Hiermit wird bessere Performance erreicht, den die Anfrage muss nur einmal geparst werden, und es muss weniger Information zwischen Client und Server ausgetauscht werden. Man kann sogar die konzeptionelle Ebene steigern, indem man Bibliotheken von Funktionen auf dem Server bereit hält.

Ein Trigger ist eine gespeicherte Prozedur, die aufgerufen wird, wenn ein bestimmtes Ereignis eintritt. Beispielsweise kann man eine gespeicherte Prozedur installieren, die jedes Mal ausgeführt wird, wenn ein Datensatz aus einer Transaktionstabelle gelöscht wird, und die automatisch den dazu gehörigen Kunden aus einer Kundentabelle löscht, wenn alle seine Transaktionen gelöscht wurden.

Für ein späteres Release ist geplant, dass MySQL gespeicherte Prozeduren handhaben kann, aber ohne Trigger. Trigger verlangsamen üblicherweise alles, sogar Anfragen, für die sie nicht benötigt werden.

Um festzustellen, ab wann MySQL gespeicherte Prozeduren bekommen wird, siehe auch Abschnitt 2.8, „MySQL und die Zukunft (das TODO)“.

2.7.4.5. Fremdschlüssel

Ab MySQL-Serverversion 3.23.44 unterstützen InnoDB-Tabellen die Prüfung auf Fremdschlüsselbeschränkungen wie CASCADE, ON DELETE und ON UPDATE.

Bei anderen Tabellentypen parst der MySQL-Server die FOREIGN KEY-Syntax in CREATE TABLE-Befehlen lediglich, benutzt oder speichert diese Informationen jedoch nicht.

Beachten Sie, dass Fremdschlüssel in SQL nicht dazu benutzt werden, um Tabellen zu verknüpfen, sondern hauptsächlich, um die referentielle Integrität zu überprüfen (Fremdschlüssel-Restriktionen). Wenn Sie durch ein SELECT-Statement Ergebnisse aus mehreren Tabellen erhalten wollen, tun Sie dies, indem Sie Tabellen verknüpfen (Join):

SELECT * FROM table1,table2 WHERE table1.id = table2.id;

See Abschnitt 7.4.1.1, „JOIN-Syntax“. See Abschnitt 4.5.6, „Wie Fremdschlüssel (Foreign Keys) verwendet werden“.

Wenn Fremdschlüssel (FOREIGN KEYs) als Beschränkung benutzt werden, müssen sie nicht verwendet werden, wenn eine Applikation Zeilen in der korrekten Reihenfolge in MyISAM-Tabellen einfügt.

Bei MyISAM-Tabellen können Sie das Problem, dass ON DELETE... nicht implementiert ist, dadurch umgehen, dass Sie das entsprechende DELETE-Statement einer Applikation hinzufügen, wenn Sie Datensätze aus einer Tabelle löschen, die Fremdschlüssel hat. In der Praxis ist das genauso schnell (in einigen Fällen schneller) und wesentlich portabler, als wenn Sie Fremdschlüssel benutzen würden.

Beim MySQL-Server 4.0 können Sie das Löschen aus mehreren Tabellen verwenden (Multi-Table Delete), um mit einem einzigen Befehl Zeilen aus vielen Tabellen zu löschen. See Abschnitt 7.4.6, „DELETE-Syntax“.

Die FOREIGN KEY-Syntax ohne ON DELETE ... wird oft von ODBC-Applikationen verwendet, um automatische WHERE-Klauseln zu erzeugen.

Die FOREIGN KEY-Implementation wird künftig so erweitert werden, dass die Informationen in der Tabellendefinitionsdatei gespeichert werden und von mysqldump und ODBC abgerufen werden können. Für einen späteren Zeitpunkt ist vorgesehen, auch für MyISAM-Tabellen Fremdschlüsselbeschränkungen hinzuzufügen.

Denken Sie daran, dass Fremdschlüssel oft falsch eingesetzt werden, was zu schweren Problemen führen kann. Selbst wenn sie korrekt verwendet werden, sind sie keine Zauberlösung für das Problem der referenziellen Integrität, doch können sie solche Dinge erleichtern.

Einige Vorteile der Erzwingung von Fremdschlüsselbeschränkungen sind:

  • Korrekte Konzeption der Beziehungen vorausgesetzt erschweren es Fremdschlüsselbeschränkungen einem Programmierer, in eine Datenbank Inkonsistenzen einzuführen.

  • Kaskadierende Updates und Deletes können den Applikationscode vereinfachen.

  • Korrekt konzipierte Fremdschlüsselregeln erleichtern das Dokumentieren von Beziehungen zwischen Tabellen.

Nachteile:

  • Fehler, die beim Konzipieren von Fremdschlüsselbeziehungen leicht vorkommen, können schwerwiegende Probleme verursachen. Beispiele hierfür sind zirkuläre Regeln oder die falsche Kombination kaskadierender Deletes.

  • Eine korrekt geschriebene Applikation stellt bereits intern sicher, dass sie Beschränkungen zur Wahrung der referenziellen Integrität nicht verletzt, bevor sie eine Anfrage absetzt. Daher führen zusätzliche Überprüfungen auf Datenbankebene dazu, dass die Performanz einer Applikation sinkt.

  • Häufig kommt es auch vor, dass ein DBA eine solchermaßen komplexe Topologie von Beziehungen anlegt, dass es schwierig oder gar unmöglich wird, die einzelnen Tabellen zu sichern oder wiederherzustellen.

2.7.4.6. Warum wir Fremdschlüssel nicht implementiert haben

Die Informationen auf dieser Seite befinden sich in Überarbeitung. Ab MySQL-Serverversion 3.23.44 unterstützen InnoDB-Tabellen die Prüfung auf Fremdschlüsselbeschränkungen wie CASCADE, ON DELETE und ON UPDATE.

2.7.4.7. Sichten (Views)

MySQL unterstützt noch keine Sichten. Die Implementierung von Views ist aber für Version 5.1 geplant.

Sichten sind äußerst nützlich, um Benutzern Zugang zu einem Satz von Beziehungen wie zu einer einzigen Tabelle zu gewähren (Lesezugriff). Viele SQL-Datenbanken lassen es nicht zu, dass irgend welche Zeilen in einer Sicht aktualisiert werden (Update). Statt dessen müssen die einzelnen Tabellen aktualisiert werden.

Weil MySQL meist in Applikationen und in Web-Systemen eingesetzt wird, wo der Applikationsprogrammierer volle Kontrolle über die Datenbankbenutzung hat, sehen die meisten unserer Benutzer Sichten als nicht sehr wichtig an.

In MySQL werden Sichten nicht benötigt, um den Zugriff auf Spalten zu beschränken, weil MySQL ein sehr ausgefeiltes System der Zugriffsberechtigungen hat. See Abschnitt 5.2, „Allgemeine Sicherheitsthemen und das MySQL-Zugriffsberechtigungssystem“.

2.7.4.8. '--' als Beginn eines Kommentars

Einige andere SQL-Datenbanken benutzen '--', um Kommentare zu beginnen. MySQL benutzt ‘#’ als Anfangszeichen, wenn auch das mysql-Kommandozeilen-Werkzeug alle Zeilen entfernt, die mit '--' anfangen. Sie können in MySQL auch Kommentare im C-Stil verwenden /* Das ist ein Kommentar */. See Abschnitt 7.1.5, „Kommentar-Syntax“.

MySQL ab Version 3.23.3 unterstützt Kommentare, die mit '--' beginnen, allerdings nur, wenn der Kommentarbeginn von einem Leerzeichen gefolgt wird. Der Grund liegt darin, dass dieser degenerierte Kommentar-Stil eine Menge Probleme mit automatisch generierten SQL-Anfragen verursacht, die Ähnliches wie den folgenden Code benutzen, wo automatisch der Wert einer Zahlung für !zahlung! eingefügt wird:

UPDATE tabelle_name SET kredit=kredit-!zahlung!

Was, glauben Sie, passiert, wenn der Wert von zahlung negativ wird?

Weil 1--1 in SQL zulässig ist, sind wir der Meinung, dass es furchtbar ist, dass '--' den Anfang eines Kommentars bedeutet.

In MySQL ab Version 3.23 können Sie allerdings folgendes benutzen: 1-- Das ist ein Kommentar

Die folgenden Erörterungen treffen nur zu, wenn Sie eine MySQL-Version vor 3.23 laufen lassen:

Wenn Sie ein SQL-Programm in einer Textdatei haben, das '--'-Kommentare enthält, sollten Sie folgendes benutzen:

shell> replace " --" " #" < text-datei-mit-merkwuerigen-kommentaren.sql \
         | mysql datenbank

anstelle des üblichen:

shell> mysql datenbank < text-datei-mit-merkwuerdigen-kommentaren.sql

Sie können auch die Kommandodatei ``direkt'' editieren, um die '--'-Kommentare zu ‘#’-Kommentaren zu machen:

shell> replace " --" " #" -- text-datei-mit-merkwuerdigen-kommentaren.sql

Machen Sie die Änderungen mit folgendem Befehl rückgängig:

shell> replace " #" " --" -- text-datei-mit-merkwuerdigen-kommentaren.sql

2.7.5. Bekannte Fehler und Design-Unzulänglichkeiten in MySQL

Die folgenden Probleme sind bekannt. Ihre Behebung hat eine sehr hohe Priorität:

  • ANALYZE TABLE kann eine BDB-Tabelle in manchen Fällen unbenutzbar machen, bis mysqld neu gestartet wird. Wenn so etwas passiert, stehen Fehlermeldungen wie die folgende in der MySQL-Fehler-Datei (Error File):

    001207 22:07:56  bdb:  log_flush: LSN past current end-of-log
    
  • Führen Sie mit einer BDB-Tabelle nicht ALTER TABLE aus, wenn Sie mit dieser noch nicht abgeschlossene Mehrfach-Statement-Transaktionen durchführen. (Die Transaktion wird wahrscheinlich ignoriert.)

  • ANALYZE TABLE, OPTIMIZE TABLE und REPAIR TABLE können Probleme bei Tabellen verursachen, für die INSERT DELAYED benutzt wird.

  • Wenn Sie LOCK TABLE .. und FLUSH TABLES .. benutzen, können Sie nicht sicher sein, dass bei der fraglichen Tabelle keine halb abgeschlossenen Transaktionen im Gange sind.

  • BDB-Tabellen lassen sich etwas langsam öffnen. Wenn Sie viele BDB-Tabellen in einer Datenbank haben, kann es sehr lange dauern, bis Sie den mysql-Client für diese Datenbank benutzen können, wenn Sie die -A-Option oder rehash benutzen. Das macht sich speziell dann bemerkbar, wenn Sie einen große Tabellen-Cache benutzen.

  • Das momentane Replikationsprotokoll kann nicht mit LOAD DATA INFILE und mit Zeilenbegrenzungszeichen (line terminator characters) umgehen, die mehr als 1 Zeichen enthalten.

Folgende Probleme sind bekannt und werden zu gegebener Zeit behoben:

  • Momentan funktioniert MATCH nur bei SELECT-Statements.

  • Wenn Sie SET CHARACTER SET benutzen, können Sie keine landesspezifischen (nationalen) Zeichen für Datenbank-, Tabellen- und Spaltennamen verwenden (also z. B. kein ä, ö, ü).

  • DELETE FROM merge_table ohne WHERE löscht nur die Zuordnung (das Mapping) für die Tabelle, nicht alles in der zugeordneten (gemappten) Tabelle.

  • Sie können den Server nicht in ein anderes Verzeichnis bauen, wenn Sie MIT-Pthreads verwenden. Weil dies Änderungen an MIT-Pthreads bedingen würde, werden wir dieses Problem wahrscheinlich nicht beheben.

  • BLOB-Werte können nicht ``zuverlässig'' in GROUP BY-, ORDER BY oder DISTINCT-Klauseln benutzt werden. In diesen Fällen werden bei Vergleichen nur die ersten max_sort_length Bytes (Vorgabewert 1024) von BLOBs benutzt. Die Voreinstellung kann mit der -O max_sort_length-Option für mysqld geändert werden. In den meisten Fällen können Sie als Workaround eine Teilzeichenkette (Substring) verwenden: SELECT DISTINCT LEFT(blob,2048) FROM tabelle.

  • Berechnungen werden mit BIGINT oder DOUBLE durchgeführt (beide sind normalerweise 64 Bits lang). Es hängt von der verwendeten Funktion ab, welche Genauigkeit man erhält. Als allgemeine Regel gilt, dass Bit-Funktionen mit BIGINT-Genauigkeit, IF und ELT() mit BIGINT- oder DOUBLE-Genauigkeit und der Rest mit DOUBLE-Genauigkeit durchgeführt werden. Man sollte vermeiden, vorzeichenlose Werte, die größer als 63 Bits sind (9223372036854775807), zu verwenden, ausser für Bit-Felder! MySQL 4.0 bietet eine bessere BIGINT-Handhabung als MySQL 3.23.

  • Bei allen Zeichenketten-Spalten ausser bei BLOB- und TEXT-Spalten werden Leerzeichen am Ende automatisch entfernt, wenn sie abgerufen werden. Bei CHAR-Typen ist das okay und kann gemäß ANSI-SQL92 als ein Feature betrachtet werden. Der Bug besteht darin, dass in MySQL auch VARCHAR-Spalten auf dieselbe Art behandelt werden.

  • Pro Tabelle können höchstens 255 ENUM- und SET-Spalten verwendet werden.

  • safe_mysqld leitet alle Nachrichten von mysqld in die mysqld-Logdatei um. Ein Problem ergibt sich, wenn Sie mysqladmin refresh benutzen, um die Logdatei zu schließen und wieder zu öffnen. In diesem Fall werden stdout und stderr immer noch in die alte Logdatei geleitet. Wenn Sie --log umfangreich benutzen, sollten Sie safe_mysqld editieren, um in 'hostname'.err anstelle von 'hostname'.log zu loggen, damit Sie den Speicherplatz für das alte Log leicht neu belegen können, indem Sie das alte Log löschen und mysqladmin refresh ausführen.

  • Im UPDATE-Statement, werden Spalten von links nach rechts aktualisiert (Update). Wenn Sie sich auf eine aktualisierte Spalte beziehen, erhalten Sie den aktualisierten Werte anstelle des ursprünglichen Werts. Beispiel:

    mysql> UPDATE tabelle SET KEY=KEY+1,KEY=KEY+1;
    

    Dieses Statement aktualisiert KEY mit 2 anstelle von 1.

  • Sie können temporäre Tabellen nicht öfter als einmal innerhalb derselbe Anfrage benutzen. Das Folgende zum Beispiel funktioniert nicht:

    select * from temporaere_tabelle, temporaere_tabelle as t2;
    
  • RENAME funktioniert nicht bei TEMPORARY-Tabellen.

  • Unter Umständen behandelt der Optimierer (Optimizer) DISTINCT unterschiedlich, je nachdem, ob Sie 'versteckte' Spalten in einem Join benutzen oder nicht. In einem Join werden versteckte Spalten als Teil des Ergebnisses gezählt (selbst wenn sie nicht angezeigt werden), während versteckte Spalten in normalen Anfragen nicht an einem DISTINCT-Vergleich teilnehmen. Zukünftig werden wir dieses Verhalten wahrscheinlich ändern, so dass versteckte Spalten nie verglichen werden, wenn DISTINCT ausgeführt wird.

    Hierfür ein Beispiel:

    SELECT DISTINCT mp3id FROM band_downloads WHERE userid = 9 ORDER BY id
    DESC;
    

    und

    SELECT DISTINCT band_downloads.mp3id, FROM band_downloads,band_mp3
    WHERE band_downloads.userid = 9 AND band_mp3.id = band_downloads.mp3id
    ORDER BY band_downloads.id DESC;
    

    Im zweiten Fall bekommen Sie in MySQL 3.23.x möglicherweise zwei identische Zeilen in der Ergebnismenge (weil die versteckten 'id'-Spalten unterschiedlich sein können).

    Beachten Sie, dass dies nur für Anfragen zutrifft, bei denen die ORDER BY-Spalten nicht im Ergebnis enthalten sind. ANSI-SQL erlaubt dies nicht

  • Weil MySQL es zuläßt, mit Tabellentypen zu arbeiten, die keine Transaktionen unterstützen (und folglich Daten nicht per rollback in den vorherigen Zustand bringen können), verhalten sich einige Dinge in MySQL etwas anderes als in anderen SQL-Servern. Das kann manchmal etwas ungünstig sein, weil Spaltenwerte in der Applikation überprüft werden müssen. Auf der anderen Seite erhalten Sie dadurch eine nette Geschwindigkeitssteigerung, weil es MySQL gestattet, einige Optimierungen vorzunehmen, die ansonsten sehr schwer durchzuführen sein würden.

    Wenn Sie eine Spalte auf einen nicht zulässigen Wert setzen, speichert MySQL, statt ein Rollback durchzuführen, den besten möglichen Wert in der Spalte:

    • Wenn Sie versuchen, in einer numerischen Spalte einen Wert ausserhalb des Wertebereichs zu speichern, speichert MySQL statt dessen den kleinsten oder größten möglichen Wert.

    • Wenn Sie versuchen, eine Zeichenkette, die nicht mit einer Zahl beginnt, in einer numerischen Spalte zu speichern, speichert MySQL 0.

    • Wenn Sie versuchen, NULL in einer Spalte zu speichern, die keine NULL-Werte zuläßt, speichert MySQL 0 oder '' (leere Zeichenkette). (Man kann dieses Verhalten jedoch mit der -DDONT_USE_DEFAULT_FIELDS-Kompilierungs-Option ändern.)

    • MySQL läßt zu, dass einige falsche Datumswerte in DATE- und DATETIME-Spalten gespeichert werden (wie 2000-02-31 oder 2000-02-00). Wenn das Datum völlig falsch ist, speichert MySQL den speziellen Datumswert 0000-00-00 in der Spalte.

    • Wenn Sie enum auf einen nicht unterstützten Wert setzen, wird es auf den Fehlerwert 'leere Zeichenkette' oder (bei numerischen Werten) auf 0 gesetzt.

  • Wenn Sie PROCEDURE auf eine Anfrage ausführen, die eine leere Ergebnismenge liefert, kann es in einigen Fällen vorkommen, dass PROCEDURE die Spalten nicht umwandelt.

  • Wenn Sie eine Tabelle vom Typ MERGE anlegen, wird nicht überprüft, ob die zugrunde liegenden Tabellen von einem kompatiblen Typ sind.

  • MySQL kann bislang nicht mit NaN-, -Inf- und Inf-Werten in Doubles umgehen. Wenn Sie diese benutzen, gibt es Probleme, wenn Daten importiert oder exportiert werden. Als Zwischenlösung sollten Sie NaN in NULL umwandeln (falls möglich) und -Inf und Inf in den kleinsten bzw. größten möglichen Wert.

  • Negative Zahlen in der LIMIT-Klausel werden als große positive Zahlen behandelt.

  • Wenn Sie ALTER TABLE benutzen, um einen UNIQUE-Index zu einer Tabelle hinzuzufügen, die in einer MERGE-Tabelle benutzt wird, und dann ALTER TABLE benutzen, um der MERGE-Tabelle einen normalen Index hinzuzufügen, weicht die Reihenfolge der Schlüssel für die Tabellen ab. Das liegt daran, dass ALTER TABLE UNIQUE-Schlüssel vor normalen Schlüsseln einfügt, um doppelte Schlüssel so früh wie möglich erkennen zu können.

Folgende bekannte Bugs gibt es in früheren Versionen von MySQL:

  • Man kann einen hängenden Thread erhalten, wenn man DROP TABLE auf eine Tabelle ausführt, die zu vielen Tabellen gehört, die mit LOCK TABLES gesperrt sind.

  • In folgenden Fällen können Sie einen Core Dump erhalten:

    • Die Routine für verzögertes Einfügen (Delayed Insert Handler) hat noch nie ausgeführte Einfügeoperationen (Pending Inserts) auf eine Tabelle.

    • LOCK tabelle mit WRITE

    • FLUSH TABLES

  • Vor MySQL-Version 3.23.2 kann ein UPDATE fehlschlagen, dass einen Schlüssel mit einer WHERE-Klausel auf denselben Schlüssel aktualisiert, weil der Schlüssel benutzt wurde, um nach Datensätzen zu suchen, und dieselbe Zeile mehrfach gefunden wurde:

    UPDATE tabelle SET KEY=KEY+1 WHERE KEY > 100;
    

    Ein Workaround besteht in der Benutzung von:

    mysql> UPDATE tabelle SET KEY=KEY+1 WHERE KEY+0 > 100;
    

    Das funktioniert, weil MySQL auf Ausdrücke (Expressions) in der WHERE-Klausel keine Indizes benutzt.

  • Vor MySQL-Version 3.23 wurden alle numerischen Typen als Festkomma-Felder behandelt. Das bedeutet, dass Sie festlegen müssen, wie viele Dezimalstellen ein Fließkomma-Feld haben soll. Alle Werte wurden mit der korrekten Anzahl von Dezimalstellen zurückgegeben.

Was Plattform-spezifische Bugs angeht, sehen Sie bitte im Abschnitt über Kompilieren und Portieren nach.

2.8. MySQL und die Zukunft (das TODO)

Dieser Anhang listet die Features auf, für die wir eine Implementierung in MySQL geplant haben.

Alles auf dieser Liste gibt nur ungefähr die Reihenfolge wieder, in der es gemacht werden wird. Wenn Sie die Prioritäten beeinflussen wollen, registrieren Sie bitte eine Lizenz oder unterstützen Sie uns und teilen uns mit, was Sie schneller gemacht haben wollen. See Abschnitt 2.4.4, „MySQL-Lizenzpolitik“.

Geplant ist, dass wir in Zukunft den kompletten ANSI-SQL99-Standard unterstützen, aber mit einer Menge nützlicher Erweiterungen. Die Herausforderung liegt darin, dass durchzuführen, ohne Geschwindigkeitsvorteile zu opfern oder den Code zu kompromittieren.

2.8.1. Dinge, die in Version 4.0 enthalten sein sollten

Wir haben uns der Entwicklung von MySQL Version 4.0 zugewandt. Die meisten grundsätzlichen Dinge, die wir in Version 4.0 haben wollen, sind bereits gemacht. Das Ziel ist, den Rest der folgenden Features schnell einzubauen und dann zur Entwicklung von MySQL 4.1 überzugehen.

See Abschnitt 2.5, „MySQL 4.0 kurz und bündig“.

Der News-Abschnitt für 4.0 beinhaltet eine Liste der Features, die wir bereits im 4.0-Baum implementiert haben. See Abschnitt C.1, „Änderungen in Release 4.0.x (Entwicklung; Alpha)“.

  • Benutzern erlauben, die Startoptionen zu ändern, ohne den Server herunter fahren zu müssen.

  • Störsichere Replikation.

  • Mehr Funktionen für die Volltextsuche. See Abschnitt 7.8.3, „Neue Features der Volltextsuche in MySQL 4.0“.

  • Neuer Schlüssel-Cache

  • Neues Dateiformat für die Tabellendefinition (.frm-Dateien). Das versetzt uns in die Lage, nicht irgendwann keine Bits mehr zu haben, wenn wir weitere Tabellenoptionen hinzufügen. Es wird nach wie vor möglich sein, in 4.0 das alte .frm-Dateiformat zu benutzen. Alle neu erzeugten Tabellen werden jedoch das neue Format benutzen.

    Das neue Dateiformat versetzt uns in die Lage, neue Spaltentypen, mehr Optionen für Schlüssel und FOREIGN KEY-Support hinzuzufügen.

  • Die Replikation sollte mit RAND() und Benutzer-Variablen @var funktionieren.

  • Online-Datensicherung mit sehr geringen Performance-Einbussen. Das Online-Backup wird das Hinzufügen eines neuen Replikations-Slaves erleichtern, ohne dass man den Master herunter fahren muss.

  • Es zulassen, dass DELETE auf MyISAM-Tabellen den Datensatz-Cache benutzt. Um das zu tun, müssen wir den Thread-Cache für Datensätze aktualisieren, wenn wir die .MYD-Datei aktualisieren.

  • Zeichensatz-Festlegungen (Casts) und Syntax für die Handhabung mehrerer Zeichensätze.

  • Hilfe für alle Befehle des Clients.

  • Sichere Verbindungen (mit SSL).

  • SHOW COLUMNS FROM tabelle (der vom mysql-Client benutzt für die Erweiterung von Spaltennamen benutzt wird) sollte nicht die Tabelle öffnen, sondern nur die Definitionsdatei. Das wird weniger Speicher beanspruchen und sehr viel schneller sein.

  • Bei der Benutzung von SET CHARACTER SET sollten wir die gesamte Anfrage übersetzen und nicht nur Zeichenketten. Das würde Benutzern ermöglichen, landesspezifische Zeichen auch in Datenbank-, Tabellen- und Spaltenamen zu benutzen.

  • Hinzufügen einer portablen Schnittstelle zu gethostbyaddr_r(), damit wir ip_to_hostname() davon abhalten können, andere Threads zu blockieren, während es DNS-Lookups durchführt.

  • Hinzufügen der record_in_range()-Methode zu MERGE-Tabellen, um den richtigen Index auswählen zu können, wenn es viele gibt, aus denen ausgewählt werden kann. Wir sollten auch die info-Schnittstelle erweitern, um die Schlüsselverteilung für jeden Index zu erhalten, wenn analyze über alle Unter-Tabellen läuft.

  • SET SQL_DEFAULT_TABLE_TYPE=[MyISAM | INNODB | BDB | HEAP].

2.8.2. Dinge, die in naher Zukunft erledigt werden müssen

  • Unteranfragen (Subqueries). select id from t where grp in (select grp from g where u > 100)

  • Atomische Multi-Tabellen-Updates, zum Beispiel update items,month set items.price=month.price where items.id=month.id;;

  • Abgeleitete Tabellen (Derived Tables).

    select a.col1, b.col2 from (select max(col1) as col1 from root_table ) a,
    other_table b where a.col1=b.col1
    

    Das könnte erreicht werden, indem für die Dauer der Anfrage automatisch temporäre Tabellen für die abgeleiteten Tabellen erzeugt werden.

  • Hinzufügen eines PREPARE von Statements und Senden von Parametern an mysqld.

  • Erweiterung des Client-Server-Protokolls, um Warnungen (Warnings) zu unterstützen.

  • Hinzufügen von Optionen zum Client-Server-Protokoll, um Fortschrittsanzeigen für lange laufende Kommandos zu erhalten.

  • Hinzufügen von Datenbank und echtem Tabellennamen (im Falle von Alias) zur MYSQL_FIELD-Struktur.

  • Nicht mehr als die festgelegte Anzahl von Threads zulassen, um MyISAM recover zeitgleich laufen zu lassen.

  • INSERT ... SELECT ändern, um optional konkurrierende Inserts zu benutzen.

  • RENAME DATABASE implementieren. Damit das sicher für alle Tabellen-Handler funktioniert, sollte es wie folgt laufen:

    • Neue Datenbank anlegen.

    • Für jede Tabelle ein Umbenennen der Tabelle zu einer anderen Datenbank durchführen, wie wir es schon mit dem RENAME-Befehl machen.

    • Alte Datenbank löschen.

  • Die Original-Feldtypen zurückgeben, wenn SELECT MIN(column)... GROUP BY ausgeführt wird.

  • Mehrfache Ergebnismengen (Multiple Result Sets).

  • Änderung des Protokolls, um Binärübertragung von Werten zu ermöglichen. Um das effizient zu machen, müssen wir eine API hinzufügen, die Bindung (Binding) von Variablen erlaubt.

    mysqld.

  • Es soll möglich sein, long_query_time mit einer Auflösung in Mikrosekunden festzulegen.

  • Hinzufügen eines konfigurierbaren Prompts zum mysql-Kommandozeilen-Werkzeug, mit Optionen wie Datenbank in Benutzung, Zeit und Datum ...

  • Hinzufügen von Bereichsüberprüfung (Range Checking) zu MERGE-Tabellen.

  • myisampack-Code in den Server einlinken.

  • Portierung von MySQL auf BeOS.

  • Portierung von MySQL-Clients auf LynxOS.

  • Hinzufügen eines temporären Schlüssel-Puffer-Caches während INSERT/DELETE/UPDATE, um den vorherigen Zustand elegant wiederherstellen zu können, wenn der Index voll wird.

  • Wenn ein ALTER TABLE auf eine Tabelle durchgeführt wird, die per Symlink auf einer anderen Festplatte ist, temporäre Tabellen auf dieser Festplatte erzeugen.

  • Implementierung eines DATE/DATETIME-Typs, der Zeitzonen-Informationen sauber handhabt, damit der Umgang mit Datumswerten in verschiedenen Zeitzonen leichter wird.

  • FreeBSD- und MIT-pThreads; nehmen schlafende Threads CPU in Anspruch?

  • Prüfen, ob gesperrte Threads CPU beanspruchen.

  • Configure reparieren, so dass man alle Bibliotheken (wie MyISAM) ohne Threads kompilieren kann.

  • Hinzufügen einer Option, um regelmäßig die Schlüsselseiten (Key Pages) für Tabellen mit verzögerten Schlüsseln (Delayed Keys) zu löschen (flush), wenn Sie eine Weile nicht in Gebrauch waren.

  • Verknüpfungen (Join) auf Teile des Schlüssels zulassen (Optimierungsthema).

  • INSERT SQL_CONCURRENT und mysqld --concurrent-insert sollen ein konkurrierendes Insert am Ende der Datei machen, falls die Datei lese-gesperrt ist.

  • FOREIGN-Key-Festlegungen in der .frm-Datei speichern.

  • Kaskadierendes Löschen (DELETE)

  • Serverseitige Cursor.

  • Prüfen, ob lockd mit modernen Linux-Kernels funktioniert; wenn nicht, müssen wir lockd überarbeiten! Um das zu testen, startet man mysqld mit --enable-locking und läßt die verschiedenen fork* test suits laufen. Sie sollten keine Fehler produzieren, wenn lockd funktioniert.

  • SQL-Variablen in LIMIT zulassen, wie LIMIT @a,@b.

  • Aktualisierung von Variablen in UPDATE-Statements zulassen, zum Beispiel: UPDATE TABLE foo SET @a=a+b,a=@a, b=@a+c

  • Wenn Benutzervariablen aktualisiert werden, so ändern, dass man sie mit GROUP BY benutzen kann wie in folgendem Beispiel: SELECT id, @a:=count(*), sum(sum_col)/@a FROM tabelle GROUP BY id.

  • Keine automatischen DEFAULT-Werte zu Spalten hinzufügen. Fehler ausgeben, wenn ein INSERT benutzt wird, dass keine Spalte enthält, die keinen DEFAULT-Wert hat.

  • Caching von Anfragen und Ergebnissen. Das sollte als separates Modul gemacht werden, das jede Anfrage prüft. Falls diese Anfrage im Cache ist, soll das Cache-Ergebnis zurückgegeben werden. Wenn man eine Tabelle aktualisiert, sollte man so wenige Anfragen wie möglich aus dem Cache entfernen. Das sollte eine große Geschwindigkeitssteigerung auf Maschinen geben, die viel RAM haben und wo Anfragen of wiederholt werden (wie WWW-Applikationen). Eine Idee wäre, nur Anfrage des Typs SELECT CACHED ... zu cachen.

  • libmysql.c überarbeiten, damit zwei mysql_query()-Befehle in einer Zeile stehen können, ohne dass Ergebnisse gelesen werden oder man eine nette Fehlermeldung erhält, wenn man das tut.

  • Optimierung des BIT-Typs, so dass er 1 Bit aufnimmt (momentan nimmt BIT 1 Zeichen auf).

  • Prüfen, warum MIT-pThreads ctime() auf einigen FreeBSD-Systemen nicht funktioniert.

  • Hinzufügen einer IMAGE-Option zu LOAD DATA INFILE, damit TIMESTAMP- und AUTO_INCREMENT-Felder nicht aktualisiert werden.

  • LOAD DATE INFILE.. UPDATE-Syntax hinzufügen.

    • Wenn Daten bei Tabellen mit Primärschlüssel den Primärschlüssel enthalten, werden Einträge, die zu diesem Primärschlüssel passen, vom Rest der Spalten aktualisert. Spalten, die im herein kommenden Datenstrom NICHT enthalten sind, werden jedoch nicht berührt.

    • Bei Tabellen mit Primärschlüsseln, wo im herein kommenden Datenstrom ein Teil des Schlüssels fehlt, oder wenn kein Primärschlüssel eingegeben wird, wird die Eingabe so behandelt wie jetzt schon LOAD DATA INFILE ... REPLACE INTO.

  • LOAD DATA INFILE soll auch folgende Syntax verstehen:

    LOAD DATA INFILE 'datei.txt' INTO TABLE tabelle
    TEXT_FIELDS (text_feld1, text_feld2, text_feld3)
    SET tabelle_feld1=concatenate(text_feld1, text_feld2), tabelle_feld3=23
    IGNORE text_feld3
    
    Das kann benutzt werden, um zusätzliche Spalten in der Textdatei zu
    überspringen oder um Spalten basierend auf Ausdrücken in den gelesenen
    Daten zu aktualisieren ...
    

  • LOAD DATA INFILE 'datei' INTO TABLE 'tabelle' ERRORS TO err_tabelle Das würde bewirken, dass alle Fehler und Warnungen in der err_tabelle mitgeschrieben werden. Diese Tabelle hätte etwa folgende Struktur:

    zeile_nummer     - Zeilennummer in der Datendatei
    fehler_nachricht - die Fehler-/Warnungs-Nachricht
    und vielleicht
    
    
    daten_zeile      - die Zeilennummer der Datendatei
    
  • Hinzufügen von echter VARCHAR-Unterstützung (gibt es schon in MyISAM).

  • Automatische Ausgabe von mysql an Netscape.

  • LOCK DATABASES. (mit vielerlei Optionen)

  • Ändern wie Sortierung Speicher alloziert, um bessere Speicherausnutzung zu erhalten.

  • DECIMAL- und NUMERIC-Typen können keine exponentiellen Zahlen lesen; Field_decimal::store(const char *from,uint len) muss neu kodiert werden, um das zu beheben.

  • mysql.cc überarbeiten, damit weniger malloc()-Aufrufe durchgeführt werden, wenn Feldnamen gehasht werden.

  • Funktionen: ADD_TO_SET(wert,set) und REMOVE_FROM_SET(wert,set)

  • Benutzung von t1 JOIN t2 ON ... und t1 JOIN t2 USING ... hinzufügen. Momentan kann man diese Syntax nur mit LEFT JOIN benutzen.

  • Volle Unterstützung für unsigned long long-Typen hinzufügen.

  • Viele weitere Variablen für show status. Zähler für: INSERT-/DELETE-/UPDATE-Statements. Gelesene und aktualisierte Datensätze. Select auf 1 Tabelle und Selects mit Joins. Durchschnittliche Anzahl von Tabellen in Selects. Anzahl von ORDER BY- und GROUP BY-Anfragen.

  • Wenn man mysql mitten in einer Anfrage abbricht, sollte man eine neue Verbindung herstellen und die alte, laufende Anfrage killen. Alternativ könnte man den Versuch unternehmen, so etwas im Server zu entdecken.

  • Eine Handler-Schnittstelle für Tabelleninformation hinzufügen, damit man sie als Systemtabelle benutzen kann. Das wäre ein bisschen langsam, wenn man Informationen über alle Tabellen abfragt, aber sehr flexibel. SHOW INFO FROM tabelle für Basisinformationen über Tabellen sollte implementiert werden.

  • Unterstützung für UNICODE hinzufügen.

  • NATURAL JOIN und UNION JOIN.

  • Anfragen wie select a from crash_me left join crash_me2 using (a) zulassen; in diesem Fall wird angenommen, dass a aus der crash_me-Tabelle kommt.

  • Überarbeitung, damit ON und USING mit dem JOIN-Verknüpfungstyp funktioniert.

  • Oracle-mäßiges CONNECT BY PRIOR ..., um hierarchische Strukturen zu durchsuchen.

  • mysqladmin copy datenbank neue_datenbank. -- Erfordert, dass mysqld der COPY-Befehl hinzugefügt wird.

  • Prozessliste sollte die Anzahl von Anfragen pro Thread zeigen.

  • SHOW HOSTS zur Informationsausgaben über den Hostnamen-Cache.

  • Format von DATETIME ändern, um Bruchteile von Sekunden zu speichern.

  • Alle fehlenden ANSI92- und ODBC 3.0-Typen hinzufügen.

  • Für berechnete Spalten Tabellennamen von leerer Zeichenkette zu NULL ändern.

  • 'Item_copy_string' nicht auf numerische Werte anwenden, um Zahl->Zeichenkette->Zahl-Umwandlung zu vermeiden, im Falle von: SELECT COUNT(*)*(id+0) FROM tabelle GROUP BY id

  • Benutzung der neuen GNU-regexp-Bibliothek anstelle der aktuellen ermöglichen (die GNU-Bibliothek sollte viel schneller sein als die alte).

  • ALTER TABLE sollte nicht mehr Clients abbrechen, die INSERT DELAYED ausführen.

  • So überarbeiten, dass, wenn Spalten, auf die in einer UPDATE-Klausel verwiesen wird, die alten Werte enthalten, bevor das Update begonnen wird.

  • myisamchk, REPAIR und OPTIMIZE TABLE sollten in der Lage sein, mit Fällen umzugehen, wo die Daten und / oder Indexdateien symbolische Links sind.

  • Simulation von pread()/pwrite() auf Windows einarbeiten, um konkurrierende Inserts zu ermöglichen.

  • Ein Logdatei-Analyzer, aus dem Informationen herausgefiltert (geparst) werden können, welche Tabellen am häufigsten angesprochen werden, wie oft Verknüpfungen (Joins) mit mehreren Tabellen ausgeführt werden usw. Es sollte Benutzern helfen, Bereiche oder Dinge im Tabellenentwurf zu erkennen, die optimiert werden können, um sehr viel effizientere Anfragen auszuführen.

  • Add SUM(DISTINCT)

  • ANY()-,EVERY()- und SOME()-Gruppierungsfunktionen hinzufügen. In ANSI-SQL funktionieren diese auf boolsche Spalten, aber wir können sie so erweitern, dass sie mit beliebigen Spalten / Ausdrücken funktionieren, indem wir folgendes anwenden: wert == 0 -> FALSE und wert <> 0 -> TRUE.

  • So überarbeiten, dass MAX(column) vom selben Typ ist wie der Spaltentyp.

    create tabelle t1 (a DATE);
    insert into t1 values (now());
    create tabelle t2 select max(a) von t1;
    show columns from t2;
    

  • Eine nette Syntax für ein Statement entwickeln, dass auf eine Zeile ein UPDATE ausführt, wenn sie existiert, und eine neue Zeile einfügt (INSERT), wenn sie nicht existiert (so wie REPLACE bei INSERT / DELETE funktioniert).

2.8.3. Dinge die irgendwann gemacht werden müssen

  • Funktion implementieren: get_changed_tables(timeout,table1,table2,...)

  • Lesen durch Tabellen so ändern, das memmap benutzt wird, falls möglich. Momentan benutzen nur komprimierte Tabellen memmap.

  • Ein neues Zugriffsrecht 'Show_priv' für SHOW-Befehle hinzufügen.

  • Den automatischen Zeitstempel-Code netter machen. Zeitstempel zum Update-Log hinzufügen mit SET TIMESTAMP=#;

  • An manchen Stellen read/write mutex benutzen, um mehr Geschwindigkeit zu erhalten.

  • Volle Unterstützung von Fremdschlüsseln. Wahrscheinlich wird man zuerst einmal eine prozedurale Sprache implementieren wollen.

  • Einfache Sichten (Views; zunächst auf eine Tabelle, später auf jeden beliebigen Ausdruck).

  • Automatisches Schließen einiger Tabellen, wenn eine Tabelle, eine temporäre Tabelle oder eine temporäre Datei einen Fehler 23 bekommt (nicht genug offene Dateien).

  • Wenn ein Feld=# gefunden wird, alle Vorkommen von Feld auf # setzen. Momentan wird das nur in einigen einfachen Fällen gemacht.

  • Alle konstanten Ausdrücke mit berechneten Ausdrücken austauschen, falls möglich.

  • schlüssel = ausdruck optimieren. Momentan wird nur schlüssel = feld oder schlüssel = konstante optimiert.

  • Einige der Copy-Funktionen verbinden, um netter Code zu erhalten.

  • sql_yacc.yy in einen Inline-Parser umändern, um die Größe zu reduzieren und bessere Fehlermeldungen zu erhalten (5 Tage).

  • Den Parser so ändern, dass er nur eine Regel pro unterschiedlicher Anzahl von Argumenten in Funktionen benutzt.

  • Die Benutzung von vollen Berechnungsnamen (full calculation names) im ORDER-Teil (order part). (Für ACCESS97)

  • UNION, MINUS, INTERSECT und FULL OUTER JOIN. (Momentan wird nur LEFT OUTER JOIN unterstützt.)

  • UNIQUE bei Feldern zulassen, die NULL sein können.

  • SQL_OPTION MAX_SELECT_TIME=# um einer Anfrage eine Zeitbeschränkung zu setzen.

  • Make the update log to a Datenbank. Update soll in eine Datenbank loggen.

  • Negative LIMIT-Parameter, um Daten vom Ende abrufen zu können.

  • Alarm around client connect/read/write Funktionen.

  • Bitte beachten sie die Änderungen in safe_mysqld: Nach FSSTND (woran sich Debian versucht zu halten) sollten PID-Dateien als /var/run/<progname>.pid angelegt werden und Log-Datei in /var/log. Es wäre nett, wenn man "DATADIR" in die erste Deklaration von "pidfile" und "log" packen könnte, damit die Unterbringung dieser Dateien mit einem einzigen Statement geändert werden könnte.

  • Einem Client erlauben, Mitloggen anzufordern.

  • Benutzung von zlib() für gzip-te Dateien in LOAD DATA INFILE zulassen.

  • Sortieren und Gruppieren von BLOB-Spalten in Ordnung bringen (teilweise bereits gelöst).

  • Gespeicherte Prozeduren. Wird aktuell nicht als sehr wichtig erachtet, weil gespeicherte Prozeduren noch nicht sehr standardisiert sind. Ein weiteres Problem besteht darin, dass es echte gespeicherte Prozeduren dem Optimierer viel schwerer machen und dass in vielen Fällen das Ergebnis langsamer sein wird als vorher. Auf der anderen Seite werden wir versuchen, eine einfache (atomische) Update-Sprache hinzuzufügen, die benutzt werden kann, um Schleifen und ähnliches im MySQL-Server zu schreiben.

  • So ändern, dass Semaphore benutzt werden, wenn Threads gezählt werden. Man sollte zuerst eine Semaphor-Bibliothek zu MIT-pThreads implementieren.

  • Keinen neuen AUTO_INCREMENT-Wert zuweisen, wenn eine Spalte auf 0 gesetzt wird. Statt dessen NULL setzen.

  • Volle Unterstützung von Verknüpfungen (JOIN) mit Klammern.

  • Als Alternative für einen Thread pro Verbindung einen Pool von Threads verwalten, der die Anfragen handhabt.

  • Einem gestatten, mehr als eine Sperre (Lock) mit GET_LOCK zu erhalten. Wenn man das tut, muss man die möglichen Deadlocks handhaben, die diese Änderung einführen wird.

Zeitangaben stehen für den Umfang der Arbeit, nicht für echte Zeit.

2.8.4. Ein paar Dinge, für deren Umsetzung wir keine Pläne haben

  • Nichts; auf lange Sicht planen wir, voll ANSI-92- / ANSI-99-kompatibel zu sein.

Kapitel 3. Installation von MySQL

Inhaltsverzeichnis

3.1. Schnelle Standard-Installation von MySQL
3.1.1. MySQL auf Linux installieren
3.1.2. Installation von MySQL unter Windows
3.2. Allgemeine Installationsthemen
3.2.1. Wie man MySQL erhält
3.2.2. Betriebssysteme, die von MySQL unterstützt werden
3.2.3. Welche MySQL-Version Sie benutzen sollten
3.2.4. Installationslayouts
3.2.5. Wann und wie Updates veröffentlicht werden
3.2.6. MySQL-Binärdistributionen, die von MySQL AB kompiliert wurden
3.3. Installation der Quelldistribution
3.3.1. Schnellinstallation, Überblick
3.3.2. Wie man Patches anwendet
3.3.3. Typische configure-Optionen
3.3.4. Installation vom Entwicklungs-Source-Tree
3.3.5. Probleme beim Kompilieren?
3.3.6. Anmerkungen zu MIT-pThreads
3.3.7. Windows-Quelldistribution
3.4. Einstellungen und Tests nach der Installation
3.4.1. Probleme mit mysql_install_db
3.4.2. Probleme mit dem Start des MySQL-Servers
3.4.3. MySQL automatisch starten und anhalten
3.5. MySQL aktualisieren (Upgrade / Downgrade)
3.5.1. Upgrade von 3.23 auf Version 4.0
3.5.2. Upgrade von einer Version 3.22 auf 3.23
3.5.3. Upgrade von Version 3.21 auf Version 3.22
3.5.4. Upgrade von Version 3.20 auf Version 3.21
3.5.5. Upgrade auf eine andere Architektur
3.6. Betriebssystem-spezifische Anmerkungen
3.6.1. Linux (alle Linux-Versionen)
3.6.2. Anmerkungen zu Windows
3.6.3. Anmerkungen zu Solaris
3.6.4. Anmerkungen zu BSD
3.6.5. Anmerkungen zu Mac OS X
3.6.6. Anmerkungen zu anderen Unixen
3.6.7. Anmerkungen zu OS/2
3.6.8. Anmerkungen zu BeOS
3.6.9. Anmerkungen zu Novell NetWare
3.7. Anmerkungen zur Perl-Installation
3.7.1. Installation von Perl unter Unix
3.7.2. Installation von ActiveState-Perl unter Windows
3.7.3. Installation der MySQL-Perl-Distribution unter Windows
3.7.4. Probleme bei der Benutzung von Perl DBI/DBD-Schnittstelle

Dieses Kapitel beschreibt, woher man MySQL bezieht und wie man MySQL installiert:

3.1. Schnelle Standard-Installation von MySQL

3.1.1. MySQL auf Linux installieren

Die empfohlene Vorgehensweise für die Installation von MySQL auf Linux ist die Benutzung einer RPM-Datei. Die MySQL-RPMs werden aktuell auf einer RedHat-Version 6.2 gebaut, sollten aber auch auf anderen Linux-Versionen funktionieren, die rpm unterstützen und glibc benutzen.

Wenn Sie Probleme mit einer RPM-Datei haben, wenn Sie beispielsweise den Fehler ``Sorry, the host 'xxxx' could not be looked up'' erhalten, sehen Sie bitte unter Abschnitt 3.1.1, „MySQL auf Linux installieren“ nach.

Die RPM-Dateien, die Sie benutzen sollten, sind:

  • MySQL-VERSION.i386.rpm

    Der MySQL-Server. Sie brauchen diese, es sei denn, Sie wollen sich lediglich mit einem MySQL-Server verbinden, der auf einer anderen Maschine läuft.

  • MySQL-client-VERSION.i386.rpm

    Die Standard-MySQL-Client-Programme. Dieses Paket sollten Sie wohl immer installieren.

  • MySQL-bench-VERSION.i386.rpm

    Tests und Benchmarks. Erfordert Perl und msql-mysql-modules RPMs.

  • MySQL-devel-VERSION.i386.rpm

    Bibliotheken und Include-Dateien, die benötigt werden, wenn Sie andere MySQL-Clients kompilieren wollen, beispielsweise Perl-Module.

  • MySQL-VERSION.src.rpm

    Dieses Paket enthält den Quelltext für alle obigen Pakete. Es kann auch dazu benutzt werden, um RPMs für andere Architekturen zu bauen (zum Beispiel für Alpha oder SPARC).

Um alle Dateien in einem RPM-Paket zu sehen, geben Sie folgendes ein:

shell> rpm -qpl MySQL-VERSION.i386.rpm

Um eine minimale Standard-Installation durchzuführen, geben Sie folgendes ein:

shell> rpm -i MySQL-VERSION.i386.rpm MySQL-client-VERSION.i386.rpm

Um nur das Client-Paket zu installieren, geben Sie folgendes ein:

shell> rpm -i MySQL-client-VERSION.i386.rpm

Das RPM legt Dateien in /var/lib/mysql ab. Ausserdem erzeugt das RPM die entsprechenden Einträge in /etc/rc.d/, um den Server beim Booten automatisch zu starten. (Falls Sie bereits vorher eine Installation durchgeführt haben, bedeutet das, dass Sie eine Kopie Ihrer vorher installierten MySQL-Startdateien machen sollten, falls Sie darin Änderungen vorgenommen haben, damit Sie diese Änderungen nicht verlieren.)

Nach der Installation der RPM-Datei(en) sollte der mysqld-Daemon laufen und Sie sollten jetzt in der Lage sein, mit der Benutzung von MySQL zu beginnen. See Abschnitt 3.4, „Einstellungen und Tests nach der Installation“.

Wenn etwas schief geht, finden Sie weitere Informationen im Kapitel über die Binär-Installationen. See Abschnitt 3.2.6, „MySQL-Binärdistributionen, die von MySQL AB kompiliert wurden“.

3.1.2. Installation von MySQL unter Windows

Der MySQL-Server für Windows ist in zwei Distributionstypen erhältlich:

  1. Die Binärdistribution enthält ein Setup-Programm, das alles Benötigte installiert, so dass Sie den Server sofort starten können.

  2. Die Quelldistribution enthält den gesamten Code und Unterstützungsdateien, um die ausführbaren Dateien unter Benutzung des VC++-6.0-Kompilers zu bauen. See Abschnitt 3.3.7, „Windows-Quelldistribution“.

Im Allgemeinen sollten Sie die Binärdistribution benutzen.

Sie benötigen folgendes:

  • Ein Windows-32-Bit-Betriebssystem der Familien Windows 9x, ME, NT oder Windows 2000. Die NT-Familie gestattet, den MySQL-Server als Systemdienst laufen zu lassen. See Abschnitt 3.6.2.2, „MySQL auf Windows NT oder Windows 2000 starten“.

    Wenn Sie Tabellen benutzen, die größer als 4 GB sind, sollten Sie MySQL auf NTFS oder einem neueren Dateisystem installieren. Vergessen Sie bei der Erzeugung der Tabellen nicht, MAX_ROWS und AVG_ROW_LENGTH zu benutzen. See Abschnitt 7.5.3, „CREATE TABLE-Syntax“.

  • TCP/IP-Protokollunterstützung.

  • Die MySQL-Binär- oder Quelldistribution für Windows kann von http://www.mysql.com/downloads/ herunter geladen werden.

    Hinweis: Die Distributionsdateien werden in einem komprimierten Format zur Verfügung gestellt. Wir empfehlen die Benutzung eines FTP-Clients, der in der Lage ist, abgebrochene FTP-Downloads wieder aufzunehmen (resume).

  • Ein ZIP-Programm, um die Distributionsdatei zu entpacken.

  • Genug Platz auf der Festplatte, um die Datenbanken entsprechend Ihren Anforderungen zu entpacken, zu installieren und zu erzeugen.

  • Wenn Sie planen, sich über ODBC mit dem MySQL-Server zu verbinden, benötigen Sie zusätzlich den MyODBC-Treiber. See Abschnitt 9.3, „MySQL-ODBC-Unterstützung“.

3.1.2.1. Binärdateien installieren

  1. Wenn Sie auf einem NT- oder Windows-2000-Server arbeiten, melden Sie sich als Benutzer mit Administrationsrechten an.

  2. Wenn Sie ein Upgrade einer früheren MySQL-Installation durchführen, müssen Sie den Server anhalten. Wenn Sie den Server als Systemdienst laufen lassen, geben Sie ein:

    C:\> NET STOP MySQL
    

    Ansonsten geben Sie folgendes ein:

    C:\mysql\bin> mysqladmin -u root shutdown
    
  3. Auf NT-/Windows-2000-Maschinen müssen Sie auch den Systemdienst entfernen, wenn Sie die ausführbare Datei des Servers (z. B. -max or -nt) austauschen wollen:

    C:\mysql\bin> mysqld-max-nt --remove
    
  4. Entpacken Sie die Distributionsdatei in ein temporäres Verzeichnis.

  5. Starten Sie setup.exe, um den Installationsprozess zu beginnen. Wenn Sie in ein anderes Verzeichnis als das vorgabemäßige (c:\mysql) installieren wollen, legen Sie mit der Schaltfläche Durchsuchen das gewünschte Verzeichnis fest.

  6. Beenden Sie den Installationsprozess.

Seit MySQL 3.23.38 enthält die Windows-Distribution sowohl die normalen als auch die MySQL-Max-Binärdateien. Der wichtigste Vorteil der Benutzung der normalen mysqld.exe-Binärdatei liegt darin, dass sie etwas schneller ist und weniger Ressourcen belegt.

Hier ist eine Liste der unterschiedlichen MySQL-Server, die Sie benutzen können:

mysqldKompiliert mit komplettem Debugging und automatischer Überprüfung der Speicherzuordnung (memory allocation), symbolischen Links, InnoDB- und BDB-Tabellen.
mysqld-optOptimierte Binärdistribution ohne Unterstützung von Transaktionstabellen.
mysqld-ntOptimierte Binärdatei für NT mit Unterstützung von Named Pipes. Man kann diese Version auf Windows 98 laufen lassen, aber in diesem Fall werden keine Named Pipes angelegt und man muss TCP/IP installiert haben.
mysqld-maxOptimierte Binärdistribution mit Unterstützung symbolischer Links, InnoDB und BDB-Tabellen.
mysqld-max-ntWie mysqld-max, aber mit Unterstützung von Named Pipes kompiliert.

Alle genannten Binärdistributionen sind für den Pentium Pro Prozessor optimiert, sollten aber auf jedem Intel-Prozessor >= 386 laufen.

ACHTUNG: Wenn Sie InnoDB-Tabellen benutzen wollen, müssen Sie bestimmte Start-Optionen in Ihrer my.ini-Datei festlegen! See Abschnitt 8.5.2, „Mit InnoDB anfangen - Optionen“.

3.2. Allgemeine Installationsthemen

3.2.1. Wie man MySQL erhält

Sehen Sie wegen Informationen zur aktuellen Version und für Download-Anweisungen auf MySQL home page nach.

Unser Haupt-Mirror-Server für den Download ist hier:

http://mirrors.sunsite.dk/mysql/

Wenn Sie Interesse haben, eine MySQL-Mirror-Site beizusteuern, können Sie anonymes rsync mit rsync://sunsite.dk/ftp/mirrors/mysql/ machen. Schicken Sie bitte eine E-Mail an und geben Sie uns Bescheid, wo Ihr Mirror liegt, damit wir ihn der unten stehenden Liste hinzufügen können.

Wenn Sie Probleme beim Download von unserer Hauptseite aus haben, probieren Sie eine der unten stehenden Mirror-Sites.

Geben Sie bitte Bescheid, wenn Sie auf schlechte oder veraltete Mirror-Sites stoßen.

3.2.2. Betriebssysteme, die von MySQL unterstützt werden

Wir benutzen GNU Autoconf, daher ist es möglich, MySQL auf alle modernen Betriebssysteme zu portieren, auf denen Posix-Threads und ein C++-Kompiler funktionieren. (Um nur den Client-Code zu kompilieren, wir lediglich ein C++-Kompiler benötigt.) Wir benutzen und entwickeln die Software selbst hauptsächlich auf Sun Solaris (Versionen 2.5 - 2.7) und SuSE Linux Version 7.x.

Beachten Sie, dass die native Thread-Unterstützung für viele Betriebssysteme nur mit den neuesten Versionen funktioniert. Es wurde berichtet, dass MySQL erfolgreich auf folgenden Betriebssystemen / Thread-Paket-Kombinationen kompiliert wurde:

Beachten Sie, dass nicht alle Plattformen gleichermaßen gut geeignet sind, um MySQL laufen zu lassen. Wie gut eine bestimmte Plattform für hohe Last und geschäftskritische Anwendungen geeignet ist, hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Allgemeine Stabilität der Thread-Bibliothek. Eine Plattform mag in anderer Hinsicht einen exzellenten Ruf haben, aber wenn die Thread-Bibliothek unstabil ist, die von MySQL aufgerufen wird, läuft MySQL nur so stabil wie die Thread-Bibliothek, selbst wenn alles Sonstige perfekt ist.

  • Fähigkeit des Kernels und / oder der Thread-Bibliothek, die Vorteile von SMP auf Mehrprozessor-Systemen wahrzunehmen. Mit anderen Worten: Wenn ein Prozess einen Thread anlegen, sollte es für diesen Thread möglich sein, auf anderen Prozessoren zu laufen als der Original-Prozess.

  • Fähigkeit des Kernels und / oder der Thread-Bibliothek, viele Threads laufen zu lassen, die häufig einen Mutex über eine kurze, kritische Region anlegen / lösen können ohne exzessive Kontext-Umschaltungen. Mit anderen Worten: Wenn die Implementation von pThread_mutex_lock() zu sehr darauf bedacht ist, CPU zu erlangen, wird das MySQL gewaltig schmerzen. Wenn man sich dieser Tatsache nicht bewusst ist, machen zusätzliche Prozessoren MySQL in der Tat langsamer.

  • Allgemeine Stabilität und Performance des Dateisystems.

  • Fähigkeit des Dateisystems, überhaupt mit großen Dateien umgehend zu können, und zwar effizient, wenn Ihre Tabellen Groß sind.

  • Unser Grad von Erfahrung, hier bei MySQL AB, mit der Plattform. Wenn wir eine Plattform gut kennen, setzen wir plattformspezifische Optimierungen / Verbesserungen (Fixes) ein, die zur Kompilierzeit aktiv werden. Darüber hinaus können wir Sie beraten, wie Sie Ihr System optimal für MySQL konfigurieren.

  • Umfang des Testens ähnlicher Konfigurationen, das wir intern durchgeführt haben.

  • Anzahl von Benutzern, die MySQL auf dieser Plattform erfolgreich mit ähnlichen Konfigurationen haben laufen lassen. Wenn diese Zahl Groß ist, ist die Wahrscheinlichkeit viel geringer, plattformspezifische Überraschungen zu erleben.

Nach den genannten Kriterien sind die besten Plattformen für MySQL bislang x86 mit SuSE Linux 7.1, 2.4 Kernel und ReiserFS (oder jede ähnliche Linux-Distribution) und Sparc mit Solaris 2.7 oder 2.8. FreeBSD kommt als drittes, aber wir hoffen wirklich, dass es zur Spitze aufschließt, sobald erst einmal die Thread-Bibliothek verbessert ist. Wir hoffen auch, dass wir alle anderen Plattformen, auf denen MySQL kompiliert werden kann und korrekt läuft, die aber nicht ganz denselben Grad an Stabilität und Performance aufweisen, in die Spitzenkategorie aufnehmen können. Das erfordert von unserer Seite aus einige Kooperationsbemühungen mit den Entwicklern der Betriebssystem-Bibliothek-Komponenten, von denen MySQL abhängt. Wenn Sie Interesse daran haben, eine dieser Komponenten zu verbessern und in der Lage sind, ihre Entwicklung zu beeinflussen, und detailliertere Informationen darüber brauchen, was MySQL benötigt, um besser zu laufen, schicken Sie eine E-Mail an .

Beachten Sie bitte auch, dass der obige Vergleich nichts darüber aussagen will, dass ein Betriebssystem allgemein besser oder schlechter als ein anderes sei. Wir reden hier über die Auswahl eines bestimmten Betriebssystems für einen ganz bestimmten Zweck - nämlich, MySQL laufen zu lassen, und vergleichen die Betriebssysteme nur in dieser Hinsicht. Folglich wäre das Ergebnis dieses Vergleichs ein anderes, wenn wir weitere Belange berücksichtigen würden. In manchen Fällen liegt der Grund, warum ein Betriebssystem besser als ein anderes geeignet ist, schlicht darin, dass wir auf dieser speziellen Plattform mehr Tests und Optimierungen durchgeführt haben. Wir stellen hier nur unsere Beobachtungen dar, um Ihnen bei der Entscheidung zu helfen, auf welcher Plattform Sie MySQL benutzen sollten.

3.2.3. Welche MySQL-Version Sie benutzen sollten

Zunächst müssen Sie entscheiden, ob Sie das letzte Entwicklungs-Release oder das letzte stabile Release benutzen wollen:

  • Normalerweise, wenn Sie MySQL zum ersten Mal benutzen, oder wenn Sie versuchen, MySQL auf ein System zu portieren, für das es keine Binärdistribution gibt, empfehlen wir, das stabile (stable) Release zu nehmen. Beachten Sie, dass alle MySQL-Releases mit den MySQL-Benchmarks und einer umfassenden Test-Suite getestet sind, bevor das Release heraus gegeben wird.

  • Wenn Sie ein altes System laufen lassen und es aktualisieren möchten, aber nicht riskieren wollen, dass ein Update nicht reibungslos klappt, sollten Sie zur aktuellsten Version des Zweiges aktualisieren, den Sie benutzen (bei dem nur die letzte Versionsnummer neuer ist als Ihre, also z. B. von 3.23.36 auf 3.23.44, wenn 3.23.44 die neueste Version des Zweigs ist). Wir haben uns innerhalb der Versions-Zweige bemüht, nur schwere Fehler zu beseitigen und kleine, relativ sichere Änderungen zu machen.

Als nächstes müssen Sie entscheiden, ob Sie eine Quelldistribution oder eine Binärdistribution nehmen wollen. In den meisten Fällen ist es ratsam, eine Binärdistribution zu nehmen, wenn eine für Ihre Plattform existiert, weil sich diese im Allgemeinen leichter installieren läßt als eine Quelldistribution.

In folgenden Fällen fahren Sie mit einer Quellinstallation wahrscheinlich besser:

  • Wenn Sie MySQL an einer ganz bestimmten Stelle installieren wollen. (Die Standard-Binärdistributionen sind an jeder Stelle lauffähig, aber vielleicht wollen Sie noch mehr Flexibilität haben.)

  • Um unterschiedlichen Bedürfnissen von Benutzern entgegen zu kommen, stellen wir zwei unterschiedliche Binärversionen zur Verfügung: Eine, die mit den nicht transaktionalen Tabellen-Handlern kompiliert ist (eine kleine, schnelle Binärdatei), sowie eine, die mit den wichtigsten erweiterten Optionen wie transaktionssicheren Tabellen kompiliert ist. Beide Versionen sind aus derselben Quelldistribution kompiliert. Alle nativen MySQL-Clients können sich mit beiden MySQL-Versionen verbinden.

    Die erweiterte MySQL-Binärdistribution ist mit dem -max-Suffix gekennzeichnet und ist mit denselben Optionen konfiguriert wie mysqld-max. See Abschnitt 5.7.5, „mysqld-max, ein erweiterter mysqld-Server“.

    Wenn Sie das MySQL-Max-RPM benutzen wollen, müssen Sie zuerst das Standard-MySQL-RPM installieren.

  • Wenn Sie mysqld mit einigen zusätzlichen Features konfigurieren wollen, die NICHT in den Standard-Binärdistributionen enthalten sind. Hier ist eine Liste der gebräuchlichsten Zusatzoptionen, die Sie vielleicht nutzen wollen:

    • --with-berkeley-db

    • --with-innodb

    • --with-raid

    • --with-libwrap

    • --with-named-z-lib (ist in einigen Binärdateien enthalten)

    • --with-debug[=full]

  • Die vorgabemäßige Binärdistribution wird normalerweise mit Unterstützung für alle Zeichensätze kompiliert und sollte auf einer Vielzahl von Prozessoren derselben Prozessorfamilie laufen.

    Wenn Sie einen schnelleren MySQL-Server erhalten wollen, können Sie ihn erneut kompilieren und nur die Zeichensätze benutzen, die Sie brauchen. Sie können auch einen besseren Kompiler (wie pgcc) oder andere Kompilieroptionen benutzen, die besser auf Ihren Prozessor optimiert sind.

  • Wenn Sie einen Bug gefunden und dem MySQL-Entwicklungsteam mitgeteilt haben, werden Sie wahrscheinlich einen Patch erhalten, den Sie mit der Quelldistribution verwenden müssen, um den Bug zu beheben.

  • Wenn Sie den C- und C++-Code lesen (und / oder ändern) wollen, aus dem MySQL besteht, müssten Sie eine Quelldistribution laden. Der Quellcode ist immer das ''letzte Handbuch''. Quelldistributionen enthalten auch mehr Tests und Beispiele als Binärdistributionen.

Das MySQL Benennungsschema benutzt Release-Nummern, die aus drei Zahlen und einem Suffix bestehen. Ein Release-Name wie mysql-3.21.17-beta zum Beispiel wird wie folgt interpretiert:

  • Die erste Zahl (3) beschreibt das Dateiformat. Alle Version-3-Releases haben dasselbe Dateiformat.

  • Die zweite Zahl (21) ist die Release-Ebene (Level). Normalerweise kann man hier zwischen zweien auswählen. Einer ist der stabile Zweig des Releases (aktuell 23), der andere ist der Entwicklungs-Zweig (aktuell 4.0). Normalerweise sind beide stabil, aber die Entwicklungsversion kann Macken oder fehlende Dokumentation neuer Features haben oder sich auf einigen Systemen nicht kompilieren lassen.

  • Die dritte Zahl (17) ist die Versionsnummer innerhalb der Release-Ebene. Diese wird für jede neue Distribution hochgezählt. Üblicherweise werden Sie die neueste Version der Release-Ebene einsetzen wollen, die Sie gewählt haben.

  • Das Suffix (beta) zeigt den Stabilitätsgrad des Releases an. Mögliche Suffixe sind:

    • alpha zeigt an, dass das Release größere Abschnitte von neuem Code enthält, der noch nicht zu 100% getestet wurde. Bekannte Bugs (üblicherweise gibt es keine) sind im News-Abschnitt dokumentiert. See Anhang C, MySQL-Änderungsverlauf (Change History). In den meisten Alpha-Releases gibt es neue Befehle und Erweiterungen. Bei einem Alpha-Release können durch aktive Weiterentwicklung größere Code-Änderungen vorkommen, aber alles wird getestet, bevor ein Release veröffentlicht wird. Es sollte in keinem MySQL-Release bekannte Bugs geben.

    • beta bedeutet, dass jeglicher neue Code getestet wurde. Es wurden keine neuen Features hinzugefügt, die bei altem Code Probleme verursachen könnten. Es sollte keine bekannten Bugs geben. Eine Version wird von Alpha auf Beta gesetzt, wenn innerhalb der Alpha-Version mindestens einen Monat lang keine schweren Fehler mehr berichtet wurden. Wir planen für eine solche Version dann keine neuen Features mehr, die einen alten Befehl unzuverlässiger machen könnten.

    • gamma ist eine Beta-Version, die eine ganze Weile draussen war und offensichtlich gut funktioniert. Nur kleinere Problembehebungen wurden hinzugefügt. So etwas nennen viele andere Unternehmen ein Release.

    • Wenn eine Version kein Suffix besitzt, bedeutet das, dass diese Version schon eine ganze Weile auf vielen unterschiedlichen Sites eingesetzt wird, wobei keine Bugs ausser plattformspezifischen Bugs berichtet wurden. Für ein solches Release werden nur kritische Fehlerbehebungen durchgeführt. So etwas nennen wir ein stabiles Release.

Alle Versionen von MySQL laufen durch unsere Standard-Tests und -Benchmarks, um sicherzustellen, dass man sie relativ sicher benutzen kann. Weil die Standard-Tests im Laufe der Zeit erweitert werden, um auf alle früher gefundenen Bugs zu prüfen, wird die Test-Suite immer besser.

Beachten Sie, dass alle Releases mindestens wie folgt getestet wurden:

  • Mit der internen Test-Suite

    Diese ist Teil unseres Produktionssystems für einen Kunden. Sie besitzt viele Tabellen mit Hunderten Megabytes an Daten.

  • Mit der MySQL-Benchmark-Suite

    Diese läßt eine Reihe gebräuchlicher Anfragen laufen. Das ist zusätzlich ein Test darauf, ob die letzten Optimierungen den Code tatsächlich schneller gemacht haben. See Abschnitt 6.1.4, „Die MySQL-Benchmark-Suite“.

  • Mit dem crash-me-Test

    Dieser Test versucht festzustellen, welche Features die Datenbank unterstützt und was ihre Fähigkeiten und Beschränkungen sind. See Abschnitt 6.1.4, „Die MySQL-Benchmark-Suite“.

Ein weiterer Test besteht darin, dass wir die neueste MySQL-Version in unserer internen Entwicklungsumgebung einsetzen, mindestens auf einer Maschine. Wir arbeiten hierbei mit mehr als 100 Gigabytes an Daten.

3.2.4. Installationslayouts

Dieser Abschnitt beschreibt das vorgabemäßige Layout der Verzeichnisse, die durch die Installation von Binär- und Quelldistributionen angelegt werden.

Eine Binärdistribution wird installiert, indem sie an die Installationsstelle entpackt wird, die Sie auswählen (typischer Weise /usr/local/mysql). Die Installation erstellt folgende Verzeichnisse an dieser Stelle:

VerzeichnisVerzeichnisinhalt
binClient-Programme und der mysqld-Server
dataLog-Dateien, Datenbanken
includeInclude-(Header)-Dateien
libBibliotheken
scriptsmysql_install_db
share/mysqlDateien mit Fehlernachrichten
sql-benchBenchmarks

Eine Quelldistribution wird installiert, nachdem Sie sie konfiguriert und kompiliert haben. Vorgabemäßig werden Dateien unter /usr/local installiert, und zwar in den folgenden Unterverzeichnissen:

VerzeichnisVerzeichnisinhalt
binClient-Programme und -Skripte
include/mysqlInclude-(Header)-Dateien
infoDokumentation im Info-Format
lib/mysqlBibliotheken
libexecDer mysqld-Server
share/mysqlDateien mit Fehlernachrichten
sql-benchBenchmarks und crash-me-Test
varDatenbanken und Log-Dateien

Innerhalb eines Installationsverzeichnisses weicht das Layout einer Quellinstallation von dem einer Binärinstallation wie folgt ab:

  • Der mysqld-Server wird in das libexec-Verzeichnis installiert und nicht in das bin-Verzeichnis.

  • Das Daten-Verzeichnis ist var und nicht data.

  • mysql_install_db wird in das /usr/local/bin Verzeichnis installiert und nicht in /usr/local/mysql/Skripts.

  • Die Header-Datei und Bibliotheksverzeichnisse sind include/mysql und lib/mysql und nicht include und lib.

Sie können Ihre eigene Binärinstallation aus einer kompilierten Quelldistribution erzeugen, indem Sie das Skript Skripts/make_binary_Distribution ausführen.

3.2.5. Wann und wie Updates veröffentlicht werden

MySQL entwickelt sich ziemlich schnell hier bei MySQL AB und wir wollen, dass andere MySQL-Benutzer daran teilhaben. Wir versuchen, immer dann ein neues Release heraus zu bringen, wenn wir sehr nützliche Features haben, für die offensichtlich ein Bedarf besteht.

Auch versuchen wir, unseren Benutzern zu helfen, wenn Sie nach Features anfragen, die einfach zu implementieren sind. Wir notieren, was unsere lizensierten Nutzer haben wollen, und insbesondere, was unsere Benutzer mit erweitertem E-Mail-Support haben wollen, und versuchen ihnen, eben das zu bieten.

Niemand muss einen neuen Release herunter laden. Im News-Abschnitt steht stets, ob das neue Release etwas beinhaltet, was Sie wirklich brauchen. See Anhang C, MySQL-Änderungsverlauf (Change History).

Wenn wir MySQL aktualisieren, fahren wir folgende Politik:

  • Bei kleineren Updates wird die letzte Zahl (von rechts) in der Versionsnummer herauf gezählt (Minor Release). Wenn es größere neue Features gibt oder kleinere Inkompatibilitäten mit vorherigen Versionen, wird die zweite Zahl der Versionsnummer herauf gezählt (Major Release). Wenn sich das Dateiformat ändert, wird die erste Zahl herauf gezählt.

  • have to do with "small bugs" => minor releases? Stable tested releases are meant to appear about 1-2 times a year, but if small bugs are found, a release mit only bug fixes will be released. Als stabil getestete Releases sollten etwa ein- bis zweimal im Jahr erscheinen, aber wenn kleinere Fehler gefunden werden, wird nur ein Release mit Bug-Fixes heraus gegeben.

  • Funktionierende Releases sollten etwa alle 1 bis 8 Wochen erscheinen.

  • Binärdistributionen für einige Plattformen werden von uns für größere Releases (Major) heraus gegeben. Andere Leute stellen vielleicht auch Binärdistributionen für andere Systeme her, aber nicht so häufig.

  • Patches stellen wir üblicherweise zur Verfügung, sobald wir kleinere Bugs ausfindig gemacht und behoben haben.

  • Für nicht kritische, aber störende Bugs machen wir Patches verfügbar, wenn sie uns zugesandt werden. Ansonsten kombinieren wir mehrere davon in einem größeren Patch.

  • Wenn durch unglückliche Umstände ein Release einen schweren Fehler enthält, erstellen wir sobald wie möglich ein neues Release. Das würden wir auch gern bei anderen Unternehmen so sehen.

The current stable release ist Version 3.23; We have already moved active Entwicklung to Version 4.0. Bugs will still be fixed in the stable version. We don't believe in a complete freeze, as this also leaves out bug fixes und things that ``must be done.'' ``Somewhat frozen'' means that we may add small things that ``almost surely will not affect anything that's already working.''

3.2.6. MySQL-Binärdistributionen, die von MySQL AB kompiliert wurden

Als Service stellen wir bei MySQL AB einen Satz von Binärdistributionen von MySQL zur Verfügung, die auf unserer Site kompiliert wurden oder auf Sites von Kunden, die uns freundlicherweise Zugang zu Ihren Maschinen gewährt haben.

Diese Distributionen werden mit Skripts/make_binary_distribution erzeugt und mit folgenden Kompilern und Optionen konfiguriert:

  • SunOS 4.1.4 2 sun4c mit gcc 2.7.2.1

    CC=gcc CXX=gcc CXXFLAGS="-O3 -felide-constructors" ./configure --prefix=/usr/local/mysql --disable-shared --with-extra-charsets=complex --enable-assembler

  • SunOS 5.5.1 (und höher) sun4u mit egcs 1.0.3a oder 2.90.27 oder gcc 2.95.2 und neuer

    CC=gcc CFLAGS="-O3" CXX=gcc CXXFLAGS="-O3 -felide-constructors -fno-exceptions -fno-rtti" ./configure --prefix=/usr/local/mysql --with-low-memory --with-extra-charsets=complex --enable-assembler

  • SunOS 5.6 i86pc mit gcc 2.8.1

    CC=gcc CXX=gcc CXXFLAGS=-O3 ./configure --prefix=/usr/local/mysql --with-low-memory --with-extra-charsets=complex

  • Linux 2.0.33 i386 mit pgcc 2.90.29 (egcs 1.0.3a)

    CFLAGS="-O3 -mpentium -mstack-align-double" CXX=gcc CXXFLAGS="-O3 -mpentium -mstack-align-double -felide-constructors -fno-exceptions -fno-rtti" ./configure --prefix=/usr/local/mysql --enable-assembler --with-mysqld-ldflags=-all-static --with-extra-charsets=complex

  • Linux 2.2.x mit x686 mit gcc 2.95.2

    CFLAGS="-O3 -mpentiumpro" CXX=gcc CXXFLAGS="-O3 -mpentiumpro -felide-constructors -fno-exceptions -fno-rtti" ./configure --prefix=/usr/local/mysql --enable-assembler --with-mysqld-ldflags=-all-static --disable-shared --with-extra-charset=complex

  • SCO 3.2v5.0.4 i386 mit gcc 2.7-95q4

    CC=gcc CXX=gcc CXXFLAGS=-O3 ./configure --prefix=/usr/local/mysql --with-extra-charsets=complex

  • AIX 2 4 mit gcc 2.7.2.2

    CC=gcc CXX=gcc CXXFLAGS=-O3 ./configure --prefix=/usr/local/mysql --with-extra-charsets=complex

  • OSF1 V4.0 564 alpha mit gcc 2.8.1

    CC=gcc CFLAGS=-O CXX=gcc CXXFLAGS=-O3 ./configure --prefix=/usr/local/mysql --with-low-memory --with-extra-charsets=complex

  • Irix 6.3 IP32 mit gcc 2.8.0

    CC=gcc CXX=gcc CXXFLAGS=-O3 ./configure --prefix=/usr/local/mysql --with-extra-charsets=complex

  • BSDI BSD/OS 3.1 i386 mit gcc 2.7.2.1

    CC=gcc CXX=gcc CXXFLAGS=-O ./configure --prefix=/usr/local/mysql --with-extra-charsets=complex

  • BSDI BSD/OS 2.1 i386 mit gcc 2.7.2

    CC=gcc CXX=gcc CXXFLAGS=-O3 ./configure --prefix=/usr/local/mysql --with-extra-charsets=complex

Wenn jemand optimalere Optionen für die obigen Konfigurationen hat, können diese jederzeit der Entwickler-Mailing-Liste unter mitgeteilt werden.

RPM-Distributionen von MySQL-Version 3.22 wurden durch Benutzer beigesteuert. Ab Version 3.22 werden die RPMs von uns bei MySQL AB erzeugt.

Wenn Sie eine Debug-Version von MySQL kompilieren wollen, müssen Sie den oben genannten Kompilierzeilen --with-debug oder --with-debug=full hinzufügen und jegliche -fomit-frame-pointer-Optionen entfernen.

3.3. Installation der Quelldistribution

Bevor Sie mit der Quellinstallation fortfahren, sehen Sie nach, ob eine Binärdistribution für Ihre Plattform verfügbar ist, die so wie Sie wollen funktioniert. Wir geben uns viel Mühe, die Binärdistributionen mit den bestmöglichen Optionen zu bauen.

Sie benötigen folgende Werkzeuge, um MySQL aus der Quelldistribution zu bauen und zu installieren:

  • GNU gunzip, um die Distribution zu entpacken.

  • Ein vernünftiges tar, um die Distribution zu entpacken. Von GNU tar ist bekannt, dass es funktioniert. Sun tar ist dafür bekannt, dass es Probleme verursacht.

  • Einen funktionierenden ANSI-C++-Kompiler. gcc >= 2.95.2, egcs >= 1.0.2 oder egcs 2.91.66, SGI C++ und SunPro C++ sind einige der Kompiler, von denen bekannt ist, dass sie funktionieren. libg++ wird nicht benötigt, wenn Sie gcc benutzen. gcc 2.7.x hat einen Bug, der es verunmöglicht, einige perfekt der vorgeschriebenen Form entsprechende C++-Dateien zu kompilieren, zum Beispiel sql/sql_base.cc. Wenn Sie nur gcc 2.7.x zur Verfügung haben, müssen Sie Ihren gcc aktualisieren, um MySQL kompilieren zu können. gcc 2.8.1 ist ebenfalls für Probleme auf einigen Plattformen bekannt, daher sollten Sie auch diesen vermeiden, wenn Sie einen neueren Kompiler für diese Plattform zur Verfügung haben.

    gcc >= 2.95.2 wird für das Kompilieren von MySQL-Versionen 3.23.x empfohlen.

  • Ein gutes make-Programm. GNU make wird stets empfohlen und ist manchmal erforderlich. Wenn Sie Probleme bekommen, empfehlen wir, es mit GNU make 3.75 oder neuer zu versuchen.

Wenn Sie eine aktuelle Version von gcc verwenden (aktuell genug, um die -fno-exceptions-Option zu verstehen), ist es SEHR WICHTIG, dass Sie diese Option benutzen. Ansonsten könnte es sein, dass Sie eine Binärdatei kompilieren, die zu zufälligen Zeitpunkten abstürzt. Wir empfehlen zusätzlich, dass Sie -felide-contructors und -fno-rtti zusammen mit -fno-exceptions benutzen. Im Zweifel gehen Sie wie folgt vor:

CFLAGS="-O3" CXX=gcc CXXFLAGS="-O3 -felide-constructors -fno-exceptions -fno-rtti" ./configure --prefix=/usr/local/mysql --enable-assembler --with-mysqld-ldflags=-all-static

Für die meisten Systeme werden Sie dadurch eine schnelle, stabile Binärinstallation erhalten.

Wenn Sie Probleme bekommen, BITTE BENUTZEN SIE IMMER mysqlbug zum Fragenstellen die Liste . Selbst wenn das Problem kein Bug ist, sammelt mysqlbug Systeminformationen, die anderen helfen werden, Ihr Problem zu lösen. Wenn Sie mysqlbug nicht benutzen, verringern Sie die Möglichkeit, eine Lösung Ihres Problems zu bekommen! mysqlbug finden Sie im scripts-Verzeichnis, nachdem Sie die Distribution entpackt haben. See Abschnitt 2.6.2.3, „Wie man Bugs oder Probleme berichtet“.

3.3.1. Schnellinstallation, Überblick

Die grundlegenden Befehle, die Sie ausführen müssen, um eine MySQL-Quelldistribution zu installieren, sind:

shell> groupadd mysql
shell> useradd -g mysql mysql
shell> gunzip < mysql-VERSION.tar.gz | tar -xvf -
shell> cd mysql-VERSION
shell> ./configure --prefix=/usr/local/mysql
shell> make
shell> make install
shell> scripts/mysql_install_db
shell> chown -R root  /usr/local/mysql
shell> chown -R mysql /usr/local/mysql/var
shell> chgrp -R mysql /usr/local/mysql
shell> cp support-files/my-medium.cnf /etc/my.cnf
shell> /usr/local/mysql/bin/safe_mysqld --user=mysql &

Wenn Sie Unterstützung für InnoDB-Tabellen haben wollen, sollten Sie die Datei /etc/my.cnf editieren und die ‘#’-Zeichen vor den Parametern entfernen, der mit innodb_... beginnen. See Abschnitt 5.1.2, „my.cnf-Optionsdateien“. See Abschnitt 8.5.2, „Mit InnoDB anfangen - Optionen“.

Wenn Sie mit einem Quell-RPM anfangen, gehen Sie wie folgt vor:

shell> rpm --rebuild MySQL-VERSION.src.rpm

Das erzeugt ein Binär-RPM, das Sie installieren können.

Sie können neue Benutzer hinzufügen, indem Sie das bin/mysql_setpermission-Skript benutzen, falls Sie die DBI- und Msql-Mysql-modules-Perl-Module installieren.

Eine detailliertere Beschreibung folgt.

Um eine Quelldistribution zu installieren, führen Sie die unten stehenden Schritte aus und gehen dann weiter zu Abschnitt 3.4, „Einstellungen und Tests nach der Installation“, um die Schritte nach der Installation und ein paar Tests durchzuführen.

  1. Wählen Sie das Verzeichnis, in dem Sie die Distribution entpacken wollen, und wechseln Sie dort hinein.

  2. Holen Sie sich eine Distributionsdatei von einer der Sites, die unter Abschnitt 3.2.1, „Wie man MySQL erhält“ aufgelistet sind.

  3. Wenn Sie Berkeley-DB-Tabellen mit MySQL verwenden wollen, müssen Sie sich eine gepatchte Version des Berkeley-DB-Quellcodes besorgen. Bitte lesen Sie das Kapitel über Berkeley-DB-Tabellen, bevor Sie fortfahren. See Abschnitt 8.6, „BDB- oder Berkeley_db-Tabellen“.

    MySQL-Quelldistributionen stehen als komprimierte tar-Archive zur Verfügung und haben Namen wie mysql-VERSION.tar.gz, wobei VERSION eine Zahl ist, wie 5.0.6-beta.

  4. Fügen Sie einen Benutzer (User) und eine Gruppe (Group) hinzu, unter dem / der mysqld laufen soll:

    shell> groupadd mysql
    shell> useradd -g mysql mysql
    

    Diese Befehle fügen den Benutzer mysql und die Gruppe mysql hinzu. Die Syntax für useradd und groupadd kann sich auf unterschiedlichen Unix-Systemen geringfügig unterscheiden. Die Befehle können adduser und addgroup heißen. Wenn Sie wollen, können Sie Benutzer und Gruppe auch anders nennen als mysql.

  5. Entpacken Sie die Distribution ins aktuelle Verzeichnis:

    shell> gunzip < /pfad/zu/mysql-VERSION.tar.gz | tar xvf -
    

    Dieser Befehl erzeugt ein Verzeichnis namens mysql-VERSION.

  6. Wechseln Sie in das oberste Verzeichnis der entpackten Distribution:

    shell> cd mysql-VERSION
    

    Beachten Sie, dass Sie aktuell MySQL aus diesem obersten Verzeichnis konfigurieren und bauen müssen. Sie können MySQL nicht in ein anderes Verzeichnis bauen.

  7. Konfigurieren Sie das Release und kompilieren Sie alles:

    shell> ./configure --prefix=/usr/local/mysql
    shell> make
    

    Wenn Sie configure laufen lassen, können Sie dabei einige Optionen angeben. Geben Sie ./configure --help ein, um eine Liste von Optionen zu erhalten. Abschnitt 3.3.3, „Typische configure-Optionen“ erörtert einige der nützlicheren Optionen.

    Wenn configure fehlschlägt und Sie sich wegen Hilfe an wenden, geben Sie bitte alle Zeilen aus config.log an, von denen Sie annehmen, dass sie bei der Problembehebung hilfreich sein könnten. Fügen Sie auch die letzten Zeilen der Ausgabe von configure hinzu, wenn configure abbricht. Schicken Sie den Bug-Bericht ein, indem Sie das mysqlbug-Skript benutzen. See Abschnitt 2.6.2.3, „Wie man Bugs oder Probleme berichtet“.

    Wenn das Kompilieren fehlschlägt, sehen Sie unter Abschnitt 3.3.5, „Probleme beim Kompilieren?“ nach, was bei einer Reihe geläufiger Probleme hilft.

  8. Installieren Sie alles:

    shell> make install
    

    Eventuell müssen Sie diesen Befehl als root ausführen.

  9. Erzeugen Sie die MySQL-Berechtigungstabellen (Grant Tables, nur notwendig, wenn Sie MySQL noch nie vorher installiert haben):

    shell> scripts/mysql_install_db
    

    Beachten Sie, dass bei MySQL-Versionen vor Version 3.22.10 der MySQL-Server startet, wenn Sie mysql_install_db laufen lassen. Das gilt für neuere Versionen nicht mehr!

  10. Ändern Sie den Besitzer der Binärdateien zu root und den Besitzer des Daten-Verzeichnisses zu dem Benutzer, unter dem Sie mysqld laufen lassen wollen:

    shell> chown -R root  /usr/local/mysql
    shell> chown -R mysql /usr/local/mysql/var
    shell> chgrp -R mysql /usr/local/mysql
    

    Der erste Befehl ändert die owner-Attribute der Dateien auf den Benutzer root, der zweite ändert die owner-Attribute des Daten-Verzeichnisses auf den Benutzer mysql und der dritte ändert die group-Attribute auf die Gruppe mysql.

  11. Wenn Sie die Unterstützung für die Perl-DBI/DBD-Schnittstelle hinzufügen wollen, sehen Sie unter Abschnitt 9.2, „MySQL-Perl-API“ nach.

  12. Wenn Sie wollen, dass MySQL automatisch startet, wenn Sie Ihre Maschine hoch fahren, kopieren Sie support-files/mysql.server an die Stelle, wo Ihr System seine Startdateien hat. Weitere Informationen finden Sie im support-files/mysql.server-Skript selbst sowie unter Abschnitt 3.4.3, „MySQL automatisch starten und anhalten“.

Nachdem alles installiert wurde, sollten Sie Ihre Distribution initialisieren und testen:

shell> /usr/local/mysql/bin/safe_mysqld --user=mysql &

Wenn dieser Befehl sofort mit mysqld daemon ended fehlschlägt, finden Sie einige Informationen dazu in der Datei mysql-Daten-Verzeichnis/'hostname'.err. Der wahrscheinliche Grund ist der, dass bereits ein anderer mysqld-Server läuft. See Abschnitt 5.1.4, „Viele MySQL-Server auf derselben Maschine laufen lassen“.

See Abschnitt 3.4, „Einstellungen und Tests nach der Installation“.

3.3.2. Wie man Patches anwendet

Manchmal erscheinen Patches auf der Mailing-Liste oder werden auf Patches-Bereich auf der MySQL-Website eingestellt.

Um einen Patch aus der Mailing-Liste anzuwenden, speichern Sie die Nachricht, in der der Patch enthalten ist, in eine Datei. Wechseln Sie dann ins oberste Verzeichnis Ihres MySQL-Source-Trees und geben Sie folgende Befehle ein:

shell> patch -p1 < patch-datei-name
shell> rm config.cache
shell> make clean

Patches von der FTP-Site werden als Klartextdateien (Plain Text) oder als mit gzip komprimierte Dateien distribuiert. Ein Klartext-Patch wenden Sie genau so an, wie oben für die Patches von der Mailing-Liste beschrieben. Um ein komprimiertes Patch anzuwenden, wechseln Sie ins oberste Verzeichnis Ihres MySQL-Source-Trees und geben Sie folgende Befehle ein:

shell> gunzip < patch-datei-name.gz | patch -p1
shell> rm config.cache
shell> make clean

Nachdem Sie einen Patch angewendet haben, folgen Sie den Anweisungen für eine normale Installation vom Quellcode, indem Sie mit dem Schritt ./configure anfangen. Nach dem Schritt make install, starten Sie den MySQL-Server neu.

Es kann sein, dass Sie jeden laufenden Server anhalten müssen, bevor Sie make install laufen lassen können. (Das machen Sie mit mysqladmin shutdown.) Einige Systeme lassen es nicht zu, dass eine neue Programmversion installiert wird, wenn diese eine Version ersetzt, die momentan ausgeführt wird.

3.3.3. Typische configure-Optionen

Das configure-Skript gibt Ihnen in großem Umfang Kontrolle über die Konfigurationsmöglichkeiten Ihrer MySQL-Distribution. Typischerweise machen Sie das unter Verwendung der Optionen auf der configure-Kommandozeile. Sie können ausserdem configure beeinflussen, indem Sie bestimmte Umgebungsvariablen benutzen. See Anhang E, Umgebungsvariablen. Um eine Liste der Optionen zu erhalten, die configure unterstützt, geben Sie folgendes ein:

shell> ./configure --help

Einige der gebräuchlicheren configure-Optionen sind im Folgenden beschrieben:

  • Um nur die MySQL-Client Bibliotheken und Client-Programme und nicht den Server zu kompilieren, benutzen Sie die --ohne-server-Option:

    shell> ./configure --without-server
    

    Wenn Sie keinen C++-Kompiler haben, können Sie mysql nicht kompilieren (MySQL ist das einzige Client-Programm, das C++ erfordert). In diesem Fall können Sie den Code in configure entfernen, der auf den C++-Kompiler testet, und dann ./configure mit der --without-server-Option eingeben. Dieser Kompilierschritt wird nach wie vor versuchen, mysql zu bauen, aber Sie können alle Warnungen zu mysql.cc ignorieren. (Wenn make anhält, versuchen Sie make -k, um ihm mitzuteilen, dass es mit dem Rest des Builds fortfahren soll, auch wenn Fehler auftreten.)

  • Wenn Sie nicht wollen, dass Ihre Log-Dateien und Datenbankverzeichnisse unter /usr/local/var liegen, benutzen Sie ein configure-Kommando wie folgendes:

    shell> ./configure --prefix=/usr/local/mysql
    shell> ./configure --prefix=/usr/local \
               --localstatedir=/usr/local/mysql/data
    

    Der erste Befehl ändert das Installationspräfix, so dass alles unter /usr/local/mysql statt unter /usr/local installiert wird. Der zweite Befehl bewahrt das vorgabemäßige Installationspräfix, aber überschreibt die vorgabemäßige Stelle für Datenbankverzeichnisse (normalerweise /usr/local/var) und ändert sie zu /usr/local/mysql/data.

  • Wenn Sie Unix benutzen und wollen, dass der MySQL-Socket an anderer Stelle liegt als vorgabemäßig (normalerweise im Verzeichnis /tmp oder /var/run), benutzen Sie ein configure-Kommando wie folgendes:

    shell> ./configure --with-unix-socket-path=/usr/local/mysql/tmp/mysql.sock
    

    Beachten Sie, dass die angegebene Datei mit einem absoluten Pfadnamen angegeben werden muss! Sie können den Speicherort von mysql.sock auch später noch ändern, indem Sie die MySQL Optionsdateien benutzen. See Abschnitt A.4.5, „Wie Sie die MySQL-Socket-Datei /tmp/mysql.sock schützen oder ändern“.

  • Wenn Sie statisch gelinkte Programme kompilieren wollen (um zum Beispiel eine Binärdistribution zu machen, mehr Geschwindigkeit zu erhalten oder Probleme mit RedHat-Linux-Distributionen zu umgehen (Workaround)), geben Sie configure wie folgt ein:

    shell> ./configure --with-client-ldflags=-all-static \
               --with-mysqld-ldflags=-all-static
    
  • Wenn Sie gcc benutzen und libg++ oder libstdc++ nicht installiert haben, können Sie configure mitteilen, gcc als Ihren C++-Kompiler zu benutzen:

    shell> CC=gcc CXX=gcc ./configure
    

    Wenn Sie gcc als C++-Kompiler benutzen, versucht dieser nicht, libg++ oder libstdc++ zu linken.

    Hier sind einige gebräuchliche Umgebungsvariablen, die man in Abhängigkeit vom verwendeten Kompiler setzen kann:

    gcc 2.7.2.1CC=gcc CXX=gcc CXXFLAGS="-O3 -felide-constructors"
    egcs 1.0.3aCC=gcc CXX=gcc CXXFLAGS="-O3 -felide-constructors -fno-exceptions -fno-rtti"
    gcc 2.95.2CFLAGS="-O3 -mpentiumpro" CXX=gcc CXXFLAGS="-O3 -mpentiumpro -felide-constructors -fno-exceptions -fno-rtti"
    pgcc 2.90.29 oder newerCFLAGS="-O3 -mpentiumpro -mstack-align-double" CXX=gcc CXXFLAGS="-O3 -mpentiumpro -mstack-align-double -felide-constructors -fno-exceptions -fno-rtti"

    In den meisten Fällen erhalten Sie eine ziemlich optimale MySQL-Binärdatei, indem Sie die Optionen von weiter oben nutzen und die folgenden Optionen zur Konfigurationszeile hinzufügen:

    --prefix=/usr/local/mysql --enable-assembler --with-mysqld-ldflags=-all-static
    

    Die komplette Konfigurationszeile würde also etwa wie folgt aussehen (für alle aktuellen gcc-Versionen):

    CFLAGS="-O3 -mpentiumpro" CXX=gcc CXXFLAGS="-O3 -mpentiumpro -felide-constructors -fno-exceptions -fno-rtti" ./configure --prefix=/usr/local/mysql --enable-assembler --with-mysqld-ldflags=-all-static
    

    Die Binärdistributionen, die wir auf der MySQL-Website unter http://www.mysql.com zur Verfügung stellen, sind allesamt mit voller Optimierung kompiliert und sollten daher für die meisten Benutzer perfekt sein. See Abschnitt 3.2.6, „MySQL-Binärdistributionen, die von MySQL AB kompiliert wurden“. Einiges können Sie noch fein justieren, um noch schnellere Binärdistributionen zu erhalten, aber das ist nur etwas für fortgeschrittene Benutzer. See Abschnitt 6.5.3, „Wie Kompilieren und Linken die Geschwindigkeit von MySQL beeinflusst“.

    Wenn der Build fehlschlägt und Fehler produziert, die aussagen, dass Ihr Kompiler oder Linker nicht in der Lage ist, die gemeinsam benutzte (shared) Bibliothek libmysqlclient.so.# (‘#’ ist eine Versionsnummer) zu erzeugen, können Sie dieses Problem umgehen, indem Sie die --disable-shared-Option von configure benutzen. In diesem Fall baut configure keine gemeinsam benutzte libmysqlclient.so.#-Bibliothek.

  • Sie können MySQL so konfigurieren, dass keine DEFAULT-Spaltenwerte für Nicht-NULL-Spalten benutzt werden (also Spalten, bei denen nicht zulässig ist, dass sie NULL sind). Das führt dazu, dass INSERT-Statements einen Fehler erzeugen, ausser wenn ausdrücklich Werte für Spalten angegeben werden, die einen Nicht-NULL-Werte verlangen. Um die Benutzung von Vorgabewerten zu unterdrücken, geben Sie configure wie folgt ein:

    shell> CXXFLAGS=-DDONT_USE_DEFAULT_FIELDS ./configure
    
  • Als Vorgabe benutzt MySQL den Zeichensatz ISO-8859-1 (Latin1). Um diesen Vorgabesatz zu ändern, benutzen Sie die --with-charset-Option:

    shell> ./configure --with-charset=CHARSET
    

    CHARSET kann einer der folgenden sein: big5, cp1251, cp1257, czech, danish, dec8, dos, euc_kr, gb2312, gbk, german1, hebrew, hp8, hungarian, koi8_ru, koi8_ukr, latin1, latin2, sjis, swe7, tis620, ujis, usa7 oder win1251ukr. See Abschnitt 5.6.1, „Der für Daten und Sortieren benutzte Zeichensatz“.

    Wenn Sie Zeichen zwischen Server und Client konvertieren wollen, sollten Sie sich den SET OPTION CHARACTER SET-Befehl ansehen. See Abschnitt 6.5.6, „SET-Syntax“.

    Achtung: Wenn Sie Zeichensätze ändern, nachdem Sie irgend welche Tabellen angelegt haben, müssen Sie myisamchk -r -q über jede Tabelle laufen lassen, denn ansonsten könnten Ihre Indexe falsch sortiert werden. (Das kann passieren, wenn Sie MySQL installieren, ein paar Tabellen erzeugen und danach MySQL rekonfigurieren, so dass es einen anderen Zeichensatz benutzt, und dann neu installieren.)

    Mit der Option --with-extra-charset=LIST können Sie zusätzliche Zeichensätze definieren, die in den Server einkompiliert werden sollen.

    Hierbei ist LIST entweder eine Liste eines Zeichensatzes, die durch Leerzeichen getrennt ist, oder complex, um alle Zeichen einzuschließen, die nicht dynamisch geladen werden können, oder all, um alle Zeichensätze in die Binärdateien einzuschließen.

  • Um MySQL mit Debug-Code zu konfigurieren, benutzen Sie die --with-debug-Option:

    shell> ./configure --with-debug
    

    Das bewirkt, dass eine sichere Speicherzuweisung (Memory Allocator) eingeschlossen wird, die einige Fehler finden kann und die Ausgaben liefert, was passiert ist. See Abschnitt D.1, „Einen MySQL-Server debuggen“.

  • Wenn Ihre Client-Programme Threads benutzen, müssen Sie zusätzlich eine Thread-sichere Version der MySQL-Client-Bibliothek mit der --enable-Thread-safe-client-configure-Option kompilieren. Hierdurch wird eine libmysqlclient_r-Bibliothek angelegt, mit der Sie Ihre threaded Applikationen linken können. See Abschnitt 9.4.8, „Wie man einen threaded Client herstellt“.

  • Optionen, die zu bestimmten Systemen gehören, finden sich im systemspezifischen Abschnitt dieses Handbuchs. See Abschnitt 3.2.2, „Betriebssysteme, die von MySQL unterstützt werden“.

3.3.4. Installation vom Entwicklungs-Source-Tree

VORSICHT: Sie sollten diesen Abschnitt nur lesen, wenn Sie daran interessiert sind, uns beim Testen von neuem Code zu helfen. Wenn Sie nur wollen, dass MySQL auf Ihrem System läuft, sollten Sie eine Standard-Distribution wählen (entweder eine Quell- oder eine Binärdistribution).

Um unseren aktuellsten Entwicklungs-Source-Tree zu bekommen, folgen Sie diesen Anweisungen:

  1. Laden Sie BitKeeper von http://www.bitmover.com/cgi-bin/download.cgi herunter. Sie benötigen Bitkeeper 2.0 oder neuer, um auf unser Repository zuzugreifen.

  2. Folgen Sie den Anweisungen, um BitKeeper zu installieren.

  3. Nachdem BitKeeper installiert ist, benutzen Sie diesen Befehl, um den MySQL-3.23-Branch zu klonen:

    shell> bk clone bk://mysql.bkbits.net/mysql-3.23 mysql-3.23
    

    Um den 4.0-Branch zu klonen, benutzen Sie statt dessen diesen Befehl:

    shell> bk clone bk://mysql.bkbits.net/mysql-4.0 mysql-4.0
    

    Um den 4.1-Branch zu klonen, benutzen Sie statt dessen diesen Befehl:

    shell> bk clone bk://mysql.bkbits.net/mysql-4.1 mysql-4.1
    

    Um den 5.0-Branch zu klonen, benutzen Sie statt dessen diesen Befehl:

    shell> bk clone bk://mysql.bkbits.net/mysql-5.0 mysql-5.0
    

    Das erstmalige Herunterladen des Source-Trees kann eine Weile dauern, abhängig von Ihrer Verbindungsgeschwindigkeit. Bitte Geduld.

  4. Sie brauchen GNU autoconf, automake, libtool und m4, um die nächsten Befehle auszuführen. Wenn Sie in diesem Stadium seltsame Fehler erhalten, überprüfen Sie bitte, ob Sie wirklich libtool installiert haben!

    shell> cd mysql
    shell> bk -r edit
    shell> aclocal; autoheader; autoconf;  automake;
    shell> ./configure  # Geben Sie hier Ihre Lieblingsoptionen an
    shell> make
    

    Eine Sammlung unserer Standard-configure-Skripts befindet sich im BUILD/ Unterverzeichnis. Wenn Sie faul sind, können Sie BUILD/compile-pentium-debug benutzen. Um für unterschiedliche Architekturen zu kompilieren, ändern Sie das Skript ab und entfernen die Flags, die Pentium-spezifisch sind.

  5. Wenn der Build fertig ist, lassen Sie make install laufen. Seien Sie damit vorsichtig auf Produktionsmaschinen, denn dieser Befehl kann Ihre Live-Release-Installation überschreiben! Wenn Sie eine weitere Installation von MySQL haben, empfehlen wir, dass Sie ./configure mit anderen Werten für die prefix-, tcp-port- und unix-socket-path-Optionen ausführen als die, die für Ihren Produktionsserver benutzt werden.

  6. Spielen Sie reichlich mit Ihrer neuen Installation herum und versuchen Sie, die neuen Features zum Absturz zu bringen. Fangen Sie an, indem Sie make test laufen lassen. See Abschnitt 10.3.2, „MySQL-Test-Suite“.

  7. Wenn Sie bis zum make-Stadium gekommen sind und die Distribution sich nicht kompilieren läßt, berichten Sie das bitte an . Wenn Sie die letzten Versionen der erforderlichen GNU-Werkzeuge installiert haben und sie abstürzen, wenn Sie versuchen, Ihre Konfigurationsdateien zu verarbeiten, berichten Sie das bitte ebenfalls. Wenn Sie jedoch aclocal und einen Befehl nicht gefunden-Fehler erhalten, berichten Sie diesen nicht. Stellen Sie statt dessen sicher, dass alle notwendigen Werkzeuge installiert sind und dass Ihre PATH-Variable korrekt gesetzt ist, damit Ihre Shell diese finden kann.

  8. Nach der erstmaligen bk clone-Operation, um den Source-Tree zu erhalten, sollten Sie in regelmäßigen Abständen bk pull laufen lassen, um Aktualisierungen zu erhalten.

  9. Sie erhalten die Änderungen-Geschichte (Change History) des Trees mit allen Diffs, indem Sie bk sccstool benutzen. Wenn Sie seltsame Diffs sehen oder Code, zu dem Sie Fragen haben, zögern Sie nicht, uns eine E-Mail an zu schicken. Auch wenn Sie meinen, eine bessere Idee zu haben, wie etwas gemacht werden sollte, schicken Sie uns eine E-Mail an dieselbe Adresse, mit einem Patch. bk diffs erzeugt ein Patch für Sie, nachdem Sie Änderungen am Quellcode durchgeführt haben. Wenn Sie keine Zeit haben, Ihre Idee zu kodieren, schicken Sie einfach eine Beschreibung.

  10. BitKeeper hat ein nettes Hilfe-Dienstprogramm, auf das Sie über bk helptool zugreifen können.

3.3.5. Probleme beim Kompilieren?

Alle MySQL-Programme lassen sich sauber ohne Warnungen auf Solaris mit gcc kompilieren. Auf anderen Systemen können Warnungen wegen Unterschieden in System-Include-Dateien auftreten. Siehe Abschnitt 3.3.6, „Anmerkungen zu MIT-pThreads“ wegen Warnungen, die auftreten können, wenn Sie MIT-pThreads verwenden. Wegen anderer Probleme sehen Sie bitte in der unten stehenden Liste nach.

Die Lösung für viele Probleme beinhaltet Rekonfigurieren. Wenn Sie rekonfigurieren müssen, beachten Sie Folgendes:

  • Wenn configure laufen gelassen wird, nachdem es schon einmal lief, benutzt es möglicherweise Informationen, die bei vorherigen Aufrufen gesammelt wurden. Diese Information wird in der Datei config.cache gespeichert. Wenn configure startet, sucht es diese Datei und liest ihren Inhalt, wenn sie existiert, unter der Annahme, dass diese Information immer noch stimmt. Diese Annahme ist falsch, wenn Sie rekonfigurieren.

  • Immer, wenn Sie configure laufen lassen, müssen Sie auch make laufen lassen, um erneut zu kompilieren. Sie werden jedoch einige alte Objektdateien vorheriger Builds entfernen wollen, denn diese wurden mit anderen Konfigurationsoptionen kompiliert.

Um zu verhindern, dass alte Konfigurationsinformationen oder Objektdateien benutzt werden, geben Sie vor dem erneuten Aufruf von configure folgende Befehle ein:

shell> rm config.cache
shell> make clean

Alternativ können Sie auch make distclean laufen lassen.

Die unten stehende Liste beschreibt einige der Probleme, die beim Kompilieren von MySQL am häufigsten auftreten:

  • Wenn Sie Probleme beim Kompilieren von sql_yacc.cc erhalten, die den unten gezeigten ähneln, haben Sie wahrscheinlich keinen Arbeitsspeicher oder Swap-Platz (Auslagerungsdatei) mehr.

    Internal compiler error: Programm cc1plus got fatal signal 11
      oder
    Out of virtual memory
      oder
    Virtual memory exhausted
    

    Das Problem liegt darin, dass gcc riesige Mengen von Arbeitsspeicher benötigt, um sql_yacc.cc mit Inline-Funktionen zu kompilieren. Versuchen Sie, configure mit der --with-low-memory-Option auszuführen:

    shell> ./configure --with-low-memory
    

    Diese Option veranlasst, dass -fno-inline zur Kompilierzeile hinzugefügt wird, wenn Sie gcc benutzen, bzw. -O0, wenn Sie etwas anderes benutzen. Sie sollten die --with-low-memory-Option selbst dann benutzen, wenn Sie glauben, so viel Arbeitsspeicher und Swap-Platz zu haben, dass Ihnen diese unmöglich ausgehen können. Das Problem wurde selbst auf Systemen mit großzügiger Hardware-Ausstattung beobachtet, und die --with-low-memory-Option behebt es üblicherweise.

  • Vorgabemäßig sucht configure c++ als Kompiler-Namen aus und GNU c++ linkt mit -lg++. Wenn Sie gcc benutzen, kann dieses Verhalten Probleme bei Konfigurationen wie dieser verursachen:

    configure: error: installation oder configuration problem:
    c++ compiler cannot create executables.
    

    Eventuell stoßen Sie beim Kompilieren auch auf Probleme, die mit g++, libg++ oder libstdc++ zu tun haben.

    Eine Ursache dieser Probleme liegt darin, dass Sie kein g++ haben dürfen, oder Sie dürfen g++ haben, aber nicht libg++ oder libstdc++. Schauen Sie in die config.log-Datei! Sie sollten die genaue Ursache enthalten, warum Ihr C++-Kompiler nicht funktioniert! Um dieses Problem zu umgehen, können Sie gcc als Ihren C++-Kompiler benutzen. Versuchen Sie, die Umgebungsvariable CXX auf "gcc -O3" zu setzen. Beispiel:

    shell> CXX="gcc -O3" ./configure
    

    Das funktioniert, weil gcc C++-Quellen genau so gut wie g++ kompiliert, aber vorgabemäßig weder libg++ noch libstdc++ linkt.

    Eine andere Möglichkeit, das Problem zu beheben, besteht natürlich darin, g++, libg++ und libstdc++ zu installieren.

  • Wenn Ihr Kompilieren mit Fehlern wie dem folgenden fehlschlägt, müssen Sie Ihre Version von make auf GNU make aktualisieren:

    making all in mit-pThreads
    make: Fatal error in reader: Makefile, line 18:
    Badly formed macro assignment
      oder
    make:Datei `Makefile' line 18: Must be a separator (:
      oder
    pThread.h: No such file or directory
    

    Von Solaris und FreeBSD ist bekannt, dass sie problembehaftete make-Programme haben.

    GNU make Version 3.75 funktioniert bekanntermaßen.

  • Wenn Sie Flags definieren wollen, die von Ihrem C- oder C++-Kompiler benutzt werden, fügen Sie die Flags den CFLAGS- und CXXFLAGS-Umgebungsvariablen hinzu. Sie können auf diese Weise auch die Kompilernamen festlegen, indem Sie CC und CXX benutzen. Beispiel:

    shell> CC=gcc
    shell> CFLAGS=-O3
    shell> CXX=gcc
    shell> CXXFLAGS=-O3
    shell> export CC CFLAGS CXX CXXFLAGS
    

    Siehe Abschnitt 3.2.6, „MySQL-Binärdistributionen, die von MySQL AB kompiliert wurden“: Eine Liste von Flag-Definitionen, die sich auf verschiedenen Systemen als nützlich erwiesen haben.

  • Wenn Sie einen Fehler wie den folgenden erhalten, müssen Sie Ihren gcc-Kompiler aktualisieren:

    client/libmysql.c:273: parse error before `__attribute__'
    

    gcc 2.8.1 funktioniert bekanntermaßen, aber wir empfehlen statt dessen gcc 2.95.2 oder egcs 1.0.3a.

  • Wenn Sie Fehler wie die unten stehenden erhalten, wenn Sie mysqld kompilieren, hat configure den Typ des letzten Arguments für accept(), getsockname() oder getpeername() nicht korrekt erkannt:

    cxx: Error: mysqld.cc, line 645: In this statement, the referenced
         type of the pointer value "&length" is "unsigned long", which
         is not compatible with "int".
    new_sock = accept(sock, (struct sockaddr *)&cAddr, &length);
    

    Um das zu beheben, editieren Sie die config.h-Datei (die von configure angelegt wird). Suchen Sie nach folgenden Zeilen:

    /* Define as the base type of the last arg to accept */
    #define SOCKET_SIZE_TYPE XXX
    

    Ändern Sie XXX zu size_t oder int, abhängig von Ihrem Betriebssystem. (Beachten Sie, dass Sie das jedes Mal tun müssen, wenn Sie configure laufen lassen, weil configure die Datei config.h neu erzeugt.)

  • Die sql_yacc.cc-Datei wird von sql_yacc.yy erzeugt. Normalerweise muss der Build-Prozess keine sql_yacc.cc erzeugen, weil MySQL schon mit einer fertig erzeugten Kopie daher kommt. Wenn Sie sie jedoch neu erzeugen müssen, könnten Sie folgenden Fehler erhalten:

    "sql_yacc.yy", line xxx fatal: default action causes potential...
    

    Das ist ein Indiz dafür, dass Ihre Version von yacc fehlerhaft ist. Sie müssen statt dessen wahrscheinlich bison (die GNU-Version von yacc) installieren und benutzen.

  • Wenn Sie mysqld oder einen MySQL-Client debuggen wollen, lassen Sie configure mit der --with-debug-Option laufen. Kompilieren Sie danach neu und linken Sie Ihre Clients mit der neuen Client-Bibliothek. See Abschnitt D.2, „Einen MySQL-Client debuggen“.

3.3.6. Anmerkungen zu MIT-pThreads

Dieser Abschnitt beschreibt einige der Themen im Zusammenhang mit MIT-pThreads.

Beachten Sie, dass Sie auf Linux KEINE MIT-pThreads benutzen, sondern statt dessen LinuxThreads installieren sollten! See Abschnitt 3.6.1, „Linux (alle Linux-Versionen)“.

Wenn Ihr System keine native Thread-Unterstützung bietet, müssen Sie MySQL unter Verwendung des MIT-pThread-Pakets bauen. Das betrifft ältere FreeBSD-Systeme, SunOS 4.x, Solaris 2.4 und früher und einige andere. See Abschnitt 3.2.2, „Betriebssysteme, die von MySQL unterstützt werden“.

  • Auf den meisten Systemen können Sie die Benutzung von erzwingen, indem Sie configure mit der --with-mit-Threads-Option laufen lassen:

    shell> ./configure --with-mit-threads
    

    Wenn Sie MIT-pThreads benutzen, wird das Bauen (Building) in ein Nicht-Quellcode-Verzeichnis nicht unterstützt, weil wir die Änderungen an diesem Code minimal halten wollen.

  • Die Überprüfungen, die festlegen, ob MIT-pThreads benutzt werden sollten oder nicht, finden nur in dem Teil des Konfigurationsprozesses statt, der mit dem Server-Code zu tun hat. Wenn Sie die Distribution mit --without-server konfigurieren, um nicht den Client-Code zu bauen, wissen die Clients nicht, ob sie MIT-pThreads benutzen sollen oder nicht und werden vorgabemäßig Unix-Socket-Verbindungen benutzen. Weil Unix-Sockets unter MIT-pThreads nicht laufen, heißt das, dass Sie -h oder --host benutzen müssen, wenn Sie Client-Programme laufen lassen.

  • Wenn MySQL so kompiliert wird, dass es MIT-pThreads benutzt, wird System-Sperren (System Locking) vorgabemäßig aus Performance-Gründen ausgeschaltet. Mit der --use-locking-Option können Sie dem Server mitteilen, System-Sperren zu benutzen.

  • Manchmal schlägt der pThread-bind()-Befehl fehl und bindet nicht an ein Socket, ohne jede Fehlermeldung (zumindest auf Solaris). Als Ergebnis schlagen alle Verbindungen zum Server fehl. Beispiel:

    shell> mysqladmin version
    mysqladmin: connect to server at '' failed;
    error: 'Can't connect to mysql server on localhost (146)'
    

    Die Lösung besteht darin, den mysqld-Server zu killen und neu zu starten. Uns ist das nur dann passiert, wenn wir den Server gezwungen haben, herunter zu fahren und sofort danach einen Neustart durchgeführt haben.

  • Bei MIT-pThreads läßt sich der sleep()-Systemaufruf nicht mit SIGINT (break) unterbrechen. Das merken Sie nur, wenn Sie mysqladmin --sleep ausführen. Sie müssen dann warten, bis der sleep()-Aufruf beendet wurde, bevor die Unterbrechungsanforderung (Interrupt) bedient wird und der Prozess anhält.

  • Wenn Sie linken, erhalten Sie möglicherweise Warnmeldungen wie diese (zumindest auf Solaris). Sie können sie ignorieren:

    ld: warning: symbol `_iob' hat differing sizes:
        (file /my/local/pThreads/lib/libpThread.a(findfp.o) value=0x4;
    file /usr/lib/libc.so value=0x140);
        /my/local/pThreads/lib/libpThread.a(findfp.o) definition taken
    ld: warning: symbol `__iob' hat differing sizes:
        (file /my/local/pThreads/lib/libpThread.a(findfp.o) value=0x4;
    file /usr/lib/libc.so value=0x140);
        /my/local/pThreads/lib/libpThread.a(findfp.o) definition taken
    
  • Einige weitere Warnungen können ebenfalls ignoriert werden:

    implicit declaration of function `int strtoll(...)'
    implicit declaration of function `int strtoul(...)'
    
  • Wir haben es bislang nicht geschafft, readline mit MIT-pThreads zum Laufen zu bringen. (Das wird zwar nicht benötigt, mag aber für einige interessant sein.)

3.3.6.1. Vorbereitung der Windows-Umgebung

3.3.7. Windows-Quelldistribution

Sie benötigen folgendes:

MySQL bauen

  1. Erzeugen Sie ein Arbeitsverzeichnis (z. B. workdir).

  2. Entpacken Sie die Quelldistribution in dieses Verzeichnis.

  3. Starten Sie den VC++-6.0-Kompiler.

  4. Wählen Sie im File-Menü Open Workspace.

  5. Öffnen Sie den mysql.dsw-Workspace, den Sie im Arbeitsverzeichnis finden.

  6. Wählen Sie im Build-Menü das Set Active Configuration- Menü.

  7. Wählen Sie mysqld - Win32 Debug und klicken Sie auf OK.

  8. Drücken Sie F7, um mit dem Bauen des Debug-Servers, der Bibliotheken und einiger Client-Applikationen zu beginnen.

  9. Wenn das Kompilieren beendet ist, kopieren Sie die Bibliotheken und die ausführbaren Dateien in ein separates Verzeichnis.

  10. Kompilieren Sie die Release-Versionen, die Sie haben wollen, auf dieselbe Art.

  11. Erzeugen Sie das Verzeichnis für die MySQL-Dateien, z. B. c:\mysql.

  12. Kopieren Sie aus dem Arbeitsverzeichnis folgende Verzeichnisse in das c:\mysql-Verzeichnis:

    • Data

    • Docs

    • Share

  13. Erzeugen Sie das Verzeichnis c:\mysql\bin und kopieren Sie alle Server und Clients, die Sie vorher kompiliert haben, hinein.

  14. Wenn Sie wollen, können Sie auch das lib-Verzeichnis erzeugen und die vorher kompilierten Bibliotheken hinein kopieren.

  15. Führen Sie mit Visual Studio ein Clean durch.

Konfigurieren und starten Sie den Server auf dieselbe Weise wie bei der Windows-Binärdistribution. See Abschnitt 3.3.6.1, „Vorbereitung der Windows-Umgebung“.

3.4. Einstellungen und Tests nach der Installation

Wenn Sie MySQL erst einmal installiert haben (aus einer Binär- oder einer Quelldistribution), müssen Sie die Berechtigungstabellen (Grant Tables) initialisieren, den Server starten und sicherstellen, dass der Server korrekt funktioniert. Eventuell wollen Sie auch einrichten, dass der Server automatisch gestartet und angehalten wird, wenn Ihr System startet oder herunter gefahren wird.

Normalerweise installieren Sie die Berechtigungstabellen und starten den Server wie folgt: Bei der Installation einer Quelldistribution:

shell> ./scripts/mysql_install_db
shell> cd mysql_installations_verzeichnis
shell> ./bin/safe_mysqld --user=mysql &

Bei einer Binärdistribution (nicht RPM- oder pkg-Pakete) tun Sie folgendes:

shell> cd mysql_installations_verzeichnis
shell> ./bin/mysql_install_db
shell> ./bin/safe_mysqld --user=mysql &

Das legt die mysql-Datenbank an, die alle Zugriffsrechte auf Datenbanken enthält, die test-Datenbank, die Sie benutzen können, um MySQL zu testen und zusätzlich Berechtigungseinträge für den Benutzer, der mysql_install_db ausführt sowie einen root-Benutzer (ohne Passworte!). Durch den letzten Befehl wird der mysqld-Server gestartet.

mysql_install_db überschreibt keine alten Berechtigungstabellen, deshalb sollte es unter allen Umständen sicher sein. Wenn Sie die test-Datenbank nicht haben wollen, können Sie sie mit mysqladmin -u root drop test entfernen.

Am einfachsten läßt sich das Durchtesten vom obersten Verzeichnis der MySQL-Distribution durchführen. Bei einer Binärdistribution ist das Ihr Installationsverzeichnis (üblicherweise etwas wie /usr/local/mysql). Bei einer Quelldistribution ist es das Hauptverzeichnis Ihres MySQL-Source-Trees.

In den unten dargestellten Befehlen dieses Abschnitts und der folgenden Unterabschnitte ist BINDIR der Pfad zu dem Speicherort, wo Programme wie mysqladmin und safe_mysqld installiert sind. Bei einer Binärdistribution ist das bin-Verzeichnis innerhalb der Distribution. Bei einer Quelldistribution ist BINDIR wahrscheinlich /usr/local/bin, es sei denn, Sie haben ein anderes Installationsverzeichnis als /usr/local angegeben, als Sie configure laufen ließen. EXECDIR ist der Speicherort, in dem der mysqld-Server installiert ist. Bei einer Binärdistribution ist das derselbe wie BINDIR. Bei einer Quelldistribution ist EXECDIR wahrscheinlich /usr/local/libexec.

Das Durchtesten wird im Folgenden detailliert beschrieben.

  1. Falls notwendig, starten Sie den mysqld-Server und richten die anfänglichen MySQL-Berechtigungstabellen ein, die alle Zugriffsrechte enthalten, die festlegen, wie sich Benutzer mit dem Server verbinden dürfen. Das wird normalerweise mit dem mysql_install_db-Skript gemacht:

    shell> scripts/mysql_install_db
    

    Typischerweise müssen Sie mysql_install_db nur laufen lassen, wenn Sie MySQL zum ersten Mal installieren. Wenn Sie eine existierende Installation aktualisieren (Update), können Sie deshalb diesen Schritt überspringen. (mysql_install_db ist jedoch ziemlich sicher und aktualisiert keine bereits existierenden Tabellen, daher können Sie im Zweifel immer mysql_install_db laufen lassen.)

    mysql_install_db erzeugt sechs Tabellen (user, db, host, tables_priv, columns_priv und func) in der mysql-Datenbank. Eine Beschreibung der anfänglichen Zugriffsrechte wird in Abschnitt 5.2.5, „Wie das Berechtigungssystem funktioniert“ festgelegt. Kurz gesagt erlauben diese Zugriffsrechte dem MySQL-Benutzer root, alles zu tun, und jedem, Datenbanken anzulegen oder zu benutzen, deren Name 'test' ist oder mit 'test_' beginnt.

    Wenn Sie die Zugriffsberechtigungstabellen (Grant Tables) nicht einrichten, wird folgender Fehler in der Logdatei erscheinen, wenn Sie den Server starten:

    mysqld: Can't find file: 'host.frm'
    

    Dasselbe kann auch bei einer MySQL-Binärdistribution passieren, wenn Sie MySQL nicht mit exakt ./bin/safe_mysqld starten! See Abschnitt 5.7.2, „safe_mysqld, der Wrapper um mysqld“.

    Eventuell müssen Sie mysql_install_db als root laufen lassen. Wenn Sie wollen, können Sie jedoch den MySQL-Server als unprivilegierter (non-root)-Benutzer laufen lassen, vorausgesetzt, dieser Benutzer darf Dateien im Datenbank-Verzeichnis lesen und schreiben. Anweisungen, wie Sie MySQL als unprivilegierter Benutzer laufen lassen können, finden Sie in Abschnitt 5.3.3, „Wann Berechtigungsänderungen wirksam werden“.

    Wenn Sie Probleme mit mysql_install_db bekommen, sehen Sie bitte unter Abschnitt 3.4.1, „Probleme mit mysql_install_db nach.

    Es gibt eine Reihe von Alternativen zum Laufenlassen des mysql_install_db-Skripts, was mit der MySQL-Distribution mitgeliefert wird:

    • Sie können mysql_install_db editieren, bevor Sie es laufen lassen, um die anfänglichen Zugriffsrechte zu ändern, die in die Rechtetabellen installiert werden. Das ist nützlich, wenn Sie MySQL auf einer großen Zahl von Maschinen mit denselben Zugriffsrechten installieren wollen. In diesem Fall müssen Sie wahrscheinlich nur ein paar zusätzliche INSERT-Statements für die mysql.user- und mysql.db-Tabellen hinzufügen!

    • Wenn Sie Dinge in den Berechtigungstabellen ändern wollen, nachdem diese installiert wurden, lassen Sie mysql_install_db laufen und geben dann den Befehl mysql -u root mysql ein, um sich als MySQL-root-Benutzer mit den Berechtigungstabellen zu verbinden. Danach können Sie SQL-Statements eingeben, um die Tabellen direkt zu verändern.

    • Es ist möglich, die Berechtigungstabellen komplett neu zu erzeugen, nachdem Sie angelegt wurden. Das werden Sie zum Beispiel tun wollen, wenn Sie die Tabellen bereits angelegt haben, Sie nun aber neu anlegen wollen, weil Sie mysql_install_db editiert haben.

    Zu weiteren Informationen über diese Alternativen siehe Abschnitt 5.2, „Allgemeine Sicherheitsthemen und das MySQL-Zugriffsberechtigungssystem“.

  2. Starten Sie den MySQL-Server wie folgt:

    shell> cd mysql_installations_verzeichnis
    shell> bin/safe_mysqld &
    

    Wenn Sie Probleme haben, den Server zu starten, sehen Sie unter Abschnitt 3.4.2, „Probleme mit dem Start des MySQL-Servers“ nach.

  3. Benutzen Sie mysqladmin, um sicherzustellen, dass der Server läuft. Die folgenden Befehle sind ein einfacher Test, um zu überprüfen, ob der Server läuft und auf Verbindungen reagiert:

    shell> BINDIR/mysqladmin version
    shell> BINDIR/mysqladmin variables
    

    Die Ausgabe von mysqladmin version kann geringfügig variieren, abhängig von Ihrer Plattform und der Version von MySQL, sollte aber etwa wie folgt aussehen:

    shell> BINDIR/mysqladmin version
    mysqladmin  Ver 8.14 Distrib 3.23.32, for linux on i586
    Copyright (C) 2000 MySQL AB & MySQL Finnland AB & TCX DataKonsult AB
    This software comes mit ABSOLUTELY NO WARRANTY. This ist free software,
    und you are welcome to modify und redistribute it under the GPL license
    
    Server version          3.23.32-debug
    Protokoll version        10
    Connection              Localhost via Unix socket
    TCP port                3306
    UNIX socket             /tmp/mysql.sock
    Uptime:                 16 sec
    
    Threads: 1  Questions: 9  Slow queries: 0  Opens: 7  Flush tables: 2  Open tables: 0 Queries per second avg: 0.000  Memory in use: 132K  Max memory used: 16773K
    

    Um ein Gefühl dafür zu bekommen, was Sie sonst noch mit BINDIR/mysqladmin tun können, rufen Sie es mit der --help-Option auf.

  4. Stellen Sie sicher, dass Sie den Server herunter fahren können:

    shell> BINDIR/mysqladmin -u root shutdown
    
  5. Stellen Sie sicher, dass Sie den Server erneut starten können. Tun Sie das unter Benutzung von safe_mysqld oder indem Sie mysqld direkt aufrufen. Beispiel:

    shell> BINDIR/safe_mysqld --log &
    

    Wenn safe_mysqld fehlschlägt, versuchen Sie, es vom MySQL-Installationsverzeichnis aus zu starten (falls Sie noch nicht dort sind). Wenn das nicht funktioniert, sehen Sie unter see Abschnitt 3.4.2, „Probleme mit dem Start des MySQL-Servers“ nach.

  6. Lassen Sie ein paar einfache Tests ablaufen um sicherzustellen, dass der Server funktioniert. Die Ausgabe sollte ähnlich der folgenden sein:

    shell> BINDIR/mysqlshow
    +-----------+
    | Databases |
    +-----------+
    | mysql     |
    +-----------+
    
    shell> BINDIR/mysqlshow mysql
    Datenbank: mysql
    +--------------+
    |    Tables    |
    +--------------+
    | columns_priv |
    | db           |
    | func         |
    | host         |
    | tables_priv  |
    | user         |
    +--------------+
    
    shell> BINDIR/mysql -e "select host,db,user from db" mysql
    +------+--------+------+
    | host | db     | user |
    +------+--------+------+
    | %    | test   |      |
    | %    | test_% |      |
    +------+--------+------+
    

    Zusätzlich gibt es eine Benchmark-Suite im sql-bench-Verzeichnis (unterhalb des MySQL-Installationsverzeichnisses), die Sie benutzen können, um die Leistungsdaten von MySQL auf verschiedenen Plattformen zu vergleichen. Das sql-bench/Results-Verzeichnis enthält die Ergebnisse vieler Testläufe mit verschiedenen Datenbanken und Plattformen. Um alle Tests durchzuführen, geben Sie folgende Befehle ein:

    shell> cd sql-bench
    shell> run-all-tests
    

    Wenn Sie kein sql-bench-Verzeichnis haben, benutzen Sie wahrscheinlich ein RPM für eine Binärdistribution. (Quelldistributions-RPMs beinhalten das Benchmark-Verzeichnis.) In diesem Fall müssen Sie die Benchmark-Suite zuerst installieren, bevor Sie sie benutzen können. Ab MySQL Version 3.22 gibt es Benchmark-RPM-Dateien, die mysql-bench-VERSION-i386.rpm benannt sind, die Benchmark-Code und Daten enthalten.

    Wenn Sie eine Quelldistribution haben, können Sie auch die Tests im tests-Unterverzeichnis ausführen. Um beispielsweise auto_increment.tst auszuführen, geben Sie folgendes ein:

    shell> BINDIR/mysql -vvf test < ./tests/auto_increment.tst
    

    Die Ergebnisse stehen dann in der ./tests/auto_increment.res-Datei.

3.4.1. Probleme mit mysql_install_db

Der Zweck des mysql_install_db-Skripts ist, neue MySQL-Berechtigungstabellen zu erzeugen. Es betrifft keine anderen Daten! Es tut nichts, wenn Sie bereits MySQL-Berechtigungstabellen installiert haben!

Wenn Sie Ihre Berechtigungstabellen neu erzeugen wollen, sollten Sie den mysqld-Server herunter fahren, falls er läuft, und dann etwas Ähnliches wie folgendes tun:

mv mysql-data-verzeichnis/mysql mysql-data-verzeichnis/mysql-old
mysql_install_db

Dieser Abschnitt listet Probleme auf, denen Sie vielleicht begegnen, wenn Sie mysql_install_db laufen lassen:

  • mysql_install_db installiert die Berechtigungstabellen nicht.

    Eventuell stellen Sie fest, dass mysql_install_db bei der Installations der Berechtigungstabellen fehlschlägt und mit folgenden Meldungen endet:

    starting mysqld daemon with databases from XXXXXX
    mysql daemon ended
    

    In diesem Fall sollten Sie einen gründlichen Blick in die Log-Datei werfen! Diese sollte sich im Verzeichnis XXXXXX befinden, das in der Fehlermeldung ausgegeben wird, und sollte anzeigen, warum mysqld nicht startete. Wenn Sie nicht verstehen, was passiert ist, schicken Sie einen Bug-Bericht inklusive Log. Benutzen Sie hierfür mysqlbug! See Abschnitt 2.6.2.3, „Wie man Bugs oder Probleme berichtet“.

  • Es läuft bereits ein mysqld-Daemon.

    In diesem Fall müssen Sie wahrscheinlich mysql_install_db überhaupt nicht starten. Sie müssen mysql_install_db nur einmal starten, und zwar, wenn Sie MySQL zum ersten Mal installieren.

  • Die Installation eines zweiten mysqld-Daemons schlägt fehl,

    wenn bereits ein Daemon läuft.

    Das kann vorkommen, wenn Sie bereits eine existierende MySQL-Installation haben, aber eine neue Installation an einem anderen Speicherort unterbringen wollen (zum Beispiel für Testzwecke, oder vielleicht wollen Sie auch einfach zwei Installationen zugleich laufen lassen. Im Allgemeinen ist der Grund für das Problem, wenn Sie versuchen, den zweiten Server laufen zu lassen, dass der zweite Server versucht, denselben Socket und Port wie der alte zu benutzen. In diesem Fall erhalten Sie als Fehlermeldung: Can't start server: Bind on TCP/IP port: Address already in use oder Can't start server : Bind on unix socket.... See Abschnitt 5.1.4, „Viele MySQL-Server auf derselben Maschine laufen lassen“.

  • Sie haben keinen Schreibzugriff auf /tmp.

    Wenn Sie keinen Schreibzugriff haben, um eine Socket-Datei am vorgabemäßigen Ort anzulegen (in /tmp) oder keine Berechtigung, um temporäre Dateien in /tmp anzulegen, erhalten Sie einen Fehler, wenn Sie mysql_install_db laufen lassen oder starten oder wenn Sie mysqld benutzen.

    So können Sie einen anderen Socket und ein anderes temporäres Verzeichnis festlegen:

    shell> TMPDIR=/irgendein_temporaeres_verzeichnis/
    shell> MYSQL_UNIX_PORT=/irgendein_temporaeres_verzeichnis/mysqld.sock
    shell> export TMPDIR MYSQL_UNIX_PORT
    

    See Abschnitt A.4.5, „Wie Sie die MySQL-Socket-Datei /tmp/mysql.sock schützen oder ändern“.

    irgendein_temporaeres_verzeichnis sollte der Pfad zu einem Verzeichnis sein, für das Sie Schreibberechtigung haben. See Anhang E, Umgebungsvariablen.

    Danach sollten Sie in der Lage sein, mysql_install_db laufen zu lassen und den Server zu starten, und zwar mit folgenden Befehlen:

    shell> scripts/mysql_install_db
    shell> BINDIR/safe_mysqld &
    

  • mysqld stürzt sofort ab

    Wenn Sie RedHat Version 5.0 mit einer Version von glibc laufen lassen, die älter als 2.0.7-5 ist, sollten Sie sicherstellen, dass Sie alle glibc-Patches installiert haben! Darüber gibt es jede Menge Informationen in den MySQL-Mail-Archiven. Links zu den Mail-Archiven finden Sie online unter http://www.mysql.com/documentation/. Siehe auch Abschnitt 3.6.1, „Linux (alle Linux-Versionen)“.

    Sie können mysqld auch manuell starten, dabei die --skip-grant-tables-Option benutzen und dann die Berechtigungsinformationen selbst mit mysql eintragen:

    shell> BINDIR/safe_mysqld --skip-grant-tables &
    shell> BINDIR/mysql -u root mysql
    

    Von mysql aus geben Sie die SQL-Befehle ein, die in mysql_install_db stehen. Stellen Sie sicher, dass Sie danach mysqladmin flush-privileges oder mysqladmin reload laufen lassen, um dem Server mitzuteilen, die Berechtigungstabellen neu zu laden.

3.4.2. Probleme mit dem Start des MySQL-Servers

Wenn Sie Tabellen einsetzen werden, die Transaktionen unterstützen (InnoDB, BDB), sollten Sie zuerst eine my.cnf-Datei anlegen und die Startoptionen für die Tabellentypen setzen, die Sie einsetzen wollen. See Kapitel 8, MySQL-Tabellentypen.

Im allgemeinen starten Sie den mysqld-Server auf eine der drei folgenden Weisen:

  • Indem Sie mysql.server aufrufen. Dieses Skript wird hauptsächlich beim Systemstart und -herunterfahren eingesetzt. Es wird ausführlicher in Abschnitt 3.4.3, „MySQL automatisch starten und anhalten“ beschrieben.

  • Indem Sie safe_mysqld aufrufen. Dieses Skript versucht die korrekten Optionen für mysqld festzustellen und läßt den Server dann mit diesen Optionen laufen. See Abschnitt 5.7.2, „safe_mysqld, der Wrapper um mysqld“.

  • Auf Windows NT sollten Sie mysqld wie folgt als Systemdienst starten:

    bin\mysqld-nt --install               # MySQL als Systemdienst installieren
    

    Jetzt können Sie mysqld wie folgt starten / anhalten:

    NET START mysql
    NET STOP mysql
    

    Beachten Sie, dass Sie in diesem Fall keine weiteren Optionen für mysqld benutzen können!

    Sie können den Systemdienst wie folgt entfernen:

    bin\mysqld-nt --remove                # MySQL als Systemdienst entfernen
    

  • Indem Sie mysqld direkt aufrufen.

Wenn der mysqld-Daemon hoch fährt, wechselt er in das Daten-Verzeichnis. Dort erwartet er, Log-Dateien und die (process ID)-Datei schreiben zu können. Ebenfalls erwartet er dort, Datenbanken zu finden.

Der Speicherort des Daten-Verzeichnisses wird zum Zeitpunkt des Kompilierens der Distribution fest verdrahtet. Wenn mysqld jedoch erwartet, das Daten-Verzeichnis irgendwo sonst als an der Stelle zu finden, wo es auf Ihrem System tatsächlich ist, funktioniert er nicht richtig. Wenn Sie Probleme mit fehlerhaften Pfaden haben, können Sie durch den Aufruf von mysqld mit der --help-Option herausfinden, welche Optionen mysqld erlaubt und was die vorgabemäßigen Pfad-Einstellung sind. Sie können die Vorgaben überschreiben, indem Sie die korrekten Pfadnamen als Kommandozeilen-Argumente für mysqld festlegen. (Diese Optionen können auch bei safe_mysqld benutzt werden.)

Normalerweise sollte es lediglich nötig sein, mysqld das Basis-Verzeichnis mitzuteilen, wo MySQL installiert ist. Das können Sie mit der Option --basedir machen. Zusätzlich können Sie --help benutzen, um die Auswirkung der Pfadänderungsoptionen zu überprüfen (beachten Sie, dass --help die letzte Option des mysqld-Befehls wein muss. Beispiel:

shell> EXECDIR/mysqld --basedir=/usr/local --help

Wenn Sie die Pfadeinstellungen erst einmal festgelegt haben, die Sie wollen, starten Sie den Server ohne die --help-Option.

Mit welcher Methode auch immer Sie den Server starten: Wenn er nicht korrekt hoch fährt, untersuchen Sie die Log-Datei, um zu sehen, ob Sie den Grund dafür herausfinden können. Log-Dateien liegen im Daten-Verzeichnis (typischerweise /usr/local/mysql/data bei einer Binärdistribution, /usr/local/var bei einer Quelldistribution und \mysql\data\mysql.err unter Windows). Suchen Sie im Daten-Verzeichnis nach Dateien mit Namen der Form host_name.err und host_name.log, wobei host_name der Name Ihres Server-Hosts ist. Sehen Sie in den letzten paar Zeilen dieser Dateien nach:

shell> tail host_name.err
shell> tail host_name.log

Wenn Sie etwas wie das Folgende in der Log-Datei finden:

000729 14:50:10  bdb:  Recovery function for LSN 1 27595 failed
000729 14:50:10  bdb:  warning: ./test/t1.db: No such file or directory
000729 14:50:10  Can't init databases

Das bedeutet, dass Sie mysqld nicht mit --bdb-no-recover gestartet haben und Berkeley DB findet, dass etwas mit seinen Log-Dateien nicht in Ordnung ist, als es versuchte, Ihre Datenbanken wiederherzustellen. Um weitermachen zu können, sollten Sie alle alten Berkeley-DB-Log-Dateien aus dem Datenbankverzeichnis an eine andere Stelle verschieben, wo Sie sie später untersuchen können. Die Log-Dateien sind wie log.0000000001 benannt, wobei die Nummer im Zeitablauf hochgezählt wird.

Wenn Sie mysqld mit BDB-Tabellenunterstützung laufen lassen und mysqld beim Start einen Speicherauszug (Core Dump) liefert, könnte das an Problemen mit den BDB-Wiederherstellungs-Logs liegen. In diesem Fall können Sie versuchen, mysqld mit --bdb-no-recover zu starten. Wenn das hilft, sollten Sie danach alle log.*-Dateien aus dem Daten-Verzeichnis entfernen und versuchen, mysqld erneut zu starten.

Wenn Sie folgenden Fehler bekommen, bedeutet das, dass ein anderes Programm (oder ein anderer mysqld-Server) bereits den TCP/IP-Port oder -Socket benutzt, den mysqld versucht zu benutzen:

Can't start server: Bind on TCP/IP-Port: Address already in use
  oder
Can't start server : Bind on unix socket...

Benutzen Sie ps, um sicherzustellen, dass kein weiterer mysqld-Server läuft. Wenn Sie keinen weiteren Server finden, können Sie den Befehl telnet ihr-host-name tcp-ip-port-nummer eingeben und mehrere Male EINGABE drücken. Wenn Sie keine Fehlermeldung wie telnet: Unable to connect to remote host: Connection refused erhalten, benutzt irgend etwas anderes den TCP/IP-Port, den mysqld versucht zu benutzen. Siehe Abschnitt 3.4.1, „Probleme mit mysql_install_db und Abschnitt 5.1.4, „Viele MySQL-Server auf derselben Maschine laufen lassen“.

Wenn mysqld gerade läuft, können Sie herausfinden, welche Pfadeinstellungen er benutzt, indem Sie folgenden Befehl ausführen:

shell> mysqladmin variables

oder

shell> mysqladmin -h 'ihr-host-name' variables

Wenn safe_mysqld hoch den Server hoch fährt, Sie sich aber nicht mit ihm verbinden können, stellen Sie sicher, dass Sie einen Eintrag wie den folgenden in /etc/hosts haben:

127.0.0.1       localhost

Dieses Problem tritt nur auf Systemen auf, die keine funktionierende Thread-Bibliothek besitzen, und für die MySQL so konfiguriert werden muss, dass es MIT-pThreads benutzt.

Wenn Sie es nicht schaffen, mysqld zu starten, können Sie versuchen, eine Trace-Datei anzulegen, um das Problem zu finden. See Abschnitt D.1.2, „Trace-Dateien erzeugen“.

Wenn Sie InnoDB-Tabellen benutzen, sehen Sie bei den InnoDB-spezifischen Startoptionen nach. See Abschnitt 8.5.2, „Mit InnoDB anfangen - Optionen“.

Wenn Sie BDB-(Berkeley DB)-Tabellen benutzen, sollten Sie sich mit den verschiedenen Startoptionen von BDB vertraut machen. See Abschnitt 8.6.3, „BDB-Startoptionen“.

3.4.3. MySQL automatisch starten und anhalten

Die mysql.server- und safe_mysqld-Skripte können benutzt werden, um den Server automatisch beim Hochfahren des Systems zu starten. mysql.server kann ebenfalls dazu benutzt werden, den Server anzuhalten.

Das mysql.server-Skript kann benutzt werden, um den Server zu starten oder anzuhalten, indem man es mit den start- oder stop-Argumenten aufruft:

shell> mysql.server start
shell> mysql.server stop

mysql.server liegt im share/mysql-Verzeichnis unterhalb des MySQL-Installationsverzeichnisses oder im support-files-Verzeichnis des MySQL-Source-Trees.

Bevor mysql.server den Server startet, wechselt es in das MySQL-Installationsverzeichnis. Dann ruft es safe_mysqld auf. Eventuell müssen Sie mysql.server editieren, wenn Sie eine Binärdistribution haben, die Sie an eine nicht stardardmäßige Stelle installiert haben. Ändern Sie es so ab, dass es in das richtige Verzeichnis wechselt (cd), bevor es safe_mysqld startet. Wenn Sie wollen, dass der Server unter einem bestimmten Benutzer läuft, fügen Sie eine entsprechende user-Zeile zur /etc/my.cnf-Datei hinzu, so wie weiter unten in diesem Abschnitt dargestellt.

mysql.server stop hält den Server an, indem es ihm ein Signal sendet. Sie können den Server auch automatisch herunter fahren, indem Sie mysqladmin shutdown ausführen.

Wenn Sie möchten, können Sie diese Start- und Stop-Befehle an den entsprechenden Stellen Ihrer /etc/rc*-Dateien einfügen, wenn Sie MySQL für Produktions-Applikationen benutzen. Beachten Sie, wenn Sie mysql.server editieren und dann gelegentlich MySQL aktualisieren (Update), dass dann Ihre geänderte Version überschrieben wird. Daher sollten Sie eine Kopie Ihrer editierten Version machen, die Sie erneut installieren können.

Wenn Ihr System /etc/rc.local benutzt, um externe Skripte zu starten, sollten Sie folgendes anhängen:

/bin/sh -c 'cd /usr/local/mysql ; ./bin/safe_mysqld --user=mysql &'

Sie können Optionen für mysql.server in einer globalen /etc/my.cnf-Datei hinzufügen. Eine typische /etc/my.cnf-Datei sieht wie folgt aus:

[mysqld]
datadir=/usr/local/mysql/var
socket=/var/tmp/mysql.sock
port=3306
user=mysql

[mysql.server]
basedir=/usr/local/mysql

Das mysql.server-Skript kennt folgende Optionen: datadir, basedir und pid-file.

Folgende Tabelle zeigt, welche Optionsgruppen jedes der Startskripts aus den Optionsdateien liest:

SkriptOptionsgruppen
mysqldmysqld und server
mysql.servermysql.server, mysqld, und server
safe_mysqldmysql.server, mysqld, und server

See Abschnitt 5.1.2, „my.cnf-Optionsdateien“.

3.5. MySQL aktualisieren (Upgrade / Downgrade)

Sie können die MySQL-form- und data-Dateien jederzeit für verschiedene Versionen auf derselben Architektur benutzen, solange Sie dieselbe Grundversion von MySQL haben. Die aktuelle Grundversion ist 3. Wenn Sie den Zeichensatz ändern, während MySQL läuft (was auch die Sortierreihenfolge betreffen kann), müssen Sie myisamchk -r -q auf alle Tabellen ausführen. Ansonsten könnte es sein, dass Ihre Indexe nicht korrekt sortiert werden.

Wenn Sie vor neuen Versionen zurück schrecken, können Sie Ihren alten mysqld zu etwas wie mysqld-'alte-versions-nummer' umbenennen. Wenn Ihr neuer mysqld dann etwas Unerwartetes tut, können Sie ihn einfach anhalten und mit Ihrem alten mysqld neu starten!

Wenn Sie ein Upgrade vornehmen, sollte Sie natürlich Ihre alten Datenbanken sichern.

Wenn Sie nach einem Upgrade auf Probleme mit neu kompilierten Client-Programmen stoßen, zum Beispiel Commands out of sync oder unerwartete Speicherauszüge (Core Dumps), haben sie wahrscheinlich einen alten Header oder eine alte Bibliotheksdatei benutzt, als Sie die Programme kompilierten. In diesem Fall sollten Sie das Datum Ihrer mysql.h-Datei und libmysqlclient.a-Bibliothek überprüfen, um sicherzustellen, dass sie aus der neuen MySQL-Distribution stammten. Wenn nicht, kompilieren sie Ihre Programme bitte neu!

Wenn Sie Probleme der Art erhalten, dass Ihr neuer mysqld-Server nicht startet oder dass Sie sich nicht ohne Passwort verbinden können, überprüfen Sie, ob Sie nicht etwa noch die alte my.cnf-Datei Ihrer alten Installation haben! Sie können das mit program-name --print-defaults tun. Wenn es irgend etwas anderes als den Programmnamen ausgibt, haben Sie eine aktive my.cnf-Datei, die sich auf die Dinge auswirkt!

Es ist eine gute Idee, die Msql-Mysql-modules-Distribution neu zu bauen und neu zu installieren, wann immer Sie ein neues Release von MySQL installieren, speziell dann, wenn Sie Symptome wie die bemerken, dass alle Ihre DBI-Skripte mit Core-Dumps abbrechen, nachdem Sie MySQL aktualisiert haben.

3.5.1. Upgrade von 3.23 auf Version 4.0

Sie können Ihre alten data-Dateien ohne jede Änderung mit Version 4.0 benutzen. Wenn Sie Ihre Daten eines MySQL-4.0-Servers für einen älteren Server verwenden wollen, müssen Sie mysqldump benutzen.

Alte Clients sollen mit einem Server Version 4.0 ohne jedes Problem funktionieren.

Die folgende Liste stellt dar, auf was Sie aufpassen müssen, wenn Sie auf Version 4.0 aktualisieren (Upgrade):

  • safe_mysqld wurde zu mysqld_safe umbenannt.

  • Die alten C-API-Funktionen mysql_drop_db, mysql_create_db und mysql_connect werden nicht mehr unterstützt, es sei denn, MySQL wird mit USE_OLD_FUNCTIONS kompiliert.

  • Sie sollten TRUNCATE TABLE benutzen, wenn Sie alle Zeilen aus einer Tabelle löschen wollen und Ihnen egal ist, wie viele Zeilen gelöscht wurden. (TRUNCATE TABLE ist schneller als DELETE FROM tabelle).

  • Sie bekommen einen Fehler, wenn Sie ein aktives LOCK TABLES oder eine aktive Transaktion am Laufen haben, wenn Sie versuchen, TRUNCATE TABLE oder DROP DATABASE auszuführen.

  • Sie sollten Ganzzahl-(Integer)-Werte in BIGINT-Spalten benutzen (anstelle von Zeichenketten wie in MySQL 3.23). Man kann immer noch Zeichenketten benutzen, aber die Benutzung von Ganzzahlen ist viel effizienter.

  • Das Format von SHOW OPEN TABLE hat sich geändert.

  • Multithreaded Clients sollten mysql_thread_init() und mysql_thread_end() benutzen. See Abschnitt 9.4.8, „Wie man einen threaded Client herstellt“.

3.5.2. Upgrade von einer Version 3.22 auf 3.23

MySQL-Version 3.23 unterstützt Tabellen des neuen MyISAM-Typs und des alten ISAM-Typs. Sie müssen Ihre alten Tabellen nicht konvertieren, um sie mit Version 3.23 einsetzen zu können. Vorgabemäßig werden alle neuen Tabellen mit dem Typ MyISAM angelegt (es sei denn, Sie starten mysqld mit der --default-table-type=isam-Option). Sie können eine ISAM-Tabelle zu einer MyISAM-Tabelle mit ALTER TABLE tabelle TYPE=MyISAM konvertieren oder mit dem Perl-Skript mysql_convert_table_format.

Clients der Versionen 3.22 und 3.21 funktionieren ohne jedes Problem mit einem Server der Version 3.23.

Die folgende Liste stellt dar, auf was Sie aufpassen müssen, wenn Sie auf Version 3.23 aktualisieren (Upgrade):

  • Alle Tabellen, die den tis620-Zeichensatz benutzen, müssen mit myisamchk -r oder REPAIR TABLE in Ordnung gebracht werden.

  • Wenn Sie ein DROP DATABASE auf eine mit symbolischem Link verknüpfte Datenbank ausführen, werden sowohl der symbolische Links als auch die Datenbank gelöscht. (Das war in Version 3.22 nicht der Fall, weil configure den readlink-Systemaufruf nicht erkannte).

  • OPTIMIZE TABLE funktioniert jetzt nur bei MyISAM-Tabellen. Bei anderen Tabellentypen können Sie ALTER TABLE benutzen, um die Tabelle zu optimieren. Während der Ausführung von OPTIMIZE TABLE wird die Tabelle jetzt vor dem Zugriff anderer Threads gesperrt.

  • Der MySQL-Client mysql wir jetzt vorgabemäßig mit der Option --no-named-commands (-g) gestartet. Diese Option kann mit --enable-named-commands (-G) abgeschaltet werden. Dies kann ein paar Inkompatibilitätsprobleme verursachen, zum Beispiel in SQL-Skripten, die benannte (named) Befehle ohne ein Semikolon! Befehle im Langformat dagegen funktionieren noch auf der ersten Zeile.

    some cases, für Beispiel in SQL Skripts that use named Befehle ohne a semicolon! Long format Befehle still work from the first line.

  • If you are using the german character sort order, you must repair all your Tabellen mit isamchk -r, as we have made some changes in the sort order!

  • The default return type of IF will now depend on both arguments und not only the first argument.

  • AUTO_INCREMENT funktioniert nicht mit negativen Zahlen. Der Grund liegt darin, dass negative Zahlen beim Übergang von -1 auf 0 Probleme verursachen. AUTO_INCREMENT wird jetzt bei MyISAM-Tabellen auf einem niedrigeren Level gehandhabt und ist viel schneller als vorher. Bei MyISAM-Tabellen werden alte Zahlen auch nicht mehr wieder benutzt, selbst wenn Sie einige Zeilen aus der Tabelle löschen.

  • CASE, DELAYED, ELSE, END, FULLTEXT, INNER, RIGHT, THEN und WHEN sind jetzt reservierte Wörter.

  • FLOAT(X) ist jetzt ein echter Fließkomma-Typ und kein Wert mit einer festen Anzahl von Dezimalstellen.

  • Wenn Sie DECIMAL(length,dec) deklarieren, beinhaltet das Längen-Argument nicht mehr den Platz für das Vorzeichen oder den Dezimalpunkt.

  • Eine TIME-Zeichenkette muss jetzt von einem der folgenden Formate sein: [[[DAYS] [H]H:]MM:]SS[.bruchteil] oder [[[[[H]H]H]H]MM]SS[.bruchteil]

  • LIKE vergleicht jetzt Zeichenketten unter Verwendung derselben Vergleichsregeln wie '='. Wenn Sie das alte Verhalten benötigen, können Sie MySQL mit dem CXXFLAGS=-DLIKE_CMP_TOUPPER-Flag kompilieren.

  • REGEXP arbeitet jetzt bei normalen (nicht binären) Zeichenketten unabhängig von der Groß-/Kleinschreibung.

  • Wenn Sie Tabellen prüfen / reparieren, sollten Sie CHECK TABLE oder myisamchk für MyISAM-Tabellen (.MYI) benutzen und isamchk für ISAM-Tabellen (.ISM).

  • Wenn Sie wollen, dass mysqldump-Dateien zwischen MySQL-Version 3.22 und Version 3.23 kompatibel sind, sollten Sie nicht die --opt- oder --full-Option für mysqldump benutzen.

  • Überprüfen Sie Ihre Aufrufe von DATE_FORMAT() und stellen Sie sicher, dass vor jedem Formatierungszeichen ein ‘%’ steht. (Spätere MySQL-Versionen 3.22 ließen diese Syntax zu.)

  • mysql_fetch_fields_direct ist jetzt eine Funktion (es war ein Makro) und gibt einen Zeiger auf MYSQL_FIELD anstelle eines MYSQL_FIELD zurück.

  • mysql_num_fields() kann nicht mehr für ein MYSQL*-Objekt benutzt werden (es ist jetzt eine Funktion, die MYSQL_RES* als Argument nimmt. Sie sollten jetzt statt dessen mysql_field_count() benutzen.

  • In MySQL-Version 3.22 war die Ausgabe von SELECT DISTINCT ... fast immer sortiert. In Version 3.23 müssen Sie GROUP BY oder ORDER BY benutzen, um eine sortierte Ausgabe zu erhalten.

  • SUM() gibt jetzt NULL zurück statt 0, wenn es keine überein stimmenden Zeilen gibt. Das ist in Übereinstimmung mit ANSI-SQL.

  • Ein AND oder OR mit NULL-Werten gibt jetzt NULL anstelle von 0 zurück. Das betrifft hauptsächlich Anfragen, die NOT bei einem AND/OR-Ausdruck wie NOT NULL = NULL benutzen. LPAD() und RPAD() kürzen die Ergebnis-Zeichenkette, wenn sie länger als das Längen-Argument ist.

3.5.3. Upgrade von Version 3.21 auf Version 3.22

Nichts, was die Kompatibilität betrifft, hat sich zwischen Version 3.21 und 3.22 geändert. Die einzige Falle ist die, dass neue Tabellen, die unter Verwendung des DATE-Typs erzeugt werden, die neue Art der Datenspeicherung benutzen. Diese neuen Felder kann man daher nicht von einer alten Version von mysqld ansprechen.

Nachdem Sie MySQL-Version 3.22 installiert haben, starten Sie den neuen Server und lassen dann das mysql_fix_privilege_tables-Skript laufen. Dieses fügt die neuen Zugriffsberechtigungen ein, die Sie benötigen, um den GRANT-Befehl zu benutzen. Wenn Sie das vergessen, erhalten Sie ein Access denied, wenn Sie versuchen, ALTER TABLE, CREATE INDEX oder DROP INDEX zu benutzen. Wenn Ihr MySQL-Root ein Passwort benötigt, müssen Sie dieses als Argument zu mysql_fix_privilege_tables angeben.

Die C-API-Schnittstelle für mysql_real_connect() hat sich geändert. Wenn Sie ein altes Client-Programm haben, das diese Funktion aufruft, müssen Sie eine 0 als neues db-Argument einfügen (oder den Client neu kodieren, so dass er das db-Element für schnellere Verbindungen benutzt). Zusätzlich müssen Sie mysql_init() aufrufen, bevor Sie mysql_real_connect() aufrufen! Diese Änderung wurde durchgeführt, damit die neue mysql_options()-Funktion in der MYSQL-Handler-Struktur Optionen speichern kann.

The mysqld-Variable key_buffer wurde umbenannt in key_buffer_size, Sie können aber in Ihren Startdateien immer noch den alten Namen verwenden.

3.5.4. Upgrade von Version 3.20 auf Version 3.21

Wenn Sie eine Version benutzen, die älter als Version 3.20.28 ist, und auf Version 3.21 umstellen wollen, müssen Sie folgendes tun:

Sie können den mysqld-Server Version 3.21 mit safe_mysqld --old-protocol starten, um ihn mit Clients aus einer Distribution Version 3.20 zu benutzen. In diesem Fall gibt die neue Client-Funktion mysql_errno() überhaupt keine Server-Fehler zurück, nur CR_UNKNOWN_ERROR (funktioniert aber bei Client-Fehlern), und der Server benutzt die alte password()-Überprüfung statt der neuen.

Wenn Sie die --old-protocol-Option NICHT für mysqld benutzen, müssen Sie folgende Änderungen durchführen:

  • Jeder Client-Code muss neu kompiliert werden. Wenn Sie ODBC benutzen, müssen Sie die neuen MyODBC-2.x-Treiber verwenden.

  • Sie müssen das Skript Skripts/add_long_password laufen lassen, um das Password-Feld in der mysql.user-Tabelle zu CHAR(16) zu ändern.

  • Alle Passwörter müssen in der mysql.user-Tabelle neu zugewiesen werden (um 62-Bit- statt 31-Bit-Passwörter zu erhalten).

  • Das Tabellenformat hat sich nicht geändert, daher müssen Sie keinerlei Tabellen konvertieren.

MySQL-Version 3.20.28 und höher kann das neue user-Tabellenformat handhaben, ohne sich auf Clients auszuwirken. Wenn Sie eine MySQL-Version vor Version 3.20.28 haben, funktionieren Passwörter damit nicht mehr, wenn Sie die user-Tabelle konvertieren. Um auf Nummer Sicher zu gehen, sollten Sie mindestens auf Version 3.20.28 aktualisieren und erst dann auf Version 3.21.

Der neue Client-Code funktioniert bei einem 3.20.x mysqld-Server. Wenn Sie daher Probleme mit 3.21.x bekommen, können Sie den alten 3.20.x-Server benutzen, ohne die Clients neu kompilieren zu müssen.

Wenn Sie nicht die --old-protocol-Option für mysqld benutzen, werden alte Clients folgende Fehlermeldung ausgeben:

ERROR: Protocol mismatch. Server Version = 10 Client Version = 9

Die neue Perl-DBI/DBD-Schnittstelle unterstützt auch die alte mysqlperl-Schnittstelle. Die einzige Änderung, die Sie machen müssen, wenn Sie mysqlperl benutzen, ist, die Argumente für die connect()-Funktion zu ändern. Die neuen Argumente sind: host, database, user und password (die user- und password-Argumente haben die Plätze getauscht. See Abschnitt 9.2.2, „Die DBI-Schnittstelle“.

Folgende Änderungen können Anfragen in alten Applikationen betreffen:

  • HAVING muss jetzt vor einer möglichen ORDER BY-Klausel spezifiziert werden.

  • Die Parameter für LOCATE() wurden getauscht.

  • Es gibt einige neue reservierte Wörter. Die wichtigsten sind DATE, TIME und TIMESTAMP.

3.5.5. Upgrade auf eine andere Architektur

Wenn Sie MySQL-Version 3.23 benutzen, können Sie die .frm-, .MYI- und .MYD-Dateien zwischen verschiedenen Architekturen kopieren, die dasselbe Fließkomma-Format unterstützen. (MySQL kümmert sich um eventuelle Byte-Tausch-Belange.)

Die MySQL-ISAM-Daten und Index-Dateien (.ISD und *.ISM, je nachdem) sind Architektur-abhängig und in manchen Fällen Betriebssystem-abhängig. Wenn Sie Ihre Applikationen auf eine andere Maschine mit einer unterschiedlichen Architektur oder einem anderen Betriebssystem verlagern wollen, wollten Sie nicht einfach eine Datenbank verschieben, indem Sie deren Dateien auf die andere Maschine kopieren. Benutzen Sie statt dessen mysqldump.

Vorgabemäßig erzeugt mysqldump eine Datei mit SQL-Statements. Sie können diese Datei auf die andere Maschine übertragen und Sie als Eingabe für den mysql-Client benutzen.

mysqldump --help zeigt Ihnen, welche Optionen verfügbar sind. Wenn Sie die Daten mit einer neueren Version von MySQL benutzen werden, sollten Sie mysqldump --opt mit der neueren Version benutzen, um einen schnellen, kompakten Dump zu erhalten.

Die einfachste (wenngleich nicht schnellste) Art, eine Datenbank von einer Maschine auf eine andere zu bringen, ist, die folgenden Befehle auf der Maschine auszuführen, auf der die Datenbank liegt:

shell> mysqladmin -h 'anderer hostname' create db_name
shell> mysqldump --opt db_name \
        | mysql -h 'anderer hostname' db_name

Wenn Sie eine Datenbank von einer entfernten Maschine über ein langsames Netzwerk kopieren wollen, können Sie folgendes benutzen:

shell> mysqladmin create db_name
shell> mysqldump -h 'anderer hostname' --opt --compress db_name \
        | mysql db_name

Sie können das Ergebnis auch in einer Datei speichern, diese Datei auf die Zielmaschine übertragen und dort in die Datenbank laden. Sie können zum Beispiel wie folgt die Datenbank in eine Datei auf der Quellmaschine ausgeben (dumpen):

shell> mysqldump --quick db_name | gzip > db_name.inhalte.gz

(Die in diesem Beispiel erzeugte Datei ist komprimiert.) Übertragen Sie die Datei, die die Datenbankinhalte enthält, auf die Zielmaschine und geben Sie dort diese Befehle ein:

shell> mysqladmin create db_name
shell> gunzip < db_name.inhalte.gz | mysql db_name

Sie können auch mysqldump und mysqlimport benutzen, um den Datenbank-Transfer zu bewerkstelligen. Das ist bei großen Tabellen wesentlich schneller als die Benutzung von mysqldump. In den unten dargestellten Befehlen repräsentiert DUMPDIR den vollen Pfadnamen des Verzeichnisses, das Sie benutzen, um die Ausgabe von mysqldump zu speichern.

Legen Sie zunächst das Verzeichnis für die Ausgabe-Dateien an und geben Sie die Datenbank aus (Dump):

shell> mkdir DUMPDIR
shell> mysqldump --tab=DUMPDIR db_name

Übertragen Sie dann die Dateien des DUMPDIR-Verzeichnisses in ein entsprechendes Verzeichnis auf der Zielmaschine und laden Sie dort die Dateien in MySQL:

shell> mysqladmin create db_name           # Datenbank erzeugen
shell> cat DUMPDIR/*.sql | mysql db_name   # Tabellen in der Datenbank erzeugen
shell> mysqlimport db_name DUMPDIR/*.txt   # Daten in die Tabellen laden

Vergessen Sie auch nicht, die mysql-Datenbank zu kopieren, den dort befinden Sie die Berechtigungstabellen (user, db, host). Eventuell müssen Sie die Befehle als MySQL-root-Benutzer auf der neuen Maschine eingeben, um die mysql-Datenbank angelegt zu bekommen.

Nachdem Sie die mysql-Datenbank auf die neue Maschine kopiert haben, führen Sie mysqladmin flush-privileges aus, damit der Server die Berechtigungsinformationen neu einliest.

3.6. Betriebssystem-spezifische Anmerkungen

3.6.1. Linux (alle Linux-Versionen)

Die Anmerkungen weiter unten, die glibc betreffen, gelten nur dann, wenn Sie MySQL selbst bauen. Wenn Sie Linux auf einer x86-Maschine fahren, ist es in den meisten Fällen wesentlich besser, einfach unsere Binärdateien zu benutzen. Wir linken unsere Binärdateien an die am besten gepatchte Version von glibc, die wir bieten können, und mit den besten Kompiler-Optionen, wobei wir versuchen, MySQL für Hochlast-Server geeignet zu machen. Wenn Sie also den Text unten lesen und sich nicht sicher sind, was Sie tun sollen, sollten Sie zunächst unsere Binärdateien ausprobieren, um zu sehen, ob diese Ihren Anforderungen entsprechen. Kümmern Sie sich nur dann um einen eigenen Build, wenn Sie feststellen, dass unsere Binärdateien nicht gut genug sind. In diesem Fall wären wir für einen Hinweis dazu dankbar, damit wir beim nächsten Mal eine bessere Binärdatei bauen können. Für eine typische Benutzung, selbst bei einer großen Zahl gleichzeitiger Verbindungen und / oder Tabellen, die größer als 2 GB sind, sind unsere Binärdateien in den meisten Fällen die beste Wahl.

MySQL benutzt auf Linux LinuxThreads. Wenn Sie eine alte Linux-Version benutzen, die keine glibc2 hat, müssen Sie LinuxThreads installieren, bevor Sie MySQL kompilieren. Sie erhalten LinuxThreads unter http://www.mysql.com/downloads/os-linux.html.

ACHTUNG: Wir haben einige seltsame Probleme bei Linux 2.2.14 und MySQL auf SMP-Systemen festgestellt. Wenn Sie ein SMP-System haben, empfehlen wir, so schnell wie möglich auf Linux 2.4 zu aktualisieren (Upgrade)! Dadurch wird Ihr System ausserdem schneller und stabiler!

Beachten Sie, dass glibc-Versionen vor und einschließlich Version 2.1.1 einen schweren Fehler im pThread_mutex_timedwait-Handling haben, was benutzt wird, wenn Sie INSERT DELAYED verwenden. Wir empfehlen, vor einem Upgrade der glibc INSERT DELAYED nicht zu verwenden.

Wenn Sie planen, mehr als 1000 gleichzeitige Verbindungen zu haben, müssen Sie einige Änderungen an LinuxThreads vornehmen, es neu kompilieren und mit der neuen libpThread.a linken. Setzen Sie PTHREAD_THREADS_MAX in sysdeps/unix/sysv/linux/bits/local_lim.h auf 4096 herauf und setzen Sie STACK_SIZE in linuxThreads/internals.h auf 256 KB herunter. Die Pfade sind relativ zum Wurzelverzeichnis von glibc. Beachten Sie, dass MySQL bei etwa 600 bis 1000 Verbindungen nicht stabil läuft, wenn STACK_SIZE auf den Vorgabewert von 2 MB gesetzt wird.

Wenn Sie Probleme damit bekommen, dass MySQL nicht genug Dateien oder Verbindungen öffnen kann, haben Sie möglicherweise Linux nicht so konfiguriert, dass es genug Dateien handhaben kann.

In Linux 2.2 und Folgenden können Sie die Anzahl der allozierten Datei-Handler herausbekommen, wenn Sie folgendes eingeben:

cat /proc/sys/fs/file-max
cat /proc/sys/fs/dquot-max 
cat /proc/sys/fs/super-max

Wenn Sie mehr als 16M Speicher haben, sollten Sie etwas Ähnliches wie folgendes in Ihr Boot-Skript (/etc/rc/boot.local auf SuSE) eintragen:

echo 65536 > /proc/sys/fs/file-max
echo 8192 > /proc/sys/fs/dquot-max
echo 1024 > /proc/sys/fs/super-max

Das können Sie auch von der Kommandozeile aus als Root eingeben, aber in diesem Fall werden die alten Beschränkungen wieder benutzt, wenn Sie Ihren Computer neu starten.

Zusätzlich sollten Sie in /etc/my.cnf einfügen:

[safe_mysqld]
open-files-limit=8192

Das sollte MySQL erlauben, bis zu 8192 Verbindungen und Dateien zu erzeugen.

Die STACK_SIZE-Konstante in LinuxThreads steuert das Spacing von Thread-Stacks im Adressraum. Sie muss Groß genug sein, damit reichlich Platz für den Stack jedes individuellen Threads bleibt, aber klein genug, um den Stack irgend eines Threads davon abzuhalten, mit den globalen mysqld-Daten zu kollidieren. Wie wir durch Experimentieren heraus fanden, unmappt die Linux-Implementation von mmap() erfolgreich eine bereits gemappte Region, wenn Sie sie anweisen, eine Adresse auszumappen, die bereits in Benutzung ist, wobei sie alle Daten der gesamten Seite auf Null setzt, statt einen Fehler zurück zu geben. Daher beruht die Sicherheit von mysqld oder jeder anderen Thread-Applikation auf dem "Gentleman"-Verhalten des Codes, der Threads erzeugt. Der Benutzer muss Vorkehrungen treffen, die sicherstellen, dass die Anzahl laufender Threads jederzeit ausreichend gering ist, damit die Thread-Stacks sich vom globalen Heap fernhalten. Bei mysqld sollten Sie dieses "Gentleman"-Verhalten forcieren, indem Sie einen vernünftigen Wert für die the max_connections-Variable setzen.

Wenn Sie MySQL selbst bauen und sich nicht mit dem Patchen von LinuxThreads herum plagen wollen, sollten Sie max_connections auf einen Wert nicht größer als 500 setzen. Dieser Wert sollte sogar noch kleiner sein, wenn Sie einen großen Schlüsselpuffer (Key Buffer), große Heap-Tabellen oder andere Dinge haben, die mysqld dazu bringen könnten, eine Menge Speicher zu allozieren, oder wenn Sie einen 2.2-Kernel mit einem 2GB-Patch fahren. Wenn Sie unsere Binärdateien oder RPM-Versionen 3.23.23 oder später benutzen, können Sie max_connections sicher auf 1500 setzen, unter der Annahme, dass es keine großen Schlüsselpuffer oder Heap-Tabellen mit vielen Daten gibt. Je mehr Sie STACK_SIZE in LinuxThreads reduzieren können, desto mehr können Sie sicher Threads erzeugen. Wir empfehlen einen Wert zwischen 128K und 256K.

Wenn Sie viele gleichzeitige Verbindungen benutzen, bekommen Sie vielleicht Probleme durch ein "Feature" im 2.2-Kernel, der einen Prozess dafür bestraft, dass er sich aufspaltet (fork) oder einen Kindprozess klont, um einen Fork-Bombenangriff (Fork Bomb Attack) zu verhindern. Das bringt MySQL dazu, nicht so gut zu skalieren, wenn Sie die Anzahl gleichzeitiger Clients erhöhen. Wir konnten beobachten, dass sich das auf Einprozessor-Systemen mit sehr langsamer Thread-Erzeugung bemerkbar macht, was sich darin zeigt, dass es sehr lange dauern kann, sich mit MySQL zu verbinden (bis zu einer Minute), und genau so lange, um es herunter zu fahren. Auf Multiprozessor-Systemen haben wir einen allmählichen Abfall der Anfrage-Geschwindigkeit beobachtet, wenn die Anzahl der Clients zunimmt. Im Verlauf der Suche nach einer Lösung haben wir von einem unserer Benutzer einen Kernel-Patch erhalten, von dem dieser sagt, dass er auf seiner Site eine beträchtliche Rolle spielt. Der Patch ist hier verfügbar (http://www.mysql.com/Downloads/Patches/linux-fork.patch). Inzwischen haben wir recht ausführliche Tests dieses Patchs sowohl auf Entwicklungs- als auch auf Produktionssystemen gemacht. Er hat die Performance von MySQL erheblich verbessert, ohne irgend welche Probleme zu verursachen, und wir empfehlen ihn jetzt denjenigen unserer Benutzer, die immer noch Hochlast-Server auf 2.2-Kerneln fahren. Dieses Problem wurde im 2.4-Kernel behoben. Wenn Sie daher nicht zufrieden mit der momentanen Performance Ihres Systems sind, ist es wahrscheinlich einfacher, auf 2.4 zu aktualisieren, statt den 2.2-Kernel zu patchen, was zusätzlich zur Behebung dieses Fairness-Bugs auch noch Multiprozessor-Systemen einen netten Schub gibt.

Wir haben MySQL auf dem 2.4-Kernel auf einer Zweiprozessor-Maschine getestet und haben festgestellt, dass MySQL VIEL bessere Leistungsdaten bringt - es gab praktisch keine Verlangsamung bei Anfragen bis ganz herauf zu 1000 Clients, und der Skalierungsfaktor von MySQL (berechnet als Verhältnis von maximalem Durchsatz zum Durchsatz mit 1 Client) war 100%. Ähnliches haben wir auf einer Vierprozessor-Maschine beobachtet - praktisch keine Verlangsamung, während die Anzahl der Clients bis auf 1000 stieg sowie ein Skalierungsfaktor von 300%. Für einen unter Hochlast fahrenden Multiprozessor-Server empfehlen wir daher ausdrücklich den 2.4-Kernel. Weiter haben wir festgestellt, dass es essentiell wichtig ist, den mysqld-Prozess auf dem 2.4-Kernel mit der höchstmöglichen Priorität laufen zu lassen, um maximale Performance zu erreichen. Das kann dadurch erreicht werden, dass man den renice -20 $$-Befehl zu safe_mysqld hinzufügt. Bei unseren Tests auf der Vierprozessor-Maschine ergab die Erhöhung der Priorität eine 60%-ige Steigerung des Durchsatzes bei 400 Clients.

Wir sind derzeit dabei, mehr Informationen über die Performance von MySQL auf dem 2.4-Kernel auf 4-Weg- und 8-Weg-Systemen zu bekommen. Wenn Sie Zugang zu einem solchen System haben und einige Benchmarks gemacht haben, schicken Sie bitte eine Mail mit den Ergebnissen an - wir werden Sie dem Handbuch hinzufügen.

Es gibt eine weitere Sache, die die Performance von MySQL stark beeinträchtigt, besonders auf SMP-Systemen. Die Implementation von mutex in LinuxThreads in glibc-2.1 ist sehr schlecht für Programme mit vielen Threads, die den mutex nur für kurze Zeit behalten. Wenn Sie MySQL mit unveränderten LinuxThreads linken, führt ironischerweise auf einem SMP-System in manchen Fällen das Entfernen von Prozessoren zu einer Leistungssteigerung von MySQL. Für glibc 2.1.3 haben wir ein Patch bereit gestellt, um dieses Verhalten zu korrigieren: linuxthreads-2.1-patch

Bei Verwendung von glibc-2.2.2 benutzt MySQL-Version 3.23.36 den adaptiven mutex, der sogar viel besser als der gepatchte von glibc-2.1.3 ist. Seien Sie jedoch davor gewarnt, dass unter bestimmten Umständen der aktuelle mutex-Code in glibc-2.2.2 überdrehen kann, was die Performance von MySQL beeinträchtigt. Die Gefahr, dass solche Umstände eintreten, kann dadurch verringert werden, dass der mysqld-Prozess auf die höchste Priorität gesetzt wird. Zusätzlich konnten wir das Überdrehverhalten mit einem Patch korrigieren, der hier erhältlich ist. Der Patch kombiniert die Korrektur des Überdrehens, die maximale Anzahl von Threads und das Stack-Spacing in einem. Sie wenden es auf das linuxThreads-Verzeichnis mit patch -p0 </tmp/linuxThreads-2.2.2.patch an. Wir hoffen, dass der Patch in irgend einer Form in zukünftigen Releases von glibc-2.2 enthalten sein wird. Wie es auch sei, wenn Sie mit glibc-2.2.2 linken, müssen Sie immer noch STACK_SIZE und PTHREAD_THREADS_MAX korrigieren. Wir hoffen, dass diese Vorgabewerte zukünftig auf akzeptablere Werte für eine MySQL-Hochlast-Einrichtung gesetzt werden, so dass Ihr eigener Build auf ./configure; make; make install reduziert werden kann.

Wir empfehlen, dass Die die oben genannten Patches benutzen, um eine spezielle statische Version von libpThread.a zu bauen, die Sie nur für statisches Linken mit MySQL benutzen. Wir wissen, dass die Patches für MySQL sicher sind und seine Performance erheblich verbessern, aber wir können diesbezüglich nichts über andere Applikationen sagen. Wenn Sie andere Applikationen mit der gepatchten Version der Bibliothek linken oder eine gepatchte gemeinsam benutzte (shared) Version bauen und auf Ihrem System installieren, tun Sie das auf eigenes Risiko, was andere Applikationen betrifft, die von LinuxThreads abhängen.

Wenn Sie während der Installation von MySQL irgend welche seltsamen Probleme bekommen oder gebräuchliche Utilities hängen bleiben, ist es sehr wahrscheinlich, dass diese entweder Bibliotheks- oder Compiler-bezogen sind. In diesem Fall wird die Benutzung unserer Binärdatei sie beheben.

Ein bekanntes Problem der Binärdistribution ist, dass Sie auf älteren Linux-Systemen, die libc benutzen (wie RedHat 4.x oder Slackware) nicht-schwere (non-fatal) Probleme mit der Auflösung von Hostnamen bekommen. See Abschnitt 3.1.1, „MySQL auf Linux installieren“.

Wenn Sie LinuxThreads benutzen, werden Sie feststellen, dass mindestens drei Prozesse laufen. Das sind in Wirklichkeit Threads. Es gibt einen Thread für den LinuxThreads-Manager, einen Thread, um Verbindungen zu handhaben und einen Thread, um Alarme und Signale zu handhaben.

Beachten Sie, dass der Linux-Kernel und die LinuxThread-Bibliothek vorgabemäßig nur 1024 Threads haben können. Das bedeutet, dass Sie auf einem ungepatchten System nur höchstens 1021 Verbindungen zu MySQL haben können. Die Seite http://www.volano.com/linuxnotes.html enthält Informationen, wie man diese Beschränkung umgeht.

Wenn Sie einen toten mysqld-Daemon-Prozess mit ps sehen, bedeutet das üblicherweise, dass Sie einen Bug in MySQL oder eine zerstörte Tabelle gefunden haben. See Abschnitt A.4.1, „Was zu tun ist, wenn MySQL andauernd abstürzt“.

Um auf Linux einen Speicherauszug (Core Dump) zu erhalten, wenn mysqld mit einem SIGSEGV-Signal stirbt, können Sie mysqld mit der --core-file-Option starten. Beachten Sie, dass Sie wahrscheinlich core file size hoch setzen müssen, indem Sie ulimit -c 1000000 zu safe_mysqld hinzufügen oder safe_mysqld mit --core-file-sizes=1000000 starten. See Abschnitt 5.7.2, „safe_mysqld, der Wrapper um mysqld“.

Wenn Sie Ihren eigenen MySQL-Client linken und bei der Ausführung diesen Fehler erhalten,

ld.so.1: ./my: fatal: libmysqlclient.so.4: open failed: No such file or directory

kann das Problem durch eine der folgenden Methoden behoben werden:

  • Linken Sie den Client mit dem folgenden Flag (anstelle von -Lpath): -Wl,r/path-libmysqlclient.so.

  • Kopieren Sie libmysqclient.so nach /usr/lib.

  • Fügen Sie der LD_RUN_PATH-Umgebungsvariablen den Pfadnamen des Verzeichnisses hinzu, wo libmysqlclient.so liegt, bevor Sie Ihren Client laufen lassen.

Wenn Sie den Fujitsu-Compiler (fcc / FCC) benutzen, werden Sie beim Kompilieren von MySQL einige Probleme bekommen, weil die Linux-Header-Dateien sehr gcc-orientiert sind.

Folgende configure-Zeile sollte mit fcc/FCC funktionieren:

CC=fcc CFLAGS="-O -K fast -K lib -K omitfp -Kpreex -D_GNU_SOURCE -DCONST=konstante -DNO_STRTOLL_PROTO" CXX=FCC CXXFLAGS="-O -K fast -K lib  -K omitfp -K preex --no_exceptions --no_rtti -D_GNU_SOURCE -DCONST=konstante -Dalloca=__builtin_alloca -DNO_STRTOLL_PROTO '-D_EXTERN_INLINE=static __inline'" ./configure --prefix=/usr/local/mysql --enable-assembler --with-mysqld-ldflags=-all-static --disable-shared --with-low-memory

3.6.1.1. Anmerkungen zur Binärdistribution (Linux)

MySQL benötigt zumindest Linux-Version 2.0.

ACHTUNG: Wir haben Berichte von MySQL-Benutzern erhalten, die schwer wiegende Stabilitätsprobleme mit Linux-Kernel 2.2.14 mitgeteilt haben. Wenn Sie diesen Kernel benutzen, sollten Sie auf 2.2.19 (oder neuer) oder auf einen 2.4-Kernel aktualisieren. Wenn Sie eine Mehrprozessormaschine haben, sollten Sie auf jeden Fall in Betracht ziehen, 2.4 zu benutzen, weil Ihnen das erhebliche Geschwindigkeitssteigerung geben wird.

Die Binärdistribution wird mit -static gelinkt, was normalerweise heißt, dass Sie sich nicht um die Version der Systembibliotheken kümmern müssen, die Sie haben. Ausserdem brauchen Sie nicht LinuxThread installieren. Ein Programm, das mit -static gelinkt ist, ist etwas größer als ein dynamisch gelinktes Programm, und gleichzeitig etwas schneller (3-5%). Ein Problem liegt jedoch darin, dass Sie bei einem statisch gelinkten Programm keine benutzerdefinierten Funktionen (UDF) benutzen können. Wenn Sie UDF-Funktionen schreiben oder benutzen wollen (das ist nur etwas für C- oder C++-Programmierer), müssen Sie MySQL selbst kompilieren und das dynamische Linken benutzen.

Wenn Sie ein libc-basierendes System benutzen (statt eines glibc2-Systems), bekommen Sie bei der Binärdistribution wahrscheinlich Probleme mit der Auflösung von Hostnamen und mit getpwnam(). (Das liegt daran, dass glibc leider von einigen externen Bibliotheken abhängt, um Hostnamen aufzulösen und und getpwent(), selbst wenn es mit -static kompiliert wird.) In diesem Fall erhalten Sie wahrscheinlich folgende Fehlermeldung, wenn Sie mysql_install_db ausführen:

Sorry, the host 'xxxx' could not be looked up

oder den folgenden Fehler, wenn Sie versuchen, mysqld mit der --user-Option laufen zu lassen:

getpwnam: No such file or directory

Sie können dieses Problem auf eine der folgenden Weisen lösen:

  • Holen Sie sich eine MySQL-Quelldistribution (eine RPM oder die tar.gz-Distribution) und installieren Sie statt dessen diese.

  • Führen Sie mysql_install_db --force aus. Das führt nicht den resolveip-Test in mysql_install_db aus. Der Nachteil ist, dass Sie keine Hostnamen in the Berechtigungstabellen benutzen können, sondern nur IP-Nummern (ausser für localhost). Wenn Sie ein altes MySQL-Release benutzen, das --force nicht unterstützt, müssen Sie den resolveip-Test in mysql_install mit einem Editor deaktivieren.

  • Starten Sie mysqld mit su anstelle von --user.

Die Linux-Intel-Binärdatei und die RPM-Releases von MySQL sind für höchst mögliche Geschwindigkeit konfiguriert. Wir versuchen immer, den schnellsten stabilen Kompiler zu benutzen, der verfügbar ist.

MySQL-Perl-Unterstützung erfordert Perl-Version 5.004_03 oder neuer.

Auf einigen Linux-2.2-Versionen erhalten Sie womöglich den Fehler Resource temporarily unavailable, wenn Sie eine Menge neuer Verbindungen zu einem mysqld-Server über TCP/IP aufmachen.

Das Problem liegt darin, dass Linux eine Verzögerung zwischen dem Schließen eines TCP/IP-Sockets und dem tatsächlichen Freigeben durch das System hat. Da es nur Platz für eine bestimmte Anzahl von TCP/IP-Slots gibt, bekommen Sie den genannten Fehler, wenn Sie viele neue TCP/IP-Verbindungen innerhalb kurzer Zeit aufbauen, zum Beispiel, wenn Sie den MySQL-test-connect-Benchmark über TCP/IP laufen lassen.

Wir haben dieses Problem mehrfach an verschiedene Linux-Mailing-Listen geschrieben, konnten aber bislang keine saubere Lösung erhalten.

Die einzige bekannte 'Behebung' des Problems liegt darin, persistente Verbindungen bei Ihren Clients zu verwenden oder Sockets zu benutzen, wenn Sie den Datenbankserver und die Clients auf derselben Maschine laufen lassen. Wir hoffen, dass zukünftig der Linux 2.4-Kernel dieses Problem lösen wird.

3.6.1.2. Anmerkungen zu Linux x86

MySQL erfordert libc-Version 5.4.12 oder neuer. Bekannt ist, dass libc 5.4.46 funktioniert. glibc-Version 2.0.6 und später sollten ebenfalls funktionieren. Es hat einige Probleme mit den glibc-RPMs von RedHat gegeben. Wenn Sie Probleme haben, prüfen Sie daher, ob es Updates gibt! Die glibc-2.0.7-19- und -2.0.7-29-RPMs funktionieren bekanntermaßen ebenfalls.

Bei einigen älteren Linux-Distributionen kann configure einen Fehler wie folgt produzieren:

Syntaxfehler in sched.h. Ändern Sie _P zu __P in der
/usr/include/sched.h-Datei. Siehe das Installationskapitel im
Referenzhandbuch.

Machen Sie, was die (englischsprachige) Fehlermeldung sagt. Fügen Sie also einen zusätzlichen Unterstrich zum _P-Makro hinzu, das nur einen Unterstrich hat, und versuchen Sie es noch einmal.

Möglicherweise erhalten Sie beim Kompilieren Warnungen. Die folgenden davon können ignoriert werden:

mysqld.cc -o objs-thread/mysqld.o
mysqld.cc: In function `void init_signals()':
mysqld.cc:315: warning: assignment of negative value `-1' to `long unsigned int'
mysqld.cc: In function `void * signal_hand(void *)':
mysqld.cc:346: warning: assignment of negative value `-1' to `long unsigned int'

In Debian-GNU/Linux müssen Sie folgendes tun, damit MySQL beim Hochfahren des Systems automatisch startet:

shell> cp support-files/mysql.server /etc/init.d/mysql.server
shell> /usr/sbin/update-rc.d mysql.server defaults 99

mysql.server befindet sich im share/mysql-Verzeichnis unterhalb des MySQL-Installationsverzeichnisses oder im support-files-Verzeichnis des MySQL-Source-Trees.

Wenn mysqld beim Start immer einen Speicherauszug (Core Dump) erzeugt, kann das Problem darin liegen, dass Sie eine alte /lib/libc.a haben. Versuchen Sie sie umzubenennen, entfernen Sie dann sql/mysqld, führen Sie ein neues make install durch und versuchen Sie es noch einmal. Dieses Problem wurde von einigen Slackware-Installationen berichtet.

Wenn Sie beim Linken von mysqld folgenden Fehler erhalten, bedeutet das, dass Ihre libg++.a nicht korrekt installiert ist:

/usr/lib/libc.a(putc.o): In function `_IO_putc':
putc.o(.text+0x0): multiple definition of `_IO_putc'

Sie können vermeiden, dass libg++.a benutzt wird, indem Sie configure wie folgt ablaufen lassen:

shell> CXX=gcc ./configure

3.6.1.3. Anmerkungen zu Linux SPARC

Bei einigen Implementationen ist readdir_r() fehlerhaft. Das äußert sich darin, dass SHOW DATABASES immer einen leeren Satz (Empty Set) zurück gibt. Das kann behoben werden, indem HAVE_READDIR_R aus

3.6.1.4. Anmerkungen zu Linux Alpha

MySQL-Version 3.23.12 ist die erste MySQL-Version, die auf Linux-Alpha getestet wurde. Wenn Sie planen, MySQL auf Linux-Alpha einzusetzen, stellen Sie sicher, dass Sie diese oder eine neuere Version haben.

Wir haben MySQL auf Alpha mit unseren Benchmarks und unserer Test-Suite getestet, und es scheint gut zu funktionieren. Hauptsächlich noch nicht getestet haben wird, wie die Dinge mit vielen gleichzeitigen Verbindungen funktionieren.

Wir kompilieren die Standard-MySQL-Binärdatei mit SuSE 6.4, Kernel 2.2.13-SMP, Compaq-C-Kompiler Version 6.2-504 und Compaq-C++-Kompiler Version 6.3-005 auf einer Compaq-DS20-Maschine mit einem Alpha-EV6-Prozessor.

Sie finden die genannten Kompiler auf http://www.support.compaq.com/alpha-tools). Durch die Verwendung dieser Kompiler anstelle von gcc erhalten wir eine 9% bis 14% bessere Performance für MySQL.

Beachten Sie, dass die Konfigurationszeile die Binärversion auf die aktuelle CPU optimiert. Das heißt, dass Sie unsere Binärdatei nur benutzen können, wenn Sie einen Alpha-EV6-Prozessor haben. Ausserdem haben wir statisch kompiliert, um Bibliothek-Probleme zu vermeiden.

CC=ccc CFLAGS="-fast" CXX=cxx CXXFLAGS="-fast -noexceptions -nortti" ./configure --prefix=/usr/local/mysql --disable-shared --with-extra-charsets=complex --enable-thread-safe-client --with-mysqld-ldflags=-non_shared --with-client-ldflags=-non_shared

Bei Benutzung von egcs funktionierte bei uns die folgende Konfigurationszeile:

CFLAGS="-O3 -fomit-frame-pointer" CXX=gcc CXXFLAGS="-O3 -fomit-frame-pointer -felide-constructors -fno-exceptions -fno-rtti" ./configure --prefix=/usr/local/mysql --disable-shared

Einige bekannte Probleme, wenn MySQL auf Linux-Alpha läuft:

  • Das Debuggen von threaded Applikationen wie MySQL funktioniert nicht mit gdb 4.18. Statt dessen sollten Sie gdb 5.0 herunter laden und benutzen!

  • Wenn Sie versuchen, mysqld unter Benutzung von gcc statisch zu linken, wird das resultierende Image beim Starten einen Speicherauszug (Core Dump) erzeugen. Mit anderen Worten: Benutzen Sie NICHT --with-mysqld-ldflags=-all-static mit gcc.

3.6.1.5. Anmerkungen zu Linux PowerPC

MySQL sollte auf MkLinux mit dem neuesten glibc-Paket funktionieren (getestet mit glibc 2.0.7).

3.6.1.6. Anmerkungen zu Linux MIPS

Um MySQL auf Qube2 zum Laufen zu bringen (Linux Mips), benötigen Sie die neuesten glibc-Bibliotheken (glibc-2.0.7-29C2 funktioniert bekanntermaßen). Ausserdem müssen Sie den egcs-C++-Kompiler (egcs-1.0.2-9, gcc 2.95.2 oder neuer) benutzen.

3.6.1.7. Anmerkungen zu Linux IA64

Um MySQL auf Linux Ia64 zu kompilieren, mussten wir folgendes tun (wir vermuten, dass das leichter wird, wenn die neue gcc-Version für ia64 herausgebracht wird).

Unter Verwendung von gcc-2.9-final:

CFLAGS="-O2" CXX=gcc CXXFLAGS="-O2 -felide-constructors -fno-exceptions -fno-rtti" ./configure --prefix=/usr/local/mysql --enable-assembler --with-mysqld-ldflags=-all-static --disable-shared --with-extra-charsets=complex

Nach make werden Sie einen Fehler erhalten, dass sql/opt_range.cc nicht kompiliert (interner Kompiler-Fehler). Um das zu beheben, gehen Sie ins sql-Verzeichnis und tippen Sie erneut make ein. Kopieren Sie die Kompilierzeile, ändern Sie aber -O2 zu -O0. Die Datei sollte nunmehr kompilieren.

Jetzt können Sie folgendes tun:

cd ..
make
make_install

und mysqld sollte lauffähig sein.

Auf Ia64 benutzen die MySQL-Client-Binärdateien gemeinsam genutzte (shared) Bibliotheken. Wenn Sie daher unsere Binärdistribution an anderer Stelle als /usr/local/mysql benutzen, müssen Sie entweder /etc/ld.so.conf ändern oder den Pfad zum Verzeichnis hinzufügen, wo Sie libmysqlclient.so haben, und zwar in der LD_LIBRARY_PATH-Umgebungsvariablen.

See Abschnitt A.3.1, „Probleme beim Linken mit der MySQL-Client-Bibliothek“.

3.6.2. Anmerkungen zu Windows

Dieser Abschnitt beschreibt Installation und Benutzung von MySQL auf Windows. Diese Information steht zusätzlich in der README-Datei, die mit der MySQL-Windows-Distribution mitgeliefert wird.

3.6.2.1. Wie man MySQL auf Win95 / Win98 startet

MySQL benutzt TCP/IP, um einen Client mit einem Server zu verbinden. (Das erlaubt jeder beliebigen Maschine in Ihrem Netzwerk, sich mit Ihrem MySQL-Server zu verbinden.) Aus diesem Grund müssen Sie MySQL auf Ihrer Maschine installieren, bevor Sie MySQL starten. Sie finden TCP/IP auf Ihrer Windows-CD-ROM.

Beachten Sie, dass Sie bei Verwendung eines alten Win95-Releases (zum Beispiel OSR2) wahrscheinlich ist, dass Sie ein altes Winsock-Paket haben! MySQL erfordert Winsock 2! Sie erhalten das neueste Winsock von http://www.microsoft.com/. Win98 enthält die neue Winsock-2-Bibliothek, deshalb trifft das Gesagte nicht auf Win98 zu.

Um den mysqld-Server zu starten, öffnen Sie ein MS-DOS-Fenster (MS-DOS-Eingabeaufforderung) und geben Sie ein:

C:\> C:\mysql\bin\mysqld

Das startet mysqld im Hintergrund ohne Fenster.

Sie können den MySQL-Server killen, indem Sie eingeben:

C:\> C:\mysql\bin\mysqladmin -u root shutdown

Beachten Sie, dass Win95 und Win98 die Erzeugung von Named Pipes nicht unterstützen. Auf Win95 und Win98 können Sie Named Pipes nur benutzen, um sich zu einem entfernten MySQL-Server zu verbinden, der auf einem NT-Server-Host läuft. (Natürlich muss auch der MySQL-Server Named Pipes unterstützen. Beispielsweise läßt die Verwendung von mysqld-opt unter NT keine Named-Pipe-Verbindungen zu. Sie sollten daher entweder mysqld-nt oder mysqld-max-nt verwenden.)

Wenn mysqld nicht startet, überprüfen Sie bitte die \mysql\data\mysql.err-Datei um zu sehen, ob der Server eine Meldung ausgegeben hat, die auf die Ursache des Problems hinweist. Sie können auch versuchen, den Server mit mysqld --standalone zu starten. In diesem Fall erscheinen vielleicht nützliche Informationen auf dem Bildschirm, die Ihnen bei der Lösung des Problems helfen.

Die letzte Option besteht darin, mysqld mit --standalone --debug zu starten. In diesem Fall schreibt mysqld eine Log-Datei C:\mysqld.trace, die die Ursache enthalten könnte, warum mysqld nicht startet. See Abschnitt D.1.2, „Trace-Dateien erzeugen“.

3.6.2.2. MySQL auf Windows NT oder Windows 2000 starten

Der Win95-/Win98-Abschnitt trifft auch auf NT/Win2000 zu, mit folgenden Unterschieden:

Damit MySQL mit TCP/IP auf NT läuft, müssen Sie Service-Pack 3 (oder neuer) installieren!

Beachten Sie, dass alles Folgende, das für NT zutrifft, ebenfalls für Win2000 zutrifft!

Für NT/Win2000 ist der Servername mysqld-nt. Normalerweise sollten Sie MySQL auf NT/Win2000 als Systemdienst installieren:

C:\> C:\mysql\bin\mysqld-nt --install

oder

C:\> C:\mysql\bin\mysqld-max-nt --install

(Unter Windows NT können Sie in der Tat jede der Server-Binärdateien als Systemdienst installieren, aber nur diejenigen, die Namen haben, die auf -nt.exe enden, bieten Unterstützung für Named Pipes.)

Sie können MySQL mit diesen Befehlen starten und anhalten:

C:\> NET START mysql
C:\> NET STOP mysql

Beachten Sie, dass Sie in diesem Fall keine weiteren Optionen für mysqld-nt angeben können!

Sie können mysqld-nt auf NT auch als allein ablaufendes Programm (Stand-alone) laufen lassen, wenn Sie mysqld-nt mit irgend welchen Optionen starten wollen! Wenn Sie mysqld-nt auf NT ohne Optionen laufen lassen, versucht mysqld-nt, sich mit den Vorgabeoptionen als Systemdienst zu starten. Wenn Sie mysqld-nt angehalten haben, müssen Sie es mit NET START mysql neu starten.

Der Systemdienst wird installiert mit dem Namen MySQL. Einmal installiert, muss er mit dem Systemdienst-Steuerungs-Manager (SCM) in der Systemsteuerung gestartet werden, oder indem Sie den NET START MySQL-Befehl benutzen. Wenn irgend welche Optionen angegeben werden sollen, müssen diese als ``Startparameter'' im SCM-Dienstprogramm angegeben werden, bevor Sie den MySQL-Dienst starten. Wenn mysqld-nt läuft, kann er mit mysqladmin oder dem SCM-Dienstprogramm angehalten werden, oder indem Sie den Befehl NET STOP MySQL benutzen. Wenn Sie SCM benutzen mysqld-nt, um den Server anzuhalten, gibt es eine seltsame Meldung von SCM über mysqld shutdown normally. Wenn er als Systemdienst läuft, hat mysqld-nt keinen Zugriff auf die Konsole. Daher werden auch keine Meldungen angezeigt.

Auf NT erhalten Sie möglicherweise folgende Systemdienst-Fehlermeldungen:

Zugriff verbotenBedeutung: mysqld-nt.exe kann nicht gefunden werden.
Kann nicht registrierenBedeutung: Der Pfad ist falsch.
Installation des Systemdienstes fehlgeschlagen.Bedeutung: Der Systemdienst ist bereits installiert oder der Systemdienst-Steuerungs-Manager ist in einem schlechten Zustand.

Wenn Sie Problem haben, mysqld-nt als Systemdienst zu installieren, versuchen Sie, ihn mit dem vollen Pfad zu installieren:

C:\> C:\mysql\bin\mysqld-nt --install

Wenn das nicht funktioniert, können Sie erreichen, dass mysqld-nt korrekt startet, indem Sie den Pfad in der Registrierung korrigieren!

Wenn Sie nicht wollen, dass mysqld-nt als Systemdienst startet, können Sie ihn wie folgt starten:

C:\> C:\mysql\bin\mysqld-nt --standalone

oder

C:\> C:\mysql\bin\mysqld --standalone --debug

Letztgenanntes gibt Ihnen eine Debug-Spur in C:\mysqld.trace. See Abschnitt D.1.2, „Trace-Dateien erzeugen“.

3.6.2.3. MySQL auf Windows laufen lassen

MySQL unterstützt TCP/IP auf allen Windows-Plattformen und Named Pipes auf NT. Vorgabemäßig werden Named Pipes für lokale Verbindungen auf NT und TCP/IP für alle anderen Fälle benutzt, wenn der Client TCP/IP installiert hat. Der Hostname legt fest, welches Protokoll benutzt wird:

HostnameProtokoll
NULL (keiner)Auf NT zuerst Named Pipes versuchen. Wenn das nicht funktioniert, TCP/IP benutzen. Auf Win95/Win98 wird TCP/IP benutzt.
.Named Pipes
localhostTCP/IP zum aktuellen Host
hostnameTCP/IP

Sie können erzwingen, dass ein MySQL-Client Named Pipes benutzt, indem Sie die --pipe-Option oder . als Hostnamen angeben. Benutzen Sie die --socket-Option, um den Namen der Pipe festzulegen.

Sie können feststellen, ob MySQL funktioniert, indem Sie die folgenden Befehle eingeben:

C:\> C:\mysql\bin\mysqlshow
C:\> C:\mysql\bin\mysqlshow -u root mysql
C:\> C:\mysql\bin\mysqladmin version status proc
C:\> C:\mysql\bin\mysql test

Wenn mysqld nur langsam auf Verbindungen auf Win95/Win98 antwortet, gibt es wahrscheinlich ein Problem mit Ihrem DNS. Starten Sie in diesem Fall mysqld mit --skip-name-resolve und benutzen Sie nur localhost und IP-Nummern in den MySQL Berechtigungstabellen. Sie können DNS bei einer Verbindung zu einem mysqld-nt-MySQL-Server, der auf NT läuft, ebenfalls dadurch vermeiden, dass Sie das --pipe-Argument verwenden, um die Benutzung von Named Pipes festzulegen. Das funktioniert bei den meisten MySQL-Clients.

Es gibt zwei Versionen des MySQL-Kommadozeilen-Werkzeugs:

mysqlKompiliert auf nativem Windows, was sehr eingeschränkte Texteditiermöglichkeiten bietet.
mysqlcKompiliert mit dem Cygnus-GNU-Kompiler und -Bibliotheken, was readline-Editiermöglichkeit bietet.

Wenn Sie mysqlc.exe benutzen wollen, müssen Sie C:\mysql\lib\cygwinb19.dll in Ihr Windows-Systemverzeichnis kopieren (\windows\system oder ein ähnlicher Ort).

Vorgabemäßig geben die Berechtigungen auf Windows allen lokalen Benutzern volle Zugriffsrechte auf alle Datenbanken, ohne ein Passwort anzugeben. Um MySQL sicherer zu machen, sollten Sie für alle Benutzer ein Passwort setzen und die Zeile in der Tabelle mysql.user, die Host='localhost' und User='' enthält, löschen.

Sie sollten auch für den root-Benutzer ein Passwort vergeben. Das folgende Beispiel entfernt den anonymen Benutzer, der von jedem genutzt werden kann, um auf die test-Datenbank zuzugreifen und setzt dann für den root-Benutzer ein Passwort:

C:\> C:\mysql\bin\mysql mysql
mysql> DELETE FROM user WHERE Host='localhost' AND User='';
mysql> QUIT
C:\> C:\mysql\bin\mysqladmin reload
C:\> C:\mysql\bin\mysqladmin -u root password ihr_passwort

Nachdem Sie das Passwort gesetzt haben, sollten Sie den mysqld-Server herunter fahren, was Sie mit folgendem Befehl bewerkstelligen können:

C:\> mysqladmin --user=root --password=ihr_passwort shutdown

Wenn Sie die alte Shareware-Version von MySQL-Version 3.21 unter Windows benutzen, schlägt der genannte Befehl mit einem Fehler fehl: parse error near 'SET OPTION password'. Die Lösung besteht darin, auf die aktuelle MySQL-Version zu aktualisieren, die frei verfügbar ist.

Mit den neuen MySQL-Versionen können Sie auf einfache Art neue Benutzer hinzufügen und Zugriffsrechte mit den GRANT- und REVOKE-Befehlen ändern. See Abschnitt 5.3.1, „GRANT- und REVOKE-Syntax“.

3.6.2.4. Verbinden mit einem entfernten MySQL-Server von Windows mit SSH aus

Hier ist eine Anmerkung dazu, wie man sich über eine sichere Verbindung zu einem entfernten MySQL-Server mit SSH verbindet (von David Carlson ):

  • Installieren Sie einen SSH-Client auf Ihrer Windows-Maschine. Das beste nicht kostenlose Werkzeug, das ich gefunden habe, ist SecureCRT von http://www.vundyke.com/. Eine andere Option ist f-secure von http://www.f-secure.com/. Sie finden kostenlose Werkzeuge über Google auf http://directory.google.com/Top/Computers/Security/Products_and_Tools/Cryptography/SSH/Clients/Windows/.

  • Starten Sie Ihren Windows-SSH-Client. Konfigurieren Sie: Host_Name = ihr_mysql_server_URL_oder_IP. Konfigurieren Sie: userid=ihre_userid, um sich an Ihrem Server anzumelden (wahrscheinlich nicht dasselbe wie Ihr MySQL-Benutzername / -Passwort).

  • Konfigurieren Sie Port-Forwarding. Machen Sie entweder ein Remote Forward (einstellen: local_port: 3306, remote_host: ihr_mysql_servername_oder_ip, remote_port: 3306 ) oder ein lokales Forward (einstellen: port: 3306, host: localhost, remote port: 3306).

  • Speichern Sie alles, damit Sie es beim nächsten Mal nicht noch einmal eingeben müssen.

  • Melden Sie sich an Ihrem Server mit der SSH-Sitzung, die Sie gerade erzeugt haben.

  • Starten Sie auf Ihrer Windows-Maschine irgend eine Applikation wie Access.

  • Erzeugen Sie unter Windows eine neue Datei und stellen Sie eine Verknüpfung zu MySQL her, indem Sie den ODBC-Treiber so benutzen, wie Sie es normalerweise tun, AUSSER dass Sie localhost als MySQL-Host-Server eingeben - NICHT yourmysqlservername.

Jetzt sollten Sie eine ODBC-Verbindung zu MySQL haben, die mit SSH verschlüsselt ist.

3.6.2.5. Daten auf verschiedenen Platten unter Win32 aufteilen

Ab MySQL-Version 3.23.16 werden die mysqld-max- und mysql-max-nt-Server in der MySQL-Distribution mit der -DUSE_SYMDIR-Option kompiliert. Das gibt Ihnen die Möglichkeit, Datenbanken auf verschiedene Festplatten zu verteilen, indem Sie symbolische Links darauf machen (in ähnlicher Weise, wie symbolische Links unter Unix funktionieren).

Unter Windows legen Sie einen symbolischen Link auf eine Datenbank an, indem Sie eine Datei erzeugen, die den Pfad zum Zielverzeichnis enthält, und diese Datei im mysql_data-Verzeichnis unter dem Dateiname Datenbank.sym speichern. Beachten Sie, dass der symbolische Link nur dann benutzt wird, wenn das Verzeichnis mysql_data_dir\datenbank nicht existiert.

Wenn Ihr MySQL-Daten-Verzeichnis beispielsweise C:\mysql\data ist und Sie die Datenbank foo dort haben wollen, die aber in D:\data\foo liegt, erzeugen Sie die Datei C:\mysql\data\foo.sym, die als Text D:\data\foo\ enthält. Dann werden alle Tabellen, die in der Datenbank foo sind, in D:\data\foo erzeugt.

Beachten Sie, dass wir dieses Feature nicht vorgabemäßig aktiviert haben, weil es mit Geschwindigkeitsnachteilen verbunden ist. Es ist selbst dann nicht aktiviert, wenn Sie MySQL mit Unterstützung dafür kompiliert haben. Um symbolische Links zu aktivieren, müssen Sie in Ihre my.cnf- oder my.ini-Datei folgenden Eintrag machen:

[mysqld]
use-symbolic-links

In MySQL 4.0 werden symbolische Links vorgabemäßig aktiviert sein. Wenn Sie dies deaktivieren wollen, benutzen Sie die skip-symlink-Option.

3.6.2.6. MySQL-Clients auf Windows kompilieren

In Ihren Quell-Dateien sollten Sie windows.h einschließen, bevor Sie mysql.h einschließen:

#if defined(_WIN32) || defined(_WIN64)
#include <windows.h>
#endif
#include <mysql.h>

Sie können Ihren Code entweder mit der dynamischen libmysql.lib-Bibliothek linken, die nur ein Wrapper zum Laden der libmysql.dll bei Bedarf ist, oder mit der statischen mysqlclient.lib-Bibliothek.

Beachten Sie, dass MySQL-Client-Bibliotheken als threaded Bibliotheken kompiliert werden, daher sollten Sie auch Ihren Code so kompilieren, dass er multi-threaded ist!

3.6.2.7. MySQL-Windows im Vergleich zu Unix-MySQL

MySQL-Windows hat sich mittlerweile als sehr stabil erwiesen. Diese Version von MySQL hat dieselben Features wie die entsprechende Unix-Version, allerdings mit folgenden Ausnahmen:

  • Windows 95 und Threads

    Windows 95 hat ein etwa 200 Bytes großes Hauptspeicher-Leck (Memory Leak) für jede Thread-Erzeugung. Jede Verbindung zu MySQL erzeugt eine neues Thread, daher sollten Sie mysqld nicht für längere Zeiträume auf Windows 95 laufen lassen, wenn Ihr Server viele Verbindungen handhabt! Windows NT und Windows 98 haben diesen Bug nicht.

  • Gleichzeitige Lesezugriffe

    MySQL vertraut auf pread()- und pwrite()-Aufrufe, um in der Lage zu sein, INSERT und SELECT zu mischen. Momentan benutzen wir mutexes, um pread() / pwrite() zu emulieren. Langfristig werden wir die Dateiebenen-Schnittstelle durch eine virtuelle Schnittstelle ersetzen, um die readfile()- / writefile()-Schnittstelle auf NT mit höherer Geschwindigkeit benutzen zu können. Die aktuelle Implementation begrenzt die Anzahl offener Dateien, die MySQL benutzen kann, auf 1024, was bedeutet, dass Sie nicht so viele gleichzeitige Threads auf NT benutzen können wie auf Unix.

  • Blockierendes Lesen

    MySQL benutzt blockierendes Lesen (Blocking Read) für jede Verbindung. Das bedeutet in der Anwendung:

    • Eine Verbindung wird nicht automatisch nach 8 Stunden abgebaut, wie es unter der Unix-Version von MySQL der Fall ist.

    • Wenn eine Verbindung hängen bleibt, ist es unmöglich, sie abzubrechen, ohne MySQL zu killen.

    • mysqladmin kill funktioniert nicht für schlafende Verbindungen.

    • mysqladmin shutdown kann nicht abgebrochen werden, solange es noch schlafende Verbindungen gibt.

    Geplant ist, dieses Problem zu beheben, sobald unsere Windows-Entwickler ein nettes Workaround heraus gefunden haben.

  • UDF-Funktionen

    Momentan unterstützt MySQL-Windows keine benutzerdefinierten Funktionen (UDF, user defined functions).

  • DROP DATABASE

    Sie können keine Datenbank löschen, die durch irgend einen Thread in Benutzung ist.

  • MySQL vom Task-Manager aus killen

    Sie können MySQL nicht vom Task-Manager oder mit dem Shutdown-Dienstprogramm unter Windows 95 killen. Sie müssen es mit mysqladmin shutdown herunter fahren.

  • Von Groß-/Kleinschreibung unabhängige Namen

    Unter Windows sind Dateinamen unabhängig von der Groß-/Kleinschreibung. Daher sind Datenbank- und Tabellennamen in MySQL für Windows ebenfalls unabhängig von der Groß-/Kleinschreibung. Die einzige Einschränkung ist die, dass Datenbank- und Tabellennamen innerhalb eines bestimmten Statements dieselbe Groß-/Kleinschreibung haben müssen. See Abschnitt A.5.1, „Groß-/Kleinschreibung beim Suchen“.

  • Das ‘\’-Verzeichnis-Zeichen

    Bestandteile von Pfadnamen werden unter Windows mit dem ‘\’-Zeichen getrennt, das in MySQL als Fluchtzeichen (Escape Character) dient. Wenn Sie LOAD DATA INFILE oder SELECT ... INTO OUTFILE benutzen, müssen Sie ‘\’ an solchen Stellen doppelt eingeben:

    mysql> LOAD DATA INFILE "C:\\tmp\\skr.txt" INTO TABLE skr;
    mysql> SELECT * INTO OUTFILE 'C:\\tmp\\skr.txt' FROM skr;
    

    Alternativ können Sie auch Dateinamen im Unix-Stil mit ‘/’-Zeichen benutzen:

    mysql> LOAD DATA INFILE "C:/tmp/skr.txt" INTO TABLE skr;
    mysql> SELECT * INTO OUTFILE 'C:/tmp/skr.txt' FROM skr;
    

  • Can't open named pipe-Fehler

    Wenn Sie MySQL-Version 3.22 auf NT mit den neuesten MySQL-Clients benutzen, erhalten Sie folgende Fehlermeldung:

    error 2017: can't open named pipe to host: . pipe...
    

    Das liegt daran, dass die MySQL-Version für NT auf NT vorgabemäßig Named Pipes benutzt. Sie können diesen Fehler vermeiden, indem Sie bei den neuen MySQL-Clients die --host=localhost-Option benutzen oder eine Optionsdatei C:\my.cnf anlegen, die folgendes enthält:

    [client]
    host = localhost
    

  • Access denied for user-Fehler

    Wenn Sie den Fehler Access denied for user: 'ein-benutzer@unknown' to database 'mysql' erhalten, wenn Sie auf einen MySQL-Server auf derselben Maschine zugreifen, heißt das, dass MySQL Ihren Hostnamen nicht richtig auflösen kann.

    Um das zu beheben, legen Sie eine Datei \windows\hosts mit folgender Zeile an:

    127.0.0.1       localhost
    

  • ALTER TABLE

    Wenn Sie ein ALTER TABLE-Statement ausführen, ist die Tabelle gegen Benutzung durch andere Threads gesperrt. Das hat damit zu tun, dass Sie unter Windows keine Datei löschen können, die durch andere Threads in Benutzung ist. (Zukünftig finden wir möglicherweise einen Weg, dieses Problem zu umgehen.)

  • DROP TABLE auf eine Tabelle, die durch eine

    MERGE-Tabelle in Benutzung ist, funktioniert nicht. Der MERGE-Handler führt sein Tabellen-Mapping versteckt vor MySQL durch. Weil Windows das Löschen von Dateien verbietet, die offen sind, müssen Sie zuerst alle MERGE-Tabellen flushen (mit FLUSH TABLES) oder die MERGE-Tabelle löschen, bevor Sie die Tabelle löschen. Wir werden das zusammen mit der Einführung von Sichten (VIEWs) beheben.

Hier sind einige Themen für diejenigen, die uns beim Windows-Release helfen wollen:

  • Einen Ein-Benutzer-Server MYSQL.DLL herstellen. Das könnte alles beinhalten, was einen Standard-Server ausmacht, ausser Thread-Erzeugung. Das würde es erheblich erleichtern, MySQL in Applikationen zu benutzen, die keinen echten Client/Server und keinen Zugriff auf den Server von anderen Hosts benötigen.

  • Ein paar nette Start- und Stop-Icons zur MySQL-Installation hinzufügen.

  • Ein Werkzeug bauen, das Registrierungseinträge für die MySQL-Startoptionen handhabt. Das Lesen der Registrierungseinträge ist bereits in mysqld.cc kodiert, sollte aber umgeschrieben werden, damit es mehr Parameter-orientiert ist. Das Werkzeug sollte auch in der Lage sein, die C:\my.cnf-Optionsdatei zu aktualisieren, wenn der Benutzer diese lieber als die Registrierungsdatei benutzen will.

  • Wenn man mysqld als Systemdienst mit --install (auf NT) installiert, wäre es nett, wenn man vorgabemäßige Optionen auf der Kommandozeile hinzufügen könnte. Im Moment muss man diese fehlende Möglichkeit durch eine Liste der Parameter in der C:\my.cnf-Datei ersetzen.

  • Es wäre eine feine Sache, wenn man mysqld vom Task-Manager aus killen könnte. Momentan muss man mysqladmin shutdown benutzen.

  • readline auf Windows portieren, damit es im mysql-Kommandozeilen-Werkzeug benutzt werden kann.

  • GUI-Versionen der Standard-MySQL-Clients (mysql, mysqlshow, mysqladmin und mysqldump) wären nett.

  • Nett wäre auch, wenn die Socket-Lese- und Schreib-Funktionen in net.c unterbrechbar wären. Das würde es ermöglichen, offen Threads mit mysqladmin kill auf Windows zu killen.

  • following two lines? mysqld always starts in the "C" locale und not in the default locale. We would like to have mysqld use the current locale für the sort order.

  • Benutzerdefinierte Funktionen (UDF) mit .DLLs implementieren.

  • Makros hinzufügen, um die schnelleren, Thread-sicheren Inkrementierungs-/Dekrementierungsmethoden nutzen zu können, die Windows bietet.

Weitere Windows-spezifische Themen sind in der README-Datei beschrieben, die mit der MySQL-Windows-Distribution ausgeliefert wird.

3.6.3. Anmerkungen zu Solaris

Auf Solaris bekommen Sie vielleicht schon Probleme, bevor Sie überhaupt Ihre MySQL-Distribution entpackt haben! Solaris-tar kann nicht mit langen Dateinamen umgehen. Daher sehen Sie vielleicht einen Fehler wie den folgenden, wenn Sie MySQL entpacken:

x mysql-3.22.12-beta/bench/Results/ATIS-mysql_odbc-NT_4.0-cmp-db2,informix,ms-sql,mysql,oracle,solid,sybase, 0 Bytes, 0 tape blocks
tar: directory checksum error (Verzeichnis-Prüfsummenfehler)

In diesem Fall müssen Sie GNU-tar (gtar) benutzen, um die Distribution zu entpacken. Sie finden eine vorkompilierte Version für Solaris auf http://www.mysql.com/downloads/.

Native Sun-Threads funktinieren nur auf Solaris 2.5 und höher. Auf 2.4 und früher benutzt MySQL automatisch MIT-pThreads. See Abschnitt 3.3.6, „Anmerkungen zu MIT-pThreads“.

Vielleicht erhalten Sie von configure folgenden Fehler:

checking for restartable system calls... configure: error can not run test
programs while cross compiling

Das bedeutet, dass mit Ihrer Kompiler-Installation etwas nicht stimmt! In diesem Fall sollten Sie Ihren Kompiler auf eine neuere Version aktualisieren. Eventuell sind Sie in der Lage, das Problem zu lösen, indem Sie folgende Zeile in die config.cache-Datei einfügen:

ac_cv_sys_restartable_syscalls=${ac_cv_sys_restartable_syscalls='no'}

Wenn Sie Solaris auf einer SPARC benutzen, ist der empfohlene Kompiler gcc 2.95.2. Sie finden ihn auf http://gcc.gnu.org/. Beachten Sie, dass egcs 1.1.1 und gcc 2.8.1 auf SPARC nicht zuverlässig laufen!

Die empfohlene configure-Zeile ist bei der Benutzung von gcc 2.95.2:

CC=gcc CFLAGS="-O3" \
CXX=gcc CXXFLAGS="-O3 -felide-constructors -fno-exceptions -fno-rtti" \
./configure --prefix=/usr/local/mysql --with-low-memory --enable-assembler

Wenn Sie eine Ultra-Sparc haben, erhalten Sie 4 % mehr Performance, wenn Sie "-mcpu=v8 -Wa,-xarch=v8plusa" zu CFLAGS und CXXFLAGS hinzufügen.

Wenn Sie einen Sun Workshop (Fortre) 5.3 (oder neueren) Kompiler haben, können Sie configure wie folgt laufen lassen:

CC=cc CFLAGS="-Xa -fast -xO4 -native -xstrconst -mt" \
CXX=CC CXXFLAGS="-noex -xO4 -mt" \
./configure --prefix=/usr/local/mysql --enable-assembler

In den MySQL-Benchmarks haben wir auf einer Ultra-Sparc 6% Geschwindigkeitssteigerung erreicht, wenn wir Sun Workshop 5.3 benutzen, im Vergleich mit der Benutzung von gcc mit -mcpu-Flags.

Wenn Sie Probleme mit fdatasync oder sched_yield bekommen, können Sie diese beheben, indem Sie LIBS=-lrt zur Konfigurationszeile hinzufügen.

Der folgende Absatz ist nur für ältere Kompiler als WorkShop 5.3 relevant:

Eventuell müssen Sie auch das configure-Skript editieren und folgende Zeile ändern:

#if !defined(__STDC__) || __STDC__ != 1

Ändern zu:

#if !defined(__STDC__)

Wenn Sie __STDC__ mit der -Xc-Option anschalten, kann der Sun-Kompiler nicht mit der Solaris-pThread.h-Header-Datei kompilieren. Das ist ein Bug von Sun (Kompiler-Problem oder beschädigte Include-Datei).

Wenn mysqld beim Laufenlassen eine Fehlermeldung wie die unten stehende ausgibt, haben Sie versucht, MySQL mit dem Sun-Kompiler zu kompilieren, ohne die Multi-Thread-Option (-mt) anzuschalten:

libc internal error: _rmutex_unlock: rmutex not held

Fügen Sie -mt zu CFLAGS und CXXFLAGS hinzu und versuchen Sie es noch einmal.

Wenn Sie folgenden Fehler beim Kompilieren von MySQL mit gcc erhalten, ist Ihr gcc nicht für Ihre Version von Solaris konfiguriert:

shell> gcc -O3 -g -O2 -DDBUG_OFF  -o thr_alarm ...
./thr_alarm.c: In function `signal_hand':
./thr_alarm.c:556: too many arguments to function `sigwait'

Die einzige richtige Möglichkeit in diesem Fall ist, sich die neueste Version von gcc zu besorgen und Sie mit Ihrem aktuellen gcc-Kompiler zu kompilieren. Zumindest auf Solaris 2.5 haben fast alle Binärversionen von gcc alte, unbrauchbare Include-Dateien, die alle Programme beschädigen, die Threads benutzen (und möglicherweise auch andere Programme)!

Solaris stellt keine statischen Versionen aller Systembibliotheken zur Verfügung (libpThreads und libdl). Daher können Sie MySQL nicht mit --static kompilieren. Wenn Sie es dennoch versuchen, erhalten Sie folgenden Fehler:

ld: fatal: library -ldl: not found

oder

undefined reference to `dlopen'

oder

cannot find -lrt

Wenn zu viele Prozesse zu schnell hintereinander versuchen, sich mit mysqld zu verbinden, werden Sie folgenden Fehler im MySQL-Log sehen:

Error in accept: Protocol error

Als Workaround können Sie versuchen, den Server mit der --set-variable back_log=50-Option zu starten. See Abschnitt 5.1.1, „mysqld-Kommandozeilenoptionen“.

Wenn Sie Ihren eigenen MySQL-Client linken, erhalten Sie möglicherweise folgenden Fehler, wenn Sie versuchen, ihn auszuführen:

ld.so.1: ./my: fatal: libmysqlclient.so.#: open failed: No such file or directory

Dieses Problem kann mit einer der folgenden Methoden vermieden werden:

  • Linken Sie den Client mit folgendem Flag (anstelle von -Lpath): -Wl,r/full-path-to-libmysqlclient.so.

  • Kopieren Sie libmysqclient.so nach /usr/lib.

  • Fügen Sie den Pfadnamen des Verzeichnisses, wo libmysqlclient.so liegt, der LD_RUN_PATH-Umgebungsvariablen hinzu, bevor Sie Ihren Client laufen lassen.

Wenn Sie die --with-libwrap-configure-Option benutzen, müssen Sie auch die Bibliotheken einschließen, die libwrap.a benötigt:

--with-libwrap="/opt/NUtcpwrapper-7.6/lib/libwrap.a -lnsl -lsocket

Wenn Sie Probleme mit configure haben, wenn Sie versuchen, mit -lz zu linken und keine zlib installiert haben, haben Sie zwei Möglichkeiten:

  • Wenn Sie in der Lage sein wollen, dass komprimierte Kommunikationsprotokoll zu benutzen, müssen Sie zlib von ftp.gnu.org laden und installieren.

  • Konfigurieren Sie mit --with-named-z-libs=no.

Wenn Sie gcc benutzen und Probleme mit dem Laden von UDF-Funktionen in MySQL haben, versuchen Sie, -lgcc zur Link-Zeile für die UDF-Funktion hinzuzufügen.

Wenn Sie wollen, dass MySQL automatisch startet, kopieren Sie Support-files/mysql.server nach /etc/init.d und erzeugen Sie einen symbolischen Link darauf, den Sie /etc/rc3.d/S99mysql.server nennen.

3.6.3.1. Anmerkungen zu Solaris 2.7/2.8

Normalerweise können Sie eine Solaris-2.6-Binärdatei für Solaris 2.7 und 2.8 benutzen. Die meisten Dinge, die Solaris 2.6 betreffen, treffen auch für Solaris 2.7 und 2.8 zu.

Beachten Sie, dass MySQL-Version 3.23.4 und höher in der Lage sein sollte, automatisch neue Versionen von Solaris zu erkennen und Workarounds für die folgenden Probleme zu aktivieren!

Solaris 2.7 / 2.8 hat einige Bugs in den Include-Dateien. Eventuell sehen Sie folgenden Fehler, wenn Sie gcc benutzen:

/usr/include/widec.h:42: warning: `getwc' redefined
/usr/include/wchar.h:326: warning: this is the location of the previous
definition

Wenn das auftritt, können Sie folgendes tun, um das Problem zu lösen:

Kopieren Sie /usr/include/widec.h nach .../lib/gcc-lib/os/gcc-version/include und ändern Sie Zeile 41 von:

#if     !defined(lint) && !defined(__lint)

nach

#if     !defined(lint) && !defined(__lint) && !defined(getwc)

Alternativ können Sie /usr/include/widec.h direkt editieren. Egal, wie Sie vorgehen: Nachdem Sie die Fehlerbehebung durchgeführt haben, sollten Sie config.cache entfernen und configure noch einmal laufen lassen!

Wenn Sie beim Laufenlassen von make folgende Fehler bekommen, liegt das daran, dass configure die curses.h-Datei nicht erkannte (vermutlich aufgrund des Fehlers in /usr/include/widec.h):

In file included by mysql.cc:50:
/usr/include/term.h:1060: syntax error before `,'
/usr/include/term.h:1081: syntax error before `;'

Das Problem lösen Sie auf eine der folgenden Weisen:

  • Konfigurieren Sie mit CFLAGS=-DHAVE_CURSES_H CXXFLAGS=-DHAVE_CURSES_H ./configure.

  • Editieren Sie /usr/include/widec.h, wie weiter oben gezeigt, und lassen Sie configure noch einmal laufen.

  • Entfernen Sie die #define HAVE_TERM-Zeile aus der config.h-Datei und lassen Sie make noch einmal laufen.

Wenn Sie das Problem bekommen, dass Ihr Linker -lz nicht finden kann, wenn Sie Ihr Client-Programm linken, liegt das wahrscheinlich daran, dass Ihre libz.so-Datei in /usr/local/lib installiert ist. Sie können das mit einer der folgenden Methoden beheben:

  • Fügen Sie /usr/local/lib zu LD_LIBRARY_PATH hinzu.

  • Fügen Sie einen Link auf libz.so von /lib hinzu.

  • Wenn Sie Solaris 8 benutzen, können Sie die optionale zlib aus Ihrer Solaris-8-CD-Distribution installieren.

  • Konfigurieren Sie MySQL mit der --with-named-z-libs=no-Option.

3.6.3.2. Anmerkungen zu Solaris x86

Auf Solaris 2.8 auf x86 erzeugt mysqld einen Speicherauszug (Core Dump), wenn Sie darin 'strip' laufen lassen.

Wenn Sie gcc oder egcs auf Solaris x86 benutzen und Probleme mit Speicherauszügen (Core Dumps) unter Last erleben, sollten Sie folgenden configure-Befehl benutzen:

CC=gcc CFLAGS="-O3 -fomit-frame-pointer -DHAVE_CURSES_H" \
CXX=gcc \
CXXFLAGS="-O3 -fomit-frame-pointer -felide-constructors -fno-exceptions -fno-rtti -DHAVE_CURSES_H" \
./configure --prefix=/usr/local/mysql

Das vermeidet Probleme mit der libstdc++-Bibliothek und mit C++-Ausnahmefehlern.

Wenn das nicht hilft, sollten Sie eine Debug-Version kompilieren und sie mit einer Trace-Datei oder unter gdb laufen lassen. See Abschnitt D.1.3, „mysqld unter gdb debuggen“.

3.6.4. Anmerkungen zu BSD

3.6.4.1. Anmerkungen zu FreeBSD

FreeBSD 3.x wird für MySQL empfohlen, weil das Thread-Paket sehr viel integrierter ist.

Die einfachste und daher empfohlene Art der Installation ist die Benutzung der mysql-server- und mysql-client-Ports, die auf http://www.freebsd.org verfügbar sind.

Durch deren Benutzung erhalten Sie:

  • Ein funktionierendes MySQL mit allen Optimierungen bereits aktiviert, von denen bekannt ist, dass Sie auf Ihrer Version von FreeBSD funktionieren.

  • Automatische Konfiguration, automatisches Build.

  • Start-Skripte, die in /usr/local/etc/rc.d installiert werden.

  • Die Möglichkeit festzustellen, welche Dateien installiert sind, mit pkg_info -L. Und die Möglichkeit, sie mit pkg_delete zu entfernen, wenn Sie MySQL nicht mehr auf dieser Maschine haben wollen.

Empfohlen wird die Benutzung von MIT-pThreads auf FreeBSD 2.x und von nativen Threads auf Version 3 und höher. Es ist möglich, auf einigen späten 2.2.x-Versionen mit nativen Threads zu arbeiten, aber Sie können beim Herunterfahren von mysqld Probleme bekommen.

Die MySQL-Makefile-Dateien erfordern GNU-make (gmake). Wenn Sie MySQL kompilieren wollen, müssen Sie zuerst GNU-make installieren.

Stellen Sie sicher, dass Ihr Namensauflöser (Name Resolver) korrekt eingerichtet ist. Ansonsten erleben Sie vielleicht Resolver-Verzögerungen oder -Fehler, wenn Sie sich mit mysqld verbinden.

Stellen Sie sicher, dass der localhost-Eintrag in der /etc/hosts-Datei stimmt. Ansonsten werden Sie Probleme haben, sich mit der Datenbank zu verbinden. Die /etc/hosts-Datei sollte mit folgender Zeile beginnen:

127.0.0.1       localhost localhost.ihre.domain

Wenn Sie bemerken, dass configure MIT-pThreads benutzen wird, lesen Sie die Anmerkungen zu MIT-pThreads. See Abschnitt 3.3.6, „Anmerkungen zu MIT-pThreads“.

Wenn make install meldet, dass es /usr/include/pThreads nicht finden kann, hat configure nicht entdeckt, dass Sie MIT-pThreads benötigen. Das kann durch die Ausführung folgender Befehle behoben werden:

shell> rm config.cache
shell> ./configure --with-mit-threads

FreeBSD ist dafür bekannt, dass es vorgabemäßig einen sehr niedrigen Wert für Datei-Handles eingestellt hat. See Abschnitt A.2.16, „File Not Found“. Kommentieren Sie den Abschnitt ulimit -n section in safe_mysqld aus oder erhöhen Sie die Werte für den mysqld-Benutzer in /etc/login.conf (und bauen Sie es neu mit cap_mkdb /etc/login.conf). Stellen Sie ausserdem sicher, dass Sie die korrekte Klasse für diesen Benutzer in der Passwort-Datei einstellen, wenn Sie nicht den Vorgabewert benutzen (benutzen Sie chpass mysqld-user-name). See Abschnitt 5.7.2, „safe_mysqld, der Wrapper um mysqld“.

Wenn Sie Probleme mit dem aktuellen Datum in MySQL erhalten, wird das Setzen der TZ-Variablen das wahrscheinlich beheben. See Anhang E, Umgebungsvariablen.

Um ein sicheres, stabiles System zu erhalten, sollten Sie ausschließlich FreeBSD-Kernels benutzen, die als -STABLE markiert sind.

3.6.4.2. Anmerkungen zu NetBSD

Um auf NetBSD zu kompilieren, benötigen Sie GNU make. Ansonsten wird das Kompilieren abstürzen, wenn make versucht, lint auf C++Dateien laufen zu lassen.

3.6.4.3. Anmerkungen zu OpenBSD

3.6.4.4. Anmerkungen zu OpenBSD 2.5

Auf OpenBSD-Version 2.5 können Sie MySQL mit nativen Threads mit folgenden Optionen kompilieren:

CFLAGS=-pThread CXXFLAGS=-pThread ./configure --with-mit-threads=no

3.6.4.5. Anmerkungen zu OpenBSD 2.8

Unsere Benutzer haben berichtet, dass OpenBSD 2.8 einen Thread-Bug hat, der Probleme mit MySQL verursacht. Die OpenBSD-Entwickler haben das Problem behoben, aber seit dem 25. Januar 2001 ist es nur im ``-current''-Zweig verfügbar. Die Symptome dieses Thread-Bugs sind langsames Antworten, hohe Lase, hohe Prozessorauslastung und Abstürze.

3.6.4.6. Anmerkungen zu BSD/OS

3.6.4.7. Anmerkungen zu BSD/OS Version 2.x

Wenn Sie folgenden Fehler beim Kompilieren von MySQL erhalten, ist Ihr ulimit-Wert für virtuellen Speicher zu niedrig:

item_func.h: In method `Item_func_ge::Item_func_ge(const Item_func_ge &)':
item_func.h:28: virtual memory exhausted
make[2]: *** [item_func.o] Error 1

Versuchen Sie, ulimit -v 80000 zu benutzen, und lassen Sie make erneut laufen. Wenn das nicht funktioniert und Sie bash benutzen, versuchen Sie, statt dessen csh oder sh zu benutzen. Einige BSDI-Benutzer haben Probleme mit bash und ulimit berichtet.

Wenn Sie gcc benutzen, müssen Sie eventuell auch den --with-low-memory-Flag für configure benutzen, um in der Lage zu sein, sql_yacc.cc zu kompilieren.

Wenn Sie Probleme mit dem aktuellen Datum in MySQL erhalten, wird das Setzen der TZ-Variablen das wahrscheinlich beheben. See Anhang E, Umgebungsvariablen.

3.6.4.8. Anmerkungen zu BSD/OS Version 3.x

Aktualisieren Sie auf BSD/OS Version 3.1. Wenn das nicht möglich ist, installieren Sie BSDI-Patch M300-038.

Benutzen Sie zur Konfiguration von MySQL folgenden Befehl:

shell> env CXX=shlicc++ CC=shlicc2 \
       ./configure \
           --prefix=/usr/local/mysql \
           --localstatedir=/var/mysql \
           --without-perl \
           --with-unix-socket-path=/var/mysql/mysql.sock

Folgendes funktioniert bekanntermaßen ebenfalls:

shell> env CC=gcc CXX=gcc CXXFLAGS=-O3 \
       ./configure \
           --prefix=/usr/local/mysql \
           --with-unix-socket-path=/var/mysql/mysql.sock

Wenn Sie wollen, können Sie die Verzeichnisorte ändern oder aber die Vorgabewerte benutzen, indem Sie einfach keine Speicherorte angeben.

Wenn Sie Performance-Probleme unter Hochlast bekommen, versuchen Sie die --skip-thread-priority-Option für mysqld! Dies führt alle Threads mit derselben Priorität aus. Auf BSDI-Version 3.1 gibt Ihnen das bessere Performance (zumindest solange, bis BSDI ihren Thread-Scheduler in Ordnung bringt).

Wenn Sie beim Kompilieren den Fehler virtual memory exhausted erhalten, probieren Sie es mit ulimit -v 80000 und lassen Sie make noch einmal laufen. Wenn das nicht funktioniert und Sie bash benutzen, versuchen Sie, statt dessen csh oder sh zu benutzen. Einige BSDI-Benutzer haben Probleme mit bash und ulimit berichtet.

3.6.4.9. Anmerkungen zu BSD/OS Version 4.x

BSDI-Version 4.x hat einige auf Threads bezogene Bugs. Wenn Sie auf dieser Plattform MySQL benutzen wollen, sollten Sie alle Patches installieren, die sich auf Threads beziehen. Zumindest M400-023 sollte installiert sein.

Auf einigen Systemen mit BSDI-Version 4.x bekommen Sie vielleicht Probleme mit gemeinsam verwendeten (shared) Bibliotheken. Das äußert sich darin, dass Sie keinerlei Client-Programme wie mysqladmin ausführen können. In diesem Fall müssen Sie MySQL so rekonfigurieren, dass keine gemeinsam genutzten Bibliotheken benutzt werden, indem Sie die --disable-shared-Option für configure benutzen.

Einige Kunden hatten auf BSDI 4.0.1 Probleme damit, dass die mysqld-Binärdatei nach einiger Zeit keine Tabellen mehr öffnen konnte. Das liegt an einigen Bugs, die sich auf Bibliothek / System beziehen, und die mysqld veranlassen, das aktuelle Verzeichnis zu wechseln, ohne danach gefragt zu haben!

Die Lösung besteht darin, entweder auf 3.23.34 zu aktualisieren oder nach dem Laufenlassen von configure die Zeile #define HAVE_REALPATH aus config.h zu entfernen, bevor Sie make laufen lassen.

Beachten Sie, dass sich aus dem Gesagten ergibt, dass Sie auf BSDI keine symbolischen Links von Datenbankverzeichnissen zu einem anderen Datenbankverzeichnis oder symbolische Links von einer Tabelle zu einer anderen Datenbank herstellen können! (Ein symbolischer Link auf eine andere Platte ist okay.)

3.6.5. Anmerkungen zu Mac OS X

3.6.5.1. Mac OS X Public Beta

MySQL sollte ohne jedes Problem auf Mac OS X Public Beta (Darwin) laufen. Die pThread-Patches für dieses Betriebssystem benötigen Sie nicht!

3.6.5.2. Mac OS X Server

Bevor Sie versuchen, MySQL auf Mac OS X Server zu konfigurieren, müssen Sie das pThread-Paket von http://www.prnet.de/RegEx/mysql.html installieren.

Unsere Binärdatei für Mac OS X wird kompiliert auf Rhapsody 5.5, mit folgender Konfigurationszeile:

CC=gcc CFLAGS="-O2 -fomit-frame-pointer" CXX=gcc CXXFLAGS="-O2 -fomit-frame-pointer" ./configure --prefix=/usr/local/mysql "--with-comment=Official MySQL binary" --with-extra-charsets=complex  --disable-shared

Wenn Sie der Ressourcen-Datei Ihrer Shell Aliase hinzufügen wollen, um auf mysql und mysqladmin von der Kommandozeile aus zuzugreifen, geben Sie ein:

alias mysql '/usr/local/mysql/bin/mysql'
alias mysqladmin '/usr/local/mysql/bin/mysqladmin'

3.6.6. Anmerkungen zu anderen Unixen

3.6.6.1. Anmerkungen zu HP-UX Notes für Binärdistributionen

Einige Binärdistributionen von MySQL für HP-UX werden als HP-Depot-Datei und als Tar-Datei ausgeliefert. Um die Depot-Datei benutzen zu können, müssen Sie mindestens HP-UX 10.x haben, um auf HP's Software-Depot-Werkzeuge zugreifen zu können.

Die HP-Version von MySQL wurde auf einem HP 9000/8xx-Server unter HP-UX 10.20 kompiliert und benutzt MIT-pThreads. Unter dieser Konfiguration arbeitet sie bekanntermaßen gut. MySQL-Version 3.22.26 und neuer kann auch mit HP's nativem Thread-Paket gebaut werden.

Weitere Konfigurationen, die ebenfalls funktionieren können:

  • HP 9000/7xx mit HP-UX 10.20+

  • HP 9000/8xx mit HP-UX 10.30

Folgende Konfigurationen werden fast mit Sicherheit nicht laufen:

  • HP 9000/7xx oder 8xx mit HP-UX 10.x, wobei x < 2

  • HP 9000/7xx oder 8xx mit HP-UX 9.x

Um die Distribution zu installieren, benutzen Sie die unten stehenden Befehle, wobei /pfad/zum/depot der volle Pfadname der Depot-Datei ist:

  • Um alles inklusive Server, Client- und Entwicklungs-Werkzeuge zu installieren:

    shell> /usr/sbin/swinstall -s /pfad/zum/depot mysql.full
    
  • Um nur den Server zu installieren:

    shell> /usr/sbin/swinstall -s /pfad/zum/depot mysql.server
    
  • Um nur das Client-Paket zu installieren:

    shell> /usr/sbin/swinstall -s /pfad/zum/depot mysql.client
    
  • Um nur die Entwicklungs-Werkzeuge zu installieren:

    shell> /usr/sbin/swinstall -s /pfad/zum/depot mysql.developer
    

Das Depot speichert Binärdateien und Bibliotheken in /opt/mysql und Daten in /var/opt/mysql. Es legt auch die entsprechenden Einträge in /etc/init.d und /etc/rc2.d an, um den Server automatisch beim Hochfahren zu starten. Das setzt root-Rechte zum Installieren voraus.

Um die HP-UX-tar.gz-Distribution zu installieren, müssen Sie GNU tar haben.

3.6.6.2. Anmerkungen zu HP-UX Version 10.20

Es gibt einige kleine Probleme, wenn Sie MySQL auf HP-UX kompilieren. Wir empfehlen, anstelle des nativen HP-UX-Kompilers gcc zu benutzen, weil gcc besseren Code produziert!

Wir empfehlen die Benutzung von gcc 2.95 auf HP-UX. Benutzen Sie keine hohen Optimierungs-Flags (wie -O6), weil das eventuell für HP-UX nicht sicher ist.

Beachten Sie, dass MIT-pThreads nicht mit dem HP-UX-Kompiler kompiliert werden können, weil dieser keine .S-(Assembler)-Dateien kompilieren kann.

Folgende Konfigurationszeile sollte funktionieren:

CFLAGS="-DHPUX -I/opt/dce/include" CXXFLAGS="-DHPUX -I/opt/dce/include -felide-constructors -fno-exceptions -fno-rtti" CXX=gcc ./configure --with-pThread --with-named-Thread-libs='-ldce' --prefix=/usr/local/mysql --disable-shared

Wenn Sie gcc 2.95 selbst kompilieren, sollten Sie ihn NICHT mit den DCE-Bibliotheken (libdce.a oder libcma.a) linken, wenn Sie MySQL mit MIT-pThreads kompilieren wollen. Wenn Sie DCE- und MIT-pThreads-Pakete mischen, erhalten Sie einen mysqld, mit dem Sie sich nicht verbinden können. Entfernen Sie die DCE-Bibliotheken, während Sie gcc 2.95 kompilieren!

3.6.6.3. Anmerkungen zu HP-UX Version 11.x

Für HP-UX Version 11.x empfehlen wir MySQL-Version 3.23.15 oder später.

Wegen einiger kritischer Bugs in den Standard-HP-UX-Bibliotheken sollten Sie folgende Patches installieren, bevor Sie MySQL auf HP-UX 11.0 laufen lassen:

PHKL_22840 Streams cumulative
PHNE_22397 ARPA cumulative

Das löst das Problem, dass man EWOULDBLOCK von recv() und EBADF von accept() in threaded Applikationen erhält.

Wenn Sie gcc 2.95.1 auf einem nicht-gepatchten HP-UX-11.x-System benutzen, erhalten Sie den Fehler:

In file included by /usr/include/unistd.h:11,
                 by ../include/global.h:125,
                 by mysql_priv.h:15,
                 by item.cc:19:
/usr/include/sys/unistd.h:184: declaration of C function ...
/usr/include/sys/pThread.h:440: previous declaration ...
In file included by item.h:306,
                 by mysql_priv.h:158,
                 by item.cc:19:

Das Problem liegt darin, dass HP-UX pThreads_atfork() nicht konsistent definiert. Es hat konfliktbehaftete Prototypes in /usr/include/sys/unistd.h:184 und /usr/include/sys/pThread.h:440 (Details weiter unten).

Eine Lösung besteht darin, /usr/include/sys/unistd.h nach mysql/include zu kopieren und unistd.h zu editieren, wobei es so abgeändert wird, dass es der Definition in pThread.h entspricht. Hier ist der Diff:

183,184c183,184
<      extern int pThread_atfork(void (*prepare)(), void (*parent)(),
<                                                void (*child)());
---
>      extern int pThread_atfork(void (*prepare)(void), void (*parent)(void),
>                                                void (*child)(void));

Danach sollte folgende Konfigurationszeile funktionieren:

CFLAGS="-fomit-frame-pointer -O3 -fpic" CXX=gcc CXXFLAGS="-felide-constructors -fno-exceptions -fno-rtti -O3" ./configure --prefix=/usr/local/mysql --disable-shared

Hier sind ein paar Informationen über das Kompilieren von MySQL mit dem HP-UX:x-Kompiler, die uns ein Benutzer der HP-UX-Version 11.x geschickt hat:

 Environment:
      proper compilers.
         setenv CC cc
         setenv CXX aCC
      flags
         setenv CFLAGS -D_REENTRANT
         setenv CXXFLAGS -D_REENTRANT
         setenv CPPFLAGS -D_REENTRANT
     % aCC -V
     aCC: HP ANSI C++ B3910B X.03.14.06
     % cc -V /tmp/empty.c
     cpp.ansi: HP92453-01 A.11.02.00 HP C Preprocessor (ANSI)
     ccom: HP92453-01 A.11.01.00 HP C Compiler
     cc: "/tmp/empty.c", line 1: warning 501: Empty source file.

  configuration:
     ./configure  --with-pThread        \
     --prefix=/source-control/mysql     \
     --with-named-Thread-libs=-lpThread \
     --with-low-memory

    added '#define _CTYPE_INCLUDED' to include/m_ctype.h. This
    symbol ist the one defined in HP's /usr/include/ctype.h:

     /* Don't include std ctype.h when this is included */
     #define _CTYPE_H
     #define __CTYPE_INCLUDED
     #define _CTYPE_INCLUDED
     #define _CTYPE_USING   /* Don't put names in global namespace. */
  • Ich muss den Compile-Time-Flag -D_REENTRANT benutzen, um den Kompiler dazu zu bringen, den Prototype für localtime_r zu erkennen. Alternativ hätte ich auch den Prototype für localtime_r bereit stellen können. Aber ich wollte weitere Bugs abfangen, in die ich sonst gerannt wäre. Ich war nicht sicher, wo ich es benötigen würde, daher fügte ich es zu allen Flags hinzu.

  • Die Optimierungs-Flags, die MySQL benutzt (-O3), werden von den HP-Kompilern nicht erkannt. Ich habe die Flags nicht geändert.

Wenn Sie folgenden Fehler von configure erhalten:

checking for cc option to accept ANSI C... no
configure: error: MySQL requires a ANSI C compiler (and a C++ compiler). Try gcc. See the installation chapter in the reference manual.

Überprüfen Sie, dass Sie den Pfad zum K&R-Kompiler nicht vor dem Pfad zum HP-UX-C- und C++-Kompiler haben.

3.6.6.4. Anmerkungen zu IBM-AIX

Automatische Erkennung von xlC fehlt bei Autoconf, daher wird ein configure-Befehl wie folgender benötigt, wenn Sie MySQL kompilieren (dieses Beispiel benutzt den IBM-Kompiler):

export CC="xlc_r -ma -O3 -qstrict -qoptimize=3 -qmaxmem=8192 "
export CXX="xlC_r -ma -O3 -qstrict -qoptimize=3 -qmaxmem=8192"
export CFLAGS="-I /usr/local/include"
export LDLFAGS="-L /usr/local/lib"
export CPPFLAGS=$CFLAGS
export CXXFLAGS=$CFLAGS

./configure --prefix=/usr/local \
		--localstatedir=/var/mysql \
		--sysconfdir=/etc/mysql \
		--sbindir='/usr/local/bin' \
		--libexecdir='/usr/local/bin' \
		--enable-thread-safe-client \
		--enable-large-files

Das sind die Optionen, die benutzt werden, um die MySQL-Distribution zu kompilieren, die sich auf http://www-frec.bull.com/ befindet.

Wenn Sie in obiger Konfigurationszeile -O3 zu -O2 ändern, müssen Sie auch die -qstrict-Option entfernen (das ist eine Beschränkung im IBM-C-Kompiler).

Wenn Sie gcc oder egcs benutzen, um MySQL zu kompilieren, MÜSSEN Sie den -fno-exceptions-Flag benutzen, weil das Exception-Handling in gcc / egcs nicht Thread-sicher ist! (Das wurde mit egcs 1.1. getestet.) Es gibt auch ein paar bekannte Probleme mit dem IBM-Assembler, die dazu führen können, dass schlechter Code erzeugt wird, wenn er zusammen mit gcc benutzt wird.

Wir empfehlen folgende configure-Zeile für egcs und gcc 2.95 auf AIX:

CC="gcc -pipe -mcpu=power -Wa,-many" \
CXX="gcc -pipe -mcpu=power -Wa,-many" \
CXXFLAGS="-felide-constructors -fno-exceptions -fno-rtti" \
./configure --prefix=/usr/local/mysql --with-low-memory

-Wa,-many ist notwendig, damit das Kompilieren gelingt. Das Problem ist IBM bekannt, hat es aber nicht eilig, es zu beheben, weil ein Workaround verfügbar ist. Wir wissen nicht, ob -fno-exceptions für gcc 2.95 erforderlich ist, aber weil MySQL keine Exceptions benutzt und die obige Option schnelleren Code erzeugt, empfehlen wir, dass Sie diese Option für egcs / gcc immer benutzen.

Wenn Sie ein Problem mit Assembler-Code bekommen, versuchen Sie, -mcpu=xxx so anzupassen, dass es zu Ihrem Prozessor passt. Typischerweise wird man power2, power oder powerpc benutzen, alternativ kann man eventuell 604 oder 604e benutzen. Ich bin nicht ganz sicher, aber ich würde sagen, dass "power" meist sicher sein sollte, selbst auf einer power2-Maschine.

Wenn Sie nicht wissen, welchen Prozessor Sie haben, geben Sie "uname -m" ein. Das gibt eine Zeichenkette zurück, die etwa wie "000514676700" aussieht, mit dem Format xxyyyyyymmss, wobei xx und ss immer die Nullen sind (0). yyyyyy ist eine eindeutige System-ID und mm ist die ID des CPU-Planars. Eine Tabelle dieser Werte liegt auf http://www.rs6000.ibm.com/doc_link/en_US/a_doc_lib/cmds/aixcmds5/uname.htm. Darin finden Sie Maschinentyp und Maschinenmodell, was Sie benutzen können, um herauszufinden, welchen Prozessortyp Sie haben.

Wenn Sie Probleme mit Signalen haben (MySQL stirbt unerwartet unter hoher Last), haben Sie vielleicht einen Betriebssystem-Bug bei Threads und Signalen gefunden. In diesem Fall können Sie MySQL anweisen, keine Signale zu benutzen, indem Sie es wie folgt konfigurieren:

shell> CFLAGS=-DDONT_USE_THR_ALARM CXX=gcc \
       CXXFLAGS="-felide-constructors -fno-exceptions -fno-rtti -DDONT_USE_THR_ALARM" \
       ./configure --prefix=/usr/local/mysql --with-debug --with-low-memory

Das berührt nicht die Performance von MySQL, hat aber den Nebeneffekt, dass Sie keine Clients auf einer Verbindung mit mysqladmin kill oder mysqladmin shutdown killen können, die ``schlafen''. Statt dessen wird der Client sterben, wenn er den nächsten Befehl sendet.

Bei einigen Versionen von AIX für das Linken mit libbind.a bei getservbyname zu einem Speicherauszug (Core Dump). Das ist ein AIX-Bug, der IBM berichtet werden sollte.

Bei AIX 4.2.1 und gcc müssen Sie folgende Änderungen durchführen:

Nach dem Konfigurieren müssen Sie config.h und include/my_config.h editieren und die Zeile ändern, in der steht:

#define HAVE_SNPRINTF 1

zu

#undef HAVE_SNPRINTF

Schließlich müssen Sie in mysqld.cc einen Prototype für initgoups hinzufügen:

#ifdef _AIX41
extern "C" int initgroups(const char *,int);
#endif

3.6.6.5. Anmerkungen zu SunOS 4

Auf SunOS 4 werden MIT-pThreads benötigt, um MySQL zu kompilieren, was letztlich bedeutet, dass Sie GNU-make benötigen.

Einige SunOS-4-Systeme haben Probleme mit dynamischen Bibliotheken und libtool. Sie können folgende configure-Zeile benutzen, um das Problem zu vermeiden:

shell> ./configure --disable-shared --with-mysqld-ldflags=-all-static

Wenn Sie readline kompilieren, erhalten Sie vielleicht Warnungen über duplizierte Defines. Diese können ignoriert werden.

Wenn Sie mysqld kompilieren, gibt es ein paar implicit declaration of function-Warnungen. Diese können ignoriert werden.

3.6.6.6. Anmerkungen zu Alpha-DEC-UNIX (Tru64)

Wenn Sie egcs 1.1.2 auf Digital Unix benutzen, sollten Sie auf gcc 2.95.2 aktualisieren, weil egcs auf DEC einige schwer wiegende Bugs hat!

Wenn Sie threaded Programme unter Digital Unix kompilieren, empfiehlt die Dokumentation, die -pThread-Option für cc und cxx und die Bibliotheken -lmach -lexc zu benutzen (zusätzlich zu -lpThread). Sie sollten configure wie folgt laufen lassen:

CC="cc -pThread" CXX="cxx -pThread -O" \
./configure --with-named-thread-libs="-lpThread -lmach -lexc -lc"

Wenn Sie mysqld kompilieren, sehen Sie eventuell eine Reihe von Warnungen wie die folgende:

mysqld.cc: In function void handle_connections()':
mysqld.cc:626: passing long unsigned int *' as argument 3 of
accept(int,sockadddr *, int *)'

Sie können diese Warnungen ignorieren. Sie treten auf, weil configure nur Fehler entdecken kann, keine Warnungen.

Wenn Sie den Server direkt von the Kommandozeile starten, haben Sie vielleicht Probleme, dass er stirbt, wenn Sie sich ausloggen. (Wenn Sie sich ausloggen, erhalten Ihre offenen Prozesse ein SIGHUP-Signal.) Wenn das der Fall ist, starten Sie den Server wie folgt:

shell> nohup mysqld [options] &

nohup bewirkt, dass der folgende Befehl jegliche SIGHUP-Signale, die vom Terminal gesendet werden, ignoriert. Alternativ starten Sie den Server mit safe_mysqld, was mysqld mit nohup für Sie aufruft. See Abschnitt 5.7.2, „safe_mysqld, der Wrapper um mysqld“.

Wenn Sie ein Problem beim Kompilieren von mysys/get_opt.c bekommen, entfernen Sie einfach die Zeile #define _NO_PROTO am Anfang dieser Datei!

Wenn Sie den CC-Kompiler von Compaq benutzen, sollte die folgende Konfigurationszeile funktionieren:

CC="cc -pThread"
CFLAGS="-O4 -ansi_alias -ansi_args -fast -inline speed all -arch host"
CXX="cxx -pThread"
CXXFLAGS="-O4 -ansi_alias -ansi_args -fast -inline speed all -arch host"
export CC CFLAGS CXX CXXFLAGS
./configure \
--prefix=/usr/local/mysql \
--with-low-memory \
--enable-large-files \
--enable-shared=yes \
--with-named-Thread-libs="-lpThread -lmach -lexc -lc"
gnumake

Wenn Sie ein Problem mit libtool beim Kompilieren mit gemeinsam genutzten (shared) Bibliotheken bekommen wie oben, wenn Sie mysql linken, sollten Sie dies folgendermaßen umgehen können:

cd mysql
/bin/sh ../libtool --mode=link cxx -pThread  -O3 -DDBUG_OFF \
-O4 -ansi_alias -ansi_args -fast -inline speed \
-speculate all \ -arch host  -DUNDEF_HAVE_GETHOSTBYNAME_R \
-o mysql  mysql.o readline.o sql_string.o completion_hash.o \
../readline/libreadline.a -lcurses \
../libmysql/.libs/libmysqlclient.so  -lm
cd ..
gnumake
gnumake install
Skripts/mysql_install_db

3.6.6.7. Anmerkungen zu Alpha-DEC-OSF1

Wenn Sie Probleme beim Kompilieren haben und DEC CC und gcc installiert sind, versuchen Sie, configure wie folgt laufen zu lassen:

CC=cc CFLAGS=-O CXX=gcc CXXFLAGS=-O3 \
./configure --prefix=/usr/local/mysql

Wenn Sie Probleme mit der c_asm.h-Datei bekommen, können Sie wie folgt eine 'dummy'-c_asm.h-Datei erzeugen und benutzen:

touch include/c_asm.h
CC=gcc CFLAGS=-I./include \
CXX=gcc CXXFLAGS=-O3 \
./configure --prefix=/usr/local/mysql

Beachten Sie, dass die im Folgenden beschriebenen Probleme mit dem ld-Programm behoben werden können, indem Sie das neueste DEC-(Compaq)-Patch-Kit herunterladen, und zwar von folgender Seite: http://ftp.Support.compaq.com/public/unix/.

Auf OSF1 V4.0D und Kompiler "DEC C V5.6-071 auf Digital Unix V4.0 (Rev. 878)" zeigt der Kompiler einige seltsame Verhaltensweisen (undefinierte asm-Symbole). Ausserdem scheint /bin/ld beschädigt zu sein (Probleme mit _exit undefined-Fehlern, die auftreten, wenn Sie mysqld linken). Auf diesem System konnten wir MySQL mit folgender configure-Zeile kompilieren, nachdem wir /bin/ld mit der Version von OSF 4.0C ersetzt haben:

CC=gcc CXX=gcc CXXFLAGS=-O3 ./configure --prefix=/usr/local/mysql

Beim Digital-Kompiler "C++ V6.1-029" sollte folgendes funktionieren:

CC=cc -pThread
CFLAGS=-O4 -ansi_alias -ansi_args -fast -inline speed -speculate all -arch host
CXX=cxx -pThread
CXXFLAGS=-O4 -ansi_alias -ansi_args -fast -inline speed -speculate all -arch host -noexceptions -nortti
export CC CFLAGS CXX CXXFLAGS
./configure --prefix=/usr/mysql/mysql --with-mysqld-ldflags=-all-static --disable-shared --with-named-thread-libs="-lmach -lexc -lc"

In einigen Versionen von OSF1 ist die alloca()-Funktion beschädigt. Beheben Sie dies, indem Sie die Zeile in config.h entfernen, die 'HAVE_ALLOCA' definiert.

Die alloca()-Funktion kann ebenfalls einen falschen Prototyp in /usr/include/alloca.h haben. Die Warnung, die hieraus resultiert, kann ignoriert werden.

configure benutzt automatisch folgenden Thread-Bibliotheken: --with-named-thread-libs="-lpThread -lmach -lexc -lc".

Wenn Sie gcc benutzen, können Sie auch versuchen, configure wie folgt laufen zu lassen:

shell> CFLAGS=-D_PTHREAD_USE_D4 CXX=gcc CXXFLAGS=-O3 ./configure ....

Wenn Sie Probleme mit Signalen haben (MySQL stirbt unerwartet unter Hochlast), haben Sie vielleicht einen Betriebssystem-Bug bei Threads und Signalen gefunden. In diesem Fall können Sie MySQL anweisen, keine Signale zu benutzen, indem Sie es wie folgt konfigurieren:

shell> CFLAGS=-DDONT_USE_THR_ALARM \
       CXXFLAGS=-DDONT_USE_THR_ALARM \
       ./configure ...

Das berührt nicht die Performance von MySQL, hat aber den Nebeneffekt, dass Sie keine Clients auf einer Verbindung mit mysqladmin kill oder mysqladmin shutdown killen können, die ``schlafen''. Statt dessen wird der Client sterben, wenn er den nächsten Befehl sendet.

Bei gcc 2.95.2 erhalten Sie wahrscheinlich folgenden Kompilierfehler:

sql_acl.cc:1456: Internal compiler error in `scan_region', at except.c:2566
Please submit a full bug report.

Um das zu beheben, wechseln Sie ins sql-Verzeichnis und machen ein ``Kopieren und Einfügen'' der letzten gcc-Zeile, ändern aber -O3 zu -O0 (oder fügen -O0 unmittelbar nach gcc hinzu, falls Sie keine -O-Option auf Ihrer Kompilierzeile haben.) Danach wechseln Sie einfach direkt zurück in oberste Verzeichnis und lassen make noch einmal laufen.

3.6.6.8. Anmerkungen zu SGI Irix

Wenn Sie Irix-Version 6.5.3 oder neuer benutzen, kann mysqld nur dann Threads erzeugen, wenn Sie ihn als Benutzer mit CAP_SCHED_MGT-Zugriffsrechten (wie root) laufen lassen oder dem mysqld-Server dieses Recht mit dem folgenden Befehl geben:

shell> chcap "CAP_SCHED_MGT+epi" /opt/mysql/libexec/mysqld

Sie müssen eventuell in config.h einige Dinge umdefinieren, nachdem Sie configure laufen gelassen haben und vor dem Kompilieren.

In einigen Irix-Implementationen ist die alloca()-Funktion beschädigt. Wenn der mysqld-Server bei manchen SELECT-Statements stirbt, entfernen Sie die Zeilen aus config.h, die HAVE_ALLOC und HAVE_ALLOCA_H definieren. Wenn mysqladmin create nicht funktioniert, entfernen Sie die Zeile aus config.h, die HAVE_READDIR_R definiert. Eventuell müssen Sie auch die HAVE_TERM_H-Zeile entfernen.

SGI empfiehlt, dass Sie alle Patches auf dieser Seite auf einmal installieren: http://Support.sgi.com/surfzone/patches/patchset/6.2_indigo.rps.html

Als absolutes Minimum sollten Sie das letzte Kernel-Rollup installieren, das letzte rld-Rollup und das letzte libc-Rollup.

In jedem Fall brauchen Sie für die pThread-Unterstützung alle POSIX-Patches auf dieser Seite:

http://Support.sgi.com/surfzone/patches/patchset/6.2_posix.rps.html

Wenn Sie beim Kompilieren von mysql.cc etwa folgenden Fehler erhalten:

"/usr/include/curses.h", line 82: error(1084): invalid combination of type

Geben Sie folgendes im obersten Verzeichnis Ihres MySQL-Source-Trees ein:

shell> extra/replace bool curses_bool < /usr/include/curses.h > include/curses.h
shell> make

Es wurden ausserdem Scheduling-Probleme berichtet. Wenn nur ein Thread läuft, läuft alles recht langsam. Das können Sie vermeiden, indem Sie einen weiteren Client-Starten. Daraus kann sich eine zwei- bis zehnfache Geschwindigkeitssteigerung für den anderen Thread ergeben. Das liegt an einem Problem mit Irix-Threads, das kaum zu verstehen ist. Eventuell müssen Sie improvisieren, um eine Lösung zu finden, bis dies behoben ist.

Wenn Sie mit gcc kompilieren, können Sie folgenden configure-Befehl benutzen:

CC=gcc CXX=gcc CXXFLAGS=-O3 \
./configure --prefix=/usr/local/mysql --enable-thread-safe-client --with-named-thread-libs=-lpThread

Auf Irix 6.5.11 mit nativen Irix-C- und C++-Kompilern der Version 7.3.1.2 soll auch folgendes funktionieren:

CC=cc CXX=CC CFLAGS='-O3 -n32 -TARG:platform=IP22 -I/usr/local/include \
-L/usr/local/lib' CXXFLAGS='-O3 -n32 -TARG:platform=IP22 \
-I/usr/local/include -L/usr/local/lib' ./configure --prefix=/usr/local/mysql \
--with-berkeley-db --with-innodb \
--with-libwrap=/usr/local --with-named-curses-libs=/usr/local/lib/libncurses.a

3.6.6.9. Anmerkungen zu Caldera

Die aktuelle Portierung wird auf ``sco3.2v5.0.4''- und-``sco3.2v5.0.5''-Systemen getestet. Die Portierung auf ``sco 3.2v4.2'' ist ebenfalls weit fortgeschritten.

Momentan ist der empfohlene Kompiler auf OpenServer gcc 2.95.2. Damit sollten Sie in der Lage sein, MySQL einfach durch folgendes zu kompilieren:

CC=gcc CXX=gcc ./configure ... (options)
  1. Bei OpenServer 5.0.X müssen Sie GDS in Skunkware 95 (95q4c) benutzen. Das ist deshalb notwendig, weil GNU-gcc 2.7.2 in Skunkware 97 kein GNU-as hat. Sie können auch egcs 1.1.2 oder neuer benutzen http://www.egcs.com/. Wenn Sie egcs 1.1.2 benutzen, müssen Sie folgenden Befehl eingeben:

    shell> cp -p /usr/include/pThread/stdtypes.h /usr/local/lib/gcc-lib/i386-pc-sco3.2v5.0.5/egcs-2.91.66/include/pThread/
    
  2. Sie brauchen die Portierung von GCC 2.5.x für dieses Produkt und das Entwicklungssystem. Sie werden auf dieser Version von Caldera (SCO) Unix benötigt. Sie können nicht lediglich das GCC-Dev-System benutzen.

  3. Sie sollten zuerst das FSU-PThreads-Paket holen und installieren. Dieses finden Sie auf http://www.cs.wustl.edu/~schmidt/ACE_wrappers/FSU-threads.tar.gz. Sie finden ein vorkompiliertes Paket auf http://www.mysql.com/Downloads/SCO/FSU-threads-3.5c.tar.gz.

  4. FSU-PThreads kann mit SCO Unix 4.2 mit TCP/IP kompiliert werden. Oder mit OpenServer 3.0 oder Open Desktop 3.0 (OS 3.0 ODT 3.0), mit installiertem Caldera (SCO) Entwicklungssystem unter Benutzung einer guten Portierung von GCC 2.5.x ODT oder OS 3.0. Hierbei brauchen Sie eine gute Portierung von GCC 2.5.x. Ohne gute Portierung gibt es eine Menge Probleme. Die Portierung für dieses Produkt erfordert das Caldera (SCO) Unix-Entwicklungssystem. Ohne dieses fehlen die Bibliotheken und der Linker, die benötigt werden.

  5. Um FSU-PThreads auf Ihrem System zu bauen, tun Sie folgendes:

    1. Lassen Sie ./configure im Threads/src-Verzeichnis laufen und wählen Sie die SCO-OpenServer-Option. Dieser Befehl kopiert Makefile.SCO5 nach Makefile.

    2. Lassen Sie make laufen.

    3. Um in das vorgabemäßige /usr/include-Verzeichnis zu installieren, loggen Sie sich als Root ein und wechseln (cd) Sie in das thread/src-Verzeichnis. Führen Sie dann make install aus.

  6. Denken Sie daran, GNU make zu benutzen, wenn Sie MySQL machen.

  7. Wenn Sie safe_mysqld nicht als Root starten, erhalten Sie wahrscheinlich nur die 110 offenen Dateien pro Prozess. mysqld macht darüber in der Log-Datei einen Eintrag.

  8. Bei SCO 3.2V5.0.5 sollten Sie FSU-PThreads-Version 3.5c oder neuer benutzen. Ausserdem sollten Sie gcc 2.95.2 oder neuer benutzen!

    Folgender configure-Befehl sollte funktionieren:

    shell> ./configure --prefix=/usr/local/mysql --disable-shared
    
  9. Bei SCO 3.2V4.2 sollten Sie FSU-PThreads-Version 3.5c oder neuer benutzen. Folgender configure-Befehl sollte funktionieren:

    shell> CFLAGS="-D_XOPEN_XPG4" CXX=gcc CXXFLAGS="-D_XOPEN_XPG4" \
           ./configure \
               --prefix=/usr/local/mysql \
               --with-named-thread-libs="-lgThreads -lsocket -lgen -lgThreads" \
               --with-named-curses-libs="-lcurses"
    

    Möglicherweise bekommen Sie Probleme mit einigen Include-Dateien. In diesem Fall finden Sie neue, SCO-spezifische Include-Dateien auf http://www.mysql.com/Downloads/SCO/SCO-3.2v4.2-includes.tar.gz. Entpacken Sie diese Datei ins include-Verzeichnis Ihres MySQL-Source-Trees.

Anmerkungen zur Caldera (SCO) Entwicklung:

  • MySQL kann FSU-PThreads automatisch erkennen und mysqld mit -lgThreads -lsocket -lgThreads linken.

  • Die Caldera (SCO) Entwicklungsbibliotheken sind re-entrant in FSU-PThreads. Caldera behauptet, dass seine Bibliotheken-Funktionen re-entrant sind, daher müssen sie mit FSU-PThreads re-entrant sein. FSU-PThreads auf OpenServer versucht, das SCO-Scheme zu benutzen, um Bibliotheken re-entrant zu machen.

  • FSU-PThreads (zumindest die Version auf http://www.mysql.com/) wird mit gelinktem GNU-malloc ausgeliefert. Wenn Sie Problemen mit der Speicherbenutzung begegnen, stellen Sie sicher, dass gmalloc.o in libgThreads.a und libgThreads.so beinhaltet ist.

  • In FSU-PThreads achten folgende Systemaufrufe auf pThreads: read(), write(), getmsg(), connect(), accept(), select() und wait().

Wenn Sie DBI auf Caldera (SCO) installieren wollen, müssen Sie Makefile in DBI-xxx und jedem Unterverzeichnis editieren.

Beachten Sie, dass folgendes gcc 2.95.2 oder neuer voraussetzt:

ALT:                                  NEU:
CC = cc                               CC = gcc
CCCDLFLAGS = -KPIC -W1,-Bexport       CCCDLFLAGS = -fpic
CCDLFLAGS = -wl,-Bexport              CCDLFLAGS =

LD = ld                               LD = gcc -G -fpic
LDDLFLAGS = -G -L/usr/local/lib       LDDLFLAGS = -L/usr/local/lib
LDFLAGS = -belf -L/usr/local/lib      LDFLAGS = -L/usr/local/lib

LD = ld                               LD = gcc -G -fpic
OPTIMISE = -Od                        OPTIMISE = -O1

OLD:
CCCFLAGS = -belf -dy -w0 -U M_XENIX -DPERL_SCO5 -I/usr/local/include

NEW:
CCFLAGS = -U M_XENIX -DPERL_SCO5 -I/usr/local/include

Das liegt daran, dass der Perl-dynaloader keine DBI-Module lädt, die mit icc oder cc kompiliert wurden.

Perl funktioniert am besten, wenn es mit cc kompiliert wird.

3.6.6.10. Anmerkungen zu Caldera Unixware Version 7.0

Sie benötigen mindestens MySQL-Version 3.22.13, weil diese Version einige Portabilitätsprobleme unter Unixware behebt.

Wir waren in der Lage, MySQL mit folgendem configure-Befehl auf Unixware Version 7.0.1 zu kompilieren:

CC=cc CXX=CC ./configure --prefix=/usr/local/mysql

Wenn Sie gcc benutzen wollen, müssen Sie gcc 2.95.2 oder neuer benutzen.

3.6.7. Anmerkungen zu OS/2

MySQL benutzt eine ganze Menge offener Dateien. Deswegen sollten Sie Ihrer CONFIG.SYS-Datei folgendes hinzufügen:

SET EMXOPT=-c -n -h1024

Wenn Sie das nicht tun, erhalten Sie wahrscheinlich folgenden Fehler:

File 'xxxx' not found (Errcode: 24)

Wenn Sie MySQL auf OS/2 Warp 3 einsetzen, wird FixPack 29 oder höher benötigt. Bei OS/2 Warp 4 wird FixPack 4 oder höher benötigt. Das erfordert die PThreads-Bibliothek. MySQL muss auf einer Partition installiert werden, die lange Dateinamen unterstützt, also zum Beispiel HPFS, FAT32 usw.

Das INSTALL.CMD-Skript muss von OS/2's eigener CMD.EXE aus laufen gelassen werden und funktioniert eventuell nicht mit Ersatz-Shells wie 4OS2.EXE.

Das scripts/mysql-install-db-Skript wurde umbenannt. Es heißt jetzt install.cmd und ist ein REXX-Skript, welches die vorgabemäßigen MySQL-Sicherheitseinstellungen einstellt und die WorkPlace-Shell-Icons für MySQL erstellt.

Unterstützung für dynamische Module wird einkompiliert, ist aber noch nicht komplett durchgetestet. Dynamische Module sollten unter Benutzung der PThreads-Runtime-Bibliothek kompiliert werden.

gcc -Zdll -Zmt -Zcrtdll=pthrdrtl -I../include -I../regex -I.. \
    -o example udf_example.cc -L../lib -lmysqlclient udf_example.def
mv example.dll example.udf

Beachten Sie: Aufgrund von Beschränkungen in OS/2 dürfen UDF-module-name-stems nicht länger als 8 Zeichen sein. Module werden im /mysql2/udf-Verzeichnis gespeichert; das safe-mysqld.cmd-Skript trägt dieses Verzeichnis in die BEGINLIBPATH-Umgebungsvariable ein. Wenn Sie UDF-Module benutzen, werden festgelegte Erweiterungen ignoriert - es wird nicht angenommen, dass sie .udf sind. Unter Unix zum Beispiel könnte das gemeinsam genutzte (shared) Module example.so benannt sein. Sie würden daraus eine Funktion wie folgt laden:

mysql> CREATE FUNCTION metaphon RETURNS STRING SONAME "example.so";

Unter OS/2 würde das Modul example.udf heißen, aber Sie würden nicht die Modul-Erweiterung angeben:

mysql> CREATE FUNCTION metaphon RETURNS STRING SONAME "example";

3.6.8. Anmerkungen zu BeOS

Wir sind sehr daran interessiert, MySQL auf BeOS ans Laufen zu bringen, aber leider kennen wir niemanden, der sich mit BeOS auskennt oder Zeit hat, eine Portierung durchzuführen.

Wir sind daran interessiert, jemanden für eine Portierung zu finden, und wir werden ihn / sie bei allen technischen Fragen helfen, die bei einer Portierung auftreten können.

Wir haben vor einiger Zeit mit einigen BeOS-Entwicklern gesprochen, die uns sagten, dass MySQL zu 80% auf BeOS portiert ist, aber wir haben schon eine Weile nichts von ihnen gehört.

3.6.9. Anmerkungen zu Novell NetWare

Wir sind sehr daran interessiert, MySQL auf NetWare ans Laufen zu bringen, aber leider kennen wir niemanden, der sich mit NetWare auskennt oder Zeit hat, eine Portierung durchzuführen.

Wir sind daran interessiert, jemanden für eine Portierung zu finden, und wir werden ihn / sie bei allen technischen Fragen helfen, die bei einer Portierung auftreten können.

3.7. Anmerkungen zur Perl-Installation

DBI/DBD-Schnittstelle

3.7.1. Installation von Perl unter Unix

Perl-Unterstützung für MySQL wird durch die DBI/DBD- Client-Schnittstelle zur Verfügung gestellt. See Abschnitt 9.2, „MySQL-Perl-API“. Der Perl- DBD/DBI-Client-Code erfordert Perl Version 5.004 oder später. Die Schnittstelle funktioniert nicht, wenn Sie eine ältere Version von Perl haben.

MySQL-Perl-Unterstützung erfordert ausserdem, dass Sie MySQL-Client- Programmierunterstützung installiert haben. Wenn Sie MySQL von RPM- Dateien installiert haben, sind Client-Programme im Client-RPM enthalten, aber Client-Programmierunterstützung ist im Entwickler-RPM. Stellen Sie sicher, dass Sie auch das letztgenannte RPM installiert haben.

Ab Version 3.22.8 wird Perl-Unterstützung getrennt von der Haupt-MySQL- Unterstützung ausgeliefert. Wenn Sie Perl-Unterstützung installieren wollen, können Sie die benötigten Dateien von http://www.mysql.com/downloads/api-dbi.html herunter laden.

Die Perl-Distributionen werden als komprimierte tar-Archive zur Verfügung gestellt und haben Namen wie MODULE-VERSION.tar.gz, wobei MODULE der Modulname und VERSION die Versionsnummer ist. Sie sollten die Data-Dumper-, DBI- und Msql- Mysql-modules-Distributionen laden und sie in dieser Reihenfolge installieren. Die Installationsprozedur ist unten dargestellt. Das Beispiel gilt für das Data-Dumper-Modul, ist aber für alle drei Distributionen dieselbe:

  1. Entpacken Sie die Distribution ins aktuelle Verzeichnis.

    shell> gunzip < Data-Dumper-VERSION.tar.gz | tar xvf -
    

    Dieser Befehl erzeugt ein Verzeichnis namens Data-Dumper- VERSION.

  2. Wechseln Sie ins oberste Verzeichnis der entpackten Distribution:

    shell> cd Data-Dumper-VERSION
    

  3. Bauen Sie die Distribution und kompilieren Sie alles:

    shell> perl Makefile.PL
    shell> make
    shell> make test
    shell> make install
    

Der make test-Befehl ist wichtig, weil er sicherstellt, dass die Module funktionieren. Beachten Sie, dass der MySQL-Server während der Befehlsausführung bei der Msql-Mysql-modules-Installation laufen muss, um den Schnittstellen-Code auszuführen, den ansonsten schlägt der Test fehl.

Es ist eine gute Idee, die Msql-Mysql-modules-Distribution neu zu kompilieren und zu installieren, wenn Sie ein neues Release von MySQL installieren, insbesondere, wenn Sie Symptome feststellen wie dass alle Ihre DBI-Skripte einen Coredump liefern, nachdem Sie auf eine höhere Version von MySQL aktualisiert haben.

Wenn Sie keine Rechte haben, die Perl-Module im Systemverzeichnis zu installieren, oder wenn Sie lokale Perl-Module installieren wollen, könnte Ihnen der folgende Link helfen:

http://www.iserver.com/support/contrib/perl5/modules.html

Suchen Sie nach der Überschrift Installing New Modules that Require Locally Installed Modules.

3.7.2. Installation von ActiveState-Perl unter Windows

Um das MySQL-DBD-Modul mit ActiveState-Perl unter Windows zu installieren, gehen Sie wie folgt vor:

  • Laden Sie ActiveState-Perl von http://www.activestate.com/Products/ActivePerl/ und installieren Sie es.

  • Öffnen Sie eine MS-DOS-Eingabeaufforderung.

  • Setzen Sie - falls erforderlich - die HTTP_proxy-Variable, zum Beispiel wie folgt:

    set HTTP_proxy=my.proxy.com:3128
    
  • Starten Sie das PPM-Programm:

    C:\> c:\perl\bin\ppm.pl
    
  • Falls noch nicht geschehen, installieren Sie DBI:

    ppm> install DBI
    
  • Wenn das erfolgreich verlief, führen Sie folgenden Befehl aus:

    install
    ftp://ftp.de.uu.net/pub/CPAN/authors/id/JWIED/DBD-mysql-1.2212.x86.ppd
    

Das sollte zumindest bei ActiveState-Perl Version 5.6 funktionieren.

Wenn Sie es nicht schaffen, dass oben Genanntes funktioniert, sollten Sie statt dessen den MyODBC-Treiber installieren und sich mit dem MySQL-Server über ODBC verbinden:

use DBI;
$dbh= DBI->connect("DBI:ODBC:$dsn","$user","$password") ||
  die "Fehler $DBI::errstr beim Verbinden mit $dsn\n";

3.7.3. Installation der MySQL-Perl-Distribution unter Windows

Die MySQL-Perl-Distribution enthält DBI, DBD:MySQL und DBD:ODBC.

  • Laden Sie die Perl-Distribution für Windows von http://www.mysql.com/download.html.

  • Entpacken Sie die Distribution in C:, so dass Sie ein C:\PERL-Verzeichnis erhalten.

  • Fügen Sie Ihrem Pfad C:\PERL\BIN hinzu.

  • Fügen Sie Ihrem Pfad das Verzeichnis C:\PERL\BIN\MSWIN32-x86- thread oder C:\PERL\BIN\MSWIN32-x86 hinzu.

  • Testen Sie, ob perl funktioniert, indem Sie perl -v in einer MS-DOS-Eingabeaufforderung ausführen.

3.7.4. Probleme bei der Benutzung von Perl DBI/DBD-Schnittstelle

Wenn Perl ausgibt, dass es das ../mysql/mysql.so-Modul nicht finden kann, liegt das Problem wahrscheinlich darin, dass Perl die gemeinsam genutzte libmysqlclient.so nicht findet.

Das können Sie mit einer der folgenden Methoden beheben:

  • Kompilieren Sie die Msql-Mysql-modules-Distribution mit perl Makefile.PL -static -config statt mit perl Makefile.PL.

  • Kopieren Sie libmysqlclient.so in das Verzeichnis, in dem Ihre anderen gemeinsam genutzten Bibliotheken liegen (wahrscheinlich /usr/lib oder /lib).

  • Unter Linux können Sie der /etc/ld.so.conf-Datei den Pfadnamen des Verzeichnisses hinzufügen, in dem libmysqlclient.so liegt.

  • Fügen Sie der LD_RUN_PATH-Umgebungsvariablen den Pfadnamen des Verzeichnisses hinzu, in dem libmysqlclient.so liegt.

Wenn Sie folgende Fehler von DBD-mysql erhalten, benutzen Sie wahrscheinlich gcc (oder eine alte Binärdatei, die mit gcc kompiliert wurde):

/usr/bin/perl: can't resolve symbol '__moddi3'
/usr/bin/perl: can't resolve symbol '__divdi3'

Fügen Sie -L/usr/lib/gcc-lib/... -lgcc zum Link-Befehl hinzu, wenn die mysql.so-Bibliothek gebaut wird (überprüfen Sie die Ausgabe von make nach mysql.so, wenn Sie den Perl-Client kompilieren). Die -L-Option sollte den Pfadnamen des Verzeichnisses angeben, in dem libgcc.a auf Ihrem System liegt.

Ein weiterer Grund für dieses Problem kann sein, dass Perl und MySQL nicht beide mit gcc kompiliert wurden. In diesem Fall können Sie die fehlende Übereinstimmung (Mismatch) durch Kompilieren von beiden mit gcc aufheben.

Wenn Sie folgende Fehler von Msql-Mysql-modules erhalten, wenn Sie die Tests laufen lassen:

t/00base............install_driver(mysql) failed: Can't load
'../blib/arch/auto/DBD/mysql/mysql.so' for module DBD::mysql:
../blib/arch/auto/DBD/mysql/mysql.so: undefined symbol: uncompress at
/usr/lib/perl5/5.00503/i586-linux/DynaLoader.pm line 169.

Bedeutet das, dass Sie die Kompressionsbibliothek (-lz) in die Link- Zeile einschließen müssen. Das kann man durch folgende Änderung in der Datei lib/DBD/mysql/Install.pm tun:

$sysliblist .= " -lm";

ändern in

$sysliblist .= " -lm -lz";

Danach müssen Sie 'make realclean' laufen lassen und danach mit der Installation von Anfang an beginnen.

Wenn Sie das Perl-Modul auf einem System laufen lassen wollen, das dynamisches Linken nicht unterstützt (wie Caldera/SCO), können Sie eine statische Version von Perl erzeugen, die DBI und DBD-mysql enthält. Das bringt man zum Laufen, indem man eine Version von Perl erzeugt, in der der DBI-Code eingelinkt ist, und diese über das aktuelle Perls installiert. Dann benutzen Sie diese, um eine Version von Perl zu bauen, die zusätzlich den DBD-Code eingelinkt hat, und installieren diese.

Unter Caldera (SCO) müssen folgende Umgebungsvariablen gesetzt sein:

shell> LD_LIBRARY_PATH=/lib:/usr/lib:/usr/local/lib:/usr/progressive/lib
or
shell>
LD_LIBRARY_PATH=/usr/lib:/lib:/usr/local/lib:/usr/ccs/lib:/usr/progressive/lib:/usr/skunk/lib
shell>
LIBPATH=/usr/lib:/lib:/usr/local/lib:/usr/ccs/lib:/usr/progressive/lib:/usr/skunk/lib
shell>
MANPATH=scohelp:/usr/man:/usr/local1/man:/usr/local/man:/usr/skunk/man:

Erzeugen Sie zuerst ein Perl, das ein statisch gelinktes DBI enthält, indem Sie diese Befehle im Verzeichnis ausführen, in dem Ihre DBI-Distribution liegt:

shell> perl Makefile.PL -static -config
shell> make
shell> make install
shell> make perl

Dann müssen Sie das neue Perl installieren. Die Ausgabe von make perl zeigt den genauen make-Befehl an, den Sie für die Installation ausführen müssen. Unter Caldera (SCO) ist das make -f Makefile.aperl inst_perl MAP_TARGET=perl.

Benutzen Sie als nächstes dieses soeben erzeugte Perl, um ein weiteres Perl zu erzeugen, dass auch ein statisch gelinktes DBD::mysql enthält, indem Sie diese Befehle im Verzeichnis ausführen, in dem Ihre Msql-Mysql-modules-Distribution liegt:

shell> perl Makefile.PL -static -config
shell> make
shell> make install
shell> make perl

Zum Schluss müssen Sie dieses neue Perl installieren. Hierbei zeigt die Ausgabe von make perl wiederum, welcher Befehl benutzt werden muss.

Kapitel 4. Einführung in MySQL: Ein MySQL-Tutorial

Dieses Kapitel enthält eine Einführung in MySQL in Form eines Tutorials. Datei wird gezeigt, wie Sie das mysql-Client-Programm benutzen, um eine einfache Datenbank zu erzeugen und zu benutzen. mysql (auch ``Terminal-Monitor'' oder einfach ``Monitor'' genannt) ist ein interaktives Programm, mit dem Sie sich mit einem MySQL-Server verbinden, Anfragen (Queries) absetzen und die Ergebnisse ansehen können. mysql kann auch im Stapelbetrieb (Batch Mode) benutzt werden: Sie schreiben Ihre Anfragen zuerst in eine Datei und veranlassen dann mysql, die Inhalte dieser Datei auszuführen. Hier werden beide Möglichkeiten beschrieben, mysql zu benutzen.

Sie können mysql mit der --help-Option aufrufen, um eine Liste der Optionen zu sehen:

shell> mysql --help

Dieses Kapitel setzt voraus, dass mysql auf Ihrer Maschine installiert ist und dass ein MySQL-Server verfügbar ist, mit dem Sie sich verbinden können. Wenn das nicht der Fall sein sollte, setzen Sie sich mit Ihrem MySQL-Administrator in Verbindung. (Wenn Sie der Administrator sind, müssen Sie in anderen Abschnitten des Handbuchs nachsehen.)

Dieses Kapitel beschreibt den gesamten Prozess der Einrichtung und Benutzung einer Datenbank. Wenn Sie lediglich wissen wollen, wie man auf eine bereits existierende Datenbank zugreift, können Sie die Abschnitte überspringen, die beschreiben, wie man eine Datenbank und die Tabellen, die sie enthält, erzeugt.

Weil dieses Kapitel ein Tutorial ist, wurden notwendigerweise viele Details ausgelassen. Sehen Sie in den relevanten Abschnitten dieses Handbuchs nach, wenn Sie weitere Informationen zu den Themen suchen, die hier besprochen werden.

4.1. Verbindung zum Server herstellen und trennen

Um sich zum Server zu verbinden, müssen Sie beim Aufruf von mysql in der Regel einen MySQL-Benutzernamen und üblicherweise auch ein Passwort angeben. Wenn der Server auf einer anderen Maschine als der läuft, von der Sie sich einloggen, müssen Sie auch einen Hostnamen angeben. Setzen Sie sich mit Ihrem Administrator in Verbindung, um herauszubekommen, welche Verbindungsparameter Sie benutzen sollten (das heißt welchen Host, welchen Benutzername und welches Passwort Sie verwenden sollen). Wenn Sie die richtigen Parameter kennen, sollten Sie sich wie folgt verbinden können:

shell> mysql -h host -u user -p
Enter password: ********

******** steht für Ihr Passwort. Geben Sie es ein, wenn mysql Enter password: anzeigt.

Wenn das funktioniert hat, sehen Sie ein paar einführende Informationen, gefolgt von der mysql>-Eingabeaufforderung:

shell> mysql -h host -u user -p
Enter password: ********
Welcome to the MySQL monitor.  Commands end mit ; or \g.
Your MySQL connection id ist 459 to server version: 3.22.20a-log

Type 'help' for help.

mysql>

Die Eingabeaufforderung sagt Ihnen, dass mysql bereit für die Eingabe von Befehlen ist.

Einige Einige MySQL-Installationen erlauben Benutzern, sich als anonyme (unbenannte) Benutzer mit dem Server auf dem lokalen Host zu verbinden. Wenn das auf Ihrer Maschine der Fall ist, können Sie sich mit diesem Server verbinden, indem Sie mysql ohne irgend welche Optionen aufrufen:

shell> mysql

Nachdem Sie sich erfolgreich verbunden haben, können Sie die Verbindung jederzeit trennen, indem Sie QUIT an der mysql>-Eingabeaufforderung eingeben.

mysql> QUIT
Bye

Sie können die Verbindung auch trennen, indem Sie STRG+D eingeben.

Die meisten Beispiele der folgenden Abschnitte setzen voraus, dass Sie mit dem Server verbunden sind. Das wird durch mysql> angezeigt.

4.2. Anfragen eingeben

Stellen Sie sicher, dass Sie mit dem Server verbunden sind, wie im vorherigen Abschnitt erörtert. Dadurch wird noch keine Datenbank ausgewählt, mit der Sie arbeiten können, aber das ist in Ordnung. Hier ist es erst einmal wichtiger, herauszufinden, wie Sie Anfragen (Queries) absetzen, als direkt mit dem Erzeugen von Tabellen, dem Einladen von Daten in diese und der Abfrage von Daten aus diesen zu beginnen. Dieser Abschnitt beschreibt die grundlegenden Prinzipien der Befehlseingabe, indem etliche Anfragen gezeigt werden, die Sie ausprobieren können, um sich mit der Arbeitsweise von mysql vertraut zu machen.

Hier ist ein einfacher Befehl, der den Server bittet, Ihnen seine Versionsnummer und das aktuelle Datum mitzuteilen. Geben Sie folgendes an der mysql>-Eingabeaufforderung ein und drücken Sie die Eingabetaste:

mysql> SELECT VERSION(), CURRENT_DATE;
+--------------+--------------+
| version()    | CURRENT_DATE |
+--------------+--------------+
| 3.22.20a-log | 1999-03-19   |
+--------------+--------------+
1 row in set (0.01 sec)
mysql>

Diese Anfrage erläutert verschiedene Dinge über mysql:

  • Ein Befehl besteht normalerweise aus einem SQL-Statement, gefolgt von einem Semikolon. (Es gibt ein paar Ausnahmen, bei denen das Semikolon nicht benötigt wird. QUIT, das vorher erwähnt wurde, stellt eine solche Ausnahme dar. Wir kommen später noch zu anderen Ausnahmen.)

  • Wenn Sie einen Befehl absetzen, sendet mysql ihn zum Server, der ihn ausführt, und zeigt die Ergebnisse an. Danach wird eine neue mysql>-Eingabeaufforderung angezeigt, um klar zu machen, dass es für einen weiteren Befehl bereit ist.

  • mysql zeigt die Ausgabe der Anfrage in Tabellenform an (Zeilen und Spalten). Die erste Zeile enthält Spaltenüberschriften. Die folgenden Zeilen sind die Ergebnisse der Anfrage. Normalerweise sind die Spaltenüberschriften die Spaltennamen der Tabellen, die Sie abfragen. Wenn Sie statt der Spaltennamen den Wert eines Ausdrucks abfragen (wie im gezeigten Beispiel), beschriftet mysql die Spaltenüberschrift mit dem Ausdruck selbst.

  • mysql zeigt, wie viele Zeilen zurück gegeben wurden und wie lang die Ausführung der Anfrage dauerte, was ihnen eine grobe Einschätzung der Server-Performance ermöglicht. Diese Werte sind ungenau, weil sie die Wanduhrzeit repräsentieren (und nicht die Prozessor- oder Maschinenzeit), und weil sie von Faktoren wie der Serverlast und der Netzwerk-Wartezeit beeinflusst werden. (Um uns kurz zu fassen, zeigen wir die ``rows in set''-Zeile in den weiteren Beispielen dieses Kapitels nicht mehr an.)

Schlüsselwörter können in beliebiger Schreibweise (Groß und klein) eingegeben werden. Folgende Anfragen sind gleichwertig:

mysql> SELECT VERSION(), CURRENT_DATE;
mysql> select version(), current_date;
mysql> SeLeCt vErSiOn(), current_DATE;

Hier kommt eine weitere Anfrage. Sie zeigt, wie Sie mysql als einfachen Rechner benutzen können:

mysql> SELECT SIN(PI()/4), (4+1)*5;
+-------------+---------+
| SIN(PI()/4) | (4+1)*5 |
+-------------+---------+
|    0.707107 |      25 |
+-------------+---------+

Die bislang gezeigten Befehle sind relativ kurze, einzeilige Statements. Sie können allerdings auch mehrfache Statements auf einer einzelnen Zeile eingeben. Beenden Sie einfach jedes davon mit einem Semikolon:

mysql> SELECT VERSION(); SELECT NOW();
+--------------+
| version()    |
+--------------+
| 3.22.20a-log |
+--------------+

+---------------------+
| NOW()               |
+---------------------+
| 1999-03-19 00:15:33 |
+---------------------+

Ein Befehl muss nicht auf einer einzelnen Zeile eingegeben werden, so dass längere Befehle, die mehrere Zeilen erfordern, kein Problem darstellen. mysql stellt anhand des beendenden Semikolons fest, wo Ihr Statement endet, und nicht etwa anhand des Zeilenendes. (Mit anderen Worten akzeptiert mysql Freiformat-Eingaben: Es sammelt Eingabezeilen, führt sie aber solange nicht aus, bis es das Semikolon sieht.)

Hier ist ein einfaches Statement, auf mehrere Zeilen verteilt:

mysql> SELECT
    -> USER()
    -> ,
    -> CURRENT_DATE;
+--------------------+--------------+
| USER()             | CURRENT_DATE |
+--------------------+--------------+
| joesmith@localhost | 1999-03-18   |
+--------------------+--------------+

Sehen Sie, wie sich die Eingabeaufforderung von mysql> zu -> ändert, nachdem Sie die erste Zeile der Mehrzeilen-Anfrage eingegeben haben. Auf diese Weise zeigt mysql an, dass es noch nicht das komplette Statement gesehen hat und auf den Rest wartet. Die Eingabeaufforderung ist Ihr Freund, denn sie stellt wertvolle Rückmeldungen zur Verfügung. Wenn Sie diese Rückmeldungen nutzen, werden Sie immer dessen gewahr sein, worauf mysql wartet.

Wenn Sie den Befehl, den Sie gerade eingeben, nicht ausführen wollen, können Sie ihn mit \c abbrechen:

mysql> SELECT
    -> USER()
    -> \c
mysql>

Beachten Sie auch hierbei die Eingabeaufforderung. Sie ändert sich zurück zu mysql>, nachdem Sie \c eingegeben haben, und diese Rückmeldung bedeutet, dass mysql für einen weiteren Befehl bereit ist.

Folgende Tabelle zeigt alle Eingabeaufforderungen, denen Sie begegnen können, und fasst zusammen, was sie über den Zustand von mysql aussagen:

EingabeaufforderungBedeutung
mysql>Bereit für den nächsten Befehl.
    ->Wartet auf die nächste Zeile eines mehrzeiligen Befehls.
    '>Wartet auf die nächste Zeile und fasst eine Zeichenkette zusammen, die mit einem Apostroph (‘'’) beginnt.
    ">Wartet auf die nächste Zeile und fasst eine Zeichenkette zusammen, die mit Anführungszeichen (‘"’) beginnt.

Mehrzeilige Statements passieren häufig aus Versehen, wenn Sie vorhaben, einen Befehl auf einer einzelnen Zeile abzusetzen, aber das beendende Semikolon vergessen. In diesem Fall wartet mysql auf weitere Eingaben:

mysql> SELECT USER()
    ->

Wenn so etwas passiert (Sie dachten, Sie hätten ein Statement eingegeben, aber die einzige Antwort ist die ->-Eingabeaufforderung), wartet mysql höchstwahrscheinlich auf das Semikolon. Wenn Sie nicht darauf achten, was Ihnen die Eingabeaufforderung mitteilen will, könnten Sie eine ganze Weile herum sitzen, bevor Sie feststellen, was Sie tun müssen. Geben Sie ein Semikolon ein, um das Statement zu vollenden, und mysql wird es ausführen:

mysql> SELECT USER()
    -> ;
+--------------------+
| USER()             |
+--------------------+
| joesmith@localhost |
+--------------------+

Die '>- und ">-Eingabeaufforderungen kommen bei der Sammlung von Zeichenketten vor. In MySQL können Sie Zeichenketten wahlweise in ‘'’- oder ‘"’-Zeichen eingeschlossen eingeben (zum Beispiel 'hallo' oder "tschüß"), und mysql läßt Sie auch Zeichenketten eingeben, die sich über mehrere Zeilen erstrecken. Wenn Sie eine '>- oder ">-Eingabeaufforderung sehen, heißt das, dass Sie eine Zeile eingegeben haben, die eine Zeichenkette enthält, die mit ‘'’ oder ‘"’ beginnt, dass Sie aber noch nicht das entsprechende beendende Zeichen (ebenfalls ‘'’ oder ‘"’) eingegeben haben. Das ist in Ordnung, wenn Sie tatsächlich eine mehrzeilige Zeichenkette eingeben, aber wie wahrscheinlich ist das? Nicht sehr wahrscheinlich. Wahrscheinlicher ist, dass die '>- und ">-Eingabeaufforderungen anzeigen, dass Sie versehentlich ein ‘'’- oder ‘"’-Zeichen ausgelassen haben. Beispiel:

mysql> SELECT * FROM meine_tabelle WHERE name = "Schmidt AND age < 30;
    ">

Wenn Sie dieses SELECT-Statement eingeben, dann EINGABE drücken und auf das Ergebnis warten, wird nichts passieren. Statt sich zu fragen, warum diese Anfrage so lange dauert, beachten Sie des Rätsels Lösung, die die ">-Eingabeaufforderung anzeigt. Sie sagt Ihnen, dass mysql auf den Rest einer nicht beendeten Zeichenkette wartet. (Sehen Sie den Fehler im Statement? Der Zeichenkette "Schmidt fehlt das zweite Anführungszeichen.)

Was machen Sie in diesem Fall? Das einfachste ist, den Befehl abzubrechen. Sie können jetzt allerdings nicht einfach \c eingeben, weil mysql es als Teil der Zeichenkette interpretieren würde, die es gerade sammelt! Geben Sie daher zuerst das schließende Anführungszeichen ein, damit mysql weiß, dass die Zeichenkette zuende ist, und erst danach \c:

mysql> SELECT * FROM meine_tabelle WHERE name = "Schmidt AND age < 30;
    "> "\c
mysql>

Die Eingabeaufforderung ändert sich wieder zu mysql> und zeigt damit an, dass mysql für einen weiteren Befehl bereit ist.

Es ist wichtig, die Bedeutung der '>- und ">-Eingabeaufforderungen zu kennen, denn wenn Sie versehentlich eine nicht beendete Zeichenkette eingeben, werden alle folgenden Zeilen, die Sie eingeben, von mysql ignoriert - inklusive einer Zeile, die QUIT enthält! Das kann recht verwirrend sein, besonders dann, wenn Sie nicht wissen, dass Sie das schließende Anführungszeichen eingeben müssen, bevor Sie den aktuellen Befehl abbrechen können.

4.3. Eine Datenbank erzeugen und benutzen

Jetzt, wo Sie wissen, wie Sie Befehle eingeben, ist es Zeit, auf eine Datenbank zuzugreifen.

Nehmen wir an, Sie haben zuhause mehrere Haustiere (Ihre Menagerie) und Sie wollen unterschiedliche Arten von Information über sie im Überblick behalten. Das können Sie tun, indem Sie Tabellen erzeugen, die Ihre Daten beinhalten, und die Sie mit den gewünschten Informationen füllen. Dann können Sie verschiedene Arten von Fragen über Ihre Haustiere beantworten, indem Sie Daten aus den Tabellen abrufen. Dieser Abschnitt zeigt Ihnen:

  • Wie Sie eine Datenbank erzeugen

  • Wie Sie eine Tabelle anlegen

  • Wie Sie Daten in die Tabelle laden

  • Wie Sie auf unterschiedliche Weise Daten aus der Tabelle abfragen

  • Wie Sie mehrere Tabellen benutzen

Die Menagerie-Datenbank wird (bewusst) einfach sein, aber man kann sich leicht Situationen im echten Leben vorstellen, in denen ein ähnlicher Typ von Datenbank benutzt werden könnte. Beispielsweise könnte ein Bauer eine solche Datenbankbenutzung, um den Überblick über sein Vieh zu behalten, oder ein Tierarzt, um seine Patientendaten im Griff zu haben. Sie finden eine Menagerie-Distribution, die einige der benutzten Anfragen und Beispielsdaten enthält, auf der MySQL-Website. Sie finden die Distribution entweder unter komprimiertes tar-Format oder unter Zip-Format.

Benutzen Sie das SHOW-Statement, um herauszufinden, welche Datenbanken zur Zeit auf dem Server existieren:

mysql> SHOW DATABASES;
+----------+
| database |
+----------+
| mysql    |
| test     |
| tmp      |
+----------+

Die Liste der Datenbanken weicht wahrscheinlich von derjenigen auf Ihrer Maschine ab, aber wahrscheinlich befinden sich die mysql- und test-Datenbanken darunter. Die mysql-Datenbank ist notwendig, weil darin die Zugriffsrechte für Benutzer gespeichert sind. Die test-Datenbank ist meist als Arbeitsbereich zum Ausprobieren dabei.

Wenn die test-Datenbank existiert, versuchen Sie, darauf zuzugreifen:

mysql> USE test
database changed

Beachten Sie, dass USE - wie QUIT - kein Semikolon erfordert. (Sie können solche Statements mit einem Semikolon beenden, wenn Sie wollen, es schadet nicht.) Das USE-Statement ist auch auf andere Art besonders: Es muss auf einer einzigen Zeile eingegeben werden.

Sie können die test-Datenbank für die folgenden Beispiele benutzen (wenn Sie Zugriff darauf haben), aber alles, was Sie dort anlegen, kann von jedem sonstigen, der Zugriff darauf hat, entfernt werden. Aus diesem Grund sollten Sie besser Ihren MySQL-Administrator um Erlaubnis bitten, eine eigene Datenbankbenutzung zu können. Nehmen wir an, Sie wollen Ihre Datenbank menagerie nennen. Dafür muss der Administrator folgenden Befehl eingeben:

mysql> GRANT ALL ON menagerie.* TO ihr_mysql_name;

Wobei ihr_mysql_name der MySQL-Benutzername ist, der Ihnen zugewiesen wurde.

4.3.1. Eine Datenbank erzeugen und auswählen

Wenn der Administrator für Sie eine Datenbank erzeugt, wenn er Ihre Zugriffsrechte einträgt, können Sie sie unmittelbar benutzen. Ansonsten müssen Sie sie selbst anlegen:

mysql> CREATE DATABASE menagerie;

Unter Unix sind Datenbanknamen abhängig von der Groß-/Kleinschreibung (im Gegensatz zu SQL-Schlüsselwörtern), daher müssen Sie sich auf Ihre Datenbank immer mit menagerie beziehen, nicht mit Menagerie, MENAGERIE oder irgend einer anderen Variante. Dasselbe gilt für Tabellennamen. (Unter Windows trifft diese Beschränkung nicht zu. Dennoch muss man sich bei einer gegebenen Anfrage auf Datenbanken und Tabellen in derselben Schreibweise beziehen.)

Das Erzeugen einer Datenbank wählt diese nicht zur Benutzung aus. Das müssen Sie explizit tun. Um menagerie zur aktuell ausgewählten Datenbank zu machen, benutzen Sie folgenden Befehl:

mysql> USE menagerie
database changed

Ihre Datenbank muss nur einmal erzeugt werden, aber Sie müssen sie jedes Mal zur Benutzung auswählen, wenn Sie eine mysql-Sitzung beginnen. Das können Sie durch die Eingabe eines USE-Statements wie oben beschrieben tun. Alternativ können Sie die Datenbank auf der Kommandozeile auswählen, wenn Sie mysql aufrufen. Geben Sie einfach ihren Namen nach den Verbindungsparametern ein, die Sie ansonsten eingeben müssen. Beispiel:

shell> mysql -h host -u user -p menagerie
Enter password: ********

Beachten Sie, dass menagerie auf der gezeigten Kommandozeile nicht Ihr Passwort ist! Wenn Sie Ihr Passwort auf der Kommandozeile nach der -p-Option eingeben wollen, müssen Sie das ohne Leerzeichen dazwischen machen (beispielsweise als -pmeinpasswort, nicht als -p meinpasswort). Es wird allerdings nicht empfohlen, das Passwort auf der Kommandozeile einzugeben, denn dann kann es durch andere Benutzer, die auf Ihrer Maschine eingeloggt sind, ausspioniert werden.

4.3.2. Eine Tabelle erzeugen

Die Datenbank zu erzeugen ist leicht, aber bis jetzt ist sie noch leer, wie Ihnen SHOW TABLES zeigt:

mysql> SHOW TABLES;
Empty set (0.00 sec)

Der schwierigere Teil besteht darin, sich zu entscheiden, wie die Struktur Ihrer Datenbank sein sollte: Welche Tabellen Sie benötigen und welche Spalten in jeder Tabelle enthalten sein sollen.

Sie brauchen eine Tabelle, die für jedes Ihrer Haustiere einen Datensatz enthält. Diese kann pet-Tabelle genannt werden, und sie sollte zumindest den Namen jedes Tiers enthalten. Weil lediglich der Name nicht besonders interessant ist, sollte die Tabelle weitere Informationen enthalten. Wenn zum Beispiel mehr als eine Person in Ihrer Familie ein Haustier hält, würden Sie den Namen des Besitzers jedes Haustiers auflisten wollen. Ausserdem wollen Sie vielleicht ein paar grundlegende Informationen wie Art und Geschlecht einfügen.

Was ist mit dem Alter? Diese Information könnte interessant sein, aber es ist keine gute Idee, sie in der Datenbank zu speichern. Das Alter ändert sich, wenn die Zeit vergeht, was bedeutet, dass Sie Ihre Datensätze oft aktualisieren müssen. Statt dessen ist es besser, einen festen Wert wie das Geburtsdatum zu speichern. Immer, wenn Sie dann das Alter benötigen, berechnen Sie es als Differenz zwischen dem aktuellen Datum und dem Geburtstag. MySQL stellt Funktionen für Datumsberechnungen zur Verfügung, daher ist so etwas nicht schwer. Ausserdem hat die Speicherung von Geburtsdaten anstelle von Alter weitere Vorteile:

  • Sie können die Datenbank für Aufgaben wie die Erzeugung einer Liste bevorstehender Tier-Geburtstage benutzen. (Wenn Sie das etwas albern finden, bedenken Sie, dass sich dieselbe Frage zum Beispiel bei einer Geschäftsdatenbank stellt, um Kunden herauszufinden, denen Sie in Kürze Geburtstagswünsche schicken wollen, also für die Computer-unterstützte persönliche Note.)

  • Sie können Altersberechnungen mit anderen Bezugsdaten als dem aktuellen Datum durchführen. Wenn Sie das Sterbedatum speichern, können Sie zum Beispiel leicht errechnen, wie alt ein Haustier war, als es starb.

Wahrscheinlich fallen Ihnen weitere Informationen ein, die sinnvoller Weise in der pet-Tabelle gespeichert werden könnten. Für unser Beispiel sollen die bisher identifizierten Informationen fürs Erste ausreichen: Name, Besitzer, Art, Geschlecht, Geburtstag und Sterbetag.

Legen Sie mit einem CREATE TABLE-Statement das Layout Ihrer Tabelle fest:

mysql> CREATE TABLE pet (name VARCHAR(20), besitzer VARCHAR(20),
    -> art VARCHAR(20), geschlecht CHAR(1), geburtstag DATE, sterbetag DATE);

VARCHAR ist für die name-, besitzer- und art-Spalten eine gute Wahl, weil die Spaltenwerte in der Länge variieren werden. Diese Spalten müssen auch nicht alle gleich sein, also 20 Zeichen lang. Sie können jede beliebige Länge zwischen 1 und 255 wählen, was immer Ihnen vernünftig erscheint. (Wenn Sie eine schlechte Wahl getroffen haben und sich später herausstellt, dass Sie eine längere Spalte brauchen, stellt MySQL ein ALTER TABLE-Statement zur Verfügung.)

Das Geschlecht der Tiere kann vielfältig dargestellt werden, zum Beispiel als "m" und "w", oder auch als "männlich" und "weiblich". Am einfachsten ist es, hierfür einzelne Zeichen wie "m" und "w" zu verwenden.

Der DATE-Datentyp für geburtstag und sterbetag liegt auf der Hand.

Nachdem Sie eine Tabelle angelegt haben, sollte SHOW TABLES auch etwas zeigen:

mysql> SHOW TABLES;
+---------------------+
| Tables in menagerie |
+---------------------+
| pet                 |
+---------------------+

Um sicherzustellen, dass Ihre Tabelle so wie erwartet angelegt wurde, benutzen Sie das DESCRIBE-Statement:

mysql> DESCRIBE pet;
+------------+-------------+------+-----+---------+-------+
| Field      | Type        | Null | Key | Default | Extra |
+------------+-------------+------+-----+---------+-------+
| name       | varchar(20) | YES  |     | NULL    |       |
| besitzer   | varchar(20) | YES  |     | NULL    |       |
| art        | varchar(20) | YES  |     | NULL    |       |
| geschlecht | char(1)     | YES  |     | NULL    |       |
| geburtstag | date        | YES  |     | NULL    |       |
| sterbetag  | date        | YES  |     | NULL    |       |
+------------+-------------+------+-----+---------+-------+

Sie können DESCRIBE jederzeit benutzen, zum Beispiel, wenn Sie die Namen der Spalten Ihrer Tabelle vergessen haben oder von welchem Datentyp sie sind.

4.3.3. Daten in Tabellen einladen

Nachdem Sie Ihre Tabelle erzeugt haben, müssen Sie sie mit Daten füllen. Hierfür sind die LOAD DATA- und INSERT-Statements nützlich.

Nehmen wir an, Sie haben Haustiere wie unten aufgeführt. (Achten Sie bei den Datumsangaben bitte darauf, dass MySQL Daten im YYYY-MM-DD-Format erwartet, was von dem Format abweichen kann, an das Sie gewohnt sind.)

namebesitzerartgeschlechtgeburtstagsterbetag
FluffyHaroldKatzew1993-02-04 
ClawsGwenKatzem1994-03-17 
BuffyHaroldHundw1989-05-13 
FangBennyHundm1990-08-27 
BowserDianeHundm1998-08-311995-07-29
ChirpyGwenVogelw1998-09-11 
WhistlerGwenVogel 1997-12-09 
SlimBennySchlangem1996-04-29 

Weil Sie mit einer leeren Tabelle beginnen, ist eine einfache Möglichkeit, diese mit Daten zu füllen, dass Sie eine Textdatei erzeugen, die eine Zeile für jedes Ihrer Tiere enthält, und die Inhalte dieser Datei dann mit einem einzigen Statement in die Tabelle laden.

Erzeugen Sie also eine Textdatei pet.txt, die einen Datensatz pro Zeile enthält, mit Werten, die durch TAB-Zeichen getrennt sind, und zwar in der Reihenfolge, in der die Spalten im CREATE TABLE-Statement aufgeführt waren. Fehlende Werte (wie unbekanntes Geschlecht oder Sterbedaten für Tiere, die noch leben) ersetzen Sie mit NULL-Werten. Um das in Ihrer Textdatei darzustellen, nehmen Sie \N. Der Datensatz für den Vogel Whistler zum Beispiel sieht wie folgt aus (wobei der Leerraum zwischen den Werten ein einzelnes TAB-Zeichen darstellt):

WhistlerGwenVogel\N1997-12-09\N

Um die Textdatei pet.txt in die pet-Tabelle zu laden, benutzen Sie folgenden Befehl:

mysql> LOAD DATA LOCAL INFILE "pet.txt" INTO TABLE pet;

Sie können das Trennzeichen für die Spalten und das Zeichen für Zeilenende im LOAD DATA-Statement explizit festlegen, wenn Sie wollen, aber vorgabemäßig sind das das TAB-Zeichen und das Zeilenvorschub-Zeichen. Das reicht für das Statement aus, um die Datei pet.txt korrekt einzulesen.

Wenn Sie einzeln neue Datensätze hinzufügen wollen, ist das INSERT-Statement nützlich. In seiner einfachsten Form geben Sie für jede Spalte Werte an, in genau der Reihenfolge, in der die Spalten im CREATE TABLE-Statement aufgeführt wurden. Nehmen wir an, dass Diane einen neuen Hamster namens Puffball bekommt. Sie fügen einen neuen Datensatz mittels INSERT-Statement wie folgt hinzu:

mysql> INSERT INTO pet
    -> VALUES ('Puffball','Diane','Hamster','w','1999-03-30',NULL);

Beachten Sie, dass hierbei Zeichenketten- und Datumswerte in Anführungszeichen stehen. Mit INSERT können Sie auch direkt NULL einfügen, um einen fehlenden Wert darzustellen. Sie können dafür nicht \N wie bei LOAD DATA verwenden.

Diesem Beispiel können Sie auch entnehmen, dass es einiger Tipparbeit bedurft hätte, die anfänglichen Datensätze mit mehreren INSERT-Statements einzufügen, statt hierfür ein einziges LOAD DATA-Statement zu verwenden.

4.3.4. Informationen aus einer Tabelle abfragen

Das SELECT-Statement wird benutzt, um Informationen aus einer Tabelle herauszuziehen. Die allgemeine Form des Statements ist:

SELECT auszuwählende_spalten
FROM tabelle
WHERE gewünschte_bedingungen

auszuwählende_spalten bezeichnet, was Sie sehen wollen. Das kann entweder eine Liste von Spalten sein oder *, um ``alle Spalten'' zu bezeichnen. tabelle kennzeichnet die Tabelle, aus der Sie Spalten abfragen wollen. Die WHERE-Klausel ist optional. Wenn sie vorhanden ist, kennzeichnet gewünschte_bedingungen die Bedingungen, mit denen die Zeilen übereinstimmen müssen, damit sie abgefragt werden.

4.3.4.1. Alle Daten auswählen

Die einfachste Form von SELECT fragt alles aus einer Tabelle ab:

mysql> SELECT * FROM pet;
+----------+----------+----------+------------+------------+------------+
| name     | besitzer | art      | geschlecht | geburtstag | sterbetag  |
+----------+----------+----------+------------+------------+------------+
| Fluffy   | Harold   | Katze    | w          | 1993-02-04 | NULL       |
| Claws    | Gwen     | Katze    | m          | 1994-03-17 | NULL       |
| Buffy    | Harold   | Hund     | w          | 1989-05-13 | NULL       |
| Fang     | Benny    | Hund     | m          | 1990-08-27 | NULL       |
| Bowser   | Diane    | Hund     | m          | 1998-08-31 | 1995-07-29 |
| Chirpy   | Gwen     | Vogel    | w          | 1998-09-11 | NULL       |
| Whistler | Gwen     | Vogel    | NULL       | 1997-12-09 | NULL       |
| Slim     | Benny    | Schlange | m          | 1996-04-29 | NULL       |
| Puffball | Diane    | Hamster  | w          | 1999-03-30 | NULL       |
+----------+----------+----------+------------+------------+------------+

Diese Form von SELECT ist nützlich, wenn Sie Ihre gesamte Tabelle abfragen wollen, zum Beispiel, wenn Sie sich gerade mit einem anfänglichen Satz Daten geladen haben. Wie das so passiert, zeigt die Ausgabe einen Fehler auf: Bowser scheint gestorben zu sein, bevor er geboren wurde! In den Original-Stammbaum-Papieren finden Sie, dass das korrekte Geburtsjahr 1989 ist, nicht 1998.

Es gibt eine ganze Reihe Möglichkeiten, das zu beheben:

  • Editieren Sie die Datei pet.txt und beheben Sie den Fehler. Leeren Sie dann die Tabelle und laden Sie erneut Daten hinein, indem Sie zuerst DELETE und dann LOAD DATA benutzen:

    mysql> SET AUTOCOMMIT=1;  # Für schnelles Neuerzeugen der Tabelle
    mysql> DELETE FROM pet;
    mysql> LOAD DATA LOCAL INFILE "pet.txt" INTO TABLE pet;
    

    Wenn Sie das jedoch tun, müssen Sie die Daten für Puffball erneut eingeben.

  • Den fehlerhaften Datensatz mit einem UPDATE-Statement in Ordnung bringen:

    mysql> UPDATE pet SET geburtstag = "1989-08-31" WHERE name = "Bowser";
    

Wie gezeigt ist es einfach, eine ganze Tabelle abzufragen. Aber typischerweise wird das selten gewünscht sein, besonders, wenn die Tabelle Groß wird. Statt dessen werden Sie an der Antwort auf bestimmte Fragen interessiert sein, wobei Sie ein paar Beschränkungen in Bezug auf die Informationen, die Sie wollen, festlegen. Schauen wir uns einige Auswahl-Anfragen an, hinsichtlich der Fragen in Bezug auf Ihre Haustiere, die sie beantworten.

4.3.4.2. Bestimmte Zeilen auswählen

Sie können nur bestimmte Zeilen Ihrer Tabelle auswählen. Wenn Sie zum Beispiel die Geburtstags-Änderung von Bowser überprüfen wollen, wählen Sie Bowsers Datensatz wie folgt aus:

mysql> SELECT * FROM pet WHERE name = "Bowser";
+--------+----------+---------+-------------+------------+------------+
| name   | besitzer | art     | geschlecht  | geburtstag | sterbetag  |
+--------+----------+---------+-------------+------------+------------+
| Bowser | Diane    | dog     | m           | 1989-08-31 | 1995-07-29 |
+--------+----------+---------+-------------+------------+------------+

Die Ausgabe bestätigt, dass das Jahr inzwischen korrekt als 1989, nicht 1998, eingetragen ist.

Vergleiche von Zeichenketten achten normalerweise nicht auf Groß-/Kleinschreibung, daher können Sie den Namen als "bowser", "BOWSER" usw. angeben. Das Anfrageergebnis wird dasselbe bleiben.

Sie können für jede Spalte Bedingungen festlegen, nicht nur für name. Wenn Sie zum Beispiel wissen wollen, welche Tiere nach 1998 geboren wurden, formulieren Sie eine Bedingung für die geburtstag-Spalte:

mysql> SELECT * FROM pet WHERE geburtstag >= "1998-1-1";
+----------+----------+---------+-------------+------------+-----------+
| name     | besitzer | art     | geschlecht  | geburtstag | sterbetag |
+----------+----------+---------+-------------+------------+-----------+
| Chirpy   | Gwen     | Vogel   | w           | 1998-09-11 | NULL      |
| Puffball | Diane    | Hamster | w           | 1999-03-30 | NULL      |
+----------+----------+---------+-------------+------------+-----------+

Sie können Bedingungen kombinieren, um zum Beispiel weibliche Hunde festzustellen:

mysql> SELECT * FROM pet WHERE art = "Hund" AND geschlecht = "w";
+-------+-----------+---------+------------+------------+-----------+
| name  | besitzer  | art     | geschlecht | geburtstag | sterbetag |
+-------+-----------+---------+------------+------------+-----------+
| Buffy | Harold    | Hund    | w          | 1989-05-13 | NULL      |
+-------+-----------+---------+------------+------------+-----------+

Die vorherige Anfrage benutzt den logischen Operator AND. Es gibt auch einen OR-Operator:

mysql> SELECT * FROM pet WHERE art = "Schlange" OR art = "Vogel";
+----------+----------+---------+-------------+------------+-----------+
| name     | besitzer | art     | geschlecht  | geburtstag | sterbetag |
+----------+----------+---------+-------------+------------+-----------+
| Chirpy   | Gwen     | Vogel   | w           | 1998-09-11 | NULL      |
| Whistler | Gwen     | Vogel   | NULL        | 1997-12-09 | NULL      |
| Slim     | Benny    | Schlange| m           | 1996-04-29 | NULL      |
+----------+----------+---------+-------------+------------+-----------+

AND und OR können gemischt werden. Wenn Sie das tun, ist es eine gute Idee, Klammern zu verwenden, um anzuzeigen, wie die Bedingungen gruppiert werden sollen:

mysql> SELECT * FROM pet WHERE (art = "Katze" AND geschlecht = "m")
    -> OR (art = "Hund" AND geschlecht = "w");
+-------+-----------+---------+-------------+------------+-----------+
| name  | besitzer  | art     | geschlecht  | geburtstag | sterbetag |
+-------+-----------+---------+-------------+------------+-----------+
| Claws | Gwen      | Katze   | m           | 1994-03-17 | NULL      |
| Buffy | Harold    | Hund    | w           | 1989-05-13 | NULL      |
+-------+-----------+---------+-------------+------------+-----------+

4.3.4.3. Bestimmte Spalten auswählen

Wenn Sie nicht ganze Zeilen Ihrer Tabelle sehen wollen, geben Sie einfach die Spalten an, an denen Sie interessiert sind, getrennt durch Kommas. Wenn Sie zum Beispiel wissen wollen, wann Ihre Tiere geboren wurden, wählen Sie die name- und geburtstag-Spalten aus:

mysql> SELECT name, geburtstag FROM pet;
+----------+------------+
| name     | geburtstag |
+----------+------------+
| Fluffy   | 1993-02-04 |
| Claws    | 1994-03-17 |
| Buffy    | 1989-05-13 |
| Fang     | 1990-08-27 |
| Bowser   | 1989-08-31 |
| Chirpy   | 1998-09-11 |
| Whistler | 1997-12-09 |
| Slim     | 1996-04-29 |
| Puffball | 1999-03-30 |
+----------+------------+

Um herauszufinden, wem welches Haustier gehört, benutzen Sie diese Anfrage:

mysql> SELECT besitzer FROM pet;
+----------+
| besitzer |
+----------+
| Harold   |
| Gwen     |
| Harold   |
| Benny    |
| Diane    |
| Gwen     |
| Gwen     |
| Benny    |
| Diane    |
+----------+

Beachten Sie jedoch, dass diese Anfrage einfach die besitzer-Spalte jedes Datensatzes abfragt, wodurch mehrere von ihnen mehrfach erscheinen. Um die Ausgabe zu minimieren, fragen Sie jeden eindeutigen Datensatz nur einmal ab, indem Sie das Schlüsselwort DISTINCT verwenden:

mysql> SELECT DISTINCT besitzer FROM pet;
+-----------+
| besitzer  |
+-----------+
| Benny     |
| Diane     |
| Gwen      |
| Harold    |
+-----------+

Sie können eine WHERE-Klausel verwenden, um die Auswahl von Zeilen mit der Auswahl von Spalten zu kombinieren. Um zum Beispiel nur die Geburtstage von Hunden und Katzen zu erhalten, benutzen Sie diese Anfrage:

mysql> SELECT name, art, geburtstag FROM pet
    -> WHERE art = "Hund" OR art = "Katze";
+--------+---------+------------+
| name   | art     | geburtstag |
+--------+---------+------------+
| Fluffy | Katze   | 1993-02-04 |
| Claws  | Katze   | 1994-03-17 |
| Buffy  | Hund    | 1989-05-13 |
| Fang   | Hund    | 1990-08-27 |
| Bowser | Hund    | 1989-08-31 |
+--------+---------+------------+

4.3.4.4. Zeilen sortieren

Sie haben bei den vorherigen Beispielen vielleicht bemerkt, dass die Ergebniszeilen in keiner bestimmten Reihenfolge angezeigt werden. Häufig ist es jedoch einfacher, die Ausgabe der Anfrage zu überprüfen, wenn die Zeilen auf sinnvolle Art sortiert werden. Um ein Ergebnis zu sortieren, benutzen Sie die ORDER BY-Klausel.

Hier sind die Geburtstage der Haustiere, sortiert nach Geburtstag:

mysql> SELECT name, geburtstag FROM pet ORDER BY geburtstag;
+----------+------------+
| name     | geburtstag |
+----------+------------+
| Buffy    | 1989-05-13 |
| Bowser   | 1989-08-31 |
| Fang     | 1990-08-27 |
| Fluffy   | 1993-02-04 |
| Claws    | 1994-03-17 |
| Slim     | 1996-04-29 |
| Whistler | 1997-12-09 |
| Chirpy   | 1998-09-11 |
| Puffball | 1999-03-30 |
+----------+------------+

Um in umgekehrter Reihenfolge zu sortieren, fügen Sie das DESC- (descending) Schlüsselwort zum Namen der Spalte, die Sie sortieren wollen, hinzu:

mysql> SELECT name, geburtstag FROM pet ORDER BY geburtstag DESC;
+----------+------------+
| name     | geburtstag |
+----------+------------+
| Puffball | 1999-03-30 |
| Chirpy   | 1998-09-11 |
| Whistler | 1997-12-09 |
| Slim     | 1996-04-29 |
| Claws    | 1994-03-17 |
| Fluffy   | 1993-02-04 |
| Fang     | 1990-08-27 |
| Bowser   | 1989-08-31 |
| Buffy    | 1989-05-13 |
+----------+------------+

Sie können über mehrere Spalten sortieren. Um beispielsweise zuerst nach der Art des Tieres und dann nach dem Geburtsdatum innerhalb der Tierart zu sortieren (die jüngsten Tiere zuerst), benutzen Sie folgende Anfrage:

mysql> SELECT name, art, geburtstag FROM pet ORDER BY art, geburtstag DESC;
+----------+----------+------------+
| name     | art      | geburtstag |
+----------+----------+------------+
| Chirpy   | Vogel    | 1998-09-11 |
| Whistler | Vogel    | 1997-12-09 |
| Claws    | Katze    | 1994-03-17 |
| Fluffy   | Katze    | 1993-02-04 |
| Fang     | Hund     | 1990-08-27 |
| Bowser   | Hund     | 1989-08-31 |
| Buffy    | Hund     | 1989-05-13 |
| Puffball | Hamster  | 1999-03-30 |
| Slim     | Schlange | 1996-04-29 |
+----------+----------+------------+

Beachten Sie, dass sich das DESC-Schlüsselwort nur auf die Spalte bezieht, die unmittelbar davor steht (geburtstag). art-Werte werden nach wie vor in aufsteigender Reihenfolge sortiert.

4.3.4.5. Datumsberechnungen

MySQL stellt etliche Funktionen zur Verfügung, mit denen Sie Datumsberechnungen wie Altersberechnungen oder das Extrahieren von Datumsteilen durchführen können.

Um festzustellen, wie alt jedes Ihrer Haustiere ist, berechnen Sie die Differenz im Jahresanteil des aktuellen Datums und des Geburtstags und subtrahieren eins, wenn das aktuelle Datum früher im Kalender erscheint als das Geburtsdatum. Folgende Anfrage zeigt für jedes Haustier das Geburtsdatum, das aktuelle Datum und das Alter in Jahren:

mysql> SELECT name, geburtstag, CURRENT_DATE,
    -> (YEAR(CURRENT_DATE)-YEAR(geburtstag))
    -> - (RIGHT(CURRENT_DATE,5)<RIGHT(geburtstag,5))
    -> AS age
    -> FROM pet;
+----------+------------+--------------+------+
| name     | geburtstag | CURRENT_DATE | age  |
+----------+------------+--------------+------+
| Fluffy   | 1993-02-04 | 2001-08-29   |    8 |
| Claws    | 1994-03-17 | 2001-08-29   |    7 |
| Buffy    | 1989-05-13 | 2001-08-29   |   12 |
| Fang     | 1990-08-27 | 2001-08-29   |   11 |
| Bowser   | 1989-08-31 | 2001-08-29   |   11 |
| Chirpy   | 1998-09-11 | 2001-08-29   |    2 |
| Whistler | 1997-12-09 | 2001-08-29   |    3 |
| Slim     | 1996-04-29 | 2001-08-29   |    5 |
| Puffball | 1999-03-30 | 2001-08-29   |    2 |
+----------+------------+--------------+------+

Hier zieht YEAR() den Jahresanteil eines Datums heraus. RIGHT() zieht die rechts stehenden fünf Zeichen heraus, die für den MM-DD-Teil des Datums stehen. Der Teil in dem Ausdruck, der die MM-DD-Werte vergleicht, wird zu 1 oder 0 ausgewertet, was die Jahresdifferenz ein Jahr nach unten anpasst, wenn CURRENT_DATE früher im Jahr erscheint als geburtstag. Der gesamte Ausdruck ist als Überschrift etwas plump, daher wir ein Alias (age) benutzt, um die Spaltenüberschrift etwas lesbarer zu machen.

Die Anfrage funktioniert, aber das Ergebnis könnte leichter überblickt werden, wenn die Zeilen in einer bestimmten Reihenfolge angezeigt würden. Das kann man erreichen, indem man eine ORDER BY name-Klausel hinzufügt, um die Ausgabe nach Namen zu sortieren:

mysql> SELECT name, geburtstag, CURRENT_DATE,
    -> (YEAR(CURRENT_DATE)-YEAR(geburtstag))
    -> - (RIGHT(CURRENT_DATE,5)<RIGHT(geburtstag,5))
    -> AS age
    -> FROM pet ORDER BY name;
+----------+------------+--------------+------+
| name     | geburtstag | CURRENT_DATE | age  |
+----------+------------+--------------+------+
| Bowser   | 1989-08-31 | 2001-08-29   |   11 |
| Buffy    | 1989-05-13 | 2001-08-29   |   12 |
| Chirpy   | 1998-09-11 | 2001-08-29   |    2 |
| Claws    | 1994-03-17 | 2001-08-29   |    7 |
| Fang     | 1990-08-27 | 2001-08-29   |   11 |
| Fluffy   | 1993-02-04 | 2001-08-29   |    8 |
| Puffball | 1999-03-30 | 2001-08-29   |    2 |
| Slim     | 1996-04-29 | 2001-08-29   |    5 |
| Whistler | 1997-12-09 | 2001-08-29   |    3 |
+----------+------------+--------------+------+

Um die Ausgabe nach Alter (age) statt nach name zu sortieren, benutzen Sie einfach eine andere ORDER BY-Klausel:

mysql> SELECT name, geburtstag, CURRENT_DATE,
    -> (YEAR(CURRENT_DATE)-YEAR(geburtstag))
    -> - (RIGHT(CURRENT_DATE,5)<RIGHT(geburtstag,5))
    -> AS age
    -> FROM pet ORDER BY age;
+----------+------------+--------------+------+
| name     | geburtstag | CURRENT_DATE | age  |
+----------+------------+--------------+------+
| Chirpy   | 1998-09-11 | 2001-08-29   |    2 |
| Puffball | 1999-03-30 | 2001-08-29   |    2 |
| Whistler | 1997-12-09 | 2001-08-29   |    3 |
| Slim     | 1996-04-29 | 2001-08-29   |    5 |
| Claws    | 1994-03-17 | 2001-08-29   |    7 |
| Fluffy   | 1993-02-04 | 2001-08-29   |    8 |
| Fang     | 1990-08-27 | 2001-08-29   |   11 |
| Bowser   | 1989-08-31 | 2001-08-29   |   11 |
| Buffy    | 1989-05-13 | 2001-08-29   |   12 |
+----------+------------+--------------+------+

Eine ähnliche Anfrage kann benutzt werden, um das Alter am Sterbetag bei Tieren festzustellen, die gestorben sind. Das können Sie feststellen, indem Sie überprüfen, ob der sterbetag-Wert NULL ist. Dann berechnen Sie für diejenigen Tiere mit Nicht-NULL-Werten den Unterschied zwischen sterbetag- und geburtstag-Werten:

mysql> SELECT name, geburtstag, sterbetag,
    -> (YEAR(sterbetag)-YEAR(geburtstag)) - (RIGHT(sterbetag,5)<RIGHT(geburtstag,5))
    -> AS age
    -> FROM pet WHERE sterbetag IS NOT NULL ORDER BY age;
+--------+------------+------------+------+
| name   | geburtstag | sterbetag  | age  |
+--------+------------+------------+------+
| Bowser | 1989-08-31 | 1995-07-29 |    5 |
+--------+------------+------------+------+

Die Anfrage benutzt sterbetag IS NOT NULL statt sterbetag != NULL, weil NULL ein spezieller Wert ist. Das wird später erklärt. See Abschnitt 4.3.4.6, „Mit NULL-Werten arbeiten“.

Was ist, wenn Sie wissen wollen, welche Tiere nächsten Monat Geburtstag haben? Für diese Art von Berechnung sind Jahre und Tage irrelevant. Sie wollen lediglich den Monatsanteil der geburtstag-Spalte extrahieren. MySQL bietet etliche Funktionen für die Extraktion von Datumsanteilen, wie YEAR(), MONTH() und DAYOFMONTH(). MONTH() ist hier die richtige Funktion. Um festzustellen, wie sie funktioniert, geben Sie eine Anfrage ein, die sowohl die Werte von geburtstag als auch die von MONTH(geburtstag) ausgibt:

mysql> SELECT name, geburtstag, MONTH(geburtstag) FROM pet;
+----------+------------+-------------------+
| name     | geburtstag | MONTH(geburtstag) |
+----------+------------+-------------------+
| Fluffy   | 1993-02-04 |                 2 |
| Claws    | 1994-03-17 |                 3 |
| Buffy    | 1989-05-13 |                 5 |
| Fang     | 1990-08-27 |                 8 |
| Bowser   | 1989-08-31 |                 8 |
| Chirpy   | 1998-09-11 |                 9 |
| Whistler | 1997-12-09 |                12 |
| Slim     | 1996-04-29 |                 4 |
| Puffball | 1999-03-30 |                 3 |
+----------+------------+-------------------+

Tiere mit Geburtstagen im kommenden Monat zu finden ist ebenfalls leicht. Nehmen wir an, der aktuelle Monat ist April. Dann ist der Monatswert 4 und Sie suchen nach Tieren, die im Mai (Monat 5) geboren sind, wie folgt:

mysql> SELECT name, geburtstag FROM pet WHERE MONTH(geburtstag) = 5;
+-------+------------+
| name  | geburtstag |
+-------+------------+
| Buffy | 1989-05-13 |
+-------+------------+

Ein bisschen komplizierter ist es, wenn der aktuelle Monat Dezember ist. Hier können Sie nicht einfach eins zur Monatszahl (12) hinzufügen, weil es keinen 13. Monat gibt. Statt dessen suchen Sie nach Tieren, die im Januar (Monat 1) geboren sind.

Sie können die Anfrage sogar so schreiben, dass sie unabhängig davon funktioniert, was der aktuelle Monat ist. Auf diese Art brauchen Sie keine bestimmte Monatszahl in der Anfrage benutzen. DATE_ADD() erlaubt Ihnen, einem gegebenen Datum ein Zeitintervall hinzuzufügen. Wenn Sie dem Wert von NOW() einen Monat hinzufügen und dann den Monatsanteil mit MONTH() extrahieren, ergibt das den Monat, der die kommenden Geburtstage enthält:

mysql> SELECT name, geburtstag FROM pet
    -> WHERE MONTH(geburtstag) = MONTH(DATE_ADD(NOW(), INTERVAL 1 MONTH));

Eine andere Möglichkeit, diese Aufgabe zu erfüllen, ist, 1 zu addieren, um den nächsten Monat nach dem aktuellen zu erhalten (nach Gebrauch der Modulo-Funktion (MOD), um den Monatswert auf 0 zu stellen, falls er aktuell 12) ist:

mysql> SELECT name, geburtstag FROM pet
    -> WHERE MONTH(geburtstag) = MOD(MONTH(NOW()), 12) + 1;

MONTH gibt eine Zahl zwischen 1 und 12 zurück. MOD(irgendwas,12) gibt eine Zahl zwischen 0 und 11 zurück. Daher muss die Addition nach MOD() erfolgen, weil wir ansonsten von November (11) bis Januar (1) gehen würden.

4.3.4.6. Mit NULL-Werten arbeiten

Der NULL-Wert birgt Überraschungen, bis Sie mit ihm vertraut sind. Konzeptionell bedeutet NULL einen fehlenden oder unbekannten Wert. Er wird in einiger Hinsicht anders als andere Werte behandelt. Um auf NULL zu testen, können Sie nicht die arithmetischen Vergleichoperatoren wie =, < oder != verwenden. Um sich das zu veranschaulichen, probieren Sie folgenden Anfrage:

mysql> SELECT 1 = NULL, 1 != NULL, 1 < NULL, 1 > NULL;
+----------+-----------+----------+----------+
| 1 = NULL | 1 != NULL | 1 < NULL | 1 > NULL |
+----------+-----------+----------+----------+
|     NULL |      NULL |     NULL |     NULL |
+----------+-----------+----------+----------+

Wie man sieht, erhält man aus diesen Vergleichen keine sinnvollen Ergebnisse. Benutzen Sie statt dessen die IS NULL- und IS NOT NULL-Operatoren:

mysql> SELECT 1 IS NULL, 1 IS NOT NULL;
+-----------+---------------+
| 1 IS NULL | 1 IS NOT NULL |
+-----------+---------------+
|         0 |             1 |
+-----------+---------------+

In MySQL bedeutet 0 oder NULL logisch Falsch und alles sonstige bedeutet logisch Wahr. Der vorgabemäßige Wahrheitswert einer Boolschen Operation ist 1.

Diese besondere Behandlung von NULL ist der Grund, warum es im vorherigen Abschnitt notwendig war, mit sterbetag IS NOT NULL anstelle von sterbetag != NULL festzustellen, welche Tiere nicht mehr leben.

4.3.4.7. Übereinstimmende Suchmuster

MySQL stellt Standard-SQL-Suchmuster-Übereinstimmung zur Verfügung, ebenso wie eine Art der Suchmuster-Übereinstimmung, die auf regulären Ausdrücken basiert, die denen ähnlich sind, die von Unix-Hilfsprogrammen wie vi, grep und sed benutzt werden.

SQL-Suchmuster-Übereinstimmung gestattet Ihnen, ‘_’ zu benutzen, um ein einzelnes Zeichen und ‘%’, um eine beliebige Anzahl von Zeichen (inklusive des 0-Zeichens) zu finden. In den MySQL-SQL-Suchmustern spielt die Groß-/Kleinschreibung vorgabemäßig keine Rolle. Einige Beispiele sind unten dargestellt. Beachten Sie, dass Sie = oder != nicht benutzen können, wenn Sie SQL-Suchmuster benutzen. Stattdessen müssen Sie die LIKE- oder NOT LIKE-Vergleichsoperatoren benutzen.

So finden Sie Namen, die mit ‘b’ anfangen:

mysql> SELECT * FROM pet WHERE name LIKE "b%";
+--------+----------+------+------------+------------+------------+
| name   | besitzer | art  | geschlecht | geburtstag | sterbetag  |
+--------+----------+------+------------+------------+------------+
| Buffy  | Harold   | Hund | w          | 1989-05-13 | NULL       |
| Bowser | Diane    | Hund | m          | 1989-08-31 | 1995-07-29 |
+--------+----------+------+------------+------------+------------+

So finden Sie Namen, die auf ‘fy’ enden:

mysql> SELECT * FROM pet WHERE name LIKE "%fy";
+--------+----------+-------+------------+------------+-----------+
| name   | besitzer | art   | geschlecht | geburtstag | sterbetag |
+--------+----------+-------+------------+------------+-----------+
| Fluffy | Harold   | Katze | w          | 1993-02-04 | NULL      |
| Buffy  | Harold   | Hund  | w          | 1989-05-13 | NULL      |
+--------+----------+-------+------------+------------+-----------+

So finden Sie Namen, die ‘w’ enthalten:

mysql> SELECT * FROM pet WHERE name LIKE "%w%";
+----------+----------+---------+-------------+------------+------------+
| name     | besitzer | art     | geschlecht  | geburtstag | sterbetag  |
+----------+----------+---------+-------------+------------+------------+
| Claws    | Gwen     | Katze   | m           | 1994-03-17 | NULL       |
| Bowser   | Diane    | Hund    | m           | 1989-08-31 | 1995-07-29 |
| Whistler | Gwen     | bird    | NULL        | 1997-12-09 | NULL       |
+----------+----------+---------+-------------+------------+------------+

Um Namen zu finden, die genau fünf Zeichen enthalten, benutzen Sie das ‘_’-Suchmuster-Zeichen:

mysql> SELECT * FROM pet WHERE name LIKE "_____";
+-------+----------+---------+-------------+------------+-----------+
| name  | besitzer | art     | geschlecht  | geburtstag | sterbetag |
+-------+----------+---------+-------------+------------+-----------+
| Claws | Gwen     | Katze   | m           | 1994-03-17 | NULL      |
| Buffy | Harold   | Hund    | w           | 1989-05-13 | NULL      |
+-------+----------+---------+-------------+------------+-----------+

Die andere Art von Suchmuster-Übereinstimmung benutzt erweiterte reguläre Ausdrücke. Wenn Sie bei dieser Art von Suchmuster auf Übereinstimmung prüfen, benutzen Sie die REGEXP- und NOT REGEXP-Operatoren (oder RLIKE und NOT RLIKE, die synonym sind).

Einige Charakteristika erweiterter regulärer Ausdrücke sind:

  • .’ findet jedes beliebige Zeichen.

  • Eine Zeichenklasse ‘[...]’ findet jedes Zeichen innerhalb der eckigen Klammern. So stimmt zum Beispiel ‘[abc]’ mit ‘a’, ‘b’ oder ‘c’ überein. Um einen Bereich von Zeichen zu benennen, benutzen Sie einen Bindestrich. ‘[a-z]’ stimmt mit jedem Buchstaben in Kleinschreibung überein, wohingegen ‘[0-9]’ mit jeder Ziffer übereinstimmt.

  • *’ stimmt mit null oder mehr Instanzen der Sache überein, die ihm voransteht. ‘x*’ zum Beispiel stimmt mit einer beliebigen Anzahl von ‘x’-Zeichen überein. ‘[0-9]*’ stimmt mit einer beliebigen Anzahl von Ziffern überein, und ‘.*’ mit jeder Anzahl von irgendetwas.

  • Reguläre Ausdrücke achten auf Groß-/Kleinschreibung, aber Sie können eine Zeichenklasse benutzen, um beide Schreibungen zu finden, wenn Sie wollen. ‘[aA]’ zum Beispiel stimmt mit ‘a’ in Groß- und Kleinschreibung überein und ‘[a-zA-Z]’ mit jedem Buchstaben in Groß- und Kleinschreibung.

  • Das Suchmuster stimmt überein, wenn es irgendwo in dem Wert auftaucht, der überprüft wird. (SQL-Suchmuster stimmen nur überein, wenn sie mit dem gesamten Wert übereinstimmen.)

  • Um ein Suchmuster so zu verankern, dass er mit dem Anfang oder dem Ende des überprüften Werts übereinstimmen muss, benutzen Sie ‘^’ am Anfang oder ‘$’ am Ende des Suchmusters.

Um darzustellen, wie erweiterte reguläre Ausdrücke funktionieren, werden die LIKE-Anfragen von oben noch einmal mit REGEXP gezeigt.

Um Namen zu finden, die mit ‘b’ anfangen, benutzen Sie ‘^’, um auf Übereinstimmung am Anfang des Namens zu prüfen:

mysql> SELECT * FROM pet WHERE name REGEXP "^b";
+--------+-----------+---------+-------------+------------+------------+
| name   | besitzer  | art     | geschlecht  | geburtstag | sterbetag  |
+--------+-----------+---------+-------------+------------+------------+
| Buffy  | Harold    | Hund    | w           | 1989-05-13 | NULL       |
| Bowser | Diane     | Hund    | m           | 1989-08-31 | 1995-07-29 |
+--------+-----------+---------+-------------+------------+------------+

Vor MySQL-Version 3.23.4 achtet REGEXP auf Groß-/Kleinschreibung. Daher gibt diese Anfrage ein Ergebnis ohne Zeilen zurück. Um sowohl Groß- als auch Kleinschreibung von ‘b’ zu finden, benutzen Sie statt dessen folgende Anfrage:

mysql> SELECT * FROM pet WHERE name REGEXP "^[bB]";

Ab MySQL 3.23.4 müssen Sie, um die Beachtung der Groß-/Kleinschreibung in einem REGEXP-Vergleich zu erzwingen, das BINARY-Schlüsselwort verwenden, um eine der Zeichenketten zu einer binären Zeichenkette zu machen. Diese Anfrage stimmt nur mit ‘b’ in Kleinschreibung am Anfang eines Namens überein:

mysql> SELECT * FROM pet WHERE name REGEXP BINARY "^b";

Um Namen zu finden, die auf ‘fy’ enden, benutzen Sie ‘$’, um Übereinstimmung am Ende des Namens zu finden:

mysql> SELECT * FROM pet WHERE name REGEXP "fy$";
+--------+-----------+---------+-------------+------------+-----------+
| name   | besitzer  | art     | geschlecht  | geburtstag | sterbetag |
+--------+-----------+---------+-------------+------------+-----------+
| Fluffy | Harold    | Katze   | w           | 1993-02-04 | NULL      |
| Buffy  | Harold    | Hund    | w           | 1989-05-13 | NULL      |
+--------+-----------+---------+-------------+------------+-----------+

Um Namen zu finden, die ‘w’ in Groß- oder Kleinschreibung enthalten, benutzen Sie diese Anfrage:

mysql> SELECT * FROM pet WHERE name REGEXP "w";
+----------+----------+---------+-------------+------------+------------+
| name     | besitzer | art     | geschlecht  | geburtstag | sterbetag  |
+----------+----------+---------+-------------+------------+------------+
| Claws    | Gwen     | Katze   | m           | 1994-03-17 | NULL       |
| Bowser   | Diane    | Hund    | m           | 1989-08-31 | 1995-07-29 |
| Whistler | Gwen     | bird    | NULL        | 1997-12-09 | NULL       |
+----------+----------+---------+-------------+------------+------------+

Weil ein Suchmuster mit regulären Ausdrücken an beliebiger Stelle im Wert gefunden wird, ist es bei der vorherigen Anfrage nicht notwendig, ein Jokerzeichen (Wildcard) auf irgendeine Seite des Suchmusters zu setzen, um nach Übereinstimmung im gesamten Wert zu suchen, wie es bei SQL-Suchmustern der Fall sein müsste.

Um Namen zu finden, die genau fünf Zeichen enthalten, benutzen Sie ‘^’ und ‘$’, um mit Anfang und Ende des Namens Übereinstimmung zu finden, und fünf Instanzen von ‘.’ dazwischen:

mysql> SELECT * FROM pet WHERE name REGEXP "^.....$";
+-------+-----------+---------+-------------+------------+-----------+
| name  | besitzer  | art     | geschlecht  | geburtstag | sterbetag |
+-------+-----------+---------+-------------+------------+-----------+
| Claws | Gwen      | Katze   | m           | 1994-03-17 | NULL      |
| Buffy | Harold    | Hund    | w           | 1989-05-13 | NULL      |
+-------+-----------+---------+-------------+------------+-----------+

Sie könnten die vorherige Anfrage auch unter Verwendung des ‘{n}’- ``wiederhole-n-mal''-Operators schreiben:

mysql> SELECT * FROM pet WHERE name REGEXP "^.{5}$";
+-------+-----------+---------+-------------+------------+-----------+
| name  | besitzer  | art     | geschlecht  | geburtstag | sterbetag |
+-------+-----------+---------+-------------+------------+-----------+
| Claws | Gwen      | Katze   | m           | 1994-03-17 | NULL      |
| Buffy | Harold    | Hund    | w           | 1989-05-13 | NULL      |
+-------+-----------+---------+-------------+------------+-----------+

4.3.4.8. Zeilen zählen

Datenbanken werden oft benutzt, um die Frage zu beantworten, wie oft eine bestimmte Art von Daten in einer Tabelle erscheint. Sie wollen beispielsweise wissen, wie viele Haustiere Sie haben, oder wie viele Haustiere jeder Besitzer hat, oder Sie wollen verschiedene Arten von Zählungen Ihrer Tiere durchführen.

Die Gesamtzahl der Tiere zählen, die Sie haben, ist dieselbe Frage wie ``Wie viele Zeilen sind in der pet-Tabelle?'', denn es gibt einen Datensatz pro Haustier. Die COUNT()-Funktion zählt die Anzahl von Nicht-NULL-Ergebnissen, daher lautet die Anfrage, um Ihre Tiere zu zählen, wie folgt:

mysql> SELECT COUNT(*) FROM pet;
+----------+
| COUNT(*) |
+----------+
|        9 |
+----------+

Sie haben vorher schon einmal die Namen der Leute abgefragt, die Haustiere besitzen. Sie können COUNT() benutzen, wenn Sie herausfinden wollen, wie viele Tiere jeder Besitzer hat:

mysql> SELECT besitzer, COUNT(*) FROM pet GROUP BY besitzer;
+-----------+----------+
| besitzer  | COUNT(*) |
+-----------+----------+
| Benny     |        2 |
| Diane     |        2 |
| Gwen      |        3 |
| Harold    |        2 |
+-----------+----------+

Beachten Sie die Benutzung von GROUP BY, um alle Datensätze für jeden besitzer zu gruppieren. Ohne das erhalten Sie eine Fehlermeldung:

mysql> SELECT besitzer, COUNT(besitzer) FROM pet;
ERROR 1140 at line 1: Mixing of GROUP columns (MIN(),MAX(),COUNT()...)
with no GROUP columns is illegal if there is no GROUP BY clause

COUNT() und GROUP BY sind nützlich, um Ihre Daten auf verschiedene Weise zu charakterisieren. Die folgenden Beispiele zeigen verschiedene Möglichkeiten, um Zählungen Ihrer Tiere durchzuführen.

Anzahl der Tiere pro Art:

mysql> SELECT art, COUNT(*) FROM pet GROUP BY art;
+---------+----------+
| art     | COUNT(*) |
+---------+----------+
| Vogel   |        2 |
| Katze   |        2 |
| Hund    |        3 |
| Hamster |        1 |
| Schlange|        1 |
+---------+----------+

Anzahl der Tiere pro Geschlecht:

mysql> SELECT geschlecht, COUNT(*) FROM pet GROUP BY geschlecht;
+-------------+----------+
| geschlecht  | COUNT(*) |
+-------------+----------+
| NULL        |        1 |
| w           |        4 |
| m           |        4 |
+-------------+----------+

(In dieser Ausgabe zeigt NULL an, dass das Geschlecht unbekannt ist.)

Anzahl der Tiere pro Kombination von Art und Geschlecht:

mysql> SELECT art, geschlecht, COUNT(*) FROM pet GROUP BY art, geschlecht;
+---------+-------------+----------+
| art     | geschlecht  | COUNT(*) |
+---------+-------------+----------+
| Vogel   | NULL        |        1 |
| Vogel   | w           |        1 |
| Katze   | w           |        1 |
| Katze   | m           |        1 |
| Hund    | w           |        1 |
| Hund    | m           |        2 |
| Hamster | w           |        1 |
| Schlange| m           |        1 |
+---------+-------------+----------+

Sie müssen nicht die gesamte Tabelle abfragen, wenn Sie COUNT() benutzen. Die vorherige Anfrage beispielsweise sieht lediglich für Hunde und Katzen wie folgt aus:

mysql> SELECT art, geschlecht, COUNT(*) FROM pet
    -> WHERE art = "Hund" OR art = "Katze"
    -> GROUP BY art, geschlecht;
+---------+-------------+----------+
| art     | geschlecht  | COUNT(*) |
+---------+-------------+----------+
| Katze   | w           |        1 |
| Katze   | m           |        1 |
| Hund    | w           |        1 |
| Hund    | m           |        2 |
+---------+-------------+----------+

Oder wenn Sie die Anzahl von Tieren pro Geschlecht wissen wollen, beschränkt auf die Tiere, deren Geschlecht bekannt ist:

mysql> SELECT art, geschlecht, COUNT(*) FROM pet
    -> WHERE geschlecht IS NOT NULL
    -> GROUP BY art, geschlecht;
+---------+-------------+----------+
| art     | geschlecht  | COUNT(*) |
+---------+-------------+----------+
| Vogel   | w           |        1 |
| Katze   | w           |        1 |
| Katze   | m           |        1 |
| Hund    | w           |        1 |
| Hund    | m           |        2 |
| Hamster | w           |        1 |
| Schlange| m           |        1 |
+---------+-------------+----------+

4.3.4.9. Mehr als eine Tabelle benutzen

In der pet-Tabelle behalten Sie die Übersicht über Ihre Haustiere. Wenn Sie weitere Informationen über sie aufzeichnen wollen, beispielsweise Ereignisse in ihrem Leben wie Besuche beim Tierarzt oder wenn Nachwuchs zur Welt kommt, brauchen Sie eine weitere Tabelle. Wie sollte diese aussehen? Sie benötigt:

  • Den Namen des Haustiers, damit Sie wissen, auf welches Tier sich jedes Ereignis bezieht.

  • Ein Datum, damit Sie wissen, wann sich das Ereignis zugetragen hat.

  • Ein Feld, um das Ereignis zu beschreiben.

  • Ein Feld für den Typ des Ereignisses, wenn Sie in der Lage sein wollen, Ereignisse zu kategorisieren.

Nach diesen Vorüberlegungen könnte das CREATE TABLE-Statement für die ereignis-Tabelle wie folgt aussehen:

mysql> CREATE TABLE ereignis (name VARCHAR(20), datum DATE,
    -> typ VARCHAR(15), bemerkung VARCHAR(255));

Wie bei der pet-Tabelle ist es am einfachsten, die anfänglichen Datensätze mit Hilfe einer TAB-getrennten Textdatei einzuladen, die folgende Informationen enthält:

Fluffy1995-05-15Nachwuchs4 Kätzchen, 3 weiblich, 1 männlich
Buffy1993-06-23Nachwuchs5 Hündchen, 2 weiblich, 3 männlich
Buffy1994-06-19Nachwuchs3 Hündchen, 3 weiblich
Chirpy1999-03-21TierarztSchnabel gerade gebogen
Slim1997-08-03TierarztGebrochene Rippe
Bowser1991-10-12Zwinger 
Fang1991-10-12Zwinger 
Fang1998-08-28GeburtstagGeschenk: neues Kauspielzeug
Claws1998-03-17GeburtstagGeschenk: neues Flohhalsband
Whistler1998-12-09GeburtstagErster Geburtstag

Laden Sie die Datensätze wie folgt ein:

mysql> LOAD DATA LOCAL INFILE "ereignis.txt" INTO TABLE ereignis;

Auf der Grundlage dessen, was Sie durch die Abfragen der pet-Tabelle gelernt haben, sollten sie in der Lage sein, Abfragen der Datensätze der ereignis-Tabelle durchzuführen, was prinzipiell dasselbe ist. Aber wann ist die ereignis-Tabelle allein nicht ausreichend, um Fragen zu beantworten, die Sie stellen könnten?

Nehmen wir an, Sie wollen herausfinden, wie alt jedes Haustier war, als es Nachwuchs bekam. In der ereignis-Tabelle steht, wann das geschah, aber um das Alter der Mutter auszurechnen, wird ihr Geburtstag benötigt. Weil dieser in der pet-Tabelle steht, brauchen Sie für diese Anfrage beide Tabellen:

mysql> SELECT pet.name, (TO_DAYS(datum) - TO_DAYS(geburtstag))/365 AS age,anmerkung
    -> FROM pet, ereignis
    -> WHERE pet.name = ereignis.name AND typ = "Nachwuchs";
+--------+------+------------------------------------+
| name   | age  | anmerkung                          |
+--------+------+------------------------------------+
| Fluffy | 2.27 | 4 kätzchen, 3 weiblich, 1 männlich |
| Buffy  | 4.12 | 5 hündchen, 2 weiblich, 3 männlich |
| Buffy  | 5.10 | 3 hündchen, 3 weiblich             |
+--------+------+------------------------------------+

Zu dieser Anfrage gibt es einiges anzumerken:

  • In der FROM-Klausel stehen zwei Tabellen, weil die Anfrage aus beiden Tabellen Informationen herausziehen muss.

  • Wenn Sie Informationen aus mehreren Tabellen verbinden (englisch: join), müssen Sie angeben, wie Datensätze in der einen Tabelle mit solchen in der anderen Tabelle in Übereinstimmung gebracht werden können. Das ist einfach, weil beide eine name-Spalte haben. Die Anfrage benutzt die WHERE-Klausel, um Datensätze beider Tabellen basierend auf den name-Werten in Übereinstimmung zu bringen.

  • Weil die name-Spalte in beiden Tabellen vorkommt, müssen Sie angeben, welche Tabelle Sie meinen, wenn Sie auf die Spalte verweisen. Das wird gemacht, indem dem Spaltennamen der Tabellenname voran gestellt wird.

Sie müssen nicht unbedingt zwei verschiedene Tabellen haben, um eine Verknüpfung (Join) durchzuführen. Manchmal ist es nützlich, eine Tabelle mit sich selbst zu verknüpfen, wenn Sie nämlich Datensätze in einer Tabelle mit Datensätze in derselben Tabelle vergleichen wollen. Um zum Beispiel Zuchtpaare unter Ihren Haustieren zu finden, können Sie die pet-Tabelle mit sich selbst verknüpfen, um Paare von männlichen und weiblichen Tieren derselben Art zusammen zu bringen:

mysql> SELECT p1.name, p1.geschlecht, p2.name, p2.geschlecht, p1.art
    -> FROM pet AS p1, pet AS p2
    -> WHERE p1.art = p2.art AND p1.geschlecht = "w" AND p2.geschlecht = "m";
+--------+-------------+--------+-------------+---------+
| name   | geschlecht  | name   | geschlecht  | art     |
+--------+-------------+--------+-------------+---------+
| Fluffy | w           | Claws  | m           | Katze   |
| Buffy  | w           | Fang   | m           | Hund    |
| Buffy  | w           | Bowser | m           | Hund    |
+--------+-------------+--------+-------------+---------+

In dieser Anfrage legen wir Aliase für den Tabellennamen fest, um auf die Spalten verweisen zu können und um auseinander zu halten, auf welche Instanz der Tabelle sich jede Spaltenreferenz bezieht.

4.4. Informationen über Datenbanken und Tabellen

Was ist, wenn Sie den Namen einer Datenbank oder Tabelle vergessen haben oder für eine gegebene Tabelle die Struktur nicht mehr kennen (wie zum Beispiel die Spalten heißen)? MySQL löst solcherlei Probleme mit diversen Statements, die Informationen über die Datenbanken und Tabellen bereitstellen, die es unterstützt.

SHOW DATABASES kennen Sie schon. Dieses listet die Datenbanken auf, die vom Server verwaltet werden. Um herauszufinden, welche Datenbank aktuell ausgewählt ist, benutzen Sie die DATABASE()-Funktion:

mysql> SELECT DATABASE();
+------------+
| DATABASE() |
+------------+
| menagerie  |
+------------+

Wenn Sie noch keine Datenbank ausgewählt haben, ist das Ergebnis leer.

Um herauszufinden, welche Tabellen die aktuelle Datenbank enthält (wenn Sie sich zum Beispiel über den Namen einer Tabelle nicht sicher sind), benutzen Sie folgenden Befehl:

mysql> SHOW TABLES;
+---------------------+
| Tables in menagerie |
+---------------------+
| ereignis            |
| pet                 |
+---------------------+

Wenn Sie die Struktur einer Tabelle sehen wollen, ist der DESCRIBE-Befehl nützlich. Er zeigt Informationen über jede Tabellenspalte an:

mysql> DESCRIBE pet;
+------------+-------------+------+-----+---------+-------+
| Field      | Type        | Null | Key | Default | Extra |
+------------+-------------+------+-----+---------+-------+
| name       | varchar(20) | YES  |     | NULL    |       |
| besitzer   | varchar(20) | YES  |     | NULL    |       |
| art        | varchar(20) | YES  |     | NULL    |       |
| geschlecht | char(1)     | YES  |     | NULL    |       |
| geburtstag | date        | YES  |     | NULL    |       |
| sterbetag  | date        | YES  |     | NULL    |       |
+------------+-------------+------+-----+---------+-------+

Field zeigt den Spaltennamen, Type ist der Datentyp der Spalte, Null zeigt an, ob die Spalte NULL-Werte enthalten darf oder nicht, Key zeigt an, ob die Spalte indiziert ist oder nicht und Default legt den Vorgabewert der Spalte fest.

Wenn Sie Indexe auf eine Tabelle haben, zeigt Ihnen SHOW INDEX FROM tabelle Informationen über diese an.

4.5. Beispiele gebräuchlicher Anfragen (Queries)

Hier finden sich Beispiele, wie geläufige Probleme mit MySQL gelöst werden können.

Einige der Beispiele benutzen die Tabelle shop, die den Stückpreis für jeden Artikel für bestimmte Händler enthält. Unter der Annahme, dass jeder Händler einen einzelnen fest Preis pro Artikel hat, ist (artikel, haendler) der Primärschlüssel für diese Datensätze.

Starten Sie das Kommandozeilen-Werkzeug mysql und wählen Sie eine Datenbank aus:

mysql ihr-datenbank-name

(Bei den meisten MySQL-Installationen können Sie die Datenbank 'test' auswählen.)

Erzeugen Sie die Beispiel-Tabelle wie folgt:

CREATE TABLE shop (
 artikel  INT(4) UNSIGNED ZEROFILL DEFAULT '0000' NOT NULL,
 haendler CHAR(20)                 DEFAULT ''     NOT NULL,
 preis    DOUBLE(16,2)             DEFAULT '0.00' NOT NULL,
 PRIMARY KEY(artikel, haendler));

INSERT INTO shop VALUES
(1,'A',3.45),(1,'B',3.99),(2,'A',10.99),(3,'B',1.45),(3,'C',1.69),
(3,'D',1.25),(4,'D',19.95);

Die Beispieldaten sehen jetzt so aus:

mysql> SELECT * FROM shop;

+---------+---------+-------+
| artikel | haendler| preis |
+---------+---------+-------+
|    0001 | A       |  3.45 |
|    0001 | B       |  3.99 |
|    0002 | A       | 10.99 |
|    0003 | B       |  1.45 |
|    0003 | C       |  1.69 |
|    0003 | D       |  1.25 |
|    0004 | D       | 19.95 |
+---------+---------+-------+

4.5.1. Der höchste Wert einer Spalte

``Was ist die höchste Artikelnummer?''

SELECT MAX(artikel) AS artikel FROM shop

+---------+
| artikel |
+---------+
|       4 |
+---------+

4.5.2. Die Zeile, die den höchsten Wert einer bestimmten Spalte enthält

``Suche Artikelnummer, Händler und Preis des teuersten Artikels.''

In ANSI-SQL wird das mit einer Unterabfrage (Sub-Query) durchgeführt:

SELECT artikel, haendler, preis
FROM   shop
WHERE  preis=(SELECT MAX(preis) FROM shop)

In MySQL (was noch keine Unterabfragen hat) führen Sie das in zwei Schritten durch:

  1. Mit einem SELECT-Statement ermitteln Sie den höchsten Preis in der Tabelle.

  2. Mit diesem Wert stellen Sie die aktuelle Anfrage zusammen:

    SELECT artikel, haendler, preis
    FROM   shop
    WHERE  preis=19.95
    

Eine andere Lösung besteht darin, alle Zeilen absteigend nach Preis zu sortieren und nur die erste Zeile zu nehmen, indem Sie die MySQL-spezifische LIMIT-Klausel benutzen:

SELECT artikel, haendler, preis
FROM   shop
ORDER BY preis DESC
LIMIT 1

ACHTUNG: Wenn es mehrere teuerste Artikel gibt (die zum Beispiel alle 19.95 kosten), zeigt die LIMIT-Lösung nur einen davon!

4.5.3. Höchster Wert einer Spalte pro Gruppe

``Was ist der höchste Preis pro Artikel?''

SELECT artikel, MAX(preis) AS preis
FROM   shop
GROUP BY artikel

+---------+-------+
| artikel | preis |
+---------+-------+
|    0001 |  3.99 |
|    0002 | 10.99 |
|    0003 |  1.69 |
|    0004 | 19.95 |
+---------+-------+

4.5.4. Die Zeilen, die das gruppenweise Maximum eines bestimmten Felds enthalten

``Suche für jeden Artikel den oder die Händler mit den teuersten Preisen.''

In ANSI-SQL würden Sie das wie folgt mit einer Unterabfrage erledigen:

SELECT artikel, haendler, preis
FROM   shop s1
WHERE  preis=(SELECT MAX(s2.preis)
              FROM shop s2
              WHERE s1.artikel = s2.artikel);

In MySQL macht man das am besten in mehreren Schritten:

  1. Die Liste (artikel,maxpreis) holen.

  2. Für jeden Artikel die korrespondierenden Zeilen holen, die den höchsten Preis gespeichert haben.

Das kann auf einfache Weise mit einer temporären Tabelle geschehen:

CREATE TEMPORARY TABLE tmp (
        artikel INT(4) UNSIGNED ZEROFILL DEFAULT '0000' NOT NULL,
        preis   DOUBLE(16,2)             DEFAULT '0.00' NOT NULL);

LOCK TABLES shop read;

INSERT INTO tmp SELECT artikel, MAX(preis) FROM shop GROUP BY artikel;

SELECT shop.artikel, haendler, shop.preis FROM shop, tmp
WHERE shop.artikel=tmp.artikel AND shop.preis=tmp.preis;

UNLOCK TABLES;

DROP TABLE tmp;

Wenn Sie keine TEMPORARY-Tabelle benutzen, müssen Sie zusätzlich die 'tmp'-Tabelle sperren.

``Kann das mit einer einzigen Anfrage durchgeführt werden?''

Ja, aber nur unter Verwendung eines recht ineffizienten Tricks, den wir den ``MAX-CONCAT-Trick'' nennen:

SELECT artikel,
       SUBSTRING( MAX( CONCAT(LPAD(preis,6,'0'),haendler) ), 7) AS haendler,
  0.00+LEFT(      MAX( CONCAT(LPAD(preis,6,'0'),haendler) ), 6) AS preis
FROM   shop
GROUP BY artikel;

+---------+---------+-------+
| artikel | haendler| preis |
+---------+---------+-------+
|    0001 | B       |  3.99 |
|    0002 | A       | 10.99 |
|    0003 | C       |  1.69 |
|    0004 | D       | 19.95 |
+---------+---------+-------+

Das letzte Beispiel kann etwas effizienter gemacht werden, wenn man das Aufteilen der verketteten Spalte im Client durchführt.

4.5.5. Wie Benutzer-Variablen verwendet werden

Sie können MySQL-Benutzer-Variablen verwenden, um Ergebnisse zwischenzuspeichern, ohne sie in temporäre Variablen im Client speichern zu müssen. See Abschnitt 7.1.4, „Benutzer-Variablen“.

Um zum Beispiel die Artikel mit dem höchsten und dem niedrigsten Preis herauszufinden, können Sie folgendes machen:

select @min_preis:=min(preis),@max_preis:=max(preis) from shop;
select * from shop where preis=@min_preis or preis=@max_preis;

+---------+---------+-------+
| artikel | haendler| preis |
+---------+---------+-------+
|    0003 | D       |  1.25 |
|    0004 | D       | 19.95 |
+---------+---------+-------+

4.5.6. Wie Fremdschlüssel (Foreign Keys) verwendet werden

Sie brauchen keine Fremdschlüssel, um zwei Tabellen zu verknüpfen.

Das einzige, was MySQL nicht durchführt, ist der CHECK, um sicherzustellen, dass die Schlüssel, die Sie benutzen, in der oder den Tabelle(n) existieren, auf die Sie verweisen, und es löscht auch nicht automatisch Zeilen aus einer Tabelle mit einer Fremdschlüssel-Definition. Wenn Sie Ihre Schlüssel wie gewöhnlich benutzen, funktioniert das gut:

CREATE TABLE personen (
    id SMALLINT UNSIGNED NOT NULL AUTO_INCREMENT,
    name CHAR(60) NOT NULL,
    PRIMARY KEY (id)
);

CREATE TABLE hemden (
    id SMALLINT UNSIGNED NOT NULL AUTO_INCREMENT,
    stil ENUM('t-shirt', 'polo', 'dress') NOT NULL,
    farbe ENUM('rot', 'blau', 'orange', 'weiß', 'schwarz') NOT NULL,
    besitzer SMALLINT UNSIGNED NOT NULL references personen,
    PRIMARY KEY (id)
);


INSERT INTO personen VALUES (NULL, 'Antonio Paz');

INSERT INTO hemden VALUES
(NULL, 'polo', 'blau', LAST_INSERT_ID()),
(NULL, 'dress', 'weiß', LAST_INSERT_ID()),
(NULL, 't-shirt', 'blau', LAST_INSERT_ID());


INSERT INTO personen VALUES (NULL, 'Lilliana Angelovska');

INSERT INTO hemden VALUES
(NULL, 'dress', 'orange', LAST_INSERT_ID()),
(NULL, 'polo', 'rot', LAST_INSERT_ID()),
(NULL, 'dress', 'blau', LAST_INSERT_ID()),
(NULL, 't-shirt', 'weiß', LAST_INSERT_ID());


SELECT * FROM personen;
+----+---------------------+
| id | name                |
+----+---------------------+
|  1 | Antonio Paz         |
|  2 | Lilliana Angelovska |
+----+---------------------+

SELECT * FROM hemden;
+----+---------+--------+----------+
| id | stil    | farbe  | besitzer |
+----+---------+--------+----------+
|  1 | polo    | blau   |     1    |
|  2 | dress   | weiß  |     1    |
|  3 | t-shirt | blau   |     1    |
|  4 | dress   | orange |     2    |
|  5 | polo    | rot    |     2    |
|  6 | dress   | blau   |     2    |
|  7 | t-shirt | weiß  |     2    |
+----+---------+--------+----------+


SELECT h.* FROM personen p, hemden h
 WHERE p.name LIKE 'Lilliana%'
   AND h.besitzer = p.id
   AND h.farbe <> 'weiß';

+----+-------+--------+----------+
| id | stil  | farbe  | besitzer |
+----+-------+--------+----------+
|  4 | dress | orange |     2    |
|  5 | polo  | rot    |     2    |
|  6 | dress | blau   |     2    |
+----+-------+--------+----------+

4.5.7. Über zwei Schlüssel suchen

MySQL optimiert derzeit noch nicht, wenn Sie über zwei unterschiedliche Schlüssel suchen, die mit OR kombiniert werden (eine Suche mit einem Schlüssel mit verschiedenen OR-Teilen wird recht gut optimiert):

SELECT feld1_index, feld2_index FROM test_tabelle WHERE feld1_index = '1'
OR feld2_index = '1'

Der Grund liegt darin, dass wir bislang noch keine Zeit hatten, hierfür eine effiziente Möglichkeit zu implementieren, die das für allgemeine Fälle abhandelt. (Die AND-Handhabung ist im Vergleich jetzt komplett allgemein und funktioniert sehr gut.)

In der Zwischenzeit können Sie dieses Problem sehr effizient lösen, indem Sie eine TEMPORARY-Tabelle verwenden. Diese Art der Optimierung ist ebenfalls sehr gut, wenn Sie sehr komplizierte Anfragen verwenden, bei denen der SQL-Server die Optimierungen in falscher Reihenfolge durchführt.

CREATE TEMPORARY TABLE tmp
SELECT feld1_index, feld2_index FROM test_tabelle WHERE feld1_index = '1';
INSERT INTO tmp
SELECT feld1_index, feld2_index FROM test_tabelle WHERE feld2_index = '1';
SELECT * from tmp;
DROP TABLE tmp;

Diese Möglichkeit der Anfrage ist im Endeffekt ein UNION von zwei Anfragen.

4.5.8. Besuche pro Tag berechnen

Folgendes zeigt, wie Sie die Bit-Gruppen-Funktionen benutzen können, um die Anzahl der Tage pro Monat zu zählen, in denen ein Benutzer eine Web-Seite besucht hat.

CREATE TABLE t1 (jahr YEAR(4), monat INT(2) UNSIGNED ZEROFILL, tag INT(2) UNSIGNED ZEROFILL);                                                            
INSERT INTO t1 VALUES(2000,1,1),(2000,1,20),(2000,1,30),(2000,2,2),(2000,2,23),(2000,2,23);

SELECT jahr,monat,BIT_COUNT(BIT_OR(1<<tag)) AS tage FROM t1 GROUP BY jahr,monat;

Das gibt folgendes Ergebnis zurück:

+------+-------+------+
| jahr | monat | tage |
+------+-------+------+
| 2000 |    01 |    3 |
| 2000 |    02 |    2 |
+------+-------+------+

Dies berechnet, wie viele verschiedene Tage für eine gegebene Jahr-Monats-Kombination benutzt wurden, bei automatischer Entfernung doppelter Einträge (Duplikate).

4.6. mysql im Stapelbetrieb (Batch Mode)

In den vorherigen Abschnitten haben Sie mysql interaktiv benutzt, um Anfragen einzugeben und die Ergebnisse zu betrachten. Sie können mysql auch im Stapelbetrieb benutzen. Dafür schreiben Sie dei Befehle, die Sie ausführen wollen, in eine Datei, und teilen mysql dann mit, seine Eingaben aus dieser Datei zu lesen:

shell> mysql < stapel-datei

Wenn Sie auf der Kommandozeile Verbindungsparameter angeben müssen, könnte der Befehl wie folgt aussehen:

shell> mysql -h host -u user -p < stapel-datei
Enter password: ********

Wenn Sie mysql auf diese Weise benutzen, erzeugen Sie eine Skript-Datei und führen dann das Skript aus.

Warum sollten Sie ein Skript benutzen? Hier sind ein paar Gründe:

  • Wenn Sie eine Anfrage wiederholt ausführen (sagen wir jeden Tag oder jede Woche), vermeiden Sie mit einem Skript, dass Sie sie jedes Mal zur Ausführung erneut eintippen müssen.

  • Sie können aus existierenden Anfragen neue Anfragen erzeugen, die ähnlich sind, indem Sie die Skript-Dateien kopieren und editieren.

  • Der Stapelbetrieb kann auch für die Entwicklung einer Anfrage nützlich sein, insbesondere, wenn Sie mehrzeilige Befehle oder Befehlssequenzen aus mehreren Statements entwickeln. Wenn Sie einen Fehler machen, müssen Sie nicht alles noch einmal tippen, sondern editieren einfach Ihr Skript, um den Fehler zu beheben, und weisen mysql an, es erneut auszuführen.

  • Wenn Sie eine Anfrage haben, die eine größere Ausgabe erzeugt, können Sie die Ausgabe durch einen Pager laufen lassen, statt zuzusehen, wie Sie über den Bildschirm flimmert:

    shell> mysql < stapel-datei | more
    
  • Für weitere Verarbeitung können Sie die Ausgabe auch in eine Datei lenken:

    shell> mysql < stapel-datei > mysql.ausgabe
    
  • Sie können Ihr Skript an andere Leute verteilen, so dass auch sie die Befehle laufen lassen können.

  • In einigen Situationen ist interaktive Benutzung nicht angebracht, zum Beispiel dann, wenn Sie eine Anfrage durch einen cron-Job ausführen lassen. In diesem Fall brauchen Sie Stapelbetrieb.

Das Standard-Ausgabeformat ist anders (präziser), wenn Sie mysql im Stapelbetrieb laufen lassen, als wenn Sie es interaktiv nutzen. Die Ausgabe von SELECT DISTINCT art FROM pet zum Beispiel sieht so aus, wenn Sie sie interaktiv laufen lassen:

+---------+
| art     |
+---------+
| Vogel   |
| Katze   |
| Hund    |
| Hamster |
| Schlange|
+---------+

Aber wie folgt, wenn sie im Stapelbetrieb läuft:

art
Vogel
Katze
Hund
Hamster
Schlange

Wenn Sie im Stapelbetrieb das interaktive Ausgabeformat haben wollen, benutzen Sie mysql -t. Um die Befehle auszugeben, die ausgeführt werden, benutzen Sie mysql -vvv.

4.7. Anfragen aus dem Zwillings-Projekt

Bei Analytikerna und Lentus haben wir die Systeme und die Feldarbeit für ein großes Forschungsprojekt gemacht. Dieses Projekt ist eine Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Umweltmedizin des Karolinska Institutes, Stockholm, und der Abteilung für klinische Forschung bei Altersprozessen und Psychologie der University of Southern California.

Das Projekt beinhaltet einen Screening-Teil, bei dem alle Zwillinge in Schweden, die älter als 65 Jahre sind, per Telefon interviewt wurden. Zwillinge, die bestimmte Kriterien erfüllen, werden im nächsten Schritt weiter untersucht. In diesem späteren Stadium werden Zwillinge, die teilnehmen wollen, von einem Arzt-Schwester-Team besucht. Einige Untersuchungen beinhalten physische und neuropsychologische Untersuchungen, Labortests, Neuroimaging, Bewertungen des psychischen Zustands und eine Sammlung der Familiengeschichten. Zusätzlich werden Daten über medizinische und umweltbedingte Risikofaktoren gesammelt.

Weitere Informationen zu den Zwillingsstudien finden Sie hier:

http://www.imm.ki.se/TWIN/TWINGREATBRITAINW.HTM

Der spätere Teil des Projekts wird mit einer Web-Schnittstelle verwaltet, die Perl und MySQL benutzt.

Jeden Abend werden alle Daten der Interviews in eine MySQL-Datenbank verschoben.

4.7.1. Alle nicht verteilten Zwillinge finden

Mit folgender Anfrage wird festgelegt, wer in den zweiten Teil des Projekts geht:

select
        concat(p1.id, p1.tvab) + 0 as tvid,
        concat(p1.christian_name, " ", p1.surname) as Name,
        p1.postal_code as Code,
        p1.city as City,
        pg.abrev as Area,
        if(td.participation = "Aborted", "A", " ") as A,
        p1.dead as dead1,
        l.event as event1,
        td.suspect as tsuspect1,
        id.suspect as isuspect1,
        td.severe as tsevere1,
        id.severe as isevere1,
        p2.dead as dead2,
        l2.event as event2,
        h2.nurse as nurse2,
        h2.doctor as doctor2,
        td2.suspect as tsuspect2,
        id2.suspect as isuspect2,
        td2.severe as tsevere2,
        id2.severe as isevere2,
        l.finish_date
from
        twin_project as tp
        /* For Twin 1 */
        left join twin_data as td on tp.id = td.id and tp.tvab = td.tvab
        left join informant_data as id on tp.id = id.id and tp.tvab = id.tvab
        left join harmony as h on tp.id = h.id and tp.tvab = h.tvab
        left join lentus as l on tp.id = l.id and tp.tvab = l.tvab
        /* For Twin 2 */
        left join twin_data as td2 on p2.id = td2.id and p2.tvab = td2.tvab
        left join informant_data as id2 on p2.id = id2.id and p2.tvab = id2.tvab
        left join harmony as h2 on p2.id = h2.id and p2.tvab = h2.tvab
        left join lentus as l2 on p2.id = l2.id and p2.tvab = l2.tvab,
        person_data as p1,
        person_data as p2,
        postal_groups as pg
where
        /* p1 gets main twin and p2 gets his/her twin. */
        /* ptvab is a field inverted by tvab */
        p1.id = tp.id and p1.tvab = tp.tvab and
        p2.id = p1.id and p2.ptvab = p1.tvab and
        /* Just the sceening survey */
        tp.survey_no = 5 and
        /* Skip if partner died before 65 but allow emigration (dead=9) */
        (p2.dead = 0 or p2.dead = 9 or
         (p2.dead = 1 and
          (p2.sterbetag_date = 0 or
           (((to_days(p2.sterbetag_date) - to_days(p2.geburtstagday)) / 365)
            >= 65))))
        and
        (
        /* Twin is suspect */
        (td.future_contact = 'Yes' and td.suspect = 2) or
        /* Twin is suspect - Informant is Blessed */
        (td.future_contact = 'Yes' and td.suspect = 1 and id.suspect = 1) or
        /* No twin - Informant is Blessed */
        (ISNULL(td.suspect) and id.suspect = 1 and id.future_contact = 'Yes') or
        /* Twin broken off - Informant is Blessed */
        (td.participation = 'Aborted'
         and id.suspect = 1 and id.future_contact = 'Yes') or
        /* Twin broken off - No inform - Have partner */
        (td.participation = 'Aborted' and ISNULL(id.suspect) and p2.dead = 0))
        and
        l.event = 'Finished'
        /* Get at area code */
        and substring(p1.postal_code, 1, 2) = pg.code
        /* Not already distributed */
        and (h.nurse is NULL or h.nurse=00 or h.doctor=00)
        /* Has not refused or been aborted */
        and not (h.status = 'Refused' or h.status = 'Aborted'
        or h.status = 'Died' or h.status = 'Other')
order by
        tvid;

Einige Erläuterungen:

  • concat(p1.id, p1.tvab) + 0 as tvid

    Wir wollen nach den verketteten id und tvab in numerischer Reihenfolge sortieren. Indem wir 0 hinzufügen, bringen wir MySQL dazu, das Ergebnis als Zahl zu behandeln.

  • Spalte id

    Diese identifiziert ein Zwillingspaar. Sie ist in allen Tabellen Schlüssel.

  • Spalte tvab

    Diese identifiziert ein Zwillingspaar. Sie hat einen Wert von 1 oder 2.

  • Spalte ptvab

    Sie ist die Umkehrung von tvab. Wenn tvab 1 ist, ist sie 2, und umgekehrt. Sie ist dafür da, MySQL die Optimierung der Anfrage zu erleichtern.

Diese Anfrage demonstriert unter anderem, wie man ein Nachschlagen (Lookup) in einer Tabelle von derselben Tabelle aus mit einem Join durchführt (p1 und p2). In dem Beispiel wird das dazu benutzt, um festzustellen, ob der Partner eines Zwillings vor Erreichen des 65. Lebensjahrs starb. Wenn das der Fall ist, wird die Zeile nicht zurückgegeben.

Das Geschilderte existiert in allen Tabellen mit zwillingsbezogenen Informationen. Wir haben einen Schlüssel auf beide id,tvab (alle Tabellen), und auf id,ptvab (person_data), um Anfragen schneller zu machen.

Auf unserer Produktionsmaschine (einer 200MHz-UltraSPARC) gibt diese Anfrage etwa 150 bis 200 Zeilen zurück und benötigt weniger als eine Sekunde.

Die aktuelle Anzahl von Datensätzen in den oben benutzten Tabellen:

TabelleZeilen
person_data71074
lentus5291
twin_project5286
twin_data2012
informant_data663
harmony381
postal_groups100

4.7.2. Eine Tabelle über den Zustand von Zwillingspaaren zeigen

Jedes Interview endet mit einem Statuscode, genannt ereignis. Die unten stehende Anfrage wird benutzt, um eine Tabelle über alle Zwillingspaare anzuzeigen, kombiniert mit dem Ereignis. Das zeigt an, wie viele Paare beider Zwillingen im Zustand beendet sind, bei wie vielen Paaren ein Zwilling im Zustand beendet ist, welche ein Interview abgelehnt haben usw.

select
        t1.event,
        t2.event,
        count(*)
from
        lentus as t1,
        lentus as t2,
        twin_project as tp
where
        /* We are looking at one pair at a time */
        t1.id = tp.id
        and t1.tvab=tp.tvab
        and t1.id = t2.id
        /* Just the sceening survey */
        and tp.survey_no = 5
        /* This makes each pair only appear once */
        and t1.tvab='1' and t2.tvab='2'
group by
        t1.event, t2.event;

4.8. MySQL mit Apache benutzen

Der Contrib-Abschnitt beinhaltet Programme, mit denen Sie Ihre Benutzer durch eine MySQL-Datenbank authentifizieren können, und mit denen Sie Ihre Logdateien in eine MySQL-Tabelle schreiben können.

Sie können das Log-Format von Apache so ändern, dass es durch MySQL leicht gelesen werden kann, indem Sie folgendes in die Apache-Konfigurationsdatei schreiben:

LogFormat \
        "\"%h\",%{%Y%m%d%H%M%S}t,%>s,\"%b\",\"%{Content-Type}o\",  \
        \"%U\",\"%{Referer}i\",\"%{User-Agent}i\""

In MySQL können Sie dann etwas wie das hier tun:

LOAD DATA INFILE '/local/access_log' INTO TABLE tabelle
FIELDS TERMINATED BY ',' OPTIONALLY ENCLOSED BY '"' ESCAPED BY '\\'

Kapitel 5. MySQL-Datenbankadministration

Inhaltsverzeichnis

5.1. MySQL konfigurieren
5.1.1. mysqld-Kommandozeilenoptionen
5.1.2. my.cnf-Optionsdateien
5.1.3. Viele Server auf derselben Maschine installieren
5.1.4. Viele MySQL-Server auf derselben Maschine laufen lassen
5.2. Allgemeine Sicherheitsthemen und das MySQL-Zugriffsberechtigungssystem
5.2.1. Allgemeine Sicherheitsrichtlinien
5.2.2. Wie Sie MySQL gegen Cracker sicher machen
5.2.3. Startoptionen für mysqld in Bezug auf Sicherheit
5.2.4. Was das Berechtigungssystem macht
5.2.5. Wie das Berechtigungssystem funktioniert
5.2.6. Von MySQL zur Verfügung gestellte Berechtigungen
5.2.7. Verbinden mit dem MySQL-Server
5.2.8. Zugriffskontrolle, Phase 1: Verbindungsüberprüfung
5.2.9. Zugriffskontrolle, Phase 2: Anfrageüberprüfung
5.2.10. Gründe für Access denied-Fehler
5.3. MySQL-Benutzerkonten-Verwaltung
5.3.1. GRANT- und REVOKE-Syntax
5.3.2. MySQL-Benutzernamen und -Passwörter
5.3.3. Wann Berechtigungsänderungen wirksam werden
5.3.4. Einrichtung der anfänglichen MySQL-Berechtigungen
5.3.5. Neue MySQL-Benutzer hinzufügen
5.3.6. Limiting user resources
5.3.7. Passwörter einrichten
5.3.8. Wie Sie Ihre Passwörter sicher halten
5.4. Katastrophenschutz und Wiederherstellung
5.4.1. Datenbank-Datensicherungen
5.4.2. BACKUP TABLE-Syntax
5.4.3. RESTORE TABLE-Syntax
5.4.4. CHECK TABLE-Syntax
5.4.5. REPAIR TABLE-Syntax
5.4.6. Benutzung von myisamchk für Tabellenwartung und Absturzreparatur
5.4.7. Wartungsplan für Tabellen erstellen
5.4.8. Informationen über eine Tabelle erhalten
5.5. Datenbankverwaltung Sprachreferenz
5.5.1. OPTIMIZE TABLE-Syntax
5.5.2. ANALYZE TABLE-Syntax
5.5.3. FLUSH-Syntax
5.5.4. KILL-Syntax
5.5.5. SHOW-Syntax
5.6. MySQL-Lokalisierung und internationaler Gebrauch
5.6.1. Der für Daten und Sortieren benutzte Zeichensatz
5.6.2. Nicht englische Fehlermeldungen
5.6.3. Einen neuen Zeichensatz hinzufügen
5.6.4. Die Zeichen-Definitions-Arrays
5.6.5. Unterstützung für Zeichenketten-Vergleich
5.6.6. Unterstützung für Multi-Byte-Zeichen
5.6.7. Probleme mit Zeichensätzen
5.7. Serverseitige Skripte und Dienstprogramme für MySQL
5.7.1. Überblick über serverseitige Programme und Dienstprogramme
5.7.2. safe_mysqld, der Wrapper um mysqld
5.7.3. mysqld_multi, Programm zur Verwaltung mehrerer MySQL-Server
5.7.4. myisampack, MySQL-Programm zum Erzeugen komprimierter Nur-Lese-Tabellen
5.7.5. mysqld-max, ein erweiterter mysqld-Server
5.8. Clientseitige Skripte und Hilfsprogramme von MySQL
5.8.1. Überblick über die clientseitigen Skripte und Dienstprogramme
5.8.2. Das Kommandozeilen-Werkzeug
5.8.3. mysqladmin, Verwaltung eines MySQL-Servers
5.8.4. Benutzung von mysqlcheck für Tabellenwartung und Wiederherstellung nach Abstürzen
5.8.5. mysqldump, Tabellenstrukturen und -daten dumpen
5.8.6. mysqlhotcopy, MySQL-Datenbanken und Tabellen kopieren
5.8.7. mysqlimport, Daten aus Textdateien importieren
5.8.8. Datenbanken, Tabellen und Spalten anzeigen
5.8.9. perror, Erklärung der Fehler-Codes
5.8.10. Wie SQL-Befehle aus einer Textdatei laufen gelassen werden
5.9. Die MySQL-Log-Dateien
5.9.1. Die Fehler-Log-Datei
5.9.2. Die allgemeine Anfragen-Log-Datei
5.9.3. Die Update-Log-Datei
5.9.4. Die binäre Update-Log-Datei
5.9.5. Die Anfragen-Log-Datei für langsame Anfragen
5.9.6. Wartung und Pflege der Log-Dateien
5.10. Replikation bei MySQL
5.10.1. Einführung in die Replikation
5.10.2. Replikationsimplementation
5.10.3. Wie man Replikation aufsetzt
5.10.4. Replikationsfeatures und bekannte Probleme
5.10.5. Replikationsoptionen in my.cnf
5.10.6. SQL-Befehle in Bezug auf Replikation
5.10.7. Replikation - Häufig gestellte Fragen
5.10.8. Problemlösung bei Replikation

5.1. MySQL konfigurieren

5.1.1. mysqld-Kommandozeilenoptionen

mysqld akzeptiert folgende Kommandozeilenoptionen:

  • --ansi

    ANSI-SQL-Syntax anstelle von MySQL-Syntax benutzen. See Abschnitt 2.7.2, „MySQL im ANSI-Modus laufen lassen“.

  • -b, --basedir=path

    Pfad zum Installationsverzeichnis. Gewöhnlich werden alle Pfade relativ zu diesem aufgelöst.

  • --big-tables

    große Ergebnismengen zulassen, indem alle temporären Mengen in eine Datei gesichert werden. Das löst die meisten 'table full'-Fehler, verlangsamt aber in den Fällen Anfragen, in denen Tabellen im Speicher ausreichen würden. Ab Version 3.23.2 ist MySQL in der Lage, das automatisch zu lösen, indem für kleine temporäre Tabellen der Arbeitsspeicher benutzt wird und auf Festplatten-Tabellen umgeschaltet wird, wenn das nötig ist.

  • --bind-address=IP

    IP-Adresse zum Anbinden (bind).

  • --character-sets-dir=path

    Verzeichnis, wo Zeichensätze sind. See Abschnitt 5.6.1, „Der für Daten und Sortieren benutzte Zeichensatz“.

  • --chroot=path

    Chroot den mysqld-Daemon beim Start. Empfohlene Sicherheitsmaßnahme. Wird allerdings LOAD DATA INFILE und SELECT ... INTO OUTFILE etwas einschränken.

  • --core-file

    Schreibt eine Core-Datei, wenn mysqld stirbt. Auf manchen Systemen müssen Sie zusätzliche --core-file-size für safe_mysqld angeben. See Abschnitt 5.7.2, „safe_mysqld, der Wrapper um mysqld“.

  • -h, --datadir=path

    Pfad zum Datenbank-Wurzelverzeichnis.

  • --default-character-set=charset

    Setzt den vorgabemäßigen Zeichensatz. See Abschnitt 5.6.1, „Der für Daten und Sortieren benutzte Zeichensatz“.

  • --default-table-type=type

    Setzt den vorgabemäßigen Tabellentyp für Tabellen. See Kapitel 8, MySQL-Tabellentypen.

  • --debug[...]=

    Wenn MySQL mit --with-debug konfiguriert ist, können Sie diese Option benutzen, um eine Trace-Datei darüber zu erhalten, was mysqld tut. See Abschnitt D.1.2, „Trace-Dateien erzeugen“.

  • --delay-key-write-for-all-tables

    Schlüsselpuffer (Key Buffer) für jegliche MyISAM-Tabellen nicht leeren (flush). See Abschnitt 6.5.2, „Serverparameter tunen“.

  • --enable-locking

    System-Sperren einschalten. Beachten Sie, dass Sie bei der Benutzung dieser Option auf Systemen, die kein voll funktionsfähiges lockd() besitzen (wie Linux), mysqld leicht zum Deadlock bringen können.

  • -T, --exit-info

    Eine Bit-Maske verschiedener Flags, mit denen man den mysqld-Server debuggen kann. Man sollte diese Option nicht benutzen, wenn man nicht ganz genau weiß, was sie tut!

  • --flush

    Alle Änderungen nach jedem SQL-Befehl auf Platte zurückschreiben (flush). Normalerweise schreibt MySQL alle Änderungen nach jedem SQL-Befehl auf Platte und läßt das Betriebssystem sich um das Synchronisieren auf Platte kümmern. See Abschnitt A.4.1, „Was zu tun ist, wenn MySQL andauernd abstürzt“.

  • -?, --help

    Kurze Hilfe ausgeben und beenden.

  • --init-file=file

    Beim Start SQL-Befehle aus dieser Datei lesen.

  • -L, --language=...

    Client-Fehlermeldungen in der angegebenen Sprache. Kann als voller Pfad angegeben werden. See Abschnitt 5.6.2, „Nicht englische Fehlermeldungen“.

  • -l, --log[=datei]

    Loggt Verbindungen und Anfragen in datei. See Abschnitt 5.9.2, „Die allgemeine Anfragen-Log-Datei“.

  • --log-isam[=datei]

    Loggt alle ISAM- / MyISAM-Änderungen in datei (wird nur benutzt, um ISAM / MyISAM zu debuggen).

  • --log-slow-queries[=datei]

    Loggt alle Anfragen, die länger als long_query_time Sekunden für die Ausführung benötigt haben, in datei. See Abschnitt 5.9.5, „Die Anfragen-Log-Datei für langsame Anfragen“.

  • --log-update[=datei]

    Loggt Updates in datei.#, wobei # eine eindeutige Zahl ist, falls nicht vorgegeben. See Abschnitt 5.9.3, „Die Update-Log-Datei“.

  • --log-long-format

    Loggt einige zusätzliche Informationen ins Update-Log. Wenn Sie --log-slow-queries benutzen, werden Anfragen, die keine Indexe benutzen, in die Langsame-Anfragen-Log-Datei geloggt.

  • --low-priority-updates

    Operationen, die Tabellen ändern (INSERT/DELETE/UPDATE), haben geringere Priorität als Selects. Das kann auch mit {INSERT | REPLACE | UPDATE | DELETE} LOW_PRIORITY ... durchgeführt werden, um lediglich die Priorität einer einzelnen Anfrage zu verringern, oder mit SET OPTION SQL_LOW_PRIORITY_UPDATES=1, um die Priorität in einem Thread zu ändern. See Abschnitt 6.3.2, „Themen, die Tabellensperren betreffen“.

  • --memlock

    Sperrt den mysqld-Prozess in den Arbeitsspeicher. Das funktioniert nur, wenn Ihr System den mlockall()-Systemaufruf versteht (wie Solaris). Das kann helfen, wenn Sie Probleme damit haben, dass Ihr Betriebssystem mysqld veranlasst, auf Platte zu swappen.

  • --myisam-recover [=option[,option...]]], wobei option eine

    Kombination von DEFAULT, BACKUP, FORCE oder QUICK ist. Sie können sie auch explizit auf "" setzen, wenn Sie diese Option ausschalten wollen. Wenn die Option benutzt wird, überprüft mysqld beim Öffnen, ob die Tabelle als zerstört markiert ist oder ob die Tabelle nicht ordnungsgemäß geschlossen wurde. (Die letzte Option funktioniert nur, wenn Sie mysqld mit --skip-locking laufen lassen). Wenn das der Fall ist, läßt mysqld eine Überprüfung der Tabelle laufen. Wenn die Tabelle beschädigt war, versucht mysqld, sie zu reparieren.

    Folgende Optionen beeinflussen, wie repair funktioniert.

    DEFAULTDasselbe, als würde man für --myisam-recover keine Option angeben.
    BACKUPWenn die Tabelle während der Wiederherstellung geändert wurde, eine Datensicherung der tabelle.MYD-Datendatei als tabelle-datetime.BAK speichern.
    FORCEEine Wiederherstellung selbst dann laufen lassen, wenn man mehr als eine Zeile aus der .MYD-Datei verlieren wird.
    QUICKDie Zeilen der Tabelle nicht überprüfen, wenn es keine gelöschten Blocks gibt.

    Bevor eine Tabelle automatisch repariert wird, fügt MySQL darüber eine Bemerkung in das Fehler-Log. Wenn Sie in der Lage sein wollen, die meisten Sachen ohne Benutzer-Intervention zu beheben, sollten Sie die Optionen BACKUP,FORCE benutzen. Das erzwingt ein Reparieren einer Tabelle, selbst wenn dabei einige Zeilen gelöscht würden, erhält aber die alte Datendatei als Datensicherung, so dass Sie später herausfinden können, was passiert ist.

  • --pid-file=pfad

    Pfad zur pid-Datei, die von safe_mysqld benutzt wird.

  • -P, --port=...

    Port-Nummer, um auf TCP/IP-Verbindungen zu warten (listen).

  • -o, --old-protocol

    Das 3.20-Protokoll für Kompatibilität mit einigen sehr alten Clients benutzen.

  • --one-thread

    Nur einen Thread benutzen (zum Debuggen unter Linux). See Abschnitt D.1, „Einen MySQL-Server debuggen“.

  • -O, --set-variable var=option

    Weist einer Variablen einen Wert zu. --help listet Variablen auf. Sie finden eine komplette Beschreibung aller Variablen im SHOW VARIABLES-Abschnitt dieses Handbuchs. See Abschnitt 5.5.5.4, „SHOW VARIABLES. Der Abschnitt über das Tunen der Serverparameter enthält Informationen darüber, wie man diese optimiert. See Abschnitt 6.5.2, „Serverparameter tunen“.

  • --safe-mode

    Einige Optimierungsschritte überspringen. Setzt --skip-delay-key-write voraus.

  • --safe-show-database

    Keine Datenbanken anzeigen, für die der Benutzer keine Zugriffsrechte hat.

  • --safe-user-create

    Wenn das angeschaltet ist, kann ein Benutzer keine neuen Benutzer mit dem GRANT-Befehl anlegen, wenn der Benutzer kein INSERT-Zugriffsrecht auf die mysql.user-Tabelle oder irgend welche Spalten dieser Tabelle hat.

  • --skip-concurrent-insert

    Die Fähigkeit abschalten, gleichzeitig auf MyISAM-Tabellen auszuwählen (select) und einzufügen (insert). (Sollte nur benutzt werden, wenn Sie der Meinung sind, ein Bug in diesem Feature gefunden zu haben.)

  • --skip-delay-key-write

    Die delay_key_write-Option für alle Tabellen ignorieren. See Abschnitt 6.5.2, „Serverparameter tunen“.

  • --skip-grant-tables

    Diese Option veranlasst den Server, das Zugriffsrechte-System überhaupt nicht zu benutzen. Das gibt jedem vollen Zugriff auf alle Datenbanken! (Einen laufenden Server können Sie anweisen, die Berechtigungstabellen erneut zu verwenden, indem Sie mysqladmin flush-privileges oder mysqladmin reload ausführen.)

  • --skip-host-cache

    Nie den Host-Name-Cache für schnellere Name-IP-Auflösung benutzen, sondern statt dessen bei jeder Verbindung beim DNS-Server anfragen. See Abschnitt 6.5.5, „Wie MySQL DNS benutzt“.

  • --skip-locking

    System-Sperren nicht benutzen. Um isamchk oder myisamchk auszuführen, müssen Sie den Server herunter fahren. See Abschnitt 2.2.2, „Wie stabil ist MySQL?“. Beachten Sie, dass Sie in MySQL-Version 3.23 REPAIR und CHECK benutzen können, um MyISAM-Tabellen zu reparieren / zu prüfen.

  • --skip-name-resolve

    Hostnamen werden nicht aufgelöst. Alle Host-Spaltenwerte in den Berechtigungstabellen müssen IP-Nummern oder localhost sein. See Abschnitt 6.5.5, „Wie MySQL DNS benutzt“.

  • --skip-networking

    Auf überhaupt keine TCP/IP-Verbindungen warten (listen). Jede Interaktion mit mysqld muss über Unix-Sockets erfolgen. Diese Option wird ausdrücklich empfohlen für Systeme, auf denen nur lokale Anfragen (Requests) erlaubt sind. See Abschnitt 6.5.5, „Wie MySQL DNS benutzt“.

  • --skip-new

    Keine neuen, möglicherweise falschen Routinen benutzen. Setzt --skip-delay-key-write voraus. Setzt ausserdem den vorgabemäßigen Tabellentyp auf ISAM. See Abschnitt 8.3, „ISAM-Tabellen“.

  • --skip-symlink

    Keine Dateien löschen oder umbenennen, auf die eine mit Symlink verknüpfte Datei im Daten-Verzeichnis zeigt.

  • --skip-safemalloc

    Wenn MySQL mit --with-debug=full konfiguriert wird, überprüfen alle Programme den Arbeitsspeicher auf Überlauf, bei jeder Speicher-Allokation und -Freigabe. Da dieses Prüfen sehr langsam ist, können Sie es vermeiden, wenn Sie keine Arbeitsspeicherprüfung benötigten, indem Sie diese Option benutzen.

  • --skip-show-database

    Keine 'SHOW DATABASE'-Befehle zulassen, wenn der Benutzer keine process-Berechtigung hat.

  • --skip-stack-trace

    Keine Stack-Traces schreiben. Diese Option ist nützlich, wenn Sie mysqld unter einem Debugger laufen lassen. See Abschnitt D.1, „Einen MySQL-Server debuggen“.

  • --skip-thread-priority

    Benutzung von Thread-Prioritäten abschalten, um schnellere Antwortzeiten zu erzielen.

  • --socket=pfad

    Socket-Datei, die anstelle des vorgabemäßigen /tmp/mysql.sock für lokale Verbindungen benutzt wird.

  • --sql-mode=option[,option[,option...]]

    Option kann jede beliebige Kombination von REAL_AS_FLOAT, PIPES_AS_CONCAT, ANSI_QUOTES, IGNORE_SPACE, SERIALIZE und ONLY_FULL_GROUP_BY sein. Sie kann auch leer sein (""), wenn Sie dies zurücksetzen wollen.

    Alle oben angegebenen Optionen festlegen ist dasselbe wie --ansi benutzen. Mit dieser Option kann man nur benötigte SQL-Modi anschalten. See Abschnitt 2.7.2, „MySQL im ANSI-Modus laufen lassen“.

  • transaction-isolation= { READ-UNCOMMITTED | READ-COMMITTED | REPEATABLE-READ | SERIALIZABLE }

    Setzt das vorgabemäßige Transaktions-Isolations-Level.

    See Abschnitt 7.7.3, „SET TRANSACTION-Syntax“.

  • -t, --tmpdir=pfad

    Pfad für temporäre Dateien. Es kann nützlich sein, wenn Ihr vorgabemäßiges /tmp-Verzeichnis auf einer Partition liegt, die zu klein ist, um temporäre Tabellen zu speichern.

  • -u, --user=benutzername

    Den mysqld-Daemon unter dem Benutzer benutzername laufen lassen. Diese Option ist zwingend notwendig, wenn mysqld als Root gestartet wird.

  • -V, --version

    Versionsinformationen ausgeben und beenden.

  • -W, --warnings

    Warnmeldungen wie Aborted connection... in die .err-Datei ausgeben. See Abschnitt A.2.9, „Kommunikationsfehler / Abgebrochene Verbindung“.

5.1.2. my.cnf-Optionsdateien

Seit Version 3.22 kann MySQL vorgabemäßige Startoptionen für den Server und für Clients aus Optionsdateien lesen.

MySQL liest Vorgabeoptionen aus folgenden Dateien unter Unix:

DateinameZweck
/etc/my.cnfGlobale Optionen
DATADIR/my.cnfServer-spezifische Optionen
defaults-extra-fileDie Datei, die mit --defaults-extra-file=# festgelegt wird
~/.my.cnfBenutzerspezifische Optionen

DATADIR ist das MySQL-Daten-Verzeichnis (typischerweise /usr/local/mysql/data bei einer Binärinstallation oder /usr/local/var bei einer Quellinstallation). Beachten Sie, dass das das Verzeichnis ist, das zur Konfigurationszeit festgelegt wurde, nicht das, das mit --datadir festgelegt wird, wenn mysqld startet! (--datadir hat keinen Einfluss darauf, wo der Server nach Optionsdateien sucht, denn er sucht nach ihnen, bevor er irgend welche Kommandozeilenargumente verarbeitet.)

MySQL liest Vorgabeoptionen aus folgenden Dateien unter Windows:

DateinameZweck
Windows-System-Verzeichnis\my.iniGlobale Optionen
C:\my.cnfGlobale Optionen
C:\mysql\data\my.cnfServer-spezifische Optionen

Beachten Sie, dass Sie unter Windows alle Pfade mit / statt mit \ angeben sollten. Wenn Sie \ benutzen, müssen Sie das doppelt (\\) tun, weil \ in MySQL das Fluchtzeichen (Escape-Character) ist.

MySQL versucht, Optionsdateien in der oben angegebenen Reihenfolge zu lesen. Wenn es mehrere Optionsdateien gibt, erlangt eine Option, die in einer Datei festgelegt wird, die später gelesen wird, Vorrang über dieselbe Option, die in einer sonstigen Optionsdatei festgelegt wurde. Optionen, die auf der Kommandozeile festgelegt werden, erlangen Vorrang vor Optionen in jeglichen Optionsdateien. Einige Optionen können durch Umgebungsvariablen festgelegt werden. Optionen, die auf der Kommandozeile oder in Optionsdateien festgelegt werden, haben Vorrang vor Werten in Umgebungsvariablen. See Anhang E, Umgebungsvariablen. Folgende Programme unterstützen Optionsdateien: mysql, mysqladmin, mysqld, mysqldump, mysqlimport, mysql.server, myisamchk und myisampack.

Sie können Optionsdateien benutzen, um jede beliebig lange Option festzulegen, die ein Programm unterstützt! Starten Sie das Programm mit --help, um eine Liste der verfügbaren Optionen zu erhalten.

Eine Optionsdatei kann Zeilen der folgenden Formate enthalten:

  • #Kommentar

    Kommentarzeilen fangen mit ‘#’ oder ‘;’ an. Leere Zeilen werden ignoriert.

  • [group]

    group ist der Name des Programms oder der Gruppe, für das oder die Sie Optionen setzen wollen. Nach einer Gruppen-Zeile beziehen sich alle option- oder set-variable-Zeilen auf die benannte Gruppe, bis zum Ende der Optionsdatei oder bis eine andere Gruppe angegeben wird.

  • option

    Das ist äquivalent zu --option auf der Kommandozeile.

  • option=value

    Das ist äquivalent zu --option=value auf der Kommandozeile.

  • set-variable = variable=value

    Das ist äquivalent zu --set-variable variable=value auf der Kommandozeile. Diese Syntax muss verwendet werden, um eine mysqld-Variable zu setzen.

Die client-Gruppe gestattet Ihnen, Optionen anzugeben, die sich auf alle MySQL-Clients (nicht auf mysqld) beziehen. Diese Gruppe eignet sich bestens dafür, das Passwort festzulegen, das Sie benutzen, um sich mit dem Server zu verbinden. (Stellen Sie jedoch sicher, dass die Optionsdatei nur für Sie les- und schreibbar ist.)

Beachten Sie, dass bei Optionen und Werten alle führenden Leerzeichen und solche am Zeilenende automatisch entfernt werden. Sie können in der Zeichenkette für den Wert die Escape-Sequenzen ‘\b’, ‘\t’, ‘\n’, ‘\r’, ‘\\’ und ‘\s’ benutzen (‘\s’ ist das Leerzeichen).

Hier ist eine typische globale Optionsdatei:

[client]
port=3306
socket=/tmp/mysql.sock

[mysqld]
port=3306
socket=/tmp/mysql.sock
set-variable = key_buffer_size=16M
set-variable = max_allowed_packet=1M

[mysqldump]
quick

Hier ist eine typische Benutzer-Optionsdatei:

[client]
# Folgendes Passwort wird an alle Standard-MySQL-Clients geschickt:
password=mein_password

[mysql]
no-auto-rehash
set-variable = connect_timeout=2

[mysqlhotcopy]
interactive-timeout

Wenn Sie eine Quelldistribution haben, finden Sie Beispielkonfigurationen in den Dateien mit Namen my-xxxx.cnf im Support-files-Verzeichnis. Wenn Sie eine Binärdistribution haben, suchen Sie im DIR/support-files-Verzeichnis, wobei DIR der Pfadname zum MySQL-Installationsverzeichnis ist (typischerweise /usr/local/mysql). Aktuell finden Sie dort beispielhafte Konfigurationsdateien für kleine, mittlere, große und sehr große Systeme. Sie können my-xxxx.cnf in Ihr Heimatverzeichnis kopieren, um damit zu experimentieren (benennen Sie die Kopie in .my.cnf um).

Alle MySQL-Clients, die Optionsdateien unterstützen, unterstützen folgende Optionen:

--no-defaultsKeine Optionsdateien einlesen.
--print-defaultsDen Programmnamen und alle Optionen, die das Programm erhalten wird, ausgeben.
--defaults-file=voller-pfad-zur-vorgabe-dateiNur die angegebene Konfigurationsdatei benutzen.
--defaults-extra-file=voller-pfad-zur-vorgabe-dateiDiese Konfigurationsdatei nach der globalen Konfigurationsdatei einlesen, aber vor der Benutzer-Konfigurationsdatei.

Beachten Sie, dass die oben aufgeführten Optionen auf der Kommandozeile zuerst angegeben werden müssen, damit sie funktionieren! --print-defaults kann jedoch direkt nach den --defaults-xxx-file-Befehlen angegeben werden.

Hinweis für Entwickler: Optionsdatei-Handhabung ist schlicht dadurch implementiert, dass alle übereinstimmenden Optionen verarbeitet werden (das heißt, Optionen in der entsprechenden Gruppe), vor jeglichen Kommandozeilen-Argumenten. Das funktioniert sehr gut bei Programmen, die die letzte Instanz einer Option benutzen, die mehrfach festgelegt wurde. Wenn Sie ein altes Programm benutzen, das mehrfach festgelegte Optionen auf diese Art handhabt, aber keine Optionsdateien liest, müssen Sie nur zwei Zeilen hinzufügen, um diese Fähigkeit hinzuzufügen. Sehen Sie im Quellcode irgend eines Standard-MySQL-Clients nach, wie das gemacht wird.

In Shellskripts können Sie den my_print_defaults-Befehl benutzen, um die Konfigurationsdateien zu parsen:

shell> my_print_defaults client mysql
--port=3306
--socket=/tmp/mysql.sock
--no-auto-rehash

Die Ausgabe enthält alle Optionen für die Gruppen 'client' und 'mysql'.

5.1.3. Viele Server auf derselben Maschine installieren

In einigen Fällen brauchen Sie vielleicht viele verschiedene mysqld-Daemons (Server), die auf derselben Maschine laufen. Beispielsweise wollen Sie eine neue MySQL-Version zum Testen benutzen, während gleichzeitig eine alte Version für die Produktion läuft, oder Sie wollen verschiedenen Benutzern Zugriff auf verschiedene mysqld-Server geben, die sie selbst verwalten.

Eine Möglichkeit, einen neuen Server laufen zu lassen, besteht darin, ihn mit einem anderen Socket und einem anderen Port wie folgt zu starten:

shell> MYSQL_UNIX_PORT=/tmp/mysqld-neu.sock
shell> MYSQL_TCP_PORT=3307
shell> export MYSQL_UNIX_PORT MYSQL_TCP_PORT
shell> scripts/mysql_install_db
shell> bin/safe_mysqld &

Der Umgebungsvariablen-Appendix beinhaltet eine Liste anderer Umgebungsvariablen, die Sie benutzen können, um mysqld zu steuern. See Anhang E, Umgebungsvariablen.

Der oben gezeigte Weg ist die 'schnelle und schmutzige' Lösung, die man üblicherweise zum Testen benutzt. Das nette daran ist, dass alle Verbindungen, die Sie in obiger Shell aufbauen, automatisch an den neuen laufenden Server weiter geleitet werden!

Wenn Sie dasselbe dauerhafter durchführen wollen, sollten Sie für jeden Server eine Optionsdatei erzeugen. See Abschnitt 5.1.2, „my.cnf-Optionsdateien“. In Ihrem Startskript, das beim Hochfahren ausgeführt wird (mysql.server?) sollten Sie für beide Server folgendes festlegen:

safe_mysqld --default-file=pfad-zur-optionsdatei

Zumindest folgende Optionen sollten für jeden Server unterschiedlich sein:

  • port=# , socket=pfad , pid-file=pfad

Folgende Optionen sollten unterschiedlich sein, wenn sie benutzt werden:

  • log=pfad , log-bin=pfad , log-update=pfad , log-isam=pfad , bdb-logdir=pfad

Wenn Sie mehr Performance erreichen wollen, können Sie auch folgendes unterschiedlich festlegen:

  • tmpdir=pfad , bdb-tmpdir=pfad

See Abschnitt 5.1.1, „mysqld-Kommandozeilenoptionen“.

Wenn Sie binäre MySQL-Versionen installieren (.tar-Dateien) und sie mit ./bin/safe_mysqld starten, müssen Sie in den meisten Fällen lediglich die socket- und port-Argumente in safe_mysqld hinzufügen / ändern.

5.1.4. Viele MySQL-Server auf derselben Maschine laufen lassen

Unter bestimmten Umständen wollen Sie vielleicht mehrere Server auf derselben Maschine laufen lassen. Beispielsweise wollen Sie ein neues MySQL-Release testen, Ihre bestehende Produktionseinrichtung aber unangetastet lassen. Oder Sie sind ein Internet-Service-Provider, der unabhängige MySQL-Installationen für verschiedene Kunden hat.

Wenn Sie mehrere Server laufen lassen wollen, ist es am einfachsten, die Server mit unterschiedlichen TCP/IP-Ports und Socket-Dateien laufen zu lassen, damit sie nicht beide auf demselben TCP/IP-Port oder derselben Socket-Datei auf Verbindungen warten. See Abschnitt 5.7.3, „mysqld_multi, Programm zur Verwaltung mehrerer MySQL-Server“.

Nehmen wir einen existierenden Server an, der auf die existierende Port-Nummer und Socket-Datei konfiguriert ist. Sie konfigurieren einen neuen Server mit einem configure-Befehl, etwa wie folgt:

shell> ./configure  --with-tcp-port=port_nummer \
             --with-unix-socket-path=datei \
             --prefix=/usr/local/mysql-3.22.9

Hier müssen port_nummer und datei anders als die vorgabemäßigen Werte sein. Der --prefix-Wert sollte ein Installationsverzeichnis festlegen, das anders ist als dasjenige, unter dem die existierende MySQL-Installation liegt.

Sie können den Socket, der vom aktuell laufenden MySQL-Server benutzt wird, mit folgendem Befehl feststellen:

shell> mysqladmin -h hostname --port=port_nummer variables

Wenn Sie ``localhost'' als Hostnamen festlegen, benutzt mysqladmin Unix-Sockets anstelle von TCP/IP.

Wenn Sie einen MySQL-Server auf dem Port laufen haben, den Sie benutzt haben, bekommen Sie eine Liste der wichtigsten konfigurierbaren Variablen in MySQL, inklusive des Socketnamens.

Sie müssen keinen neuen MySQL-Server kompilieren, nur um ihn mit einem anderen Port und Socket zu starten. Sie können Port und Socket zur Laufzeit als Optionen von safe_mysqld festlegen:

shell> /pfad/zu/safe_mysqld --socket=datei --port=port_nummer

mysqld_multi kann ebenfalls safe_mysqld (oder mysqld) als Argument nehmen und die Optionen von einer Konfigurationsdatei an safe_mysqld und weiter an mysqld durchreichen.

Wenn Sie den neuen Server mit demselben Datenbankverzeichnis laufen lassen und Loggen angeschaltet haben, sollten Sie auch den Namen der Logdateien für safe_mysqld mit --log, --log-update oder --log-slow-queries festlegen. Ansonsten versuchen beide Server, in dieselbe Logdatei zu schreiben.

ACHTUNG: Normalerweise sollten Sie nie zulassen, dass zwei Server Daten in derselben Datenbank aktualisieren! Wenn Ihr Betriebssystem kein fehlerfreies System-Sperren (System Locking) unterstützt, führt das zu unliebsamen Überraschungen!

Wenn Sie für den zweiten Server ein anderes Datenbankverzeichnis benutzen wollen, können Sie das mit der --datadir=path-Option für safe_mysqld angeben.

HINWEIS: Mehrere MySQL-Server (mysqld) auf verschiedenen Maschinen laufen lassen, die auf ein gemeinsames Datenverzeichnis über NFS zugreifen, ist generell eine SCHLECHTE IDEE! Das Problem liegt darin, dass NFS zum Flaschenhals in Punkto Geschwindigkeit wird, denn es ist nicht für solche Zwecke gedacht. Und letztlich müssten Sie immer noch eine Lösung dafür finden, dass sich zwei oder mehr mysqlds nicht in die Quere kommen. Momentan gibt es keine Plattform, die mit 100%-iger Zuverlässigkeit Datei-Sperren (File Locking, gewöhnlich mit dem lockd-Daemon) in jeder Situation durchführt. Dennoch stellt NFS ein weiteres mögliches Risiko dar, denn es macht es dem lockd-Daemon noch schwieriger, Datei-Sperren zu handhaben. Machen Sie es sich also leicht und vergessen Sie diese Idee! Die funktionierende Lösung ist, einen Computer mit einem Betriebssystem einzusetzen, dass Threads effizient handhabt und mehrere Prozessoren hat.

Wenn Sie sich mit einem MySQL-Server verbinden wollen, der mit einem anderen Port läuft als mit dem, der in Ihren Client kompiliert ist, können Sie folgende Methoden benutzen:

  • Starten Sie den Client mit --host 'hostname' --port=port_nummer, um sich über TCP/IP zu verbinden, oder mit [--host localhost] --socket=datei, um sich über ein Unix-Socket zu verbinden.

  • In Ihren C- oder Perl-Programmen können Sie die Port- oder Socket-Argumente angeben, wenn Sie sich mit dem MySQL-Server verbinden.

  • Wenn Sie das Perl-DBD::mysql-Modul benutzen, können Sie die Optionen aus den MySQL-Optionsdateien lesen. See Abschnitt 5.1.2, „my.cnf-Optionsdateien“.

    $dsn = "DBI:mysql:test;mysql_read_default_group=client;mysql_read_default_file=/usr/local/mysql/data/my.cnf"
    $dbh = DBI->connect($dsn, $user, $password);
    
  • Setzen Sie die MYSQL_UNIX_PORT- und MYSQL_TCP_PORT-Umgebungsvariablen, so dass sie auf den Unix-Socket und TCP/IP-Port zeigen, bevor Sie Ihre Clients starten. Wenn Sie normalerweise eine speziellen Socket oder Port benutzen, sollten Sie die Befehle zum Setzen dieser Umgebungsvariablen in Ihrer .login-Datei unterbringen. See Anhang E, Umgebungsvariablen.

  • Legen Sie den vorgabemäßigen Socket und TCP/IP-Port in der .my.cnf-Datei in Ihrem Heimatverzeichnis fest. See Abschnitt 5.1.2, „my.cnf-Optionsdateien“.

5.2. Allgemeine Sicherheitsthemen und das MySQL-Zugriffsberechtigungssystem

MySQL hat ein fortgeschrittenes, aber nicht standardisiertes Sicherheits- bzw. Berechtigungssystem. Dieser Abschnitt beschreibt, wie es funktioniert.

5.2.1. Allgemeine Sicherheitsrichtlinien

Jeder, der MySQL auf einem Computer benutzt, der mit dem Internet verbunden ist, sollte diesen Abschnitt lesen, um die gebräuchlichsten Sicherheitsfehler zu vermeiden.

Wenn wir über Sicherheit sprechen, unterstreichen wir die Notwendigkeit, den gesamten Server-Host (und nicht nur den MySQL-Server) gegen alle Arten möglicher Angriffe abzusichern: Lauschangriffe, Änderungen (Altering), Playback und Dienstverweigerung (Denial of Service). Dieser Abschnitt deckt nicht alle Aspekte von Verfügbarkeit und Fehlertoleranz ab.

MySQL benutzt ein Sicherheitssystem, das auf Zugriffssteuerungslisten (Access Control Lists, ACLs) für alle Verbindungen, Anfragen und sonstige Operationen basiert, die ein Benutzer durchführen kann. Zusätzlich gibt es einige Unterstützung für SSL-verschlüsselte Verbindungen zwischen MySQL-Clients und -Servern. Viele der hier geschilderten Konzepte sind überhaupt nicht spezifisch für MySQL, sondern beziehen sich auf fast alle Applikationen.

Wenn Sie MySQL laufen lassen, sollten Sie möglichst immer folgende Richtlinien beachten:

  • GEBEN SIE NIEMALS JEMANDEM AUSSER DEM MySQL-ROOT-BENUTZER ZUGRIFF AUF DIE user-TABELLE IN DER mysql-DATENBANK! Das verschlüsselte Passwort ist das echte Passwort in MySQL. Wenn Sie das in der the user-Tabelle aufgeführte Passwort für einen gegebenen Benutzer kennen, können Sie sich leicht als dieser Benutzer einloggen, wenn Sie Zugriff auf den Host haben, der für dieses Benutzerkonto aufgeführt ist.

  • Lernen Sie das MySQL-Zugriffsberechtigungssystem. Die GRANT- und REVOKE-Befehle werden benutzt, um den Zugriff auf MySQL zu steuern. Gewähren Sie nicht mehr Zugriffsrechte als notwendig. Gewähren Sie niemals Zugriffsrechte für alle Hosts.

    Checkliste:

    • Probieren Sie mysql -u root. Wenn es Ihnen gelingt, sich erfolgreich mit dem Server zu verbinden, ohne nach einem Passwort gefragt zu werden, haben Sie ein Problem, denn jeder kann sich als MySQL-root-Benutzer mit dem Server verbinden und hat volle Berechtigungen! Lesen Sie in diesem Fall noch einmal die MySQL-Installationsanweisungen durch und achten Sie insbesondere auf den Teil, der sich mit dem Setzen des root-Passworts beschäftigt.

    • Benutzen Sie den Befehl SHOW GRANTS und prüfen Sie nach, wer Zugriff auf was hat. Entfernen Sie die Berechtigungen, die nicht notwendig sind, indem Sie den REVOKE-Befehl benutzen.

  • Halten Sie keine Klartext-Passwörter in Ihrer Datenbank. Wenn Ihr Computer kompromittiert wird, kann der Einbrecher die gesamte Liste von Passwörtern nehmen und benutzen. Benutzen Sie statt dessen MD5() oder eine andere Einweg-Hash-Funktion.

  • Benutzen Sie keine Passwörter aus Lexika. Es gibt spezielle Programme, um diese zu knacken. Selbst Passwörter wie ``xfish98'' sind sehr schlecht. Viel besser ist ``duag98'', was dasselbe Wort ``fish'' enthält, aber um eine Taste nach links auf einer QUERTZ-Tastatur verschoben. Eine weitere Methode ist, etwas wie ``Mhall'' zu benutzen, was die ersten Buchstaben des Satzes ``Mary had a little lamb'' enthält. Das läßt sich leicht merken und eintippen, aber schwierig durch jemanden erraten, der es nicht kennt.

  • Investieren Sie in eine Firewall. Diese schützt sie vor mindestens 50% aller Exploits in jeglicher Software. Installieren Sie MySQL hinter einer Firewall oder in einer entmilitarisierten Zone (Demilitarized Zone, DMZ).

    Checkliste:

    • Versuchen Sie, Ihre Ports vom Internet aus zu scannen, indem Sie ein Werkzeug wie nmap benutzen. MySQL benutzt vorgabemäßig Port 3306. Dieser Port sollte von nicht vertrauenswürdigen Hosts aus unerreichbar sein. Eine weitere einfache Methode, um zu überprüfen, ob Ihr MySQL-Port offen ist oder nicht, ist, den folgenden Befehl von einer entfernten Maschine aus zu benutzen, wobei server_host der Hostname Ihres MySQL-Servers ist:

      shell> telnet server_host 3306
      

      Wenn Sie eine Verbindung und einige sinnlose Zeichen erhalten, ist der Port offen und sollte auf Ihrer Firewall oder Ihrem Router geschlossen werden, sofern Sie nicht einen wirklich guten Grund haben, ihn offen zu halten. Wenn telnet einfach hängt oder die Verbindung abgelehnt wird, ist alles in Ordnung, der Port ist blockiert.

  • Trauen Sie keinen Daten, die von Benutzern eingegeben werden. Sie können versuchen, Ihren Code auszutricksen, indem Sie spezielle oder escapete Zeichenfolgen in Web-Formulare, URLs oder sonstige Applikationen, die Sie hergestellt haben, eingeben. Stellen Sie sicher, dass Ihre Applikation sicher bleibt, wenn ein Benutzer etwas wie ``; DROP DATABASE mysql;'' eingibt. Das ist ein extremes Beispiel, aber große Sicherheitslücken und Datenverlust können eintreten, wenn ein Hacker ähnliche Techniken benutzt und Sie nicht darauf vorbereitet sind.

    Denken Sie auch daran, numerische Daten zu überprüfen. Ein häufiger Fehler besteht darin, nur Zeichenketten zu schützen. Manchmal denken Leute, dass eine Datenbank, die nur öffentlich zugängliche Daten enthält, nicht geschützt werden muss. Das stimmt nicht. Auf solche Datenbanken können zumindest Dienstverweigerungsangriffe (Denial-of-Service-Attacken) durchgeführt werden. Die einfachste Art, sich vor dieser Art von Angriffen zu schützen, ist, Apostrophe um numerische Konstanten herum zu benutzen: SELECT * FROM tabelle WHERE ID='234' statt SELECT * FROM tabelle WHERE ID=234. MySQL wandelt diese Zeichenkette automatisch in eine Zahl um und entfernt alle nicht-numerischen Zeichen aus ihr.

    Checkliste:

    • Alle Web-Applikationen:

      • Versuchen Sie, ‘'’ und ‘"’ in alle Ihr Web-Formulare einzugeben. Wenn Sie irgend welche MySQL-Fehler erhalten, untersuchen Sie das Problem unverzüglich!

      • Versuchen Sie, jedwede dynamischen URLs zu ändern, indem Sie %22 (‘"’), %23 (‘#’) und %27 (‘'’) zu den URLs hinzufügen.

      • Versuchen Sie, Datentypen in dynamischen URLs von numerischen zu Zeichentypen zu ändern, die Zeichen aus den vorherigen Beispielen enthalten. Ihre Applikation sollte gegen solche und ähnliche Angriffe sicher sein.

      • Versuchen Sie Buchstaben, Leerzeichen und Sonderzeichen anstelle von Zahlen in numerische Felder einzugeben. Ihre Applikation sollte diese entfernen, bevor sie sie MySQL übergibt, und Ihre Applikation sollte einen Fehler erzeugen. Es ist sehr gefährlich, nicht geprüfte Werte an MySQL zu übergeben!

      • Überprüfen Sie Datengrößen, bevor Sie sie an MySQL übergeben.

      • Überlegen Sie, ob es sinnvoll ist, dass sich Ihre Applikation mit einem anderen Benutzernamen mit der Datenbank verbindet als mit dem, den Sie für Verwaltungszwecke benutzen. Geben Sie Applikationen nicht mehr Zugriffsberechtigungen als sie brauchen.

    • Benutzer von PHP:

      • Sehen Sie sich die addslashes()-Funktion an. Ab PHP 4.0.3 ist eine mysql_escape_string()-Funktion verfügbar, die auf der Funktion mit demselben Namen in der MySQL-C-API basiert.

    • Benutzer der MySQL-C-API:

      • Sehen Sie sich den mysql_escape_string()-API-Aufruf an.

    • Benutzer von MySQL++:

      • Sehen Sie sich die escape- und quote-Modifier für Query-Streams an.

    • Benutzer der Perl-DBI:

      • Sehen Sie sich die quote()-Methode an oder benutzen Sie Platzhalter.

    • Benutzer von Java-JDBC:

      • Benutzen Sie ein PreparedStatement-Objekt und Platzhalter.

  • Übermitteln Sie keine Klartextdaten (unverschlüsselte Daten) über das Internet. Diese Daten sind für jeden zugänglich, der Zeit und Möglichkeit hat, sie abzuhören und sie für die eigenen Zwecke zu benutzen. Benutzen Sie statt dessen ein verschlüsseltes Protokoll wie SSL oder SSH. MySQL unterstützt ab Version 4.0.0 interne SSL-Verbindungen. SSH-Port-Forwarding kann benutzt werden, um einen verschlüsselten (und komprimierten) Kommunikationstunnel zu erzeugen.

  • Lernen Sie die Benutzung der tcpdump- und strings-Utilities. In den meisten Fällen können Sie mit einem Befehl wie dem folgenden feststellen, ob MySQL-Datenströme verschlüsselt sind oder nicht:

    shell> tcpdump -l -i eth0 -w - src or dst port 3306 | strings
    

    (Das funktioniert unter Linux und sollte mit kleineren Änderungen auf anderen Systemen funktionieren.) Achtung: Wenn Sie keine Daten sehen, heißt das nicht immer, dass sie verschlüsselt sind. Wenn Sie hohe Sicherheit benötigen, sollten Sie sich mit einem Sicherheitsexperten in Verbindung setzen.

5.2.2. Wie Sie MySQL gegen Cracker sicher machen

Wenn Sie sich mit einem MySQL-Server verbinden, sollten Sie normalerweise ein Passwort benutzen. Das Passwort wird nicht als Klartext über die Verbindung übermittelt. Allerdings ist der Verschlüsselungsalgorithmus nicht sehr stark, so dass ein cleverer Angreifer mit einiger Mühe das Passwort knacken kann, wenn er in der Lage ist, den Verkehr zwischen Client und Server abzuhören. Wenn die Verbindung zwischen Client und Server über ein nicht vertrauenswürdiges Netzwerk geht, sollten Sie einen SSH-Tunnel benutzen, um die Kommunikation zu verschlüsseln.

Jede sonstige Information wird als Klartext übermittelt, die von jedem gelesen werden kann, der in der Lage ist, die Verbindung abzuhören. Wenn Sie das beunruhigt, können Sie das komprimierte Protokoll benutzen (ab MySQL-Version 3.22), um so etwas zu erschweren. Um die Dinge noch sicherer zu machen, sollten Sie ssh benutzen. Sie finden einen Open-Source- ssh-Client auf http://www.openssh.org und einen kommerziellen ssh-Client auf http://www.ssh.com. Mit diesen erhalten Sie eine verschlüsselte TCP/IP-Verbindung zwischen einem MySQL-Server und einem MySQL-Client.

Um ein MySQL-System sicher zu machen, sollten Sie auf jeden Fall folgende Vorschläge in Betracht ziehen:

  • Benutzen Sie Passwörter für alle MySQL-Benutzer. Bedenken Sie, dass sich jeder beliebige als andere Person einloggen kann, und zwar so einfach wie mysql -u anderer_benutzer db_name, wenn anderer_benutzer kein Passwort hat. Es ist ein normales Verhalten bei Client-Server-Applikationen, dass der Client einen beliebigen Benutzernamen angeben kann. Sie können das Passwort für alle Benutzer ändern, indem Sie das mysql_install_db-Skript editieren, bevor Sie es laufen lassen, oder nur das Passwort für den MySQL-root-Benutzer, wie folgt:

    shell> mysql -u root mysql
    mysql> UPDATE user SET Password=PASSWORD('neues_passwort')
               WHERE user='root';
    mysql> FLUSH PRIVILEGES;
    
  • Lassen Sie den MySQL-Daemon nicht als Unix-root-Benutzer laufen. Das ist sehr gefährlich, denn jeder Benutzer mit FILE-Berechtigung ist dann in der Lage, Dateien als root zu erzeugen (zum Beispiel ~root/.bashrc). Um das zu verhindern, weigert sich mysqld, als root zu laufen, es sei denn, das wird direkt durch die --user=root-Option angegeben.

    mysqld kann unter einem gewöhnlichen Benutzer ohne besondere Rechte laufen. Sie können auch einen neuen Unix-Benutzer mysql anlegen, um alles noch sicherer zu machen. Wenn Sie mysqld als ein anderer Unix-Benutzer laufen lassen, müssen Sie nicht den root-Benutzernamen in der user-Tabelle ändern, denn MySQL-Benutzernamen haben nichts mit den Unix-Benutzernamen zu tun. Um mysqld als anderer Unix-Benutzer zu starten, fügen Sie eine user-Zeile hinzu, die den Benutzernamen zur [mysqld]-Gruppe der /etc/my.cnf-Optionsdatei oder der my.cnf-Optionsdatei im Daten-Verzeichnis des Servers hinzufügt. Beispiel:

    [mysqld]
    user=mysql
    

    Das bewirkt, dass der Server als der festgelegte Benutzer gestartet wird, egal ob Sie ihn manuell oder mit safe_mysqld oder mysql.server starten. Weitere Details finden Sie unter Abschnitt 5.3.3, „Wann Berechtigungsänderungen wirksam werden“.

  • Unterstützen Sie keine Symlinks auf Tabellen (das kann mit der --skip-symlink-Option abgeschaltet werden). Das ist insbesondere wichtig, wenn Sie mysqld als Root laufen lassen, weil jeder, der Schreibzugriff auf das mysqld-Daten-Verzeichnis hat, dann jede Datei im System zerstören könnte! See Abschnitt 6.6.1.2, „Benutzung symbolischer Links für Tabellen“.

  • Überprüfen Sie, dass der Unix-Benutzer, der mysqld laufen läßt, der einzige Benutzer mit Lese-/Schreibzugriffen auf die Datenbankverzeichnisse ist.

  • Geben Sie nicht allen Benutzern das process-Zugriffsrecht. Die Ausgabe von mysqladmin processlist zeigt den Text der aktuell ausgeführten Anfragen, so dass jeder, der diesen Befehl ausführen darf, in der Lage wäre, eine Anfrage eines anderen Benutzers wie UPDATE user SET password=PASSWORD('not_secure') einzusehen.

    mysqld reserviert eine zusätzliche Verbindung für Benutzer, die das process-Zugriffsrecht haben, so dass sich ein MySQL-root-Benutzer einloggen und Dinge überprüfen kann, selbst wenn alle normalen Verbindungen in Benutzung sind.

  • Geben Sie nicht allen Benutzern das file-Zugriffsrecht. Jeder Benutzer, der dieses Zugriffsrecht hat, kann irgendwo im Dateisystem Dateien mit den Rechten des the mysqld-Daemons schreiben! Um das etwas sicherer zu machen, sind alle Dateien, die mit SELECT ... INTO OUTFILE erzeugt werden, für jeden lesbar und können keine existierenden Dateien überschreiben.

    Das file-Zugriffsrecht kann auch benutzt werden, um jede Datei zu lesen, auf die der Unix-Benutzer Zugriff hat, als der der Server läuft. Das könnte zum Beispiel durch Benutzung von LOAD DATA missbraucht werden, um /etc/passwd in eine Tabelle zu laden, die anschließend mit SELECT gelesen wird.

  • Wenn Sie Ihrem DNS nicht trauen, sollten Sie IP-Nummern anstelle von Hostnamen in den Berechtigungstabellen verwenden. In jedem Fall sollten Sie sehr vorsichtig damit sein, Einträge in Berechtigungstabellen vorzunehmen, die Hostnamen mit Platzhaltern (Wildcards) verwenden!

  • Wenn Sie die Anzahl der Verbindungen für einen einzelnen Benutzer beschränken wollen, können Sie das tun, indem Sie die max_user_Verbindungen-Variable in mysqld setzen.

5.2.3. Startoptionen für mysqld in Bezug auf Sicherheit

Folgende mysqld-Optionen berühren Sicherheitsaspekte:

  • --safe-show-database

    Mit dieser Option gibt SHOW DATABASES nur die Datenbanken zurück, für die der Benutzer irgend welche Rechte hat.

  • --safe-user-create

    Wenn das angeschaltet ist, kann ein Benutzer keine neuen Benutzer mit dem GRANT-Befehl anlegen, wenn der kein INSERT-Zugriffsrecht auf die mysql.user-Tabelle hat. Wenn Sie dem Benutzer nur das Recht geben wollen, neue Benutzer mit den Berechtigungen anzulegen, die er vergeben darf, sollten Sie ihm folgende Berechtigung geben:

    GRANT INSERT(benutzer) on mysql.user to 'benutzer'@'hostname';
    

    Das stellt sicher, dass der Benutzer keine Berechtigungsspalten direkt ändern kann, sondern dafür den GRANT-Befehl benutzen muss.

  • --skip-grant-tables

    Diese Option veranlasst den Server, das Berechtigungssystem überhaupt nicht zu benutzen. Das gibt jedem vollen Zugriff auf alle Datenbanken! (Einen laufenden Server können Sie veranlassen, die Berechtigungstabellen erneut zu verwenden, indem Sie mysqladmin flush-privileges oder mysqladmin reload ausführen.)

  • --skip-name-resolve

    Hostnamen werden nicht aufgelöst. Alle Host-Spaltenwerte in den Berechtigungstabellen müssen IP-Nummern oder localhost sein.

  • --skip-networking

    Keine TCP/IP-Verbindungen über das Netzwerk zulassen. Alle Verbindungen zu mysqld müssen über Unix-Sockets gemacht werden. Diese Option ist ungeeignet für Systeme, die MIT-pThreads benutzen, weil das MIT-pThreads-Paket keine Unix-Sockets unterstützt.

  • --skip-show-database

    Mit dieser Option gibt das SHOW DATABASES-Statement nichts zurück.

5.2.4. Was das Berechtigungssystem macht

Die primäre Funktion des MySQL-Berechtigungssystem ist, einen Benutzer zu authentifizieren, der sich von einem gegebenen Host aus verbindet, und diesen Benutzer Berechtigungen auf eine Datenbank zuzuordnen, wie select, insert, update und delete.

Zusätzliche Funktionalität beinhaltet die Möglichkeit, einen anonymen Benutzer anzulegen und Berechtigungen für MySQL-spezifische Funktionen wie LOAD DATA INFILE und für administrative Operationen zu gewähren.

5.2.5. Wie das Berechtigungssystem funktioniert

Das MySQL-Berechtigungssystem stellt sicher, dass alle Benutzer nur genau die Dinge tun dürfen, zu denen sie berechtigt sind. Wenn Sie sich mit einem MySQL-Server verbinden, wird Ihre Identität durch den Host, von dem Sie sich aus verbinden, festgelegt und durch den Benutzernamen, den Sie angeben. Das System gewährt Berechtigungen gemäß Ihrer Identität und gemäß dem, was Sie tun wollen.

MySQL zieht sowohl Hostnamen als auch Benutzernamen heran, um Sie zu identifizieren, weil es kaum Grund gibt anzunehmen, dass ein gegebener Benutzername derselben Person woanders auf dem Internet gehört. So muss zum Beispiel der Benutzer bill, der sich von whitehouse.gov aus verbindet, nicht notwendigerweise dieselbe Person sein, die sich als Benutzer bill von microsoft.com aus verbindet. MySQL erlaubt Ihnen deshalb, Benutzer auf unterschiedlichen Hosts auseinander zu halten, die zufällig denselben Namen haben: Sie können bill einen Satz von Berechtigungen für Verbindungen von whitehouse.gov und einen anderen Satz von Berechtigungen für Verbindungen von microsoft.com aus gewähren.

Die MySQL-Zugriffskontrolle läuft in zwei Phasen ab:

  • Phase 1: Der Server überprüft, ob Sie das Recht haben, sich verbinden zu können.

  • Phase 2: Angenommen, Sie haben das Recht, sich zu verbinden, dann überprüft der Server jede Anfrage, die Sie absetzen, um festzustellen, ob Sie ausreichende Rechte haben, um diese auszuführen. Wenn Sie zum Beispiel Zeilen aus einer Tabellen in einer Datenbank auswählen oder eine Tabelle in einer Datenbank löschen, stellt der Server sicher, dass Sie die select-Berechtigung für die Tabelle bzw. die drop-Berechtigung für die Datenbank haben.

Der Server benutzt die user-, db- und host-Tabellen in der mysql-Datenbank in beiden Phasen der Zugriffskontrolle. Die Felder in diesen Berechtigungstabellen sind unten dargestellt:

Tabellennameuserdbhost
Geltungsbereichs-FelderHostHostHost
 UserDbDb
 PasswordUser 
Berechtigungs-FelderSelect_privSelect_privSelect_priv
 Insert_privInsert_privInsert_priv
 Update_privUpdate_privUpdate_priv
 Delete_privDelete_privDelete_priv
 Index_privIndex_privIndex_priv
 Alter_privAlter_privAlter_priv
 Create_privCreate_privCreate_priv
 Drop_privDrop_privDrop_priv
 Grant_privGrant_privGrant_priv
 References_priv  
 Reload_priv  
 Shutdown_priv  
 Process_priv  
 File_priv  

In der zweiten Phase der Zugriffskontrolle (Anfrage-Verifikation), zieht der Server gegebenenfalls zusätzlich die tables_priv- und columns_priv-Tabellen heran, falls Ihre Anfrage Tabellen betrifft. Die Felder in diesen Tabellen sind unten dargestellt:

Tabellennametables_privcolumns_priv
Geltungsbereichs-FelderHostHost
 DbDb
 UserUser
 Table_nameTable_name
  Column_name
Berechtigungs-FelderTable_privColumn_priv
 Column_priv 
Sonstige FelderTimestampTimestamp
 Grantor 

Jede Berechtigungstabelle enthält Geltungsbereichsfelder und Berechtigungsfelder.

Geltungsbereichsfelder legen den Geltungsbereich jedes Eintrags in den Tabellen fest, das heißt, der Kontext, für den der Eintrag gilt. So würde zum Beispiel ein user-Tabelleneintrag mit Host- und User-Werten von 'thomas.loc.gov' und 'bob' benutzt werden, um Verbindungen zum Server zu authentifizieren, die von bob vom Host thomas.loc.gov gemacht werden. In ähnlicher Weise bewirkt ein db-Tabelleneintrag in die Felder Host, User und Db mit 'thomas.loc.gov', 'bob' und 'reports', dass diese benutzt werden, wenn sich bob vom Host thomas.loc.gov verbindet und auf die reports-Datenbank zugreift. Die tables_priv- und columns_priv-Tabellen enthalten Geltungsbereichsfelder, die Tabellen oder Tabellen-Spalten-Kombinationen angeben, auf die sich der jeweilige Eintrag bezieht.

Für Zwecke der Zugriffsprüfung sind Vergleiche von Host-Werten unabhängig von der verwendeten Groß-/Kleinschreibung. User, Password, Db und Table_name-Werte sind abhängig von der verwendeten Groß-/Kleinschreibung. Column_name-Werte sind ab MySQL-Version 3.22.12 unabhängig von der verwendeten Groß-/Kleinschreibung.

Berechtigungsfelder zeigen die Berechtigungen an, die durch den Tabelleneintrag gewährt werden, das heißt, welche Operationen durchgeführt werden können. Der Server kombiniert die Informationen in den verschiedenen Berechtigungstabellen, um daraus eine komplette Beschreibung der Berechtigungen des Benutzers zu formulieren. Die Regeln, nach denen hierbei vorgegangen wird, sind in Abschnitt 5.2.9, „Zugriffskontrolle, Phase 2: Anfrageüberprüfung“ beschrieben.

Geltungsbereichsfelder sind Zeichenketten, die wie unten dargestellt deklariert werden. Der Vorgabewert für jedes Feld ist die leere Zeichenkette:

FeldnameTyp 
HostCHAR(60) 
UserCHAR(16) 
PasswordCHAR(16) 
DbCHAR(64)(CHAR(60) für die tables_priv- und columns_priv-Tabellen)
Table_nameCHAR(60) 
Column_nameCHAR(60) 

In den user-, db- und host-Tabellen werden alle Felder als ENUM('N','Y') deklariert. Jedes Feld kann einen Wert von 'N' oder 'Y' haben. Der Vorgabewert ist 'N'.

In den tables_priv- und columns_priv-Tabellen werden Felder als SET-Felder deklariert:

TabellennameFeldnameMögliche Set-Elemente
tables_privTable_priv'Select', 'Insert', 'Update', 'Delete', 'Create', 'Drop', 'Grant', 'Referenzs', 'Index', 'Alter'
tables_privColumn_priv'Select', 'Insert', 'Update', 'References'
columns_privColumn_priv'Select', 'Insert', 'Update', 'References'

Kurz gesagt benutzt der Server die Berechtigungstabellen wie folgt:

  • Das user-Tabellenbereichsfeld legt fest, ob eingehende Verbindungen zugelassen oder abgewiesen werden. Bei zugelassenen Verbindungen zeigen Berechtigungen, die in der user-Tabelle vergeben sind, die globalen (Superuser-) Rechte des Benutzers an. Diese Berechtigungen treffen auf alle Datenbanken auf dem Server zu.

  • Die db- und host-Tabellen werden zusammen benutzt:

    • Die Geltungsbereichsfelder der db-Tabelle legen fest, welche Benutzer auf welche Datenbanken von welchen Hosts aus zugreifen können. Die Berechtigungsfelder legen fest, welche Operationen zugelassen sind.

    • Die host-Tabelle wird als Erweiterung der db-Tabelle benutzt, wenn Sie wollen, dass ein gegebener db-Tabelleneintrag auf verschiedene Hosts zutrifft. Wenn Sie zum Beispiel wollen, dass ein Benutzer eine Datenbank von mehreren Hosts in Ihrem Netzwerk aus benutzen kann, lassen Sie den Host-Wert in der db-Tabelle des Benutzers leer, und füllen dann die host-Tabelle mit einem Eintrag für jeden dieser Hosts. Dieser Mechanismus ist ausführlicher in Abschnitt 5.2.9, „Zugriffskontrolle, Phase 2: Anfrageüberprüfung“ beschrieben.

  • Die tables_priv- und columns_priv-Tabellen sind der db-Tabelle ähnlich, aber feinkörniger: Sie beziehen sich auf Tabellen- und Spaltenebenen und nicht auf Datenbankebene.

Beachten Sie, dass die Verwaltungsberechtigungen (reload, shutdown usw.) nur in der user-Tabelle festgelegt werden. Das liegt daran, dass Verwaltungsoperationen Operationen auf dem Server selbst sind und nicht Datenbank-spezifisch, so dass es keinen Grund gibt, solche Berechtigungen in den anderen Berechtigungstabellen aufzuführen. So muss nur die user-Tabelle untersucht werden um festzustellen, ob man Verwaltungsoperationen durchführen kann oder nicht.

Das file-Zugriffsrecht wird auch nur in der user-Tabelle festgelegt. Es ist als solches keine Verwaltungsberechtigung, aber Ihre Möglichkeit, Dateien auf dem Server zu lesen oder zu schreiben, ist unabhängig von der Datenbank, auf die Sie zugreifen.

Der mysqld-Server liest die Inhalte der Berechtigungstabellen einmal, und zwar beim Start. Änderungen in den Berechtigungstabellen werden wirksam wie in Abschnitt 5.3.3, „Wann Berechtigungsänderungen wirksam werden“ geschildert.

Wenn Sie die Inhalte der Berechtigungstabellen ändern, sollten Sie sicherstellen, dass Ihre Änderungen Berechtigungen einführen, die Sie so haben wollen. Hilfe bei der Diagnose von Problemen finden Sie unter Abschnitt 5.2.10, „Gründe für Access denied-Fehler“. Hinweise zu Sicherheitsthemen finden Sie unter see Abschnitt 5.2.2, „Wie Sie MySQL gegen Cracker sicher machen“.

Ein nützliches Diagnosetool ist das mysqlaccess-Skript, das Yves Carlier für die MySQL-Distribution bereit gestellt hat. Rufen Sie mysqlaccess mit der --help-Option auf, um herauszufinden, wie es funktioniert. Beachten Sie, dass mysqlaccess den Zugriff nur anhand der user-, db- und host-Tabellen überprüft. Es überprüft keine Tabellen- oder Spaltenebenen-Berechtigungen.

5.2.6. Von MySQL zur Verfügung gestellte Berechtigungen

Informationen über Benutzerberechtigungen sind in den user-, db-, host-, tables_priv- und columns_priv-Tabellen in der mysql-Datenbank gespeichert (das heißt in der Datenbank, die mysql heißt). Der MySQL-Server liest die Inhalte dieser Tabellen, wenn er startet, und in den Fällen, die unter Abschnitt 5.3.3, „Wann Berechtigungsänderungen wirksam werden“ geschildert sind.

Die Namen, die in diesem Handbuch benutzt werden, um auf die Berechtigungen zu verweisen, die MySQL zur Verfügung stellt, sind unten dargestellt, zusammen mit den Tabellenspaltennamen, die jeder Berechtigung in the Berechtigungstabellen zugeordnet sind, und dem Kontext, auf den die Berechtigung zutrifft.

BerechtigungSpalteKontext
selectSelect_privTabellen
insertInsert_privTabellen
updateUpdate_privTabellen
deleteDelete_privTabellen
indexIndex_privTabellen
alterAlter_privTabellen
createCreate_privDatenbanken, Tabellen oder Indexe
dropDrop_privDatenbanken oder Tabellen
grantGrant_privDatenbanken oder Tabellen
ReferencesReferences_privDatenbanken oder Tabellen
reloadReload_privSerververwaltung
shutdownShutdown_privSerververwaltung
processProcess_privSerververwaltung
fileFile_privDateizugriff auf den Server

Die select-, insert-, update- und delete-Berechtigungen erlauben Ihnen, Operationen auf Zeilen in existierenden Tabellen in einer Datenbank durchzuführen.

SELECT-Statements erfordern die select-Berechtigung nur dann, wenn tatsächlich Zeilen aus einer Tabelle abgerufen werden. Sie können bestimmte SELECT-Statements selbst ohne Berechtigung durchführen, um auf jede der Datenbanken auf dem Server zuzugreifen. Beispielsweise könnten Sie den mysql-Client als einfachen Taschenrechner benutzen:

mysql> SELECT 1+1;
mysql> SELECT PI()*2;

Die index-Berechtigung erlaubt Ihnen, Indexe zu erzeugen oder zu entfernen.

Die alter-Berechtigung erlaubt Ihnen, ALTER TABLE zu benutzen.

Die create- und drop-Berechtigungen erlauben Ihnen, neue Datenbanken und Tabellen zu erzeugen oder bestehende Datenbanken und Tabellen zu entfernen.

Denken Sie daran, dass ein Benutzer, dem Sie die drop-Berechtigung für die mysql-Datenbank gewähren, in der Lage ist, die Datenbank zu löschen, in der die MySQL-Zugriffsberechtigungen gespeichert sind!

Die grant-Berechtigung erlaubt Ihnen, die Berechtigungen, die Sie selbst besitzen, an andere Benutzer zu vergeben.

Die file-Berechtigung erlaubt Ihnen, Dateien auf dem Server zu lesen und zu schreiben, wenn Sie die LOAD DATA INFILE- und SELECT ... INTO OUTFILE-Statements benutzen. Jeder Benutzer, dem diese Berechtigung gewährt wurde, kann jedwede Datei lesen oder schreiben, die der MySQL-Server lesen oder schreiben darf.

Die restlichen Berechtigungen werden für Verwaltungsoperationen benutzt, die mit dem mysqladmin-Programm durchgeführt werden. Die unten stehende Tabelle zeigt, welche mysqladmin-Befehle mit jeder Verwaltungsberechtigung ausgeführt werden können:

BerechtigungBefehle, die dem Berechtigten erlaubt sind
reloadreload, refresh, flush-privileges, flush-hosts, flush-logs und flush-tables
shutdownshutdown
processprocesslist, kill

Der reload-Befehl weist den Server an, die Berechtigungstabellen neu einzulesen. Der refresh-Befehl schreibt alle Tabellen auf Platte (flush) und öffnet und schließt die Log-Dateien. flush-privileges ist ein Synonym für reload. Die anderen flush-*-Befehle führen Funktionen aus, die refresh ähnlich sind, aber im Umfang beschränkter und daher in einigen Fällen zu bevorzugen. Wenn Sie zum Beispiel nur die Log-Dateien flushen wollen, ist flush-logs refresh vorzuziehen.

Der shutdown-Befehl fährt den Server herunter.

Der processlist-Befehl zeigt Informationen über die Threads an, die im Server ausgeführt werden. Der kill-Befehl killt Server-Threads. Ihre eigenen Threads können Sie jederzeit anzeigen oder killen, aber Sie brauchen die process-Berechtigung, um Threads anzuzeigen oder zu killen, die von anderen Benutzern initiiert wurden. See Abschnitt 5.5.4, „KILL-Syntax“.

Es ist generell eine gute Idee, Berechtigungen nur den Nutzern zu gewähren, die diese tatsächlich brauchen, aber speziell bei folgenden Berechtigungen sollten Sie besondere Vorsicht walten lassen:

  • Die grant-Berechtigung erlaubt Benutzern, Ihre Berechtigungen an andere Benutzer zu übertragen. Zwei Benutzer mit unterschiedlichen Berechtigungen und mit der grant-Berechtigung sind in der Lage, Ihre Berechtigungen zu kombinieren.

  • Die alter-Berechtigung kann benutzt werden, um das Berechtigungssystem zu unterlaufen, indem Tabellen umbenannt werden.

  • Die file-Berechtigung kann missbraucht werden, um jede öffentlich lesbare Datei auf dem Server in eine Datenbanktabelle einzulesen, auf deren Inhalte dann mit SELECT zugegriffen werden kann. Das beinhaltet die Inhalte aller Datenbanken, die vom Server gehostet werden!

  • Die shutdown-Berechtigung kann missbraucht werden, um andere Benutzer komplett vom Server auszuschließen, indem der Server beendet wird.

  • Die process-Berechtigung kann benutzt werden, um den Klartext von momentan ablaufenden Anfragen einzusehen, inklusive Anfragen, die Passwörter setzen oder ändern.

  • Zugriffsrechte auf die mysql-Datenbank können benutzt werden, um Passwörter zu ändern und auf sonstige Berechtigungsinformationen zuzugreifen. (Passwörter werden verschlüsselt gespeichert, daher kann ein böswilliger Benutzer sie nicht einfach lesen und anschließend die Klartext-Passwörter kennen.) Wenn man auf die mysql.user-Passwort-Spalte zugreifen kann, kann man das nutzen, um sich als beliebiger Benutzer am MySQL-Server anzumelden. (Mit ausreichenden Rechten kann derselbe Benutzer dann Passwörter durch eigene ersetzen.)

Es gibt einige Dinge, die Sie mit dem MySQL-Berechtigungssystem nicht tun können:

  • Sie können nicht ausdrücklich festlegen, dass ein bestimmter Benutzer keinen Zugriff haben soll. Das heißt, Sie können nicht explizit mit einem bestimmten Benutzer vergleichen und dann die Verbindung ablehnen.

  • Sie können nicht festlegen, dass ein Benutzer das Recht hat, Tabellen in einer Datenbank zu erzeugen oder zu löschen, aber nicht die Datenbank selbst zu erzeugen oder zu löschen.

5.2.7. Verbinden mit dem MySQL-Server

MySQL-Client-Programme erfordern im Allgemeinen, dass Sie Verbindungsparameter festlegen, wenn Sie sich mit einem MySQL-Server verbinden wollen: Der Host, mit dem Sie sich verbinden wollen, Ihr Benutzername und Ihr Passwort. Beispielsweise kann der mysql-Client wie folgt gestartet werden (optionale Argumente sind in ‘[’ und ‘]’ eingeschlossen):

shell> mysql [-h hostname] [-u benutzername] [-pihr_passwort]

Alternative Formen der -h-, -u- und -p-Optionen sind --host=hostname, --user=benutzername und --password=ihr_passwort. Beachten Sie, dass zwischen -p oder --password= und dem folgenden Passwort kein Leerzeichen steht!

ACHTUNG: Ein Passwort auf der Kommandozeile anzugeben ist nicht sicher! Jeder Benutzer auf Ihrem System kann dann Ihr Passwort herausfinden, indem er einen Befehl wie ps auxww eingibt. See Abschnitt 5.1.2, „my.cnf-Optionsdateien“.

mysql benutzt Vorgabewerte für Verbindungsparameter, die auf der Kommandozeile nicht angegeben sind:

  • Der vorgabemäßige Hostname ist localhost.

  • Der vorgabemäßige Benutzername ist Ihr Unix-Loginname.

  • Es wird kein Passwort übergeben, wenn -p fehlt.

Für einen Unix-Benutzer joe sind daher folgende Befehle gleichbedeutend:

shell> mysql -h localhost -u joe
shell> mysql -h localhost
shell> mysql -u joe
shell> mysql

Andere MySQL-Clients verhalten sich ähnlich.

Auf Unix-Systemen können Sie andere Vorgabewerte festlegen, die benutzt werden, wenn Sie eine Verbindung aufmachen, so dass Sie diese nicht jedes Mal auf der Kommandozeile eingeben müssen, wenn Sie ein Client-Programm aufrufen. Das kann auf verschiedene Weise gemacht werden:

  • Sie können Verbindungsparameter im [client]-Abschnitt der .my.cnf-Konfigurationsdatei in Ihrem Heimatverzeichnis festlegen. Der relevante Abschnitt der Datei sieht etwa wie folgt aus:

    [client]
    host=hostname
    user=benutzername
    password=ihr_passwort
    

    See Abschnitt 5.1.2, „my.cnf-Optionsdateien“.

  • Sie können Verbindungsparameter festlegen, indem Sie Umgebungsvariablen benutzen. Der Host kann für mysql festgelegt werden, indem MYSQL_HOST benutzt wird. Der MySQL-Benutzername kann mit USER festgelegt werden (nur für Windows). Das Passwort kann mit MYSQL_PWD festgelegt werden (aber das ist unsicher, siehe nächster Abschnitt). See Anhang E, Umgebungsvariablen.

5.2.8. Zugriffskontrolle, Phase 1: Verbindungsüberprüfung

Wenn Sie versuchen, sich mit einem MySQL-Server zu verbinden, akzeptiert der Server die Verbindung oder weist sie zurück, abhängig von Ihrer Identität und davon, ob Sie diese mit dem korrekten Passwort verifizieren können. Falls nicht, lehnt der Server den Zugriff vollständig ab. Ansonsten akzeptiert der Server die Verbindung, geht dann in Phase 2 und wartet auf Anfragen.

Ihre Identität basiert auf zwei Informationsbestandteilen:

  • Dem Host, von dem Sie sich verbinden

  • Ihrem MySQL-Benutzernamen

Die Identitätsüberprüfung wird anhand der drei Geltungsbereichs-Felder der user-Tabelle, nämlich (Host, User und Password) durchgeführt. Der Server akzeptiert die Verbindung nur, wenn ein user-Tabelleneintrag mit Ihrem Hostnamen und Benutzernamen übereinstimmt und Sie das korrekte Passwort angeben können.

Werte in den Geltungsbereichs-Feldern der user-Tabelle können wie folgt festgelegt werden:

  • Ein Host-Wert kann ein Hostname oder eine IP-Nummer sein, oder 'localhost', was die lokale Maschine angibt.

  • Sie können die Platzhalterzeichen ‘%’ und ‘_’ im Host-Feld benutzen.

  • Ein Host-Wert '%' stimmt mit jedem Hostnamen überein.

  • Ein leerer Host-Wert bedeutet, dass die Berechtigung zusammen mit dem Eintrag in der host-Tabelle gilt, der mit dem angegebenen Hostnamen übereinstimmt. Weitere Informationen hierzu finden Sie im nächsten Kapitel.

  • Ab MySQL-Version 3.23 können Host-Werte als IP-Nummern festgelegt werden, und Sie können eine Netmask festlegen, die angibt, wie viele Adress-Bits für die Netzwerknummer benutzt werden. Beispiel:

    GRANT ALL PRIVILEGES on db.* to david@'192.58.197.0/255.255.255.0';
    

    Das erlaubt jedem, sich von einer IP zu verbinden, bei der folgendes gilt:

    benutzer_ip & netmask = host_ip.
    

    Im obigen Beispiel können sich alle IP's im Intervall zwischen 192.58.197.0 bis 192.58.197.255 mit dem MySQL-Server verbinden.

  • Platzhalterzeichen sind im User-Feld nicht erlaubt. Sie können aber einen leeren Wert angeben, der mit jedem Namen übereinstimmt. Wenn der Eintrag in der user-Tabelle, der mit einer hereinkommenden Verbindung übereinstimmt, einen leeren Benutzernamen hat, wird angenommen, dass der Benutzer der anonyme Benutzer ist (der Benutzer ohne Namen), und nicht der Name, den der Client tatsächlich angegeben hat. Das bedeutet, dass ein leerer Benutzername für alle weiteren Zugriffsüberprüfungen während der laufenden Verbindung benutzt wird (also während Phase 2).

  • Das Password-Feld kann leer sein. Das bedeutet nicht, dass jedes Passwort übereinstimmt, sondern dass der Benutzer sich ohne Angabe eines Passworts verbinden muss.

Nicht-leere Password-Werte repräsentieren verschlüsselte Passwörter. MySQL speichert Passwörter nicht im Klartext, so dass jeder sie sehen könnte. Statt dessen wird das Passwort eines Benutzers, der sich zu verbinden versucht, verschlüsselt (unter Benutzung der PASSWORD()-Funktion). Das verschlüsselte Passwort wird dann benutzt, wenn Client / Server prüfen, ob das Passwort korrekt ist (das geschieht, ohne dass das verschlüsselte Passwort jemals über die Verbindung übertragen wird). Beachten Sie, dass aus der Sicht von MySQL das verschlüsselte Passwort das ECHTE Passwort ist, daher sollten Sie niemandem Zugriff darauf geben! Insbesondere sollten Sie keinem normalen Benutzer Lesezugriff auf die Tabellen der mysql-Datenbank geben!

Die unten stehenden Beispiele zeigen, wie unterschiedliche Kombinationen von Host- und-User-Werten in den user-Tabelleneinträgen auf hereinkommende Verbindungen zutreffen:

Host WertUser WertVerbindungen, die mit dem Eintrag übereinstimmen
'thomas.loc.gov''fred'fred, der sich von thomas.loc.gov aus verbindet
'thomas.loc.gov'''Jeder Benutzer, der sich von thomas.loc.gov aus verbindet
'%''fred'fred, der sich von jedem Host aus verbindet
'%'''Jeder Benutzer, der sich von jedem Host aus verbindet
'%.loc.gov''fred'fred, der sich von jedem beliebigen Host in der loc.gov-Domäne aus verbindet
'x.y.%''fred'fred, der sich von x.y.net, x.y.com, x.y.edu usw. aus verbindet (wahrscheinlich eher unsinnig)
'144.155.166.177''fred'fred, der sich vom Host mit der IP-Adresse 144.155.166.177 aus verbindet
'144.155.166.%''fred'fred, der sich von jedem beliebigen Host im Class-C-Subnet 144.155.166 aus verbindet
'144.155.166.0/255.255.255.0''fred'Dasselbe wie im vorherigen Beispiel

Weil Sie im Host-Feld IP-Platzhalterwerte verwenden können (beispielsweise '144.155.166.%', was mit jedem Host in einem Subnet übereinstimmt), besteht die Möglichkeit, dass jemand diese Fähigkeit ausbeutet, indem er einen Host zum Beispiel 144.155.166.somewhere.com nennt. Um solche Versuche zu vereiteln, verbietet MySQL den Vergleich mit Hostnamen, die mit Ziffern und einem Punkt übereinstimmen. Wenn Sie daher einen Host haben, der so wie 1.2.foo.com benannt ist, wird sein Name nie mit der Host-Spalte der Berechtigungstabellen übereinstimmen. Nur eine IP-Nummer kann mit dem IP-Platzhalterwert übereinstimmen.

Eine hereinkommende Verbindung kann mit mehr als einem Eintrag in der user-Tabelle übereinstimmen. Beispielsweise würde eine Verbindung von thomas.loc.gov aus durch fred mit mehreren der oben genannten Einträge übereinstimmen. Wie entscheidet der Server, welcher der Einträge benutzt werden soll, wenn mehrere zutreffen? Der Server löst dieses Problem, indem er die user-Tabelle nach dem Einlesen beim Start sortiert, und danach die Einträge in sortierter Form durchsieht, wenn ein Benutzer versucht, sich zu verbinden. Der erste übereinstimmende Eintrag ist der, der benutzt wird.

Das Sortieren der user-Tabelle funktioniert wie folgt. Nehmen Sie an, dass die user-Tabelle so aussieht:

+-----------+----------+-
| Host      | User     | ...
+-----------+----------+-
| %         | root     | ...
| %         | jeffrey  | ...
| localhost | root     | ...
| localhost |          | ...
+-----------+----------+-

Wenn der Server die Tabelle liest, ordnet er die Einträge mit den spezifischsten Einträgen für die Host-Werte zuerst ein ('%' in der Host-Spalte bedeutet ``jeder Host'' und ist am unspezifischsten). Einträge mit denselben Host-Werten werden mit den spezifischsten User-Werten zuerst geordnet (ein leerer User-Wert bedeutet ``jeder Benutzer'' und ist am unspezifischsten). Die daraus resultierende sortierte user-Tabelle sieht wie folgt aus:

+-----------+----------+-
| Host      | User     | ...
+-----------+----------+-
| localhost | root     | ...
| localhost |          | ...
| %         | jeffrey  | ...
| %         | root     | ...
+-----------+----------+-

Beim Versuch einer Verbindung durchsucht der Server die sortierten Einträge und benutzt die ersten übereinstimmenden. Bei einer Verbindung von localhost aus durch jeffrey stimmen die Werte zuerst mit den Einträgen von 'localhost' in der Host-Spalte überein. Hiervon stimmt der Eintrag mit dem leeren Benutzernamen sowohl mit dem verbindenden Host als auch mit dem Benutzernamen überein. ('%'/'jeffrey' hätte auch übereingestimmt, aber er ist nicht der erste Tabelleneintrag, der gefunden wird.)

Hier ist ein weiteres Beispiel. Nehmen Sie an, die user-Tabelle sieht wie folgt aus:

+----------------+----------+-
| Host           | User     | ...
+----------------+----------+-
| %              | jeffrey  | ...
| thomas.loc.gov |          | ...
+----------------+----------+-

Die sortierte Tabelle sieht wie folgt aus:

+----------------+----------+-
| Host           | User     | ...
+----------------+----------+-
| thomas.loc.gov |          | ...
| %              | jeffrey  | ...
+----------------+----------+-

Eine Verbindung von thomas.loc.gov aus durch jeffrey stimmt mit dem ersten Eintrag überein, wohingegen eine Verbindung von whitehouse.gov aus durch jeffrey mit dem zweiten Eintrag übereinstimmt.

Ein häufiges Missverständnis besteht darin zu denken, dass bei einem angegebenen Benutzernamen alle Einträge, die explizit den Benutzer nennen, zuerst benutzt werden, wenn der Server versucht, eine Übereinstimmung für die Verbindung zu finden. Das stimmt schlicht nicht. Das vorherige Beispiel stellt das dar, wobei eine Verbindung von thomas.loc.gov aus durch jeffrey zuerst gerade nicht mit dem Eintrag übereinstimmt, der 'jeffrey' als User-Feldwert enthält, sondern mit dem Eintrag, der keinen Benutzernamen enthält!

Wenn Sie Probleme haben, sich mit dem Server zu verbinden, geben Sie die user-Tabelle aus und sortieren Sie sich von Hand, um zu sehen, wo die erste Übereinstimmung stattfindet.

5.2.9. Zugriffskontrolle, Phase 2: Anfrageüberprüfung

Wenn Sie erst einmal eine Verbindung hergestellt haben, geht der Server in Phase 2. Bei jeder Anfrage, die über diese Verbindung hereinkommt, prüft der Server, ob Sie ausreichende Berechtigungen haben, sie auszuführen, wobei es auf die Operation ankommt, die Sie ausführen wollen. Hier kommen die Berechtigungsfelder der Berechtigungstabellen ins Spiel. Diese Berechtigungen können aus jeder der user-, db-, host-, tables_priv- oder columns_priv-Tabellen stammen. Die Berechtigungstabellen werden mit GRANT- und REVOKE-Befehlen verändert. See Abschnitt 5.3.1, „GRANT- und REVOKE-Syntax“. (Hilfreich sind die Ausführungen unter Abschnitt 5.2.5, „Wie das Berechtigungssystem funktioniert“, wo die Felder aufgelistet sind, die sich in jeder der Berechtigungstabellen finden.)

Die user-Tabelle gewährt Berechtigungen, die Ihnen auf globaler Ebene zugeordnet sind und die unabhängig von der gerade aktuellen Datenbank zutreffen. Wenn beispielsweise die user-Tabelle Ihnen die delete-Berechtigung gewährt, können Sie Zeilen aus jeder Datenbank auf dem Server-Host löschen! Mit anderen Worten: Berechtigungen in der user-Tabelle sind Superuser-Berechtigungen. Es ist klug, Berechtigungen in der user-Tabelle nur Superusern wie Server- oder Datenbankverwaltern zu gewähren. Bei anderen Benutzern sollten Sie Berechtigungen in der user-Tabelle auf 'N' gesetzt lassen und Berechtigungen nur auf Datenbank-Ebene gewähren, indem Sie die db- und host-Tabellen benutzen.

Die db- und host-Tabellen gewähren Datenbank-spezifische Berechtigungen. Werte in den Geltungsbereichs-Feldern können wie folgt festgelegt werden:

  • Die Platzhalterzeichen ‘%’ und ‘_’ können in den Host- und Db-Feldern jeder Tabelle benutzt werden.

  • Ein '%'-Host-Wert in der db-Tabelle bedeutet ``jeder Host.'' Ein leerer Host-Wert in der db-Tabelle bedeutet ``sieh in der host-Tabelle wegen weiterer Informationen nach''.

  • Ein '%'- oder leerer Host-Wert in der host-Tabelle bedeutet ``jeder Host''.

  • Ein '%'- oder leerer Db-Wert in einer der Tabellen bedeutet ``jede Datenbank''.

  • Ein leerer User-Wert in einer der Tabellen entspricht dem anonymen Benutzer.

Die db- und host-Tabellen werden eingelesen und sortiert, wenn der Server hoch fährt (zur gleichen Zeit, wenn er die user-Tabelle einliest). Die db-Tabelle wird nach den Geltungsbereichs-Feldern Host, Db und User sortiert. Die host-Tabelle wird nach den Geltungsbereichs-Feldern Host und Db sortiert. Bei der user-Tabelle werden die spezifischsten Werte zuerst und die unspezifischsten Werte zuletzt einsortiert, und wenn der Server nach übereinstimmenden Einträgen sucht, benutzt er die erste Übereinstimmung, die er findet.

Die tables_priv- und columns_priv-Tabellen gewähren Tabellen- und Spalten-spezifische Berechtigungen. Werte in der Geltungsbereichs-Feldern können wie folgt festgelegt werden:

  • Die Platzhalterzeichen ‘%’ und ‘_’ können im Host-Feld beider Tabellen benutzt werden.

  • Ein '%'- oder leerer Host-Wert in jeder der beiden Tabellen bedeutet ``jeder Host.''

  • Die Db-, Table_name- und Column_name-Felder dürfen in beiden Tabellen keine Platzhalter enthalten oder leer sein.

Die tables_priv- und columns_priv-Tabellen werden nach den Host-, Db- und User-Feldern sortiert. Das geschieht ähnlich wie das Sortieren der db-Tabelle, wenngleich das Sortieren einfacher ist, weil nur das Host-Feld Platzhalter enthalten darf.

Der Prozess der Anfragenüberprüfung ist weiter unten beschrieben. (Wenn Sie mit dem Quelltext für die Zugangsüberprüfung vertraut sind, werden Sie feststellen, dass die Beschreibung hier leicht vom im Code verwendeten Algorithmus abweicht. Die Beschreibung stellt dar, was der Code tatsächlich tut; sie weicht nur deshalb ab, um die Erklärung zu erleichtern.)

Bei Verwaltungsanfragen (shutdown, reload usw.) prüft der Server nur den user-Tabelleneintrag, weil das die einzige Tabelle ist, die Verwaltungsberechtigungen festlegt. Zugriff wird gewährt, wenn der Eintrag die verlangte Operation erlaubt, ansonsten wird er verweigert. Wenn Sie zum Beispiel mysqladmin shutdown ausführen wollen, aber Ihr user-Tabelleneintrag Ihnen nicht die shutdown-Berechtigung gewährt, wird der Zugriff verweigert, ohne dass die db- oder host-Tabellen geprüft werden. (Sie enthalten keine Shutdown_priv-Spalte, daher gibt es keinen Grund, sie zur Prüfung heranzuziehen.)

Bei Datenbank-bezogenen Anfragen (insert, update usw.) prüft der Server zuerst die globalen (superuser-) Berechtigungen, indem er im user-Tabelleneintrag nachsieht. Wenn der Eintrag die verlangte Operation erlaubt, wird der Zugriff gewährt. Wenn die globalen Berechtigungen in der user-Tabelle unzureichend sind, stellt der Server die Datenbank-spezifischen Berechtigungen des Benutzers fest, indem er die db- und host-Tabellen prüft:

  1. Der Server sieht in der db-Tabelle nach einer Übereinstimmung in den Host-, Db- und User-Feldern nach. In den Host- und User-Feldern wird nach Übereinstimmung mit dem Hostnamen gesucht, von dem aus sich der Benutzer verbindet, und nach Übereinstimmung mit dem MySQL-Benutzernamen. Im Db-Feld wird nach Übereinstimmung mit der Datenbank gesucht, mit der sich der Benutzer verbinden will. Wenn es keinen Eintrag für Host und User gibt, wird der Zugriff verweigert.

  2. Wenn es keinen übereinstimmenden db-Tabelleneintrag gibt und das Host-Feld nicht leer ist, bestimmt dieser Eintrag die Datenbank-spezifischen Berechtigungen des Benutzers.

  3. Wenn das Host-Feld des übereinstimmenden db-Tabelleneintrags leer ist, bedeutet das, dass die host-Tabelle festlegt, welchen Hosts Zugriff auf die Datenbank erlaubt werden soll. In diesem Fall schlägt der Server weiter in der host-Tabelle nach, um eine Übereinstimmung in den Host- und Db-Feldern zu finden. Wenn kein host-Tabelleneintrag passt, wird der Zugriff verweigert. Bei einer Übereinstimmung werden die Datenbank-spezifischen Berechtigungen des Benutzers als Schnittmenge (nicht Vereinigungsmenge!) der Berechtigungen in den db- und host-Tabelleneinträgen berechnet, was die Berechtigungen ergibt, die in beiden Einträgen 'Y' sind. (Auf diese Weise können Sie allgemeine Berechtigungen in den db-Tabelleneinträgen vergeben und diese dann fallweise von Host zu Host beschränken, indem Sie die host-Tabelleneinträge benutzen.)

Nachdem die Datenbank-spezifischen Berechtigungen festgestellt wurden, die durch die db- und host-Tabelleneinträge gewährt werden, fügt der Server diese zu den globalen Berechtigungen in der user-Tabelle hinzu. Wenn das Ergebnis die verlangte Operation erlaubt, wird der Zugriff gewährt. Ansonsten prüft der Server die Tabellen- und Spalten-Berechtigungen des Benutzers in den tables_priv- und columns_priv-Tabellen und fügt diese zu den Benutzerberechtigungen hinzu. Aus dem Ergebnis ergibt sich, ob der Zugriff erlaubt oder verweigert wird.

Als Boole'scher Term ausgedrückt kann die vorstehende Beschreibung der Berechnung der Benutzerrechte wie folgt zusammengefasst werden:

globale Berechtigungen
ODER (Datenbankberechtigungen UND Hostberechtigungen)
ODER Tabellenberechtigungen
ODER Spaltenberechtigungen

Vielleicht ist es nicht offensichtlich, warum der Server bei anfänglich als unzureichend herausgefundenen globalen user-Eintragsberechtigungen für die verlangte Operation diese Berechtigungen anschließend zu den Datenbank-, Tabellen- und Spalten-spezifischen Berechtigungen hinzuzählt. Der Grund liegt darin, dass eine Anfrage möglicherweise mehr als eine Sorte von Berechtigungen erfordert. Wenn Sie beispielsweise ein INSERT ... SELECT-Statement ausführen, brauchen Sie eventuell sowohl die insert- als auch die select-Berechtigung. Ihre Berechtigungen mögen so sein, dass der user-Tabelleneintrag eine Berechtigung enthält und der db-Tabelleneintrag die andere. In diesem Fall haben Sie die notwendigen Berechtigungen, die Anfrage auszuführen, aber das Server kann das nicht aus nur einer der beiden Tabellen heraus erkennen, sondern muss dafür die Einträge beider Tabellen kombinieren.

Die host-Tabelle kann benutzt werden, um eine Liste sicherer Server zu pflegen.

Bei TcX enthält die host-Tabelle eine Liste aller Maschine des lokalen Netzwerks. Diesen werden alle Berechtigungen gewährt.

Sie können die host-Tabelle auch dazu benutzen, die Host aufzuführen, die nicht sicher sind. Nehmen Sie an, Sie haben eine Maschine oeffentlich.ihre.domaene, die an einem öffentlichen Ort ist, den Sie als nicht sicher erachten. Sie können allen Hosts in Ihrem Netzwerk Zugriff gewähren ausser dieser Maschine, indem Sie die host-Tabelleneinträge wie folgt benutzen:

+--------------------------+----+-
| Host                     | Db | ...
+--------------------------+----+-
| oeffentlich.ihre.domane  | %  | ... (alle Berechtigungen auf 'N' gesetzt)
| %.ihre.domaene           | %  | ... (alle Berechtigungen auf 'Y' gesetzt)
+--------------------------+----+-

Natürlich sollten Sie Ihre Einträge in die Berechtigungstabellen immer testen (indem Sie zum Beispiel mysqlaccess benutzen), um sicherzustellen, dass Ihre Zugriffsberechtigungen tatsächlich so gesetzt sind, wie Sie denken.

5.2.10. Gründe für Access denied-Fehler

Wenn Sie beim Verbindungsversuch zu einem MySQL-Server Access denied-Fehler bekommen, gibt Ihnen die folgende Liste ein paar Hinweise, das Problem zu beheben:

  • Haben Sie nach der Installation von MySQL das mysql_install_db-Skript laufen lassen, um die anfänglichen Berechtigungstabelleninhalte zu konfigurieren? Wenn nicht, tun Sie das! See Abschnitt 5.3.4, „Einrichtung der anfänglichen MySQL-Berechtigungen“. Testen Sie die anfänglichen Berechtigungen, indem Sie folgenden Befehl ausführen:

    shell> mysql -u root test
    

    Der Server sollte die Verbindung ohne Fehlermeldung zulassen. Stellen Sie auch sicher, dass Sie eine Datei user.MYD im MySQL-Datenbankverzeichnis haben. Üblicherweise ist das PFAD/var/mysql/user.MYD, wobei PFAD der Pfadname zum MySQL-Installationsverzeichnis ist.

  • Nach einer gerade durchgeführten Installation sollten Sie sich mit dem Server verbinden und Ihre Benutzer und deren Zugriffsberechtigungen einrichten:

    shell> mysql -u root mysql
    

    Der Server sollte die Verbindung zulassen, weil der MySQL-root-Benutzer anfänglich kein Passwort hat. Das ist ein Sicherheitsrisiko, daher sollten Sie das root-Passwort einrichten, während Sie Ihre anderen MySQL-Benutzer einrichten.

    Wenn Sie versuchen, sich als root zu verbinden, und folgenden Fehler erhalten:

    Access denied for user: '@unknown' to database mysql
    

    heißt das, dass Sie in der user-Tabelle keinen Eintrag 'root' im User-Spaltenwert haben und dass mysqld den Hostnamen für Ihren Client nicht auflösen kann. In diesem Fall müssen Sie den Server mit der --skip-grant-tables-Option neu starten und Ihrer /etc/hosts- oder \windows\hosts-Datei einen Eintrag für Ihren Host hinzufügen.

  • Wenn Sie einen Fehler wie folgt erhalten:

    shell> mysqladmin -u root -pxxxx ver
    Access denied for user: 'root@localhost' (Using password: YES)
    

    bedeutet das, dass Sie ein falsches Passwort benutzen. See Abschnitt 5.3.7, „Passwörter einrichten“.

    Wenn Sie das Root-Passwort vergessen haben, können Sie mysqld mit --skip-grant-tables neu starten, um das Passwort zu ändern. Diese Option wird weiter hinten im Handbuch ausführlicher beschrieben.

    Wenn Sie den obigen Fehler erhalten, obwohl Sie kein Passwort angegeben haben, bedeutet das, dass in einer der my.ini-Dateien ein falsches Passwort steht. See Abschnitt 5.1.2, „my.cnf-Optionsdateien“. Sie können die Benutzung der Optionsdateien mit der --no-defaults-Option wie folgt verhindern:

    shell> mysqladmin --no-defaults -u root ver
    
  • Wenn Sie eine bestehende MySQL-Installation von einer Version vor 3.22.11 auf Version 3.22.11 oder später aktualisiert haben, haben Sie das mysql_fix_privilege_tables-Skript ausgeführt? Falls nicht, tun Sie das! Die Struktur der Berechtigungstabellen hat sich ab MySQL-Version 3.22.11 geändert, als das GRANT-Statement mit Funktion erfüllt wurde.

  • Falls es aussieht, als hätten sich Ihre Berechtigungen mitten in einer Sitzung geändert, kann es sein, dass ein Superuser sie geändert hat. Das Neuladen der Berechtigungstabellen betrifft neue Client-Verbindungen, aber auch bestehende Verbindungen, wie in Abschnitt 5.3.3, „Wann Berechtigungsänderungen wirksam werden“ beschrieben.

  • Wenn Sie es nicht schaffen, dass Ihr Passwort funktioniert, denken Sie daran, dass Sie die PASSWORD()-Funktion benutzen müssen, wenn Sie das Passwort mit den INSERT-, UPDATE- oder SET PASSWORD-Statements setzen. Die PASSWORD()-Funktion wird nicht benötigt, wenn Sie das Passwort mit dem GRANT ... INDENTIFIED BY-Statement oder dem mysqladmin password-Befehl setzen. See Abschnitt 5.3.7, „Passwörter einrichten“.

  • localhost ist ein Synonym für Ihren lokalen Hostnamen und gleichzeitig der vorgabemäßige Host, mit dem sich Clients versuchen zu verbinden, wenn Sie nicht explizit einen Hostnamen angeben. Verbindungen zu localhost funktionieren jedoch nicht, wenn Sie auf einem System arbeiten, das MIT-pThreads benutzt (localhost-Verbindungen werden über Unix-Sockets hergestellt, die von MIT-pThreads nicht unterstützt werden). Um auf solchen Systemen Probleme zu vermeiden, sollten Sie die --host-Option zu benutzen, um den Serverhost explizit anzugeben. Das stellt eine TCP/IP-Verbindung zum mysqld-Server her. In diesem Fall muss Ihr echter Hostname in den user-Tabelleneinträgen auf dem Server-Host stehen. (Das gilt sogar dann, wenn Sie ein Client-Programm auf demselben Host fahren, wo der Server läuft.)

  • Wenn Sie beim Versuch, sich mit mysql -u user_name db_name mit einer Datenbank zu verbinden, einen Access denied-Fehler erhalten, gibt es eventuell ein Problem mit der user-Tabelle. Das können Sie überprüfen, indem Sie mysql -u root mysql und folgendes SQL-Statement absetzen:

    mysql> SELECT * FROM user;
    

    Das Ergebnis sollte einen Eintrag enthalten, in dem die Host- und User-Spalten mit dem Hostnamen Ihres Computers und Ihrem MySQL-Benutzernamen übereinstimmen.

  • Die Access denied-Fehlermeldung sagt Ihnen, als wer Sie sich versuchen einzuloggen, den Host, von dem aus Sie versuchen, sich zu verbinden, und ob Sie ein Passwort benutzen oder nicht. Normalerweise sollten Sie in der user-Tabelle einen Eintrag haben, der exakt mit Ihrem Hostnamen und Ihrem Benutzernamen übereinstimmt, die in der Fehlermeldung ausgegeben wurden. Wenn Sie zum Beispiel eine Fehlermeldung erhalten, die Using password: NO enthält, bedeutet das, dass Sie versuchen sich einzuloggen, ohne ein Passwort anzugeben.

  • Wenn Sie folgenden Fehler erhalten, wenn Sie sich von einem anderen Host als dem, auf dem der MySQL-Server läuft, zu verbinden, gibt es keine Zeile in der user-Tabelle, die mit Ihrem Host übereinstimmt:

    Host ... is not allowed to connect to this MySQL server
    

    Das können Sie mit dem Kommandozeilentool mysql beheben (auf dem Serverhost!) und eine Zeile zur user-, db- oder host-Tabelle hinzufügen, die eine Benutzername-/Hostname-Kombination enthält, von wo aus Sie sich verbinden wollen; danach führen Sie mysqladmin flush-privileges aus. Wenn Sie nicht MySQL-Version 3.22 laufen lassen und die IP-Nummer oder den Hostnamen der Maschine nicht kennen, von der aus Sie sich verbinden, sollten Sie einen Eintrag mit '%' als Host-Spaltenwert in die user-Tabelle einfügen und mysqld mit der --log-Option auf der Servermaschine neu starten. Nach dem Verbinden von der Client-Maschine aus zeigt die Information im MySQL-Log an, wie Sie sich wirklich verbunden haben. (Ersetzen Sie danach '%' im user-Tabelleneintrag durch den tatsächlichen Hostnamen, der im Log steht. Ansonsten erhalten Sie ein System, das unsicher ist.)

    Ein weiterer Grund für diesen Fehler unter Linux kann sein, dass Sie eine Binärversion von MySQL benutzen, die mit einer anderen glibc-Version kompiliert wurde als die, die Sie benutzen. In diesem Fall sollten Sie entweder die glibc Ihres Betriebssystems aktualisieren oder die Quellversion von MySQL herunter laden und sie selbst kompilieren. Ein Quell-RPM läßt sich normalerweise sehr einfach kompilieren und installieren, daher stellt dies kein großes Problem dar.

  • Wenn Sie eine Fehlermeldung erhalten, in der der Hostname nicht angezeigt wird oder eine IP-Nummer ist, obwohl Sie sich mit einem Hostnamen versuchen zu verbinden:

    shell> mysqladmin -u root -pxxxx -h ein-hostname ver
    Access denied für user: 'root@' (Using password: YES)
    

    bedeutet das, dass MySQL einen Fehler beim Auflösen der IP zu einem Hostnamen erhielt. In diesem Fall können Sie mysqladmin flush-hosts ausführen, um den internen DNS-Cache zu flushen. See Abschnitt 6.5.5, „Wie MySQL DNS benutzt“.

    Einige dauerhafte Lösungen sind:

    • Versuchen Sie herauszufinden, was mit Ihrem DNS-Server nicht funktioniert, und beheben Sie das Problem.

    • Geben Sie in den MySQL-Berechtigungstabellen IP-Nummern statt Hostnamen an.

    • Starten Sie mysqld mit --skip-name-resolve.

    • Starten Sie mysqld mit --skip-host-cache.

    • Verbinden Sie sich zu localhost wenn Sie Server und Client auf derselben Maschine laufen lassen.

    • Tragen Sie die Client-Maschinennamen in /etc/hosts ein.

  • Wenn mysql -u root test funktioniert, aber mysql -h your_hostname -u root test zu Access denied führt, haben Sie eventuell nicht den korrekten Namen Ihres Hosts in der user-Tabelle. Ein häufiges Problem hierbei ist, dass der Host-Wert im user-Tabelleneintrag einen unqualifizierten Hostnamen festlegt, die Namensauflösungsroutinen Ihres Systems aber einen voll qualifizierten Domänennamen zurückgeben (oder umgekehrt). Wenn Sie zum Beispiel einen Eintrag mit dem Host 'tcx' in der user-Tabelle haben, Ihr DNS MySQL aber mitteilt, dass Ihr Hostname 'tcx.subnet.se' ist, funktioniert der Eintrag nicht. Fügen Sie der user-Tabelle einen Eintrag hinzu, der die IP-Nummer Ihres Hosts als Host-Spaltenwert enthält. (Alternativ könnten Sie der user-Tabelle einen Eintrag mit einem Host-Wert hinzufügen, der einen Platzhalter enthält, zum Beispiel 'tcx.%'. Allerdings ist die Benutzung von Hostnamensendungen mit ‘%unsicher und wird daher nicht empfohlen!)

  • Wenn mysql -u benutzername test funktioniert, aber mysql -u benutzername andere_datenbank nicht, haben Sie wahrscheinlich keinen Eintrag für andere_datenbank in der db-Tabelle.

  • Wenn mysql -u benutzername datenbankname funktioniert, wenn es auf der Servermaschine ausgeführt wird, aber mysql -u hostname -u benutzername datenbankname nicht, wenn es auf einer anderen Clientmaschine ausgeführt wird, ist die Clientmaschine wahrscheinlich nicht in der user-Tabelle oder der db-Tabelle aufgeführt.

  • Wenn Sie gar nicht herausfinden können, warum Sie Access denied erhalten, entfernen Sie aus der user-Tabelle alle Einträge, die Host-Werte haben, die Platzhalter enthalten (Einträge, die ‘%’ oder ‘_’ enthalten). Ein sehr häufiger Fehler besteht darin, einen neuen Eintrag mit Host='%' und User='irgendein_benutzer' in der Annahme hinzuzufügen, dass einem das erlaubt, localhost anzugeben, um sich von derselben Maschine aus zu verbinden. Der Grund, warum das nicht funktioniert, ist, dass die vorgabemäßigen Berechtigungen einen Eintrag mit Host='localhost' und User='' enthalten. Weil dieser Eintrag einen Host-Wert 'localhost' hat, der spezifischer ist als '%', wird er vorrangig vor dem neuen Eintrag benutzt, wenn man sich von localhost verbindet! Das korrekte Vorgehen ist, einen zweiten Eintrag mit Host='localhost' und User='irgendein_benutzer' hinzuzufügen, oder den Eintrag mit Host='localhost' und User='' zu entfernen.

  • Wenn Sie den folgenden Fehler erhalten, gibt es eventuell Probleme mit der db- oder der host-Tabelle:

    Access to database denied
    

    Wenn der aus der db-Tabelle ausgewählte Eintrag einen leeren Wert in der Host-Spalte hat, stellen Sie sicher, dass es einen oder mehrere korrespondierende Einträge in der host-Tabelle gibt, die festlegen, auf welche Hosts der db-Tabelleneintrag zutrifft.

    Wenn Sie bei der Benutzung der SQL-Befehle SELECT ... INTO OUTFILE oder LOAD DATA INFILE einen Fehler erhalten, enthält Ihr Eintrag in der user-Tabelle wahrscheinlich keine angeschaltete file-Berechtigung.

  • Denken Sie daran, dass Client-Programme Verbindungsparameter benutzen, die in Konfigurationsdateien oder Umgebungsvariablen festgelegt sind. See Anhang E, Umgebungsvariablen. Wenn ein Client anscheinend falsche vorgabemäßige Verbindungsparameter sendet, wenn Sie diese nicht auf der Kommandozeile angeben, überprüfen Sie Ihre Umgebung und die .my.cnf-Datei in Ihrem Heimatverzeichnis. Überprüfen Sie gegebenenfalls auch systemweite MySQL-Konfigurationsdateien, obwohl es sehr viel unwahrscheinlicher ist, dass Client-Verbindungsparameter in diesen festgelegt werden. See Abschnitt 5.1.2, „my.cnf-Optionsdateien“. Wenn Sie beim Laufenlassen eines Clients ohne irgend welche Optionen Access denied erhalten, stellen Sie sicher, dass Sie kein altes Passwort in irgendeiner Optionsdatei angegeben haben! See Abschnitt 5.1.2, „my.cnf-Optionsdateien“.

  • Wenn Sie in den Berechtigungstabellen direkte Änderungen vornehmen (indem Sie ein INSERT- oder UPDATE-Statement benutzen) und Ihre Änderungen anscheinend ignoriert werden, denken Sie daran, dass sie ein FLUSH PRIVILEGES-Statement absetzen müssen oder einen mysqladmin flush-privileges-Befehl ausführen, um den Server zu veranlassen, die Berechtigungstabellen neu einzulesen. Ansonsten haben Ihre Änderungen keine Auswirkung, bis der Server das nächste Mal gestartet wird. Denken Sie auch daran, wenn Sie ein root-Passwort mit einem UPDATE-Befehl festgelegt haben, dass Sie dieses solange nicht angeben müssen, bis Sie die Berechtigungen flushen, weil der Server vorher nicht weiß, dass Sie Ihr Passwort geändert haben!

  • Wenn Sie Zugriffsprobleme mit einem Perl-, PHP-, Python- oder ODBC-Programm haben, versuchen Sie, sich mit mysql -u benutzername datenbankname oder mysql -u benutzername -pihr_passwort datenbankname zu verbinden. Wenn es Ihnen gelingt, sich mittels des mysql-Clients zu verbinden, gibt es ein Problem mit Ihrem Programm und nicht mit den Zugriffsberechtigungen. (Beachten Sie, dass zwischen -p und dem Passwort kein Leerzeichen steht; alternativ können Sie auch die --password=ihr_passwort-Syntax benutzen, um Ihr Passwort anzugeben. Wenn Sie die -p-Option allein benutzen, wird MySQL eine Eingabeaufforderung für das Passwort anzeigen.)

  • Zum Testen starten Sie den mysqld-Daemon mit der --skip-grant-tables-Option. Anschließend können Sie die MySQL-Berechtigungstabellen ändern und das mysqlaccess-Skript benutzen, um zu sehen, ob Ihre Änderungen den gewünschten Effekt haben oder nicht. Wenn Sie mit Ihren Änderungen zufrieden sind, führen Sie mysqladmin flush-privileges aus, um mysqld mitzuteilen, die neuen Berechtigungstabellen zu benutzen. Beachten Sie: Das Neuladen der Berechtigungstabellen überschreibt die --skip-grant-tables-Option. Das erlaubt Ihnen, den Server zu veranlassen, die Berechtigungstabellen wieder zu benutzen, ohne ihn herunter und dann wieder herauf fahren zu müssen.

  • Wenn alles andere fehlschlägt, starten Sie den mysqld-Daemon mit einer Debugging-Option (zum Beispiel --debug=d,general,query). Das gibt Host- und Benutzerinformationen über Verbindungsversuche aus sowie Informationen über jeden abgesetzten Befehl. See Abschnitt D.1.2, „Trace-Dateien erzeugen“.

  • Wenn Sie irgend welche anderen Probleme mit den MySQL-Berechtigungstabellen haben und meinen, das Problem der Mailing-Liste mitteilen zu müssen, stellen Sie immer einen Auszug Ihrer MySQL-Berechtigungstabellen zur Verfügung. Sie können einen Auszug der Tabellen mit dem mysqldump mysql-Befehl erzeugen. Berichten Sie Ihr Problem - wie immer - unter Benutzung des mysqlbug-Skripts. See Abschnitt 2.6.2.3, „Wie man Bugs oder Probleme berichtet“. In einigen Fällen müssen Sie vielleicht mysqld mit --skip-grant-tables neu starten, um mysqldump benutzen zu können.

5.3. MySQL-Benutzerkonten-Verwaltung

5.3.1. GRANT- und REVOKE-Syntax

GRANT berechtigung_art [(spalten_liste)] [, berechtigung_art [(spalten_liste)] ...]
    ON {tabelle | * | *.* | datenbank.*}
    TO benutzername [IDENTIFIED BY 'passwort']
        [, benutzername [IDENTIFIED BY 'passwort'] ...]
    [REQUIRE 
    	[{SSL| X509}] 
	[CIPHER cipher [AND]] 
	[ISSUER issuer [AND]] 
	[SUBJECT subject]]
    [WITH GRANT OPTION]

REVOKE berechtigung_art [(spalten_liste)] [, berechtigung_art [(spalten_liste)] ...]
    ON {tabelle | * | *.* | datenbank.*}
    FROM benutzername [, benutzername ...]

GRANT ist implementiert ab MySQL Version 3.22.11. Bei früheren MySQL-Versionen bewirkt das GRANT-Statement nichts.

Die GRANT- und REVOKE-Befehle erlauben Systemverwaltern, Benutzer anzulegen und MySQL-Benutzern Rechte auf vier Berechtigungsebenen zu gewähren und zu entziehen:

  • Globale Ebene

    Globale Berechtigungen betreffen alle Datenbanken auf einem gegebenen Server. Diese Berechtigungen werden in der mysql.user-Tabelle gespeichert.

  • Datenbank-Ebene

    Datenbank-Berechtigungen betreffen alle Tabellen in einer gegebenen Datenbank. Diese Berechtigungen werden in den mysql.db- und mysql.host-Tabellen gespeichert.

  • Tabellen-Ebene

    Tabellen-Berechtigungen betreffen alle Spalten in einer gegebenen Tabelle. Diese Berechtigungen werden in der mysql.tables_priv-Tabelle gespeichert.

  • Spalten-Ebene

    Spalten-Berechtigungen betreffen einzelne Spalten in einer gegebenen Tabelle. Diese Berechtigungen werden in der mysql.columns_priv-Tabelle gespeichert.

Wenn Sie ein GRANT für einen Benutzer angeben, den es nicht gibt, wird dieser Benutzer erzeugt. Beispiele, wie GRANT funktioniert, finden Sie unter Abschnitt 5.3.5, „Neue MySQL-Benutzer hinzufügen“.

Bei GRANT und REVOKE-Statements kann berechtigung_art wie folgt angegeben werden:

ALL PRIVILEGES      FILE                RELOAD
ALTER               INDEX               SELECT
CREATE              INSERT              SHUTDOWN
DELETE              PROCESS             UPDATE
DROP                REFERENCES          USAGE

ALL ist ein Synonym für ALL PRIVILEGES. REFERENCES ist noch nicht implementiert. USAGE ist momentan ein Synonym für ``keine Berechtigungen''. Es kann benutzt werden, um einen Benutzer zu erzeugen, der keine Berechtigungen hat.

Um einem Benutzer die grant-Berechtigung zu entziehen, benutzen Sie einen berechtigung_art-Wert GRANT OPTION:

REVOKE GRANT OPTION ON ... FROM ...;

Die einzigen berechtigung_art-Werte, die Sie für eine Tabelle festlegen können, sind SELECT, INSERT, UPDATE, DELETE, CREATE, DROP, GRANT, INDEX und ALTER.

Die einzigen berechtigung_art-Werte, die Sie für eine Spalte festlegen können (im Falle, dass Sie eine spalten_liste-Klausel benutzen), sind SELECT, INSERT und UPDATE.

Sie können globale Berechtigungen setzen, indem Sie die ON *.*-Syntax benutzen. Datenbank-Berechtigungen setzen Sie mit der ON datenbank.*-Syntax. Wenn Sie ON * setzen und eine aktuelle Datenbank ausgewählt haben, setzen Sie die Berechtigungen für diese Datenbank. (ACHTUNG: Wenn Sie ON * festlegen und keine aktuelle Datenbank ausgewählt haben, betrifft das die globalen Berechtigungen!)

Um die Rechtegewährung für Benutzer von uneindeutigen Hosts aus zu ermöglichen, unterstützt MySQL den benutzername-Wert in der Form benutzer@host. Wenn Sie eine user-Zeichenkette festlegen wollen, die Sonderzeichen enthält (wie ‘-’), oder eine host-Zeichenkette, die Sonderzeichen oder Platzhalterzeichen enthält (wie ‘%’), können Sie Benutzernamen oder Hostnamen in Anführungszeichen setzen (beispielsweise 'test-benutzer'@'test-hostname').

Sie können im Hostnamen Platzhalter angeben. benutzer@"%.loc.gov" zum Beispiel trifft auf benutzer für jeden Host in der Domäne loc.gov zu. benutzer@"144.155.166.%" trifft auf benutzer für jeden Host im 144.155.166-Class-C-Subnetz zu.

Die einfache Form benutzer ist ein Synonym für benutzer@"%". ACHTUNG: Wenn Sie anonymen Benutzern erlauben, sich mit dem MySQL-Server zu verbinden (was vorgabemäßig der Fall ist), sollten Sie auch alle lokalen Benutzer als benutzer@localhost hinzufügen, weil ansonsten der Eintrag für den anonymen Benutzer für den lokalen Host in der mysql.user-Tabelle benutzt wird, wenn der Benutzer versucht, sich von der lokalen Maschine in den MySQL-Server einzuloggen! Anonyme Benutzer werden definiert, indem Einträge mit User='' in die mysql.user-Tabelle eingefügt werden. Das können Sie mit folgender Anfrage überprüfen:

mysql> SELECT Host,User FROM mysql.user WHERE User='';

Momentan unterstützt GRANT nur Host-, Datenbank-, Tabellen- und Spaltennamen mit maximal 60 Zeichen. Ein Benutzername kann bis zu 16 Zeichen lang sein.

Die Berechtigungen für eine Tabelle oder Spalte werden durch ein logisches ODER der Berechtigungen auf jeder der vier Berechtigungsebenen zusammen gesetzt. Wenn die mysql.user-Tabelle beispielsweise festlegt, dass ein Benutzer eine globalen select-Berechtigung hat, kann diese nicht durch Einträge auf Datenbank-, Tabellen- oder Spaltenebene widerrufen werden.

Die Berechtigungen für eine Spalte können wie folgt berechnet werden:

Globale Berechtigungen
ODER (Datenbank-Berechtigungen UND Host-Berechtigungen)
ODER Tabellen-Berechtigungen
ODER Spalten-Berechtigungen

In den meisten Fällen können Sie einem Benutzer Rechte auf lediglich einer der Berechtigungsebenen gewähren, wodurch das Leben nicht so kompliziert ist wie oben dargestellt. Die Details der Prozedur zur Überprüfung der Berechtigungen sind in Abschnitt 5.2, „Allgemeine Sicherheitsthemen und das MySQL-Zugriffsberechtigungssystem“ dargestellt.

Wenn Sie Berechtigungen für eine Benutzer-/Hostname-Kombination gewähren, die in der mysql.user-Tabelle nicht existiert, wird ein Eintrag hinzugefügt und verbleibt dort, bis der mit einem DELETE-Befehl gelöscht wird. Mit anderen Worten: GRANT kann eventuell user-Tabelleneinträge erzeugen, aber REVOKE entfernt diese nicht, sondern Sie müssen das explizit mit DELETE machen.

Ab MySQL-Version 3.22.12 wird, wenn ein neuer Benutzer erzeugt wird oder wenn Sie globale Grant-Berechtigungen haben, das Passwort des Benutzers durch die IDENTIFIED BY-Klausel festgelegt, wenn eine angegeben wird. Wenn der Benutzer bereits ein Passwort hat, wird es durch das neue ersetzt.

ACHTUNG: Wenn Sie einen neuen Benutzer anlegen, aber keine IDENTIFIED BY-Klausel angeben, hat der neue Benutzer kein Passwort. Das ist unsicher.

Passwörter können auch mit dem SET PASSWORD-Befehl gesetzt werden. See Abschnitt 6.5.6, „SET-Syntax“.

Wenn Sie Berechtigungen für eine Datenbank gewähren, wird ein Eintrag in der mysql.db-Tabellen erzeugt, falls notwendig. Wenn alle Berechtigungen für die Datenbank mit REVOKE widerrufen wurden, wird dieser Eintrag gelöscht.

Wenn ein Benutzer überhaupt keine Berechtigungen auf eine Tabelle hat, wird die Tabelle nicht angezeigt, wenn der Benutzer nach einer Liste von Tabellen anfragt (zum Beispiel mit einem SHOW TABLES-Statement).

Die mit GRANT OPTION-Klausel gibt dem Benutzer die Möglichkeit, anderen Benutzern jegliche der Berechtigungen zu vergeben, die der Benutzer auf der angegebenen Berechtigungsebene hat. Sie sollten vorsichtig damit sein, wem Sie die grant-Berechtigung geben, denn zwei Benutzer mit unterschiedlichen Berechtigungen können in der Lage sein, Ihre Berechtigungen zu addieren!

Sie können einem Benutzer keine Berechtigung gewähren, die Sie selbst nicht haben; die grant-Berechtigung erlaubt Ihnen nur, die Berechtigungen zu vergeben, die Sie selbst besitzen.

Wenn Sie einem Benutzer die grant-Berechtigung auf einer bestimmten Berechtigungsebene geben, denken Sie daran, dass der Benutzer jegliche Berechtigungen, die der Benutzer schon besitzt (oder die ihm in Zukunft gewährt werden!), auf dieser Ebene auch an andere Benutzer gewährt werden können. Nehmen Sie an, Sie gewähren einem Benutzer die insert-Berechtigung auf eine Datenbank. Wenn Sie danach die select-Berechtigung auf die Datenbank mit WITH GRANT OPTION gewähren, kann der Benutzer nicht nur die select-Berechtigung weiter geben, sondern auch insert. Wenn Sie dem Benutzer danach die update-Berechtigung auf die Datenbank gewähren, kann der Benutzer insgesamt insert, select und update weiter geben.

Sie sollten einem normalen Benutzer keine alter-Berechtigung gewähren. Wenn Sie das tun, kann der Benutzer versuchen, das Berechtigungssystem zu unterlaufen, indem er Tabellen umbenennt!

Beachten Sie: Wenn Sie Tabellen- oder Spalten-Berechtigungen auch nur für einen Benutzer gewähren, untersucht der Server Tabellen- und Spalten-Berechtigungen für alle Benutzer. Dadurch wird MySQL etwas langsamer.

Wenn mysqld startet, werden alle Berechtigungen in den Speicher eingelesen. Datenbank-, Tabellen- und Spalten-Berechtigungen werden sofort wirksam. Berechtigungen auf Benutzerebene werden wirksam, wenn sich der Benutzer das nächste Mal verbindet. Änderungen in den Berechtigungstabellen, die Sie mit GRANT oder REVOKE durchführen, werden vom Server sofort bemerkt. Wenn Sie Berechtigungstabellen manuell ändern (mit INSERT, UPDATE usw.), müssen Sie ein FLUSH PRIVILEGES-Statement ausführen oder mysqladmin flush-privileges laufen lassen, um den Server zu veranlassen, die Berechtigungstabellen neu zu laden. See Abschnitt 5.3.3, „Wann Berechtigungsänderungen wirksam werden“.

Die größten Unterschiede zwischen ANSI SQL und MySQL-Versionen von GRANT sind:

  • In MySQL werden Berechtigungen für eine Benutzername-/Hostname-Kombination vergeben und nicht nur für einen Benutzernamen.

  • ANSI SQL hat keine globalen oder Datenbankebene-Berechtigungen und unterstützt nicht alle Berechtigungsarten, die MySQL unterstützt. MySQL unterstützt nicht die ANSI-SQL-TRIGGER-, EXECUTE- oder UNDER-Berechtigungen.

  • ANSI-SQL-Berechtigungen werden auf hierarchische Art strukturiert. Wenn Sie einen Benutzer entfernen, werden alle Berechtigungen, die dieser Benutzer gewährt hat, widerrufen. In MySQL werden die gewährten Berechtigungen nicht automatisch widerrufen, sondern Sie müssen das selbst tun.

  • Wenn Sie in MySQL das INSERT-Recht nur für Teile der Spalten einer Tabelle haben, können Sie dennoch INSERT-Statements auf der Tabelle ausführen. Die Spalten, für die Sie keine INSERT-Berechtigung haben, werden auf ihre Vorgabewerte gesetzt. ANSI SQL erfordert, dass Sie die INSERT-Berechtigung auf alle Spalten haben.

  • Wenn Sie eine Tabelle in ANSI SQL löschen, werden alle Berechtigungen für die Tabelle widerrufen. Wenn Sie eine Berechtigung in ANSI SQL widerrufen, werden alle Berechtigungen, die auf dieser Berechtigung basierend gewährt wurden, widerrufen. In MySQL können Berechtigungen nur explizit mit REVOKE-Befehlen oder durch die Manipulation der MySQL-Berechtigungstabellen widerrufen werden.

----------- MySQL unterstützt SSL-verschlüsselte Verbindungen. Um zu verstehen, wie MySQL SSL benutzt, müssen wir einige Grundlagen von SSL und X509 erläutern. Leute, die damit schon vertraut sind, können dieses Kapitel überspringen.

Vorgabemäßig benutzt MySQL unverschlüsselte Verbindungen zwischen Client und Server. Das heißt, dass jeder auf dem Weg dazwischen lauschen und Ihre Daten, die übertragen werden, mitlesen kann. Darüber hinaus könnten einige Leute auch den Inhalt von Daten ändern, die zwischen Client und Server ausgetauscht werden. Möglicherweise haben Sie auch wirklich geheime Daten über öffentliche Netzwerke zu übertragen, und eine Öffentlichkeit solcher Art ist unakzeptabel.

SSL ist ein Protokoll, das unterschiedliche Verschlüsselungsalgorithmen benutzt, um sicherzustellen, dass Daten aus einem öffentlichen Netzwerk vertraut werden kann. Es besitzt Mechanismen, um Veränderungen, Verlust oder wiederholtes Abspielen (Replay) von Daten zu entdecken. SSL enthält auch Algorithmen, um die Identität zu erkennen und zu überprüfen, indem der X509-Standard benutzt wird.

Mittels Verschlüsselung werden jegliche Arten von Daten unlesbar gemacht. Darüber hinaus werden in der heutigen Praxis Verschlüsselungsalgorithmen viele weitere Elemente hinzugefügt. Sie sollten vielen Arten bekannter Angriffe widerstehen, wie dem Herumspielen mit der Reihenfolge verschlüsselter Nachrichten oder dem doppelten Abspielen (Replay) von Daten.

X509 ist der Standard, der es ermöglicht, jemanden im Internet zu identifizieren. Er wird meistens beim E-Commerce über das Internet benutzt. Kurz gesagt sollte es ein Unternehmen namens "Zertifizierungsautorität" geben, die jedem elektronische Zertifikate zuordnet, der diese braucht. Zertifikate beruhen auf asymmetrischen Verschlüsselungsalgorithmen, die zwei Verschlüsselungsschlüssel haben - öffentlichen und geheimen. Zertifikatsbesitzer können ihre Identität jeder anderen Seite beweisen. Zertifikate beinhalten den öffentlichen Schlüssel des Besitzers. Alle Daten, die damit verschlüsselt werden, können nur vom Besitzer des geheimen Schlüssels entschlüsselt werden.

Frage: Warum benutzt MySQL nicht standardmäßig verschlüsselte Verbindungen? Antwort: Weil es MySQL langsamer macht. Jede zusätzliche Funktionalität erfordert, dass ein Computer zusätzliche Arbeit verrichtet, und das Verschlüsseln von Daten ist eine CPU-intensive Operation, die leicht die Zeit und Leistung übertreffen kann, die MySQL selbst verbraucht und benötigt. MySQL ist vorgabemäßig auf Geschwindigkeit optimiert. Frage: Ich brauche mehr Informationen über SSL / X509 / Verschlüsselung usw. Antwort: Benutzen Sie Ihre bevorzugte Internet-Suchmaschine und suchen Sie nach den Schlüsselwörtern, die Sie interessieren.

MySQL kann x509-Zertifikat-Attribute prüfen, zusätzlich zum meist benutzten Benutzername-/Passwort-Schema. Alle gewöhnlich Optionen werden immer noch benötigt (Benutzername, Passwörter, IP-Adressmaske, Datenbank-/Tabellenname).

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Verbindungen zu begrenzen:

  • Ohne jegliche SSL-/X509-Optionen werden alle Arten verschlüsselter und unverschlüsselter Verbindungen zugelassen, wenn Benutzername und Passwort gültig sind.

  • Die REQUIRE SSL-Option erzwingt SSL-verschlüsselte Verbindungen. Beachten Sie, dass dieses Erfordernis übergangen werden kann, wenn es irgend welche weiteren ACL-Datensätze gibt, die Verbindungen ohne SSL zulassen.

    Beispiel:

    GRANT ALL PRIVILEGES ON test.* TO root@localhost IDENTIFIED BY "goodsecret" REQUIRE SSL
    

  • * REQUIRE X509 Wenn ein X509-Zertifikat erforderlich ist, bedeutet das, dass der Client ein gültiges Zertifikat haben muss, aber wir kümmern uns nicht um das genaue Zertifikat, den Herausgeber (Issuer) oder den Betreff (Subject). Die einzige Einschränkung ist, dass es möglich sein sollte, seine Unterschrift (Signature) mit einigen unserer CA-Zertifikate zu überprüfen.